Der Gewinn der Europa League und der des Awards zum Besten Trainers der Saison 43 schien dem Trainer vom SV Grooting nicht bekommen zu sein, denn seit dem Ende der letzten Saison schwurbelt er sich, gemeinsam mit seinen österreichischen Kollegen, von Superlativ zu Superlativ:
Die österreichische Bundesliga sei die stärkste Liga Copas mit den weltbesten Trainer. Dies sei angeblich der Grund, weshalb der unwahre Roi am Ende nur 5. geworden wäre.
15 Meistertitel tragen die teilnehmenden Superhelden der Liga mit sich umher. Zum Vergleich: In der Schweiz ist es einer mehr. Was also macht die Ösis so besonders, dass sie sich dort so sehr abfeiern? Herbie hatte ja bereits in der letzten Pressekonferenz angedeutet, dass Almdudler schlecht für's Gehirn sei und so könnte sich auch hier die Theorie bestätigen, dass die darin enthaltene Zitronensäure eine toxische Wirkung für die Kollegen aus dem Nachbarland hat.
Mr. Hankey der WeihnachtsGroot gibt das Kräutergetränk jedenfalls einen besonderen Kick: Seitdem er eine "grandios Saison" gespielt hat, greift er nach den Sternen. Er hat nicht nur Ambitionen auf Dein Rene Renno angemeldet, sondern infiltriert kurzerhand die sambische Presse und plustert seine nicht vorhandenen Federn auf, indem er behauptet "nur er könne den Count stoppen".
Soll er doch mal zeigen, dass es keine
Eintagsfliegen waren, als er in den nun 14 Jahren seit seinem Einstieg 4 ouropäische Titel gewonnen hat. Und wenn er es schon nicht mit dem Count aufnehmen kann, weil der zu schwach ist, sich für den ouropäischen Wettbewerb zu qualifizieren, dann hofft man in der Schweiz, dass er es wenigstens mit einem ihrer Teams zu tun bekommt.
Nouri könnte ihm z.B. seinen neuen Rasen ausrollen, den sein persönlicher Greenkeeper von nebenan mit Sicherheit auch zum roten Teppich einfärben könnte.
bora milutinovic als zertifizierter Bademeister könnte ihm hingegen die Stirn mit Lichtschutzfaktor 75+ eincremen, damit neben dem Almdudler nicht noch weitere Gehirnzellen vom Absterben bedroht werden. Zum Glück hat es zwischenzeitlich etwas abgekühlt.
Herbie selbst gibt sich bodenständig und konzentriert sich voll auf die Liga. Hier empfängt man mit La-Cheaux-de-Fonds den wohl unberechenskua'sten Trainer der Liga, gleich nach wieder-Schweizer und Wintersportlegende Ole Einar Gehtnochrein. Vorsicht ist also geboten, wenn man dieses Heimspiel nicht abgeben will, zieht der Kollege doch schon mal eine fiese Auswärts-3.
Bei den Grashoppers wird wohl trotz Nouri's Einladung wenig zu holen sein, denn der will ja nach Aussage seines Greenkeepers das Feld von hinten aufrollen. Jetzt ergibt auch der Rollrasen einen Sinn. Manchmal muss man einfach nur 1+1 zusammenzählen.
Zwei Spiele, zwei Siege, Tabellenführer. Eigentlich müsste kees van edam mit breiter Brust durch Sendai spazieren. Tatsächlich wurde er nach dem Spiel gegen Kashiwa Reysol allerdings dabei beobachtet, wie er etwas ratlos über den Rasen lief.
„Ich suche noch den Schlüssel zum Erfolg“, murmelte der Niederländer und blickte nachdenklich über das satte Grün.
Zum Glück war der Greenkeeper zur Stelle.
„Den haben Sie gestern schon verloren“, sagte er trocken, drückte kees einen Rechen in die Hand und schickte ihn erst einmal zum Laubharken hinter der Trainerbank.
Während kees versuchte herauszufinden, auf welcher Platzhälfte seine Coachingzone eigentlich beginnt, hatte der Greenkeeper längst alles im Griff. Der Rasen war geschniegelt, die Linien schnurgerade und selbst die Eckfahnen standen militärisch stramm.
„Wenn der Trainer schon orientierungslos ist, muss wenigstens der Platz wissen, wo es langgeht“, soll er grinsend gesagt haben.
