Das Wetter wird ungemütlicher in Cardiff, der Herbst ist endgültig angekommen. Ob beim Training oder beim Spiel, die Zuschauer müssen sich wieder wärmer anziehen. Regen, Wind hin und wieder Nebel machen das Fußballerlebnis deutlich ungemütlicher. Umso mehr müssen die Leistungen auf dem Platz die Herzen der Fans erwärmen.
Doch es sind nicht nur die Vorboten des Winters, es gibt auch den Gegenentwurf.
Plötzlich ist die Sonne und das Sommerfeeling zurück, ruckzuck ist man zu warm angezogen und beginnt auf der Tribüne zu schwitzen. Das machen die Spieler auf dem Platz bestenfalls auch.
Hamburg / Leverkusen – Die Luft an der Elbe knistert vor Anspannung. Während die Fans noch über den jüngsten Saisonverlauf und das Auf und Ab der noch jungen Spielzeit diskutieren, schaut das gesamte braun-weiße Lager gebannt auf das, was da unerbittlich auf den FC St. Pauli zukommt. Das bevorstehende Auswärtsspiel bei der übermächtigen Werkself von Bayer Leverkusen wirft seine Schatten voraus – und fordert die Kiezkicker im Härtetest des Jahres heraus. Mittendrin im Epizentrum: Chefcoach Hammerburg, der seine Mannschaft in den letzten Einheiten intensiv auf die Mission im Rheinland vorbereitet.
Im Namen und in Vollmacht unseres Mandanten, Herrn Massai Uno, teilen wir mit, dass dieser von seinem verfassungsähnlichen Rommé-Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht. Sämtliche Vorwürfe, Behauptungen und Kartenprognosen werden weder bestätigt noch dementiert.
Unser Mandant vertritt jedoch die persönliche Auffassung, dass die von Herbstar zur Schau gestellten Fähigkeiten nicht mehr unter die Kategorien "Beobachtung", "Analyse" oder "glücklicher Zufall" fallen. Wer mehrfach Spielzüge vorherzusagen gedenkt, bewegt sich nach Ansicht unseres Mandanten bereits im Grenzbereich zwischen Taktik und Zauberschule. Halloween steht unmittelbar bevor. Die Frage, ob Herbstar tatsächlich Herbstar oder vielmehr "Hexar"
heißt, bedarf daher einer unabhängigen Untersuchung.
Ferner weisen wir darauf hin, dass das unerlaubte Vorhersagen fremder Spielzüge geeignet ist, das Vertrauen in einen ordnungsgemäßen Rommé-Betrieb nachhaltig zu erschüttern. Unser Mandant fühlte sich in seinen Rechten auf spontane Fehlentscheidungen und unüberlegte Kartenablagen erheblich beeinträchtigt.
Weitere Auskünfte werden gegenwärtig nicht erteilt. Herr Uno wird sich erst wieder äußern, sobald sein Anwalt geprüft hat, ob Hellsehen, Gedankenlesen und übermäßige Spielintelligenz in der zuständigen Liga überhaupt zulässig sind. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung. Für beide Seiten. Außer für NMRkert. Der hat immer Schuld.
Nach der deutlichen 0:5-Auswärtsniederlage beim Tabellenführer in Mannheim hätte beim MSV Duisburg Verunsicherung aufkommen können. Die Zebras erlebten einen gebrauchten Tag, fanden zu keinem Zeitpunkt richtig ins Spiel und mussten am Ende eine auch in der Höhe schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Gegen den Ligaprimus wurden die eigenen Schwächen schonungslos aufgedeckt, sodass Mannschaft und Trainerteam in den Tagen danach einiges aufzuarbeiten hatten.
Umso bemerkenswerter war die Reaktion des MSV im darauffolgenden Heimspiel gegen Dynamo Dresden. Vor heimischer Kulisse präsentierte sich die Mannschaft von Beginn an deutlich konzentrierter, kompakter und zweikampfstärker. Gegen die offensivstarken Sachsen stand die Defensive sicher und ließ nur wenige klare Torchancen zu.
Auch wenn die Duisburger selbst nach vorne nicht viele zwingende Möglichkeiten herausspielen konnten, überzeugten sie durch Einsatzbereitschaft, Laufstärke und mannschaftliche Geschlossenheit. Jeder Spieler stellte sich in den Dienst der Mannschaft, kämpfte um jeden Ball und zeigte die richtige Antwort
auf die vorausgegangene Klatsche in Mannheim.
