Was ist denn in Uruguay los? In sechs von sieben Spielen wurde von der Heimmannschaft eine 1 gesetzt. Nur einmal konnte allerdings das Auswärtsteam den Sieg nachhause tragen. Tacuarembo schafft mit einem 1 – 2 gegen Paysandu die einzige Überraschung des Spieltages. Das heißt allerdings auch für die Wanderers, dass sich das knappe Torkontingent im Verhältnis nicht wirklich verbessert hat. Weiterhin krebst man im unteren Mittelfeld herum, nur 2 Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt und mit dem schlechtesten TK der letzten acht Mannschaften ausgestattet. Und am Ende scheint es auf eine 6 – 6 Flut an den letzten Spieltagen herauszulaufen, weil sich alle Trainer zu Tode gespart haben…..
Was ist denn in Uruguay los? In sechs von sieben Spielen wurde von der Heimmannschaft eine 1 gesetzt. Nur einmal konnte allerdings das Auswärtsteam den Sieg nachhause tragen. Tacuarembo schafft mit einem 1 – 2 gegen Paysandu die einzige Überraschung des Spieltages. Das heißt allerdings auch für die Wanderers, dass sich das knappe Torkontingent im Verhältnis nicht wirklich verbessert hat. Weiterhin krebst man im unteren Mittelfeld herum, nur 2 Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt und mit dem schlechtesten TK der letzten acht Mannschaften ausgestattet. Und am Ende scheint es auf eine 6 – 6 Flut an den letzten Spieltagen herauszulaufen, weil sich alle Trainer zu Tode gespart haben…..
Mit 27 Gegentoren mutiert man bei den Wanderers bald zur Schießbude der Liga, Nur der Tabellenletzte, Geisterverein Villa Espanola hat noch 3 Treffer mehr eingeschenkt bekommen. Sind viele Gegentore ein Zeichen großer Beliebtheit bei den Trainerkollegen? Hoffentlich läuft der Totengräber uns jetzt den Rang ab und wir bekommen nicht weiterhin im Schnitt 2,5 Gegentore eingeschenkt.
Wie geht es weiter bei den Wanderers? Wenig Punkte, wenig Torkontingent. Die Devise heißt weiterhin sparsam sein, denn sogar die Geisterclubs haben teilweise noch mehr TK als die Wanderers.
Wenn wir uns das Spiel gegen Atletico Cerro anschauen, ist die Taktik jedenfalls einfach. In
jedem Heimspiel hat Trainer qbatur 3 Tore gesetzt. Wollen wir einen Auswärtssieg, müssen wir 4 Tore schießen. Wollen wir TK sparen, dann treten wir erst gar nicht an und schicken unsere Jugend.
Bei Maldonado wird es schon komplizierter. Brad Pott hat das erste Mal in dieser Saison Auswärtstore geschossen und auch gleich 4-2 gegen Villa Espanola gewonnen. Wird er das nochmals machen, weil es so erfolgreich war und die Wanderers sowieso immer nur 1 Heimtor schießen? Oder aber fällt er wieder in sein altes Muster der Null Auswärtstore zurück? Aber vielleicht schießen die Wanderers ja auch wieder 5 Tore, wie gegen Penarol? Fragen über Fragen.
Heimsieg gegen Paysandu, Auswärtsniederlage gegen Rampla. Klingt alles normal. Aber eine 3-2 Niederlage gegen seinen ehemaligen Club schmerzt trotzdem besonders. Wieder den Wind im altehrwürdigen Estadio Olimpico zu spüren, war etwas Besonderes. Auch wenn Diegos Rampla Vergangenheit bereits so lange zurück liegt, dass sich nur noch Großväter an ihn erinnern könnten.
Am kommenden ZAT empfängt man im eigenen Estadio Viera den
Serienmeister Penarol, dessen letzte Meisterschaft allerdings auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Nichtsdestotrotz ist dieses Aufeinandertreffen im Stadtteil Prado immer noch ein Highlight. Wenn man ehrlich ist, ist jeder Uruguayaner (sagt man das so?) entweder Penarol oder Nacional Fan. Und dann wohnt man halt in Prado und unterstützt natürlich auch noch die Wanderers. Die 10.000 Zuschauer, die in das kleine Stadion passen, werden also einen Hexenkessel daraus machen.
