Das Spotz platze wieder aus allen Nähten und alle Tische waren voll besetzt - alle Tische bis auf den einen in der dunklen Ecke, der Stammplatz des erfolglosesten Erfolgstrainers der Welt, des völlig unbehaarten fubinios blieb leer. Sorgen machten sich in der Kaschemme breit, sorgte dieser Mann alleine doch für 37% des Umsatzes.
Doch manchmal, so erinnerten sich die drei Damen hinter der Theke an eine kleine Geschichte, quasi eine Anekdote des Übungsleiters, manchmal muss ein Mann allein sein um sich die nächsten Schritte hin zu
seiner glorreichen Wiederkunft zu überlegen.
"Nicht alle Stunden, die man alleine am Wegesrand sitzt, ein kleines Picknick mit Wurst, Wurstsalat und einem halben Kilo Mett aus dem Wurstkoffer zu sich nehmend, eine Flasche Dom Perignon und eine Flasche White Birch zum runterspülen des widerlichen Wurstgeschmacks vor sich, nicht alle diese Stunden sind schlecht. Man muss auch mal nachdenken und sich darüber klar werden, dass man vielleicht den falschen Berug hat; oder den richtigen Beruf im falschen Land."
Da staunten die Schwalben, und erst recht ihr Trainer Bernd W. III.: 3:3 zu Hause? Wus sull dus? Sind die Schwalben etwa so unscheinbar, dass man bei Chippa dachte, hier muss weniger als ein Pate am Werk sein? Hat Bernd W. tatsächlich sowenig Profil, dass man dachte, hier sei ein trainerloses Team im weinroten Dress am Feld? Das fragte man sich auch im Vorstand der Schwalben, und Erklärungsbedarf war also notwendig: "Man will sich besser profilieren in dieser Liga und die Gegner genauer beobachten. Immerhin sei man ja sehr gut aufgestellt (nämlich zu Elft) und man konnte seine Leistung abrufen. Auch wenn ein Heim-3:3 kein Quick-Win ist, so kann man es
doch als Game-Changer sehen für die Ausrichtung auf den Rest der Saison"...Mit diesen und anderen Binsenweisheiten hat W. dem Vorstand der Swallows versucht zu erklären, dass "die letzten Wochen nicht so erfolgreich wie geplant waren, aber die Saison noch viele Chance bietet, und am Ende des Tages wird man sehen, ob die Schwalben nicht nur die Fans mit an Bord holen können, sondern auch den Erfolg bla...bla...bla..." Dieses sinnbefreite Management-Gequatsche von W. ist gut angekommen beim Vorstand, denn diese, aus idiotischen Floskeln und leeren Worthülsen bestehende, Sprache ist zugleich die einzige, die die Leute aus dem Vorstand verstehen.
Wie sich die Liga in Südafrika kollektiv verkatert und wir taktisch nüchtern dabei zusehen:
* Pretorias Studenten reisen einen Tag früher an, nur um nach einer 2:0-Führung das Fußballspielen einzustellen.
* Moreno Deus verwechselt Magerkost mit Altmeister-Philosophie.
* Bernd W. preist seinen Urlaubszug als geniale PR-Strategie an (und profitiert glücklich gegen uns).
* Pepeke fleht Sonnengott Helios an, weil die
Bedienungsanleitung für sein Monument unleserlich war.
* Und fubinio starrt nach einer 1:0 Auswärtsniederlage womöglich noch tiefer in sein Glas
Die Mpumalanga Black Aces liefern währenddessen ein eiskaltes 5:0 gegen Spitzenreiter Bloemfontein Celtic. Da verzeiht man doch gerne die oben schon erwähnte Niederlage auswärts. Mit 18 Punkten auf Platz 3 (punktgleich mit Platz 1 und 2) stehen wir als Neuling genau dort, wo wir hingehören: mitten im Titelkampf.
Zwei Auswärtsspiele waren für Trainer Floberle und seine Free State Stars am vergangenen Freitag zu absolvieren. Gegen SuperSport United FC wurde mit 0:1 gegen Chippa United mit 0:3 verloren.
Am kommenden ZAT muss nun wieder ein Gegentrend eingeleitet werden. Dabei trifft man zuerst auf den Tabellenvierzehnten Black Leopards, ehe man dann zum Tabellenzweiten Kaizer Chiefs FC reisen muss. Das sind bei weitem keine leichten Aufgaben und international ist man ja im Confederations Cup auch noch vertreten.