Und tatsächlich: Kaum war der Anpfiff erfolgt, lief Vegalta Sendai wie am Schnürchen. Die Spieler fanden jeden Mitspieler, die Pässe rollten butterweich
über den Rasen, und am Ende stand ein hart erkämpfter 1:0-Sieg.
kees war anschließend voll des Lobes.
„Die Mannschaft hat das hervorragend gemacht.“
Der Greenkeeper nickte zufrieden.
„Stimmt. Aber ohne den frisch gemähten Mittelkreis hätte das ganz anders ausgehen können.“
Selbst die Spieler scheinen den wahren Helden inzwischen erkannt zu haben. Nach dem Schlusspfiff soll der erste Handschlag nicht dem Trainer, sondern dem Mann mit dem Rasenmäher gegolten haben.
kees nahm es mit Humor.
„Ich bin für Taktik zuständig“, erklärte er.
„Und ich dafür, dass sie auf diesem Platz überhaupt funktioniert“, ergänzte der Greenkeeper.
So bleibt nach zwei Spieltagen festzuhalten: Vegalta Sendai ist Tabellenführer. kees van edam sammelt die Punkte, die Mannschaft die Siege – und der Greenkeeper sammelt wahrscheinlich heimlich die meisten Sympathien.
Denn manchmal braucht es eben keinen großen Star an der Seitenlinie. Manchmal reicht ein perfekt gepflegter Rasen … und jemanden, der den Trainer gelegentlich wieder in die richtige Richtung schickt.
Von unserem Korrespondenten am Rande des Wahnsinns
Es riecht nach Limette, Angstschweiß und ganz, ganz viel Ayahuasca in Nuevo León. Während Don Limón, seines Zeichens Vereinslegende von Pachuca CF, vergangene Woche literweise Zitronensaft in seine Guacamole kippte – ob es ihm geschmeckt hat, weiß niemand genau, aber er erträgt es, wie nur echte Profis Guacamole-Katastrophen ertragen –, steht Pachuca nun auf dem letzten Tabellenplatz. Die Saison beginnt für den Klub praktisch neu, nur eben mit deutlich weniger TK. Manche nennen das Krise, andere nennen es „F*ing Friday".
Doch das eigentliche Drama spielt sich woanders ab: Auf der einen Seite: CF Monterrey, wo Trainer Herbster zunehmend verzweifelt wirkt. Grund dafür ist der inzwischen legendäre Fluchbattle, den er persönlich eröffnet hat. Auf der anderen: Pepeke Guevara, Trainer der UANL Tigres, der die Angelegenheit gewohnt mexikanisch entspannt sieht.
„¡Hermano, eso es Futbol, no Telenovela!“, soll Guevara lachend gesagt haben. „Aber wenn `erbster möchte guerra de magia, dann bekommt er guerra de magia!“
Mit tatkräftiger Unterstützung von Popoke Guevarez, der berühmt-berüchtigten Schamanin aus Cusco. In ihre Fluchschüssel wandert diesmal nicht nur das Übliche, sondern auch ein neues, bewusstseinverwandelndes Zaubermittel: Ayahuasca. Fachleute warnen, Laien staunen, Herbster schwitzt.
Und dann war da noch der arme Fubini, Herbsters Hund, schamlos zum Transmitter degradiert.
"Ihr Hund war im
feindlichen Territorium!" stand auf dem Bildschirm. "BEI PEPEKE?!", wurde Herbster unruhig, als er das Bellen vor seinem Haus hörte – zumindest die Sorge, Fubini sei etwas zugestoßen, war ihm damit genommen. Doch statt ihn hereinzulassen, konnte er vor Neugier nicht vom Video der Tiertracker-Cam ablassen. Pepeke war das Accessoire nie aufgefallen, halb versteckt in Fubinis speckiger Nackenfalte.
Was Herbster sah, ließ ihn sprachlos zurück: ein Tropfen Speichel, ein Büschel Haare – beides von Pepeke, beides auf seinem Hund gelandet.
