In Guadalajara wird wieder Derby gespielt – und wer das Hinspiel noch nicht vergessen hat, sollte vielleicht besser keine empfindlichen Nerven mitbringen. 5:4 für Atlas Guadalajara hieß es damals. Ein Ergebnis, das eher an einen Boxkampf als an einen Fußballabend erinnerte.
Nun geht es zum Rückspiel. Auswärts. Eigentlich könnte man angesichts des Spektakels vom ersten Duell erwarten, dass beide Seiten diesmal etwas vorsichtiger zu Werke gehen. Eigentlich.
Denn El Campeche dürfte wenig
Interesse daran haben, sich plötzlich mit Kleinigkeiten aufzuhalten. Atlas hat im ersten Derby bereits gezeigt, dass man auch auf fremde taktische Konzepte eine Antwort finden kann. Und wer die Mannschaft kennt, weiß: Wenn sich eine Gelegenheit bietet, dem Lokalrivalen erneut den Abend zu verderben, wird man sie kaum höflich ausschlagen.
Der Gegner darf sich also gerne Gedanken machen, wie viel Risiko diesmal verträglich ist.
Denn eines sollte in Guadalajara inzwischen klar sein: Das Rückspiel könnte mindestens genauso unangenehm werden wie das Hinspiel.
Bei Ittihad Tanger bleibt die Lage angespannt. Der Blick auf die Tabelle bringt weiterhin wenig Freude: Vorletzter Platz, und langsam wird auch außerhalb des Platzes genauer hingeschaut.
Dabei ist es gar nicht unbedingt ein einzelnes Spiel, das für Unruhe sorgt. Es ist vielmehr das Gesamtbild. Zu selten gelingt es Tanger, sich nachhaltig aus dem Tabellenkeller zu lösen, zu oft bleibt nach den 90 Minuten das Gefühl zurück, dass eigentlich mehr
möglich gewesen wäre.
In der Hafenstadt wird deshalb inzwischen etwas genauer hingehört, wenn über die Zukunft gesprochen wird. Noch fällt kein großes Wort, noch wird nichts offiziell infrage gestellt. Aber manche Fragen werden bekanntlich schon interessant, bevor sie gestellt werden.
Der nächste Schritt muss jedenfalls sitzen. Denn im Fußball ist der Wind schnell gedreht – und manchmal braucht es dafür nicht einmal eine neue Brise.
Als Wydad Casablanca die Herbstmeisterschaft eintütete, wurde Issa Konaté feierlich gratuliert. Alle sprachen vom ersten Titel seiner jungen Trainerkarriere. Issa schaute jedoch verwundert aus dem Fenster und fragte nur: „Welcher Herbst? Das Kamel da draußen frisst gerade einen Kalender.“
Während die Experten Tabellen wälzten, organisierte Issa lieber ein kleines Kamelrennen durch die Altstadt. Der Sieger bekam keinen Pokal, sondern den Ehrenpreis „Goldene Teekanne mit leichtem Minzgeschmack“. Erst als ihm jemand erklärte, dass Wydad tatsächlich Herbstmeister geworden sei, antwortete er: „Ach so… ich dachte, die anderen wollten einfach höflich sein. Man soll Gäste schließlich vorlassen.“
Doch genau in diesem Moment hörte man aus der Ferne ein verdächtiges Brummen. Carlos Finisterre öffnete langsam die schwere Stahltür seines legendären TK-Bunkers. Dort lagerte er keine Lebensmittel, sondern fein säuberlich eingefrorene Kabinettstückchen: den dreifachen Kamelhaken, den rückwärts gerittenen
Doppelpass und einen Fallrückzieher, der seit Monaten auftaut.
„Noch ist gar nichts entschieden“, murmelte Carlos geheimnisvoll und schob einen Einkaufswagen voller tiefgekühlter Tricks Richtung Ausgang.
Issa nahm davon kaum Notiz. Er bestellte sich im Teehaus einen Pfefferminztee und diskutierte lieber mit seinem Lieblingskamel, ob Herbstmeisterschaften überhaupt zählen, wenn das Kamel unterwegs dreimal falsch abgebogen ist.
Das Kamel nickte weise, kaute auf einer Landkarte herum und sprach den inzwischen berühmten Satz:
„Wer Herbstmeister wird, hat den Winter noch nicht überstanden. Wer Carlos’ TK-Bunker übersteht, schon.“
Seitdem läuft in Casablanca jeder mit einem Auge auf die Tabelle – und mit dem anderen auf den Gefrierschrank. Denn niemand weiß, welches Kabinettstückchen Carlos als Nächstes auftaut. Nur Issa bleibt entspannt. Er streichelt sein Kamel, trinkt Tee und freut sich heimlich über seinen ersten Titel. Auch wenn er bis heute behauptet, die Konkurrenz habe ihn einfach nur aus Höflichkeit vorgelassen.