Mittendrin bleiben die Studenten. Aber immerhin in der ersten Liga. So richtig weiß man ja immer noch nicht, wie der Aufstieg zustande gekommen ist. Dafür hat sich Mannschaft mal wieder auf fremdem Platz verkalkuliert. Dabei schien alles gut zu laufen. Früh genug angereist (schon am Vortag), früh genug aufgestanden, früh genug losgefahren zum Stadion, früh genug da gewesen, früh genug am Spiel teilgenommen, aber auch zu früh aufgehört und nach 2:0-Führung noch 2:3 verloren. Ist also offensichtlich nicht immer gut zu früh zu sein...
Bernd W. war im Urlaub und die Schwalben mussten am letzten ZAT ohne ihren Trainer antreten. Die Aufgabe wurde überraschend gut gemeistert und W. weiss nicht, wie er das deuten soll. Er hat nun einen Termin beim Vorstand und es ist ihm ein Rätsel, was es da jetzt eigentlich zu besprechen gäbe... Falls man ihm seine Abwesenheit am Spielfeldrand vorhalten möge, oder ob er nicht vielleicht überfordert wäre mit dem sportlichen Traineramt, dann wird er einfach damit
argumentieren, dass man ja auch die Pressearbeit nicht vergessen sollte: Wer sollte denn diese aussergewöhnlich spannenden, unglaublich geistreichen, und vor allem witzigen Artikel schreiben, wenn nicht der W.? In der heutigen Zeit ist ja PR mindestens so wichtig wie Bürotechnik auf der Tribüne, oder das Geschehen auf dem grünen Rasen (Er wird allerdings verschweigen, dass er letzte Woche gar keinen Artikel geschrieben hat, und die 0.3 TK am Ende der Saison noch fehlen könnten).
Mit dem Mut des Sonnengotts Helios höchstpersönlich im Blut zogen die Golden Arrows in ihre letzten Duelle und kehrten mit einer Bilanz zurück, bei der selbst Helios kurz die Sonnenbrille absetzen musste: 1:2 gegen die Kaizer Chiefs, dann 2:1 gegen Rangers und Altmeister Deus. Ein Sieg, eine Klatsche! Licht und Schatten, sozusagen, ganz im Sinne des Namenspatrons.
Trainer Pepeke Lumumba war nach dem ZAT not amused: „Wir treten hier auf der Stelle, weil sich offenbar niemand an Bedienungsleitungen hält! Eine Un-ver-schämt-heit!" Ob damit die Abwehr gemeint war? Wohl kaum! Problem in Südafrika ist der fehlende
Respekt.“ Pepeke Lumumba verfügt aber über genug Erfahrung um diese Defizite in der Liga taktisch auszugleichen.
Der Blick richtet sich aber nun nach vorn auf Santos Cape Town, den nächsten Happen auf dem Speiseplan. Und weil bekanntlich nichts so gut vorbereitet wie ein Bierchen im „Spotz", soll dort demnächst ein Teamausflug stattfinden. Offiziell: Teambuilding. Inoffiziell: vielleicht lässt sich dem Gegner ja bei einem Bierchen zu viel das ein oder andere Geheimnis entlocken. Lumumba grinste nur: „Man trifft sich eben – zufällig, versteht sich."
Helios, gib Licht. Die Pfeile brauchen jeden Sonnenstrahl.
Moreno Deus, wie ist es, als Altmeister betitelt zu werden?
"Man weiss nie so richtig, ob sich das auf die Vergangenheit bezieht."
Was ist denn mit der Gegenwart?
"Da müssen wir den Titel des Meisters erst noch beweisen."
Die Manning Rangers sind sehr überzeugend in die Saison gestartet.
"Das ist korrekt."
Die Leistung am letzten ZAT war beschämend.
"Das ist ebenfalls korrekt."
Was ist Ihre Erklärung?
"Andere Teams kommen mit modernen Konzepten wie 'radikal taktischer Minimalismus', 'Teambuilding', 'Urlaubszug'. Wir besuchen das 'Spotz'. Da müssen wir schon analysieren, ob wir mit der Zeit gehen wollen."
Die Free State Stars von Trainer Floberle konnte durch ihren 4:0 Heimsieg gegen Dynamos FC immerhin aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber SuperSport United FC die Abstiegsplätze verlassen, da man bei FC Azziz Kara nur eine 0:3 Niederlage erlitt.