Kontaktiert für eine Stellungnahme, grinste Pepeke Guevara breiter als das Estadio Universitario selbst: "Ay, `erbster, `erbster… du glaube wirkliche, ich benuutse meine kostbare Spuuke für einen Chihuahua-Spion, ja? ¡No, hombre! Das Haar war von meine Friseur, der Speichel war chicle, ¡y el 'Fluch' war eine leere Tupperdose mit Chilisoße drin!" Er lachte, klopfte sich auf den Bauch. "Popoke macht keine Flüche für Fußball, sie macht Tamales para mi Abuela, meine Oma. Pero, wenn `erbster das glaubt, dann gewinne wir ssshon vor den Anpfiff, ¿no?“
Die ganze Inszenierung gewinnt natürlich noch mehr an Drama, da es sich um das prestigeträchtige Stadtderby zwischen CF Monterrey und den UANL Tigres handelt – dem Clásico Regiomontano, einem der intensivsten Derbys in ganz Mexiko.
Ob Fluch, Schwindel oder einfach nur exzellentes Marketing – fest steht: Fubini genießt inzwischen Personenschutz, Don Limón kauft en gros Zitronen, und Herbster schläft seit Tagen mit dem Licht an.
Die Sonne brannte über Montevideo, als Diego A. Villareal – frisch aus Mexiko eingeflogen, den Duft von Tacos noch in der Trainingsjacke – zum ersten Mal die Umkleidekabine der Montevideo Wanderers betrat.
“Uruguay”, hatte ihm sein Agent versprochen, “das ist die Wiege des Weltfußballs, Diego. Hier wirst du gegen die Besten der Besten antreten!”
Spieltag 1: Das Geister-Unentschieden
Das erste Auswärtsspiel. Diego tigerte an der Seitenlinie auf und ab, die Taktiktafel unter dem Arm, die Haare perfekt gestylt für den großen Moment.
Auf der gegnerischen Bank? Niemand.
Ein leerer Stuhl. Eine halbvolle Wasserflasche. Und irgendwo in der Ferne ein Assistent, der aussah, als hätte er die Aufstellung per Würfel bestimmt.
2-2. Schlusspfiff.
Diego starrte auf den leeren Stuhl gegenüber. “Ich habe gerade gegen einen Stuhl nicht gewonnen”, murmelte er. Er rief seinen alten Kollegen in Mexiko an.
“Wie war dein erstes Spiel in Uruguay?”
“2-2.
Gegen niemanden.”
Kurze Pause. Dann Gelächter. Diego legte auf.
Spieltag 2: Deportivo Colonia kommt zu Besuch
Heimspiel! Endlich! Die Wanderers-Fans füllten die Tribünen, Fahnen wurden geschwenkt, Diego hatte drei neue taktische Varianten vorbereitet, Videoanalysen bis 2 Uhr nachts studiert, seinen Kaffeekonsum auf fünf Tassen täglich erhöht.
Gegnerische Bank: Wieder leer.
Diego drehte sich zu seinem Co-Trainer Ramón um.
“Ramón… sag mir, dass da jemand sitzt.”
Ramón schwieg diplomatisch.
“Ich habe für dieses Spiel eine Pressing-Raute entwickelt, Ramón. Eine Raute. Mit Diagrammen. Und Pfeilen. Bunten Pfeilen.”
Ramón nickte mitfühlend.
“Vielleicht”, sagte Diego nach langem Schweigen, “war die Ligaaufstockung doch ein Fehler.”
Er faltete seine Taktiktafel zusammen und seufzte den Seufzer eines Mannes, der gegen Windmühlen kämpft – nur dass die Windmühlen nicht mal auftauchen.
Alles war sozusagen angerichtet. Viele viele neue Gesichter im Emirat vor allem aber bei Palm City. Spieler, Trainer und Betreuer aus 14 Ländern wurden zusammengewürfelt. Dass da noch nicht alles klappen kann war klar. Also war als erstes eine Teambildende Maßnahme angesetzt. Vormittags Kamelreiten, danach eine Wüstenrallye mit alten verbeulten Toyotas. Man, hatte ich Muffensausen, aber die Spieler haben nichts davon gemerkt. Am Abend pünktlich 18:00 Treff am Burj Khalifa Lake zum Genießen des Wasserspiels mit Musik. Danach Abend essen in der Dubai
Mall. Alle sind wohlbehalten (dank des strikten Alkoholverbotes) und unverletzt im Sportinternat auf der Palme angekommen. 23:00 Uhr Nachtruhe. Am nächsten Morgen Spielvorbereitung, Besprechung des unmöglichen Spielplans, 2 Auswärtsspiele zum Start. Dazu noch ein Scout aus Italien, der berichten musste wie der Pate spielt. Am Ende 1 Punkt mit hohem Einsatz erkämpft, das ist nicht schlecht, aber das muss besser werden. Gelegenheit es besser zu machen gibt es am nächsten Spieltag in der Bergfestung, danach kommt die Wanderhure aus Dubai auf die Palmeninsel.