Das torlose 0:0 gegen Dynamo Dresden mag auf den ersten Blick unspektakulär erscheinen, war für den MSV Duisburg aber ein wichtiger Achtungserfolg. Nach einem Spiel, das am Selbstvertrauen der Mannschaft hätte nagen können, gelang es den Zebras, gegen einen Aufstiegskandidaten wieder Stabilität und Widerstandsfähigkeit zu demonstrieren.
Besonders die Defensivleistung macht Hoffnung für die kommenden Aufgaben. Während in Mannheim noch nahezu jeder Angriff des Gegners Gefahr ausstrahlte, stand die Duisburger Hintermannschaft gegen Dresden wesentlich geordneter und disziplinierter. Das Team bewies Charakter und zeigte, dass es auch nach schweren Rückschlägen in der Lage ist, sich aufzurichten.
Für den MSV Duisburg könnte dieser Punktgewinn deshalb mehr wert sein als die Zahl in der Tabelle vermuten lässt. Das 0:0 gegen Dynamo Dresden war ein Zeichen dafür, dass die Mannschaft die richtige Reaktion auf die Niederlage in Mannheim gefunden hat und mit Kampfgeist und Zusammenhalt auch gegen starke Gegner bestehen kann.
So langsam kehrte selbst an der marokkanischen Mittelmeerküste der Herbst ein. MAT-Coach Carlos Finisterre schaute verdutzt über das Trainingsgelände, wo eine Vielzahl von Flankenbällen vom Winde verweht irgendwo in der unmittelbaren Nachbarschaft landeten. Man hätte sich jetzt über eine Lernkurve echauffieren können, die so flach war wie das EKG eines Toten, doch der Mann aus Monterrey in Mexiko zeigte sich überraschend nachsichtig mit seinen Spielern:
"Kommt Wind mal von Meer, mal von Land, kann man machen nix. Müssen eigentlich anpassen Spielstil auf Tiki-Taka und Flachpass, aber dafür bei meine Jungs fehlen technisches Fähigkeiten und Spielintelligenz." Während Finisterre zu einem längeren Monolog ansetzen wollte, segelte ein langer Ball unerwartet in den Torwinkel: "Super, Achmed. Spielen heute Abend dieselbe Ball bitte mindestens drei Mal. Irgendwie haben die Gefühl, dass könnte sein ziemlich notwendig."
Es ist mal wieder so weit, dass man sich auch ohne kreative Ergüsse etwas aus den Fingern saugen muss, um, wie es bei Schimi scheinbar Standard ist, sich die 0.3 TK hart zu erkämpfen. Wäre man ein Kameltreiber mit einem Namen wie ein Bandwurm (also das Gegenteil von m.fenris) dann wäre die Aufgabe um vieles leichter. Nicht das irgendjemand dem Taschentuch Absicht unterstellen möchte. Und selbst Fenris‘ Name wurde jetzt erweitert. Man könnte das
natürlich auch als Herausforderung an besagten Fenris verstehen sich selbst bei seinem neuen Namen zu nennen. Der Vorteil jetzt die Microversion seiner selbst zu sein, besteht eindeutig darin, dass er nun sogar vom Teppichrand Fallschirmspringen kann. Auch wenn es in anderen Bereichen nicht unbedingt ein Vorteil ist. Mal schauen, ob m.fenris jemals wieder zu seiner eigenen Maxiversion werden kann. Das würde allerdings voraussetzen, dass er nicht von Borac abgeseilert wird.
PE: Was vor wenigen Spieltagen noch nach Abstiegskampf aussah, entwickelt sich zunehmend zu einer Erfolgsgeschichte. Estudiantes de Medicina hat unter Trainer Micais die Kurve bekommen. Nach dem 5:0 gegen Centro Deportivo Municipal folgte zunächst ein hart erkämpftes 1:0 gegen Universidad César Vallejo und anschließend ein überraschender 2:1-Auswärtssieg bei Coronel Bolognesi.
Damit hat Estudiantes aus den vergangenen beiden Spieltagen die maximal möglichen sechs Punkte geholt und sich innerhalb kürzester Zeit von Platz 13 auf Rang 9 verbessert.
Mit 24 Punkten aus 17 Spielen steht Estudiantes inzwischen punktgleich mit Sporting Cristal auf Platz 10. Das Torverhältnis ist mit 29:29 vollkommen ausgeglichen.
Besonders bemerkenswert: Noch vor wenigen Spieltagen stand die Mannschaft auf Platz 15. Nun ist sogar die obere Tabellenhälfte wieder in Reichweite.