1 – 1 gegen Huracan Buceo. Ein Auswärtstor der Hurrikan Taucher, das besonders weh tut. Wieder keinen Sieg zuhause. Wieder keinen Sieg gegen die Geister in Uruguays Liga. Danach hieß es also Mund abwischen und weiter. Mit einer mutigen Leistung konnte man den amtierenden Meister mit 4 – 1 nachhause schicken und die rote Laterne übergehen, die man nach dem letzten ZAT noch selbst innehatte.
Und wie geht es weiter? Zunächst einmal sind die Dorfkicker aus Paysandu zu Gast in Montevideo.
Anschließend das Derby im Estadio Olimpico gegen die Rampla Juniors. Wenn man hier den Ball zu weit ins Seitenaus schießt, landet er direkt im Meer. Ein verrücktes Stadion. Diego kann sich noch gut an seine 3 Jahre hier erinnern.
Kleiner Site Fact. Der Name hat nichts mit den Olympischen Spielen zu tun, sondern soll an den griechischen Götterberg erinnern. Bis 1980 hieß der alte Schinken, der bereits 1923 eröffnet wurde Parque Nelson. Hoffentlich sind die Götter mit den Wanderes.
Es wird immer enger im Staate Uruguay für die Wanderers. Zwei Punkte Rückstand auf einen Abstiegsplatz. Das schlechteste Torkontingent in der unteren Hälfte. Der Druck auf Diego A. Villareal steigt. Die erste Saisonhälfte liegt hinter dem alten Argentinier und sogar drei Geister-Clubs stehen noch vor den Wanderers
Der Start der Rückrunde geht gegen Villa Espanola. Tabellenletzter und ebenfalls Geisterclub. Der Patenclub ist El Makarem de Mahdia aus Tunesien, die sage und schreibe fünf Auswärtsspiele in Folge haben und hatten. Bei den ersten drei wurden brav keine Auswärtsstore gesetzt. Aber irgendwann, liegen die Nerven blank und man will auch mal wieder Punkte holen. Trifft uns das jetzt?
Wow. Diego schaut auf die Tabelle. Letzter! Von einem Geisterteam weggefegt und Auswärts eine glatte Leistungsverweigerung gegen Defensor. Puh. Wenn am Ende den Geisterteams das Torkontingent ausgeht, könnte man zumindest 4 Teams hinter sich lassen und diese Vereine hätten zumindest für die Wanderers doch noch eine positive Eigenschaft.
Abstiegskampf ist also angesagt. Zuhause schon wieder gegen Geister, diesmal von Huracan und dann auswärts beim amtierenden Meister in die Provinz nach Tacuarembo.
Diego stand vor der Taktiktafel, drei leere Kaffeebecher neben sich, und starrte auf eine Notiz, die er sich selbst hinterlassen hatte: “Geisterspiele GEWINNEN. Echte Trainer BESIEGEN. Haare STYLEN.”
Die Prioritäten waren klar.
„Ramón", sagte Diego mit der Ruhe eines Mannes, der zu viel Kaffee getrunken und zu wenig geschlafen hatte, „wer sitzt heute auf der gegnerischen Bank?"
Ramón räusperte sich. „Niemand."
Diego nickte langsam. Dann holte er tief Luft.
„Gut." Er warf die Taktiktafel in die Ecke. „Dann spielen wir heute ohne Taktik. Einfach Fußball. Wie Gott und Pelé es wollten."
Ramón hob eine Augenbraue. „Pelé war
Brasilianer."
„Ramón. Bitte."
Und dann wird es wieder kommen. Ein Mensch. Ein echter, lebendiger, atmender Trainer auf der gegnerischen Bank.
Piotr van Hausen.
Diego hatte die ganze Woche Videos analysiert. Van Hausen – niederländisch-polnischer Abstammung, Schnauzbart, Klemmbrett, der Blick eines Mannes, der Pressing nicht als Taktik, sondern als Lebensphilosophie verstand.
Wird Diego auch einmal gegen reale Menschen gewinnen können?
Diego starrte aus dem Fenster auf die uruguayische Pampa, trank Kaffee Nummer neun und tippte eine Nachricht an seinen alten Kollegen in Mexiko.
„Punkte nur gegen Geistertrainer. Was soll ich nur machen?"