Eben jenes SuperSport United FC ist nun der erste von zwei Gegnern am kommenden Freitag. Die Partie ist eine Auswärtspartie. Ebenfalls ein Auswärtsspiel ist auch die zweite Partie des kommenden ZATs, wo man zum Tabellenletzten Chippa United reisen muss. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Trainer Floberle mit seinen beiden Gegnern am kommenden Freitag die Plätze tauscht und dann selbst auf dem letzten Tabellenplatz zu finden ist.
"Die ordentliche Klatsche haben wir verdient.", mümmelte der erfolgloseste Erfolgstrainer der Welt, der spartanische fubinio in seinen Whiskey Sour Fizz und lugte erschreckend enttäuscht aus seiner Ecke im Spotz auf die noch nicht ganz vollbesetzten Tische.
Die Black Aces sind vielleicht besser als ihr Trainer. An seiner Analyse hält der Übungsleiter jedoch fest. Auch für die anderen Kandidaten gibt es einiges zu
analysieren, nicht nur für fubinio. Jedoch fällt dies sicherlich schwerer an Orten, die nicht mit jedem Drink "Fußballsachverstand" brüllen und an denen man nicht die zufälligen Gäste hat, die zumindest einen neuen Blick auf alte Probleme werfen lassen.
Das älteste Problem bei Santos ist dann vielleicht dich der Trainer, der sich zwischen Rotwein und Reiswein entscheidend nicht immer für Ballsport die beste Wahl darstellt.
Kaum verbrennt man gemeinsam das Anfänger-Handbuch, bricht in Südafrika das Phantasieren aus: Moreno Deus philosophiert über Nüchternheit, Banana Joe zündelt an seiner Schale und der erstaunliche Liga-Analyst fubinio fing sich nach frechem Zweifel an meinen Fähigkeiten eine saubere 5:0-Abreibung ein. Doch die Krönung liefert mal wieder Griechenland Rückkehrer Pepeke Lumumba will derweil mit dem Koloss von Rhodos zwischen den Beinen bei uns Nervosität erkannt haben während er als amtierendee Champion selbst auf Platz 12 im Keller verstaubt.
Klartext: Bei den Black
Aces passieren niemals taktische Fehler. Sollte doch mal was schiefgehen, lag es gewiss nicht an Nervosität. Eher daran, dass man sich fragt: Braucht es bald auch bei uns so ein monumentales Prachtstück aus Rhodos. Wohl kaum! Auf dem Rasen ist so ein Klotz nur anatomischer Ballast, der Wendigkeit raubt und zur Stolperfalle mutiert. Tabelle lesen genügt, Pepeke.
In meinen Reifejahren setze ich eben lieber auf radikalen taktischen Minimalismus, feines Stellungsspiel und eiskalte Punkte-Effizienz. Man muss schließlich kein antikes Weltwunder zwischen den Oberschenkeln spazieren tragen, wenn man das Spiel einfach mit dem Kopf liest!
Die Free State Stars finden sich unter Trainer Floberle nach zwei Niederlagen am vergangenen ZAT in der Abstiegszone der südafrikanischen Premier Soccer League wieder. Man musste sich dem Meister Golden Arrows FC auswärts mit 0:3 geschlagen geben, ehe man im Heimspiel gegen Maritzburg United mit 1:2 den kürzeren zog.
Am kommenden Freitag geht es nun zuerst zum Tabellenneunten FC Azziz Kara, ehe man dann zum Heimspiel den Tabellenvierzehnten und damit Tabellennachbarn Dynamos FC empfängt.
Die Studenten schlafen lieber aus als in der Fremde gegen einen Ball zu kicken. Anders lassen sich die bisherigen Darbietungen der Mannen aus Pretoria in den fremden Stadien nur schwierig erklären. Ein anderer Ansatz könnte sein, dass sich die Studenten in anderen Städten immer verlaufen und vom rechten Weg abkommen. Für nächste Woche wurden nun also Navis und Wecker geordert. Anscheinend geht es nach Kapstadt. Also nach Osten. Oder doch nach Westen. Naja egal, vielleicht beschaffen wir noch ein paar Kompasse.
Wie immer?
Dann wird er vielleicht verstehen, was es heisst, ein Neuling zu sein und nüchtern analysieren.