Während andernorts Trainer nach Niederlagen stundenlang vor Taktiktafeln stehen, scheint man sich bei Hatta Club längst mit den wirklich wichtigen Dingen des Fußballs zu beschäftigen.
Wer hat eigentlich den besten Kaffee im Stadion? Warum steht der gleiche Spieler seit drei Wochen immer fünf Minuten zu früh beim Training? Und wer hat eigentlich beschlossen, dass eine Mannschaft nach einem 1:0-Sieg zwingend so tun muss, als wäre gerade ein Staatsgeheimnis
erfolgreich verteidigt worden?
Mr. Reethi hält sich aus solchen Fragen vornehm heraus. Er lässt spielen, gewinnt gelegentlich, verliert gelegentlich und vermittelt dabei den Eindruck, als hätte er die gesamte Situation längst durchschaut.
Die Ergebnisse – 1:3 gegen Al Wahda, 1:0 gegen Al Shaab und 0:3 gegen Al Sharjah – sind dabei fast schon Nebensache.
Denn vielleicht ist das eigentliche Erfolgsgeheimnis von Hatta ganz simpel: Man muss nicht immer wissen, was man tut. Man muss nur dabei sehr überzeugt aussehen.
Das konnte nicht wahr sein! Der Pannendienst wollte und wollte nicht in Faulenroda an der Kimme eintreffen. Avispa-Coach Wolfgang Lippert klackerte in der Wildnis von Sachsen-Anhalt ungehalten auf sein Handy ein: "Hier gibt es ja so gut wie gar keinen Empfang! Der ganze unterprivilegierte Ort befindet sich in einem Funkloch!" Ein älterer Einheimischer mit Hut nahm den Ball gerne auf: "Seit der Wende kümmern sich die da oben ja doch nur um die Wessis und die Eliten. Aber unser Dorf lässt man schön in Sachen Telekommunikation im Mittelalter zurück." Doch Lippi wusste ausnahmsweise einmal mit Rat und Tat zu
helfen: "Man kann bei der Telekom diese Art von Problemen lösen. Dann stellen sie fix einen Funkmast in das Zentrum von Faulenroda und sämtliche Bürger haben guten Empfang. Dafür haben sie sogar ein eigenes Budget." Doch der ältere Herr zeigte sich nicht überzeugt: "Das könnte Euch so passen. Dann haben wir diese Radiowellen mitten im Ort, mit denen man bei den Leuten eine Gehirnwäsche durchführt. Und die ganze Strahlung! Nä, nä, nä, so etwas wollen wir hier nicht." Lippi zeigte sich resigniert: "Sagen Sie mal, was war nochmal der kürzeste Weg raus aus diesem Kaff?"
Vor dem Spiel hatte Graf Zahl, Trainer der Millonarios, eine ernste Warnung ausgesprochen: „jean baratte und Deportes Tolima müssen endlich den harten Wind der Liga zu spüren bekommen!“
Offenbar nahm die Fußballgöttin Luminos den Aufruf etwas zu wörtlich.
Beim Anpfiff gegen Independiente Santa Fe fegte ein derart verrückter Gegenwind durchs Stadion, dass der Ball sich weigerte, geradeaus zu fliegen. Hohe Flanken landeten plötzlich im Strafraum, Rückpässe wurden zu Steilpässen und zwei Schiedsrichterassistenten mussten ihre Fahnen mit Sandsäcken beschweren.
jean baratte kämpfte heldenhaft gegen jede Böe an. Doch jedes Mal, wenn Tolima glaubte, den Wind endlich besiegt zu haben, drehte sich dieser um 180 Grad und blies den nächsten Ball wieder ins eigene oder gegnerische Tor. Das Ergebnis: ein völlig irrsinniges 6:6, bei dem selbst die Anzeigetafel irgendwann fragte, ob sie das ernst
meine.
Der größte Verlierer des Tages war allerdings Flemme, Trainer von La Equidad. Er wartete den ganzen Nachmittag auf seinen Anteil am berühmten Ligawind. Vergeblich. Nicht einmal seine Krawatte bewegte sich.