Die Antwort kam sofort.
„Vielleicht solltest du die Geister um Rat fragen."
Die Sonne brannte über Montevideo, als Diego A. Villareal – frisch aus Mexiko eingeflogen, den Duft von Tacos noch in der Trainingsjacke – zum ersten Mal die Umkleidekabine der Montevideo Wanderers betrat.
“Uruguay”, hatte ihm sein Agent versprochen, “das ist die Wiege des Weltfußballs, Diego. Hier wirst du gegen die Besten der Besten antreten!”
Spieltag 1: Das Geister-Unentschieden
Das erste Auswärtsspiel. Diego tigerte an der Seitenlinie auf und ab, die Taktiktafel unter dem Arm, die Haare perfekt gestylt für den großen Moment.
Auf der gegnerischen Bank? Niemand.
Ein leerer Stuhl. Eine halbvolle Wasserflasche. Und irgendwo in der Ferne ein Assistent, der aussah, als hätte er die Aufstellung per Würfel bestimmt.
2-2. Schlusspfiff.
Diego starrte auf den leeren Stuhl gegenüber. “Ich habe gerade gegen einen Stuhl nicht gewonnen”, murmelte er. Er rief seinen alten Kollegen in Mexiko an.
“Wie war dein erstes Spiel in Uruguay?”
“2-2.
Gegen niemanden.”
Kurze Pause. Dann Gelächter. Diego legte auf.
Spieltag 2: Deportivo Colonia kommt zu Besuch
Heimspiel! Endlich! Die Wanderers-Fans füllten die Tribünen, Fahnen wurden geschwenkt, Diego hatte drei neue taktische Varianten vorbereitet, Videoanalysen bis 2 Uhr nachts studiert, seinen Kaffeekonsum auf fünf Tassen täglich erhöht.
Gegnerische Bank: Wieder leer.
Diego drehte sich zu seinem Co-Trainer Ramón um.
“Ramón… sag mir, dass da jemand sitzt.”
Ramón schwieg diplomatisch.
“Ich habe für dieses Spiel eine Pressing-Raute entwickelt, Ramón. Eine Raute. Mit Diagrammen. Und Pfeilen. Bunten Pfeilen.”
Ramón nickte mitfühlend.
“Vielleicht”, sagte Diego nach langem Schweigen, “war die Ligaaufstockung doch ein Fehler.”
Er faltete seine Taktiktafel zusammen und seufzte den Seufzer eines Mannes, der gegen Windmühlen kämpft – nur dass die Windmühlen nicht mal auftauchen.
Diego A. Villareal is back! Interessiert das jemand? Wohl kaum! Kann sich jemand an ihn erinnern? Wohl kaum! Aber trotzdem ist Diego glücklich. Der morbide Charme Montevideos hat es ihm angetan. Und die Tradition Uruguays bei Copa ist legendär.
Hier erarbeitete sich Speedy Gonzalez mit sechs Meisterschaften und drei Copa Americana Siegen seinen Legendenstatus. Hier spielt Totengräber Chrille seit 21 Saisons und erreichte 3 Meisterschaften mit Tacuarembo, einem Dorfverein weit vor den Toren von Montevideo. Und das schier unglaubliche Urgestein John Taylor sitzt, seit sage und schreibe 34 Saisonen bei Penarol fest im Sattel und holte 6 Meisterschaften und einen Copa Libertadores Sieg. Dazu noch Rainis
Rosamäe seit 17 Saisonen bei Danubio unter Vertrag und auch bereits zweifacher Meister, sowie Brad Pott und sein Deportivo Maldonado in seiner 18ten Saison, gekrönt von 4 Meisterschaften. Und weil das hier gar nicht aufhört kommt qbatur mit Atletico Cerro und Harry Haller mit River Plate, beide ebenfalls in ihrer 18ten Saison, noch dazu.
Allein bei all diesen Namen, wird Diego ehrfürchtig. Und die Montevideo Wanderes? Die passen zu ihm. Der Club war noch nie Meister, hat Jahre in der 2ten Liga verbracht. Hier kann er nicht viel falsch machen. Diego schlendert über den Plaza Independencia, betrachtet die Artiga-Statue und das Mausoleum. Ob sie das Mausoleum für John Taylor gebaut haben?