Am kommenden Spieltag wartet mit Club Sportivo Cienciano der Tabellen-13. auf Estudiantes. Die Partie findet in der Heimat von Micais' Mannschaft statt – eine hervorragende Gelegenheit, die aktuelle Serie fortzusetzen.
Danach geht es auswärts zu Alcides Vigo, bevor am 20. Spieltag möglicherweise ein echtes Highlight wartet: Estudiantes empfängt Coronel Bolognesi erneut.
Micais hat seine Mannschaft jedenfalls eindrucksvoll zurück ins Rennen gebracht. Aus dem vermeintlichen Abstiegskandidaten ist innerhalb weniger Spieltage ein Team geworden, das wieder nach oben schielt.
Schon längere Zeit hatte es zwischen Herbstar und Massai Uno keine Spielabsprachen mehr gegeben. Doch nachdem die Differenzen aus der jüngeren Vergangenheit aufgearbeitet waren, fanden die beiden wieder recht schnell zusammen und trafen sich nun endlich nochmal persönlich. Uno hatte natürlich ein Kartenset für eine Partie Rommé dabei.
Doch relativ schnell, nachdem der Chefcoach der City of Lusaka seine Mischkünste unter Beweis gestellt hatte, drohte die Stimmung gleich wieder zu kippen, als Herbstar ihn auf die kommenden Spiele ansprach. Uno versuchte, über seinen Ablegestapel zu kommunizieren, doch ehe er sich versah, kündigte Herbstar jeweils zuvor an, welche Zahl sein Spielebruder auf den Stapel legen würde:
"A4, ganz klar! Und danach die H3."
Uno legte zuerst die A4 ab und danach die H3.
"Ich mag das nicht, wenn Du irgendwelche Karten vorhersagst und ich mich dabei ertappt fühle" jammerte Uno.
"Das ist kein Hexenwerk. Es ist zu offensichtlich." entgegnete Herbstar.
"Und welche lege ich dann bei Dir ab? Siehst Du das auch voraus?"
"H3 und A6"
Uno zögert und fragt: "Welche Liga?"
"Ist doch egal!"
Uno hält die beiden obersten Karten in der rechten Hand und bevor er sie ablegt, schaut er zuerst selbst, was drauf steht. Eine Mischung aus Enttäuschung und Verzweiflung fährt in sein Gesicht.
"Junge, wie machst Du das?"
"Auge." entgegnet Herbstar. "Und Analyse."
"Hmmm."
"Du bist doch selbst schwer am Start. Was stellst Du Dich überhaupt so an?"
"Kganya hat gesagt ich hab' Meisterverbot" sagt Uno und senkt seinen Kopf.
"Verständlich. Denn Popi hat
schon reserviert. Aber ich kann Dich beruhigen: Der NMRkert wird's diese Saison nicht. Und bei mir holt der morgen jedenfalls nix."
"Komm ich denn in die CL?"
"Na klar! Du darfst Dich mit Kganya um den Vize streiten. Vorausgesetzt der Flo hält die Füße still."
"Und Du?"
"Bin froh, wenn ich international dabei bin. Der schwule KI-NPC hat mir die Saison versaut."
"Karma. Dafür hat er ja auch jetzt die Strafe bekommen."
"Die richtige kommt erst noch.."
"Oh.."
"Sag mal Uno, wann geht's eigentlich los?"
"Bei mir morgen. Bei Dir doch auch?!"
"Nee, ich meinte mit dem Sommerhaus. Bald ist Winter.."
"Ich versuche noch Ersatz zu bekommen. Wollte nochmal bei der rechten Hand anfragen."
"Glaub nicht, dass Du den da rein bekommst. Der spielt doch jetzt in der besten Liga Copa's."
"Wie? Der ist nach Österreich gewechselt?!"
"Nee. In die VAE."
"Oha, stimmt!"
"Nee, war nur Spaß! Die beste Liga Copa's ist die Niederlande."
"Echt? Warum?!"
"Die sind so gut, da braucht keiner den Zeitungsbonus. Und ein trainerloser Club führt die Tabelle an. Die lassen ihm erst den Vorsprung und dann *ZACK* holen sie ihn ein und lassen ihn alt aussehen."
"Krass!"
"War auch nur Spaß! Die beste Liga Copa's ist Finnland!"
"Warum?!"
"Naja, ein Drittel der Vereine sind trainerlos und Du wirst da Meister, das muss man erst mal schaffen!"
