Ausgerechnet in der Woche, in der sich Butters entspannt zurücklehnen wollte, um mit sich selbst mit zwei Flaschen Cusquena auf den 39. Geburtstag anzustoßen, stehen die Wochen der Wahrheit auf dem Programm der Primera Division. Alles dreht sich dieser Tage um die 39. Gleich 4 Teams tummeln sich mit 39 Punkten im Norden der Tabelle und eines davon ist am Freitag zu Gast bei San Martin. Es geht also
wieder einmal um Big Points gegen Urgestein Florian Markert.
Während Butters an seinen beiden Cusquenas nuckelt, fällt ihm jedoch missmutig auf, dass einer mal wieder aus der Reihe tanzt (oder Fährt er immer noch mit dem Rad?). "Der hat wohl ein Rad ab!" Dieser Power grüßt schon wieder von Platz 1 mit 40 Punkten. Das olympische Motto schein man bei OSP geflissentlich zu ignorieren.
Ciao Kakao. AUch beim Reimen zeigt sich, dass Butters eben kein Power ist, dass es einfach nur weh tut und dass der Meisterzug spätestens nach der Operation bei den Medizinstudenten abgefahren ist. Aua.
Einmal nur wollte sich Butters die Krone der Primera Division aufsetzen, in der es bislang maximal für Bronze gereicht hat.
Generell hat sich die Liga ein ziemliches Blutbad geliefert, während sich der Titelverteidiger mit zwei geschossenen Toren die vollen 6 Punkte sicherte. Anscheinend hat der Rest der Liga einfach keine Lust auf einen Titel.
Welcher Tag ist heute? Butters springt von der Couch auf und schaut panisch auf seinen Kalender: Es ist Spieltag. Beinahe hätte er die Mannschaft ohne Trainer in die Ferne geschickt. Notdürftig packt er seine Sachen zusammen und verrichtet dann ebenso notdürftig die Notdurft. Im Anschluss rennt er schneller als sein heutiger Gegner Speedy Gonzales zum Trainingsgelände.
Die Mannschaft sitzt rat (Rad?)los in der Kabine und starrt auf die leere Taktiktafel. Also eigentlich alles wie immer, könnten böse Zungen behaupten.
"Hallo Freunde ..." tönt es endlich durch die Tür.
Das ist gerade noch einmal gutgegangen, denn einen Totalausfall kann man sich bei diesem engen Feld nicht erlauben.
Gespannt standen die Medienvertreter in dieser Woche auf dem Trainingsgelände der Universität. Sie beobachteten Baseball-Matches, Stabhochspringer, ja sogar eine Runde Quidditch. Doch auf die Fußballer wartete man vergebens. Hatte Butters nach einer Saison keine Lust mehr? Hatte er im wohlverdienten (?) Sommerurlaub die neue Saison vergessen? Schnell machte eine Nachricht die Runde: Die Mannschaft habe diese Woche trainingsfrei. Nicht die Saisonvorbereitung, die man
gewöhnt ist. Nach einer Weile tat sich dann doch noch etwas. Butters schaute von einer der Bänke auf dem Sportgelände auf und richtete ein paar Worte an die Presse:
"Hallo Freunde, ich hab mir die Tabelle angeschaut und mal ehrlich: Wir spielen ja nur gegen die beiden Flitzpiepen, die nur nicht ganz hinten stehen, weil die Liga erweitert wurde. Da muss ich nicht trainieren lassen."
Ob er die jungfräuliche Tabelle richtig verstanden hat, darüber herrscht Skepsis.
Während Kollege Power über die Unis flucht, weiß Butters nicht so recht, wie er mit dem 5:5 bei OSP umgehen soll? Eigentlich, so dachte er, führt der Weg zum Titel (Ja, Butters möchte tatsächlich Meister werden) nur über den Titelverteidiger. Doch kaum hat man alles investiert für ein mageres Pünktchen, schießt sich das Städtische Sportzentrum von Wendy an die Spitze der peruanischen Liga.
Und was lehrt nun eigentlich die Universidad San Martin? Zurückhaltung schon mal nicht und wohl auch keine Logik.