„Das ist doch ungerecht!“, schimpfte Flemme. „Graf Zahl ruft den Wind, aber alles landet bei jean baratte. Ich bekomme nicht einmal eine höfliche Brise!“
Graf Zahl lächelte geheimnisvoll. „Der Wind hat eben Geschmack.“
jean baratte schüttelte nach dem Schlusspfiff nur den Kopf. „Wenn das der harte Wind der Liga war, möchte ich lieber gar nicht wissen, was passiert, wenn Graf Zahl einmal einen Tornado bestellt.“
Seitdem wird in Kolumbien gemunkelt, dass Graf Zahl künftig Wetterwarnungen mindestens 48 Stunden vor jedem Spiel anmelden muss – und dass Flemme vorsorglich einen Ventilator beantragt hat, damit er wenigstens einmal das Gefühl bekommt, dazuzugehören.
Zugegeben: Der Tlaxcala FC ist ein relativ neuer Verein und ist erst seit dieser Saison in der obersten Spielklasse. Dennoch gaben 90% der Fussballfans an, noch nie etwas von diesem Verein gehört zu haben. In Mexiko gilt sowieso, dass Tlaxcala (Stadt/Bundesstaat) angeblich gar nicht existiert ("Tlaxcala no existe"). Das scheint sich auch auf den Fussball übertragen zu haben.
Die Fans vom Tlaxcala FC scheint das
überhaupt nicht zu stören und amüsieren sich sogar darüber. Auf der anderen Seite sagt ein Fan aber auch: "Leider haben wir keine traditionelle Derbys wie es andere Teams haben. Das ist ein wenig schade.
Aber auch wenn Tlaxcala angeblich nicht existiert kann man zur Kenntnis nehmen, dass in dieser englischen Woche aus drei Spielen zwei Siege realisiert wurden. Also zumindest auf dem Fussballplatz existiert man noch!
Alemannia Aachen hat das Spitzenspiel mit einer beeindruckenden Vorstellung für sich entschieden und damit die eigenen Aufstiegsambitionen eindrucksvoll untermauert. Von Beginn an präsentierte sich die Alemannia konzentriert, zweikampfstark und mit viel Zug zum gegnerischen Tor. Nach einer frühen Führung ließ sich Aachen auch von einer kurzen Druckphase des Gegners nicht aus dem Konzept bringen. In der zweiten Hälfte sorgten weitereTreffer für die Entscheidung. Die Fans feierten ihre Mannschaft nach dem Schlusspfiff ausgelassen – Aachen mischt ganz oben mit.
Der SV Werder Bremen ist Spitzenreiter! Naja, fragt man sich, die Norddeutschen stehen doch auf Platz 14?
Das stimmt schon, aber gemeint ist ja nicht der Tabellenplatz, sondern die Anzahl der Gegentore!
41 Stück sprechen eine klare Sprache, kein anderer Verein der ersten Bundesliga hat schon eine 4 vorne, die knappe Hälfte gar nur eine 2.
Kein Wunder, dass sich die Fischköppe eher nach unten orientieren müssen, obwohl sie zum Glück gerade einen Befreiungsschlag mit 9 Punkten landen konnten.
Und vielleicht wird Bremen im Laufe der Saison noch an anderer Stelle Spitzenreiter und kann die eben beschrieben Position abgeben.
Zum Glück gibt es in der Copa-Welt keine Länderspielpause. Es fehlt sogar an einer streitbaren Werbefigur als Bundestrainer, die direkt bei Amtsantritt ankündigt, den Job wieder hinzuschmeißen, wenn Kritik an ihrer Arbeit geäußert wird Dabei wäre diese Kritik doch angebracht. Gegen die Niederlande hat man 3,14 Expected Goals zugelassen. Wann gab es das mal unter dem
Vorgänger? Hinzu kommt natürlich, dass der Bundestrainer für einen fragwürdigen Strukturvertrieb Werbung macht und es selbst arm findet, wenn Journalisten mit Leaks ihr Geld verdienen. Da kann man wirklich froh sein, dass in der Copa-Welt auf so eine Länderspielpause verzichtet wird. Bemerkenswert ist, dass die Copa-Kicker nicht mal nach der Hinrunde eine kleine Verschnaufpause erhalten.
Was für ein Bild in der Tabelle: Der SK Sturm Graz lacht von Platz eins! Mit 34 Punkten steht die Mannschaft oben, dicht gefolgt von Wiener Neustadt (32) und Rapid Wien (31). Eigentlich ein Grund zum Feiern – wäre da nicht dieser leise, melancholische Unterton, der durch die Grazer Geschäftsstelle weht.
Die jüngsten Ergebnisse spiegelten die Zerreißprobe wider: Erst der umkämpfte 4:3-Erfolg im Kracher bei Rapid Wien, danach ein knappes 1:0 gegen First Vienna – und schließlich das verheerende 0:6-Fiasko bei der Austria.
