Tor-Fan ist ratlos. In der Liga geht es irgendwie weder vor noch zurück. Eine richtige Taktik ist auch schwierig zu planen, nachdem es immer wieder gegen Vereine ohne Trainer geht. Und so hängt Paysande irgendwo im Niemandsland der Tabelle und versucht vor allem, den Abstand nach vorne nicht zu groß werden zu lassen. Ähnlich ratlos wie in der Liga ist der Trainer auch im internationalen Geschäft. Vor einer vielleicht schon vorentscheidenden Woche kann noch nicemand sagen, wie die Chancen auf ein Weiterkommen stehen.
trainerlose Teams aktuell: 4
davon auf einem internationalen Startplatz: 2
also die Hälfte der Teams ohne Trainer wären in der nächsten Saison im internationalen Geschäft vertreten.
Was sagt uns das?
Ist die Primera Division so schlecht?
Für Tor-Fan ist die Antwort so einfach wie selbsterklärend: "Mannschaften spielen besser, wenn der Trainer nicht die ganze Zeit an der Seitenlinie auf und ab läuft und wirre Kommandos brüllt. Wir waren ja letzte Saison der lebende Beweis dafür. Ohne mich lief es deutlich besser als mit mir. Deswegen werde ich am Freitag auch daheim chillen, während die Jungs spielen."
Chrille wünscht sich Tipps von John Taylor, um international bestehen zu können. Und auch Tor-Fan würde sich über ein paar Ratschläge freuen, international hat er bisher noch nichts vorzuweisen, und einfach mal wieder nicht an der Seitenlinie stehen hilft ja auch nicht wirklich! Vielleicht sollte man eine uruguayische(?) Expertenrunde veranstalten. Ein paar mehr Experten bräuchte man halt noch. Und natürlich kollidiert das ein bisschen mit dem Ligaalltag. Fraglich, ob der Penarol-Trainer da vor dem Duell gegen Paysandu wertvolle Tipps raushaut….
Tor-Fan ist im Urlaub und hat den 4:3-Auswärtserfolg nur im Ticker wahrgenommen. Und auch die Redaktion ist auf ein Minimum heruntergefahren. So beschränken wir uns auf die allgemeinen Plattitüden: Paysandu startet sehr erfolgreich in die neue Saison. Daß der Trainer beim Sieg in Tacuarembo erneut nicht an der Seitenlinie stand, nährt natürlich Gerüchte und den Glauben an seine negative Aura. Tatsache, siehe oben: Urlaubszeit! „Nächste Woche werde ich wieder persönlich vor Ort sein und allen Unkenrufen zum Trotz hoffentlich auch den ein oder anderen Sieg einfahren!“
Er ist wieder da. Nach einem katastrophalen 0-6 bei Maldonado stand Tor-Fan beim nächsten Training plötzlich wieder auf dem Platz. Sichtlich gezeichnet und doch scheinbar erleichtert leitete er die erste Einheit seit Wochen. Presseanfragen bezüglich seines Aufenthaltsorts wurden allerdings direkt abgeblockt, lediglich Fragen zur sportlichen Lage waren erlaubt. So bleibt nachwievor unklar, wer hinter der ganzen Aktion steckt. Paysandu hingegen setzte sich
im Spiel 1 nach der Entführung in Atenas mit 5-4 durch, errang damit einen wichtigen Sieg und hat jetzt ein Saisonfinale vor sich, das es in sich hat. Als Tabellenzweiter empfaängt man den Tabellendritten, um dann am letzten Spieltag zum Tabellenführer zu reisen. "Um Meister zu werden, bräuchten wir wohl sechs Punkt. Das sehe ich aktuell als sehr unrealistisch an." Meinte Tor-Fan in seinem ersten offiziellen Statement nach seiner Rückkehr.