Wie fubinio?
Dann würde er nicht auf dessen stocknüchternen Analysen eingehen, und selber auf die Tabelle schauen.
Wie eine Banane?
Dann würde er sicher auf einen Ausrutscher hoffen. Die Frage ist nur, von wem?"
Moreno Deus lässt sich nicht aus der Reserve locken. "Solche Fragen lassen mich kalt. Wir wissen schon, warum wir dort stehen, wo wir sind. Wir werden auch zeigen, dass wir dort hin gehören."
Banana Joe steckt sportlich immer noch im Mittelfeld fest. Ob sich das so schnell ändern wird? Immerhin wurde ihm schon angeboten in diesem versifften Spotz eine Ayuvasca-Reise zu unternehmen. Oder vielleicht ist es auch nur die Eigenmarke des Biers. Man hat aber angeblich einen guten Tripp und großartige taktische Ideen.
Mit diesem Tripp lässt sich vielleicht auch erklären, dass Pepeke seinen Spotz jetzt den Koloss von Rhodos nennt. Warum er aber ein leichtes Kribbeln in dieser Region verspürt, das sollte er mal ärztlich abklären lassen. Banana Joe kann aber ein altes Hausmittel empfehlen: pürierte Banane drauf reiben und ...
Nach der gnadenlosen Inventur am vergangenen Wochenende, stellte man im Spotz fest, dass etwa ein Tanker voller Spirituosen nicht über die Bücher gegangen war und man somit einen Überschuss von etwas mehr als zwölf Fantastillionen vorliegen hatte.
Da das aber mit Fußball nichts zu tun hat, hier die Highlights einer schnelle Analyse der zukünftigen Wochen in der ersten südamerikanischen Liga:
- schade für die Manning Rangers, aber der Höhenflug ist schon bald vorbei; die Kondition reicht einfach nicht aus und am Ende der Hinrunde steht ein Platz im oberen Mittelfeld in den Büchern. Aber nicht schlimm, ein wenig besser wird's dann schon noch.
- bei den Mpumalanga Black Aces sieht es da ein wenig besser aus, aber einige Skandale abseits des Platzes haben Konsequenzen, die auch das Team in Mitleidenschaft
ziehen. Internationale Startplätze bleiben aber erreichbar, wenn auch schwer.
- die Moroka Swallows hingegen müssen aufpassen, dass sie die Erfolge der nächsten Wochen nicht leichtsinnig machen. Irgendwann wird man zum Gejagten und darauf sollte man vorbereitet sein. Dafür kann man in den kommenden vier Spielen zehn Punkte mitnehmen, Hut ab.
- Golden Arrows FC: Trotz des bescheidenen Tabellenplatzes, der hinter den Erwartungen zurückbleibt, sind die Goldpfeile noch nciht abgeschrieben, das zeigen die nächsten Spiele. Kaum Gegentore und solide 2 Punkte im Durchschnitt spülen den unsympathischen Club auf obere Plätze. Schade.
- Santos Cape Town: Die zweite Liga lächelt, doch beglücken mag sie uns nicht. Schwierig, hier die Kurve zu bekommen. Da helfen nur drei oder vier Drinks im Spotz - und ein Blick ins Taktikronomikum.
Jeder Spieler hat die Möglichkeit Berichte für die Zeitung zu verfassen. Für jeden Bericht gibt es bis zu 0,3 Punkte auf das TK deiner Mannschaft.
Bonusstaffel:
ab 150 Zeichen + 0,1 Punkte
ab 250 Zeichen + 0,2 Punkte
ab 500 Zeichen + 0,3 Punkte
Werden pro Runde mehrere Berichte verfasst, wird nur der Erste vergütet.
Für jede Liga ist ein Kolumnist möglich, der regelmäßig Berichte zur Lage der Liga verfasst. Wenn Du Interesse daran hast, schicke eine kurze Mail ans CopaTeam.
Achtung:
Bitte beachte, dass nur ein Bericht pro Spielrunde vergütet wird.
Kopierte oder unsinnige Artikel werden kommentarlos von der Redaktion zensiert.
Im Wiederholungsfall behält sich der Spielleiter strengere Maßnahmen vor, die im individuellen Fall auch bis zur Entlassung führen können!
Gleiches gilt für das Veröffentlichen von selben Berichten für mehrere Accounts oder in der Liga und dem Pokal.