Uno wird rot im Gesicht und gesteht: "Danke! Irgendwie wusste ich es schon immer!"
Coach Davin schleudert die Feder mit einer unwirschen Geste in Richtung eines renitenten Verbandsangestellten. “Emperor Michael Davin Football Federation NZL” ist ein ganz und gar formidabler neuer Name für den Verband! Elender Banause! Der heutige Tagebucheintrag wird auf dem Rücken dieses Unglückseligen verfasst!
“Verbandsarbeit ist erstaunlich ergiebig. Habe neue Regeln erlassen. Die Platzierung am Saisonende richtet sich fortan nach der Großzügigkeit der eingezahlten Spenden auf mein Konto. Habe es”Witwen, Waisen und kleine niedliche Tiere” genannt.
Die
Sekretärinnen sind zurück. In Tränen aufgelöst. Scheich Salman hat sie auf dem Boot die Chromumrandungen polieren lassen. Das Auswahlkriterium “starke Unterarme” erscheint plötzlich in einem anderen Licht. Nicht auszudenken, was “kräftiger Kiefer” bedeutet hätte. Ehrliche Arbeit. Aus dem Bentley wird also ein Fahrrad. Werde die Mädels veräußern müssen. Damaged Goods ain’t feed the Hood!
Nachher Vortrag bei Barnes&Noble.
“Die 10 besten Brandbeschleuniger - Wie ich Bücher effektiv verbrenne!”
Den Blick gen Himmel gerichtet, genießt er die Leichtigkeit des Seins. Kein Abstiegskampf, keine Aufstiegschance. Seliges Mittelmaß. Der Hunger wurde gestillt, das Messer steckt stumpf und teilnahmslos in der Wiese.
Fast hätte sich ein Lächeln auf das Gesicht unseres tiefen entspannten Barbiers geschlichen, doch nein, eine derart ekstatische Überreaktion würde dem Moment nicht gerecht. So hebt und senkt sich des Menschen Brust im Einklang mit der paradiesischen Mediokrität.
Man muss zugeben, die brasilianische Liga macht einen trostlosen Eindruck: über ein Viertel der Vereine sind trainerlos, worunter natürlich die sportliche Qualität leidet. In der Zeitung zieht der tapfere Matrose Daadi einsam seine Kreis und macht Enthüllungen, die Calvo Deus nicht ins Detail nachvollziehen kann: Grossflächiger und langzeitiger Betrug in Brasilien? Das Phänomen häuft sich. Weil sich keine weiteren Informationen finde, setzt der lebensfreudige Kubaner auf ein bewährtes Mittel aus der Karibik: abwarten.
Mulder sitzt frustriert vor seinem fünften Lager und murmelt fluchend vor sich hin:
“So klein ist meine Kanone doch gar nicht!”
Des Coaches Ex hätte zu diesem Thema sicherlich den ein oder anderen erhellenden Kommentar beizusteuern, aber lassen wir das, der Mann ist gestraft genug.
Am Wochenende steht eine Reise nach London auf dem Programm; man wird sich pflichtschuldigst von Chelsea vermöbeln lassen und weiter an Boden verlieren. Bei dieser Gelegenheit wird der Coach gleich mal einen Abstecher Richtung Tottenham machen, schließlich wurde man auf einen Döner eingeladen.
“Wäre ja
gelacht, wenn ich diese False Flag Operation nicht aufdecken könnte! Pepe und Schmarcus stecken unter einer Decke, jawoll! Döner aus London, das Kennzeichen aus Liverpool, die Herrschaften haben sich verbündet und wollen gemeinsam die vorderen Plätze einnehmen! Wehe euch, Schmarpepe! *das sechste Lager mundet vorzüglich
Ich war ihnen im Weg, ich musste weg! *das siebte Lager stößt schon etwas säuerlicher auf
König und Sheriff vereint gegen Robin Hood! Sharing is caring! Die wollen..die wollen den Sherwood Forest entlauben!”