Tor-Fan ist im Urlaub und hat den 4:3-Auswärtserfolg nur im Ticker wahrgenommen. Und auch die Redaktion ist auf ein Minimum heruntergefahren. So beschränken wir uns auf die allgemeinen Plattitüden: Paysandu startet sehr erfolgreich in die neue Saison. Daß der Trainer beim Sieg in Tacuarembo erneut nicht an der Seitenlinie stand, nährt natürlich Gerüchte und den Glauben an seine negative Aura. Tatsache, siehe oben: Urlaubszeit! „Nächste Woche werde ich wieder persönlich vor Ort sein und allen Unkenrufen zum Trotz hoffentlich auch den ein oder anderen Sieg einfahren!“
Während sich Hadschi Halef die Tabelle von unten anschaut, kann er zumindest in Ruhe die Zeitung lesen. Und was sticht ihm dabei ins Auge? Fenris hat mal wieder Sprechdurchfall und legt seine ganze Saisonplanung offen. Das alte Weh glaubt, dass irgendjemand auf seine TRicks reinfällt und der Zufallsmeister traut sich auch mal wieder zum Interview. Jan Auge lernt zählen und der gute Tankwart mag es wieder mal härter, nachdem er die H5 gesetzt hat. Also alles beim Alten.
Nur eine Meldung, die wirklich ins Auge sticht: dieser brasilianische Stricher Osabalao beleidigt einfach Hadschi Halef als Schuhverkäufer. Dabei weiß doch jeder, dass sich Hadschi vor seiner Kamelzucht dem Verkauf von fliegenden Teppichen gewidmet hat!
Der Nil rauschte träge dahin, als Kunta Kinte mit seinem zerknitterten Koffer und einem noch zerknitterten Selbstbewusstsein in Kairo ankam. In Sambia hatte er zuletzt die Young Arrows so treffsicher in die Zweitklassigkeit manövriert, dass die Vereinsverantwortlichen ihm zur Verabschiedung sogar einen Pfeil geschenkt hatten – allerdings zeigend in Richtung Ausgang.
Und nun: Zamalek SC . Ägypten. Erstliga-Fußball.
Auf der ersten Pressekonferenz:
„Warum haben Sie sich für Kunta Kinte entschieden?", fragte ein Journalist mit der Miene eines Mannes, der die Antwort nicht hören wollte.
Der Sportdirektor räusperte sich. Dann nochmal. Dann trank er sehr langsam seinen Tee.
„Wir… hatten ein gutes Gefühl", sagte er schließlich.
Hinten im Saal kicherte jemand. Es war Klappspaten , Trainer von Olympic Alexandria, der sich
ebenfalls um den Posten beworben hatte und nun mit der Miene eines Mannes dasaß, der gerade erfahren hatte, dass sein Lottoschein einen Tippfehler enthielt. Er kannte Zamalek. Er liebte Zamalek. Und trotzdem hatten sie diesen… diesen Kunta genommen.
„Ich wünsche meinem geschätzten Kollegen viel Erfolg", sagte Klappspaten in die Kamera – mit einem Lächeln, das ungefähr so warm war wie ein ägyptischer Januar.
Dann kam Spieltag eins . Und Zamalek gewann 5:0 .
„5:0", murmelte er zu seinem Assistenten. „Das sind fünf Tore in einem Spiel. Wenn wir das so weitermachen, sind die Tore bis zur Rückrunde alle aufgebraucht."
Sein Assistent starrte ihn an.
„Chef… Tore sind keine begrenzte Ressource."
„Das haben sie in Sambia auch gesagt", antwortete Kunta düster. „Und dann sind wir abgestiegen."
Der Morgen über Shonan begann wie immer mit dem sanften Rauschen der Wellen und dem leisen Knirschen von Kieselsteinen unter den Schuhen von Nakata Gutschi, Cheftrainer, Hobbyphilosoph und selbsternannter Nachfahre einer langen Linie stolzer Samurai-Trainer, die allesamt – historisch belegt – nie auf einem neunten Platz geendet hatten. Zumindest behauptete das Nakata.
