Hinrunde vorbei, weiterhin alles unklar. Keine Zeit für Strategien oder klare Gedanken, aber irgendwie läuft es trotzdem, so Trainer desaster. Schließlich soll der Name Programm sein. Momentan wären die Studenten sogar im internationalen Geschäft und keiner weiß warum. Es wäre (wenn auch noch sehr hypothetisch) die erstmalige Teilnahme für die Uni-Hobby-Mannschaft und das erste Mal seit vielen, vielen Jahren für Trainer desaster in Afrika. Dabei kommen direkt sonnige Erinnerungen an den Senegal hoch.
Hier sind exklusiv die ersten (und gleichzeitig letzten) O-Töne aus der Pressekonferenz, die heute kurzfristig auf wenige Minuten vor dem ersten Spiel terminiert wurde: "Heute ist alles wild, letzte Woche war alles wild und nächste Woche wird auch alles wild sein. Aber immerhin ist das Wetter gut. Es war letzte Woche gut und soll auch nächste Woche gut bleiben." So viel zur grammatikalischen Grundbildung der Studenten aus Pretoria. Viel mehr bekommt man heute aus den Studenten nicht mehr heraus. Ein desaster.
3:0 und 0:3 - weiterhin laufen die Studenten aus Pretoria mit einer ausgeglichenen Bilanz durch die südafrikanische Premier League. Diese ausgeglichene Bilanz von fünf Siegen bei fünf Niederlagen führt derzeit auch zum verdienten (?) Platz exakt in der Mitte der Tabelle. Am kommenden Wochenende geht es mit den Schwalben und den schwarzen Assen gegen zwei altbekannte Kontrahenten aus der vergangenen Saison, die nun allerdings nach dem gemeinsamen Aufstieg aktuell beide vor den Studenten angesiedelt sind. Einfacher wird es also nicht, dafür entfällt ein bisschen das Gegner beobachten.
Mittendrin bleiben die Studenten. Aber immerhin in der ersten Liga. So richtig weiß man ja immer noch nicht, wie der Aufstieg zustande gekommen ist. Dafür hat sich Mannschaft mal wieder auf fremdem Platz verkalkuliert. Dabei schien alles gut zu laufen. Früh genug angereist (schon am Vortag), früh genug aufgestanden, früh genug losgefahren zum Stadion, früh genug da gewesen, früh genug am Spiel teilgenommen, aber auch zu früh aufgehört und nach 2:0-Führung noch 2:3 verloren. Ist also offensichtlich nicht immer gut zu früh zu sein...
Die Studenten schlafen lieber aus als in der Fremde gegen einen Ball zu kicken. Anders lassen sich die bisherigen Darbietungen der Mannen aus Pretoria in den fremden Stadien nur schwierig erklären. Ein anderer Ansatz könnte sein, dass sich die Studenten in anderen Städten immer verlaufen und vom rechten Weg abkommen. Für nächste Woche wurden nun also Navis und Wecker geordert. Anscheinend geht es nach Kapstadt. Also nach Osten. Oder doch nach Westen. Naja egal, vielleicht beschaffen wir noch ein paar Kompasse.
Auch wenn die Studenten nur im Nachrückverfahren an ihren Platz in der ersten Liga gekommen sind (was wir mal nicht hinterfragen wollen) und damit kein klassisches N in Klammern hinter dem Mannschaftsnamen haben, zählen sie sich aktuell mit den beiden "Mitaufsteigern" zur nationalen Spitze Südafrikas. Grundlage dafür ist eine starke Heimperformance. Uni-Hausmeister Joachim-Ernst ist dafür erneut zum Mitarbeiter des Monats gewählt worden. Wünschen wir ihm weiterhin viel Erfolg beim Versorgen der Gastmannschaften. Apropos Performance, am kommenden Wochenende geht es laut Trainer desaster gegen die Kaiser Chiefs. Mal sehen, ob er den Namen vorab noch einmal durch Google laufen lässt.
Erstes Spiel gewonnen, zweites Spiel verloren. So nüchtern, so langweilig. Aber immerhin waren es die ersten Premier (Soccer) League-Minuten für die Studenten aus Pretoria. Und dementsprechend lässt sich also auch vielleicht der Leistungsabfall im zweiten Spiel erklären, das mit 1:0 verloren wurde. Dynamo leer, Studenten voll. Trotzdem stand am nächsten Tag in der Zeitung, dass die Studenten den größten Sprung in der Tabelle gemacht hätten. Zum Beweis ein großer grüner Pfeil vor dem Mannschaftsnamen.
Eine Runde durch den Apies River und ein Trainingslager in Eswatini später sind die Studenten aus der Uni direkt in der ersten Liga Südafrikas ausgespuckt worden. Hatte man sich gerade noch mit Piraten und Haien herumgeschlagen, stehen jetzt also Duelle mit goldenen Pfeilen und schwarzen Leoparden an. Das klingt tatsächlich nach Aufstieg. Ein Blick auf die Mitspieler zeigt, dass die Ligatrainer ein sehr erfahrener Haufen sind. Zum Reinkommen geht es für die Studis, die erfahrungsgemäß etwas später aufwachen, dann direkt mal gegen die Plätze 3 und 4 der Vorsaison.
Die Studenten haben mal wieder zu lange gebraucht. Bis sie in Fahrt gekommen sind und mit der Prokrastination aufgehört haben, war die Tabellenspitze schon zu weit entfernt. In der Rückrunde steht die Universität aus Pretoria aktuell sogar ganz vorne bei den erzielten Punkten, allerdings gibt es bekanntlich nur noch zwei Spiele und damit ist der Abstand auf die Aufstiegsplätze zu groß. Vielleicht gibt es aber noch die Chance auf die Top 4 und parallel ist auch noch eine Aufstockung der Premier League in der Diskussion. Ansonsten bleibt die Hoffnung für die nächste Saison, dass die Studenten auch s.t. und nicht nur c.t. beherrschen.
Kaum geht es für die Studenten um nichts mehr, spielen sie erfolgreichen Fußball und haben in den letzten fünf Partien jeweils gepunktet. Die stärkste Phase der Saison haben sich die akademischen Hauptstadtkicker also für den Schluss aufgehoben. Zwar ist der Zug nach oben bei nur noch vier ausstehenden Partien abgefahren, aber zumindest die bereits vielfach beschworene gute Ausgangssituation für die nächste Saison scheint im Bereich des Möglichen zu liegen - und damit auch ein gutes Gefühl am Saisonende, das nicht weniger essentiell ist.