*das achte Lager hätte er wirklich nicht mehr trinken sollen
Seit Wochen blieb es still um Moreno Deus. Seine Manning Rangers performten wie immer, ein Aufwärtstrend war nicht zu erkennen. An der Seitenlinie fehlte vom Kubaner jede Spur. Das hat er allerdings auch so bei der diesjährigen Weltmeisterschaft mit grossem Erfolg praktiziert, weswegen die Aufregung gleich Null war. Nun soll er sich im Spotz - wo er zugegebenermassen regelmässig anzutreffen ist, seit Wochen aber auch nicht mehr gesehen war - eine Frechheit erlaubt haben, welche zu Aufruhr, Verwüstung und
vermeintlicher Brandstiftung geführt haben soll. Doch Deus, einer der erfolgreichsten Trainer Afrikas, streitet alles ab: "Ich bin erst seit ein paar Stunden wieder im Land. Es ist kein Geheimnis, dass ich auf Kanutour war. Seit meiner Zeit an den Weltmeisterschaften ist das zu meinem Erfolgsrezept geworden." Während wir uns fragen, von welchem Erfolg er spricht und ob es die Wahrheit ist, fügt der Kubaner hinzu: "Und ausserdem bin ich ein Ehrenmann. Ich gebe jeder freundlichen Thekenschlampe Trinkgeld."
Während die Liga von einem gewaltigen Beben erschüttert wird, rollt der Ball bei Avaí FC erstaunlich unbeeindruckt weiter. Die Razzia vom vergangenen Freitag hinterlässt verheerende Spuren bei der Konkurrenz: Kurz vor dem ZAT-Anpfiff wurden gleich mehrere Trainer vor die Tür gesetzt. Der Vorwurf wiegt schwer und ist seit dieser Woche keine reine Vermutung mehr, sondern beinhartes Faktum: Systematische Spielmanipulation über Jahre hinweg – sogar schon vor der zwölfjährigen Copa-Unterbrechung.
Ein Skandal, der im Umfeld nur Kopfschütteln hinterlässt. Warum meinen manche, betrügen zu müssen, um erfolgreich zu sein? Am Ende ist selbst dieser vermeintliche Erfolg nur vorgetäuscht und
ein künstliches Kartenhaus.
Beim Tabellensechsten Avaí FC liegen die Probleme dagegen an anderer Front: Von Trainer Daadi fehlt seit dem Polizeieinsatz am Freitag jede Spur. Unter den Betrügern ist er wohl kaum zu finden, doch seine ganz eigenen Macken halten ihn derzeit vom Club fern. Dem Erfolg tut das überraschenderweise keinen Abbruch – im Gegenteil.
Der Sportdirektor von Avaí FC nahm die mysteriöse Abwesenheit seines Cheftrainers jedenfalls mit einer gehörigen Portion Pragmatismus zur Kenntnis: Solange die Mannschaft ohne ihn weiterhin so erfolgreich punktet, könne Daadi ruhig noch ein bisschen länger wegbleiben. Den Jungs auf dem Platz scheint die sturmfreie Bude jedenfalls extrem gutzutun.
Da zeigt sich, was wirklich zählt: Lange Abwesenheiten wurden hingenommen, Belanglosigkeiten ignoriert, Ambitionen zog man ins Lächerliche, die Prognosen reichten von schwierig bis Abstieg. Aber kaum blickt das taktische Genie von Rubio Deus auf und seine Bankstown City Lions begeistern mit Siegen, verneigt sich die australische Trainerschar.
"Das zeugt von Qualität im Land." Gut gelaunt, und, nicht nur dank der gewonnenen Bräune, gut aussehend wie immer tritt
everyboby's Lieblingskubaner vor die Presse: "Natürlich tut es gut, als genial bezeichnet zu werden." Die Frage ist nur, ob er damit dem künftigen Titelträger den Verstand geraubt hat? "Wissen Sie, offensichtlich haben Gerüchte über Rücktrittsgelüste, Verbrecherkarrieren und Zwangs- oder Lustferien keine Auswirkungen auf die Leistungen meiner Löwen. Aber die Frage stellt sich schon, wenn jemand wirres Zeug über die Nachbarinsel labert."
Das frühe und schmerzhafte Aus in der Champions League ist beim DCFC längst Haken hinter der Vergangenheit. Weder beim Coach noch in der Mannschaft hinterließ die internationale Enttäuschung dauerhafte Spuren – der Fokus gilt voll und ganz dem Tagesgeschäft.
Und dort liefert der amtierende südkoreanische Meister verlässlich ab: Die wichtigen Pflichtaufgaben werden souverän erledigt. Allen voran in der heimischen Festung lässt der DCFC nichts anbrennen. Doch auch in der Fremde schlägt das Team eiskalt zu – begünstigt von der Fahrlässigkeit so mancher Gegner, die den Champion aus Südkorea offenbar immer noch nicht ernst genug nehmen. Ein fataler Irrtum, den die Konkurrenz ab und zu mit Punkten bezahlt.