Er hob einen Stein auf, betrachtete ihn nachdenklich und warf ihn ins Wasser.
„Zwei Siege. Zwei Tore. Zwei Mal Null."
Er nickte weise. Ein Tor pro Spiel. Nicht mehr, nicht weniger. Die Kunst des minimalen
Tores.
Eine Philosophie, so elegant wie ein Kirschblütenblatt, das auf einen frisch gemähten Rasen fällt.
Aber schon steht das nächste Spiel bei den purplelosen Kyoto Sanga mit Trainer Powerkraut jr. an. Wie wird die Taktik im ersten Auswärtsspiel aussehen und wird Nakata es vielleicht sogar wagen im dritten Heimspiel wieder nur ein Tor zu setzen?
Er schloss die Augen. Der Wind flüsterte durch die Bambushalme. Ein Koi-Karpfen planschte im Teich. Dann öffnete Nakata Gutschi die Augen, lächelte still. Shonan Bellmare. Platz zwei. Und die Saison war noch jung.
Was für ein Start. Zwei Spiele, 0-7 Tore, völlig verstörte Fans, ein ewig vor sich hin grummelnder Anders Quälixson und ein neuer Porn Star Martini Verbrauchs-Rekord an einem Wochenende.
So hatte sich das der Trainer von PEC nicht vorgestellt. „Ich dachte vor einem Vizemeister hat man Respekt und schießt uns hier nicht aus dem Stadion.“
An der Spitze der holländischen Liga steht jetzt ein
trainerloser Verein. Dabei ist Alkmaar doch so eine schöne Stadt. Sollte sich hier nicht ein neuer Trainer finden?
Anders nimmt seinen Co-Trainer Bert zur Seite. „Bert, jetzt geht es gegen diesen Putzverein Ajax. Gegen die müssen wir gewinnen. Falls nicht, stock schon mal die Porn Star Vorräte auf.“ Nachdem es auch in der Championsleague Qualifikation nicht besonders lief, ist trinken vielleicht die beste Alternative.
Was für ein Einstieg in die Liga. Mit einem 3:0 Heimerfolg feiert Osabalao einen fulminanten Start in seine Trainerkarriere. Bereits seit seiner Geburtsstunde auf einem einsamen Flughafen in Kopenhagen träumte Osabalao von diesem Moment. Ob dies der Anfang einer großartigen Laufbahn sein wird, bleibt abzuwarten. Insbesondere der Begegnung mit Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah - einem ehemaligen und verarmten Schuhverkäufer - fiebert Osabalao entgegen. In diesem Sinne: Glück auf
Eine ruhige Fahrt ist besser als alles andere. Niemand weiß das so gut wie die Ballonfahrer vom CA Huracán. Und auch ihr Trainer Flachzange, der Anbläser am Brenner, weiß die fehlende Hektik zu schätzen:
"In dieser Liga bist du nur erfolgreich, wenn du Ruhe bewahrst. Hier gibt es so viele unvorhersehbare Dinge, so viele verrückte Mannschaften, Fans und vor allem Trainer. Hier kannst du dich auf nichts verlassen, nicht einmal auf dein Bauchgefühl. Du kannst so viel analysieren und taktieren, wie du willst. Am Ende musst du die Ruhe bewahren, einfach spielen und mit dem Wind fahren. Der sollte allerdings möglichst immer von hinten kommen und nicht dein eigener sein..."
Da beklagte sich Silvan Leibnits vor Wochenfrist darüber, dass u.a. Wadi Degla nach 13 Saisons in der 1. Liga durch Olympic Alaexandria ersetzt wurde. Diese Worte wurden wohl gehört in der alten Hafenstadt und auch der Klappspaten wurde von der Presse sofort dazu befragt. Und da er in Sachen Debattierkultur ein Vorbild sein möchte, stellte er sich der Kritik:
"Wir können gut nachvollziehen, dass wir von Teilen der Liga nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen werden oder wir zumindest mit einer hochgezogenen Augenbraue angeschaut werden. Aber für mich als Trainer steht die ägyptische Fußballkultur im Vordergrund. Wadi Degla war in meiner Zeit als Trainer von Zamalek immer ein respektierter und angesehener Gegner. Aber für diesen Verein zu arbeiten, konnte ich mir nicht vorstellen. Da fehlte die Bindung, der Funke sprang einfach nicht über.