Ob es für Journalismus reicht?
Butters sitzt noch immer an seinem leicht zerkratzten Schreibtisch. Die Sonne fällt auf die Zeitung. Die Universität von Sankt Martin hat dieses Mal nicht brüderlich geteilt, sondern die vollen sechs Punkte eingefahren und sitzt damit kurz vor dem Ende der Saison auf Platz 2. Nun gilt es jedoch alles zu mobilisieren, denn ein Platz weit vorne ist alles andere als ausgemacht. Kommt nun die zweite Luft, oder erweist sie sich als enttäuschende Flatulenz. Schließt man die Saison in der oberen Hälfte ab, kann das durchaus als Erfolg gewertet werden.
Zu Beginn der Rückrunde herrscht ein wenig Ratlosigkeit bei USM. Butters weiß selbst nicht so recht, was er nun aus dieser Position machen soll. Einerseits steht man in der oberen Tabellenhälfte, andererseits ist dies die schlechteste Position der Saison und nun dreht sich alles um die 7. Eigentlich doch eine Glückszahl!?
Die Elf steht derzeit auf Platz 7 und konnte dabei 7
Siege und, wie sollte es anders sein, 7 Niederlagen einstecken. Insgesamt wurden also 14 Partien gespielt, oder sollten wir sagen 2x7 Partien? Dabei hat man insgesamt 21 Punkte geholt, oder besser gesagt: 3 x 7 Punkte. Ohne echtes Fazit geht Butters von der Pressekonferenz. Er müsse nun mit seinem Neffen spielen. Was sie nun machen würden? "Im Sandkasten spielen, ein bisschen sieben."
Butters sitzt mal wieder in seinem Hinterzimmer. Der Ventilator wirbelt den Staub aus den Ecken auf. Eine Fliege schwirrt über die Zeitung, die Butters etwas misstrauisch beäugt. Hatte man sich gerade noch darüber beklagt, dass man plötzlich nur noch auf Platz 7 lag, steht die Universität von St. Martin plötzlich auf Platz 1. Doch es geht derart knapp zur Sache, dass einen eine Niederlage zu viel auch schon wieder aus dem internationalen Geschäft kegeln würde. Man braucht also alle Aufmerksamkeit in den letzten Wochen der Saison.
Gegen wen geht es? Einen norwegischen Skispringer und einen Franzosen im Dienste des städtischen Sportzentrums? Na, das sollte ja machbar sein.
Butters sitzt in seinem Kämmerlein, hinter ihm hängt in goldenem Rahmen die Tabelle vom 9. Spieltag: Platz 1 - das hat er selten erlebt. Und leider konnten die Mannen von Sankt Martin am vergangenen Wochenende wenig Zählbares rausholen. Zählbar war nur ein einziges Tor und am Ende standen 0 Punkte zu Buche.
"Immerhin ein leckeres Cusquena konnte ich noch abgreifen bei unserer Auswärtsniederlage", zeigt sich Butters überraschend genügsam. Vielleicht haben auch die Spieler die ein oder andere Dose geknackt, denn im anschließenden Heimspiel setzte es dann sogleich die erste Heimniederlage. Nun stehen mit Markert und Power gleich zwei alte Bekannte auf dem Plan. Kann eigentlich nur besser werden.
... und hinein in die schöne Auswärtsfahrt. Gegen die Hundefutter-Gang von Josef Hickersberger hat es für die Elf von Butters dann endlich mal für einen Auswärtsdreier gereicht. Die Anfahrt mit dem öffentlichen Bus erwies sich als etwas kraftsparender und so schossen die Mannen des Heiligen Martins direkt mal vier Tore. Plötzlich findet der Coach seine Mannschaft auch in der Tabelle. Mit ein wenig Augenreiben muss Butters feststellen, dass man plötzlich auf dem Platz an der Sonne steht. Ob ihm das jemals zuvor gelungen ist? Er erinnert sich nicht, aber zumindest ist es die erste Tabellenführung seit über zehn Jahren ;)