Am Ende war es dann doch nur der 2. Platz für den Paysandu FC und Tor-Fan. Ob das Ganze jetzt trotz oder wegen seiner Rückkehr endete wie es endete, lässt sich wohl nicht mehr ganz aufklären. Auf jeden Fall haben Tor-Fan und seine ehemaligen Entführer, die Ultras vom FC Frieden geschlossen und werden in Zukunft versuchen, gemeinsam erfolgreich zu sein. Die erste Aktion von beiden Seiten, unabhängig voneinander, war, Glückwünsche an Chrille nach Tacuarembo zu senden. "Da hat er wohl alles richtig gemacht, wenn er am Ende ganz oben steht!"
Die Saison befindet sich auf der Zielgeraden, Paysandu steht immer noch an der Tabellenspitze und was das für Tor-Fan bedeutet, kann sich jeder denken, der die Geschehnisse in den letzten Wochen verfolgt hat. Ja länger dieser Erfolg andauert, umso geringer sind die Chancen auf eine Freilassung. Da hilft wohl auch der Hinweis nicht, daß die Mannschaft ja gar nicht so erfolgreich sein kann, hat sie doch ein negatives Torverhältnis! Die große Frage, die sich aktuell stellt: Kann Paysandu den Platz an der Sonne behalten? Immerhin geht es jetzt zweimal in die Fremde. Und was passiert im Fall von zwei Niederlagen? Kehrt Tor-Fan dann an die Seitenlinie zurück?
Wir berichten heute exklusiv von einem Anruf, der unsere Redaktion gestern spätabends erreichte. Anrufer war wohl einer der Hauptdrahtzieher der Entführung des Trainers vom Paysandu FC. Mit wohl künstlich verzerrter Stimme wollte er, daß folgendes Statement an die Öffentlichkeit gelangt:
"Tor-Fan ist in unserer Gewalt, es geht ihm gut. Um seine Freilassung zu erreichen, muss eines der folgenden Dinge eintreten:
1. Paysandu wird vorzeitig Meister und er kann keinen Schaden mehr anrichten.
2. Das
Präsidium sichert uns zu, daß er das Vereinsgelände nicht mehr zum Zwecke des Training oder der Spielvorbereitung betreten darf, alternativ kann er auch direkt freigestellt werden.
3. die deutsche Nationalmannschaft oder eine andere ähnlich erfolglose bestätigt mit sofortiger Wirkung sein Engagement.
wir sind gerührt, daß es bereits Sammlungen von Trainerkollegen gibt, allerdings ist es nicht unser Ziel, Geld zu verdienen, sondern alles für den sportlichen Erfolg des Paysandu FC zu tun!"
Es tut sich etwas in dem Keller, in dem Tor-Fan nachwievor sitzt. Die Entführer haben Kontakt aufgenommen und ihre Bedingungen gestellt. Es scheint, als wären es Mitglieder der Paysandu-Ultra-Bewegung. Ihre Bedingung an den Präsidenten: Sofortige Freistellung des Trainers! Bedingung an den Trainer: Kein Kontakt mehr zu den Spielern, Verzicht auf jegliche Vertragsstrafen seitens des Vereins und sofortiges Verlassen des Landes!
Die Gründe für die Forderungen liegen auf der Hand: Seit Tor-Fan kein Training mehr leiten kann, ist die Mannschaft bis auf den ersten Platz geklettert. Der Aussage von Brad Pott halten die Ultras entgegen, daß es aktuell noch keine Rückmeldungen auf ihre Forderungen gibt, weder vom Präsidium noch vom Trainer. Und daß die Erfüllung derselbigen wohl Grundvoraussetzung für einen Titelgewinn wären.
Gestern wurden in einer konzertierten Aktion sämtliche Kellerräume der Paysandu-Ultrabewegung durchsucht. Über 4 Stunden waren zig Einsatzkräfte damit beschäftigt, den Aufenthaltsort von Tor-Fan zu ermitteln. Am Ende musste sich der lokale Oberkommandeur der Truppe allerdings selbst eingestehen:
"Beide Kellerräume waren durchaus geeignet, um einen Gefangenen zu halten. Leider haben wir ausser leeren Bierkästen und aussortierten Möbelstücken nichts gefunden. Wir konzentrieren uns jetzt auf das weitere Verwandten- und Bekanntenumfeld der Hardcore-Fans!"