Außerdem waren die Fußstapfen des Valerian Petermichl doch sehr groß.
Daher wollte ich ein neues Kapitel aufschlagen und hatte die Wahl: Sollte der Geist von RedBull in Ägypten einziehen? Dann hätte ich Pyramids FC oder Ceramica Cleopatra FC übernehmen können. Das wären zwar top aktuelle Vereine gewesen, aber es wären seelenlose Konstrukte ohne Liebe zum Fußball gewesen. Ich wollte Leidenschaft, Liebe zum Sport, Verbundenheit mit den Menschen einer Stadt oder eines Stadtteils. Ich wollte Identität und Identifizierung. Ich wollte, dass der Verein für etwas steht, worin sich auch in ganz Ägypten die fußballbegeisterten Menschen wiederfinden. Und deshalb bin ich zu Olympic Alexandria gegangen. Ich hoffe, dass wir auch denen, die Wadi Degla vermissen, bald beweisen können, dass wir würdige Nachfolger sind."
An der Castroper Straße in Bochum ist etwas Ruhe eingekehrt.
Der Saisonauftakt war solide; nichts, worum man sich Sorgen machen müsste. Am kommenden ZAT stehen zwei Traditionsclubs in der Warteschlange. Also kann man sich wieder auf das sportliche Geschehen konzentrieren und die Freude am Spiel genießen. „Wir haben die kultivierte Debatte angeboten und sind nun gespannt, ob das
Angebot in Leipzig angenommen wird. Aber schon Paul Watzlawick wusste, dass man nicht nicht kommunizieren kann. Deshalb ist keine Antwort auch eine Antwort“, gab die Weichflöte zu Protokoll. Der Ball liegt nun in der Hälfte von RasenBallsport. Und bis zu einer Reaktion konzentrieren wir uns auf die Mannschaften, die den Fußball genau so lieben wie der VfL: den HSV und die Löwen.
Espanyol Barcelona sorgt schon früh in der Saison für maximale Unterhaltung. Nach dem furiosen 3:0 gegen Real Madrid am 1. Spieltag durfte man durchaus davon träumen, dass die Mannschaft endgültig den Turbo gezündet hat. Drei Tore gegen Real Madrid, kein Gegentor. Was sollte da noch schiefgehen? Nun ja. Real Oviedo hatte offenbar eine Antwort.
Am 2. Spieltag setzte es eine empfindliche 0:5-Klatsche. Fünf Gegentore, kein eigener Treffer und damit ein Ergebnis, das ziemlich gnadenlos daran erinnert, dass zwischen „Champions-League-Reife“ und „bitte alle zurück in die Kabine“ manchmal gerade einmal 90 Minuten liegen.
Jetzt kommt Terrassa CF nach Barcelona. Eigentlich die perfekte Gelegenheit, die Scharte von Oviedo auszuwetzen. Nach einem 3:0 gegen Real Madrid
sollte man schließlich auch gegen Terrassa nicht völlig chancenlos sein. Andererseits hat diese Mannschaft zuletzt eindrucksvoll bewiesen, dass sie Überraschungen durchaus auch gegen sich selbst produzieren kann.
Am 4. Spieltag wartet dann mit Valencia CF die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Auswärts wird sich zeigen, ob Espanyol wieder das Gesicht des Madrid-Spiels zeigt oder erneut die Variante „fünf Gegentore sind auch eine Art Torverhältnis“ wählt.
Die Ausgangslage bleibt trotz der Klatsche ordentlich: Ein Sieg und eine Niederlage stehen zu Buche. Jetzt gilt es, gegen Terrassa nachzulegen. Denn eines ist nach den ersten Spielen sicher: Bei Espanyol bekommt man derzeit einiges geboten. Nur leider weiß vorher niemand, welche Mannschaft eigentlich aufläuft.
Der Meister Dunedin Technical legte keinen guten Start in die Saison hin. Im Eröffnungsspiel bei Auckland City gab es erst einmal eine ordentliche Tracht Prügel. Gleich mit 5:1 wurde der amtierende Meister vom Platz gefegt und damit hat ein Konkurrent schon einmal gezeigt, dass der Meistertitel kein Freifahrtschein ist und man Dunedin Technical widerstandslos den Titel überlassen wird. Die Mannschaft konnte sich aber einigermassen gut erholen und gewann den Auftakt zu Hause gegen Waitakere United sicher mit 3:1.