In der Führungsetage blickt man realistisch auf die Tabelle. Man steht zwar oben, aber die Kraftreserven für die verbleibende Rückrunde sind bereits drastisch
zusammengeschrumpft.
Für Froggelmeister ist der SC Wiener Neustadt mit seinem Trainer derwahreroi aktuell die absolute Mannschaft der Stunde. Neustadt befindet sich extrem stark im Aufwind und verlangt Sturm nicht nur national alles ab. Auch auf europäischer Bühne in der Champions League liefert man sich gigantische Duelle gegeneinander – echte Sternstunden des Fußballs.
„Wir genießen den Platz an der Sonne, solange er hält“, heißt es mit einem nachdenklichen Lächeln aus dem Grazer Lager. „Aber Wiener Neustadt sitzt uns gehörig im Nacken und wir müssen auf Sparflamme haushalten. Wir geben alles, auch wenn es sich ein bisschen wie Warten auf den Regen anfühlt
Platz 4 nach der Hinserie - damit hätte vor der Saison wohl niemand gerechnet. Der Aufsteiger aus der Pfalz hat sich schnell an das höhere Tempo in der 1. Bundesliga gewöhnt und spielt eine überzeugende Runde. Zuhause lief es dabei solide, obwohl man mit nur sechs Gegentoren bereits zwei Niederlagen einstecken musste. Erfreulich ist aber vor allem die Auswärtsbilanz mit ebenfalls zwei Siegen. Zuletzt gelang dabei sogar eine Glanzleistung beim 4:1-Sieg in Düsseldorf. Entwickelt die Mannschaft ihr Spiel auf diesem Weg weiter, sollte das Saisonziel dieses Jahr frühzeitig erreicht werden.
Gabès Obwohl der Trainer kürzlich auf dem Weg zu Spiel seiner Mannschaft den falschen Bus genommen hat und an der algerischen Grenze landete, spielt Avenir Sportif Gabès weiterhin eine solide Saison. Am Ende der Hinrunde befindet man sich auf dem 7. Tabellenrang, der im Bereich liegt, der als Saisonziel ausgegeben wurde. In 13 Spielen gelangen allerdings nur zwölf Tore. Auf Dauer wird diese Leistung nicht reichen, das weiß auch skua81. Ein superduper Stürmer muss her, nur leider fehlt hierfür das Geld. Heute abends wurde skua81 in einem Oddset-Wettbüro gesichtet. Hoffentlich klafft bald keine noch größere Lücke in der Vereinskasse.
La Chaux-de-Fonds Der Dreier-Heimspiel-ZAT fing am Freitag mit einem soliden 1:0 Sieg gegen den FC Aarau an. Doch was danach passierte, machte die Vereinsverantwortlichen fassungslos. Nach einer 1:0 Führung gegen die Young Boys aus Bern hagelte es plötzlich an Gegentoren. Die Spieler liefen zeitweise sogar neben dem Platz her statt auf dem Platz. Am Ende stand es völlig verdient 2:4 gegen den FCC. Auch im dritten Spiel gegen den
amtierenden Meister aus St. Gallen ging man mit 1:0 in Führung. Doch auch in diesem Spiel schien die eigene Führung zu verunsichern. Am Ende ging der FCC gar mit einem 1:5 vom Platz. Zu Beginn der Rückrunde muss sich unbedingt etwas in der Spielweise ändern. Eventuell wird im Training jetzt mehr auf Torschussübungen geachtet, denn mit 13 Treffern stellt die Mannschaft von skua811 die mit Abstand schwächste Offensive der Liga.
Während ganz St. Gallen an dem Blick auf die Tabelle erfreut, beschäftigt Trainer bora milutinovic nur eine einzige Frage: Wie lange hat das Freibad eigentlich noch geöffnet?
„Meisterschaft? Schön und gut“, winkt bora ab. „Aber wenn die Strandbäder die Tore schließen, ist die Saison fast nicht zu retten!“
Deshalb erscheint bora seit Tagen geschniegelt mit Badelatschen, Sonnencreme Faktor 50 und einem Rettungsring zum Training. Die Spieler bibbern bereits in Winterjacken, doch Bora verteilt weiter Sonnencreme. „Die Sonne kommt oft völlig überraschend. Genau wie ein Konter.“
Sein größten Rivalen finden sich schon gar nicht mehr in der Tabelle – sondern in der Wetter-App. Jedes Grad weniger löst bei ihm hektische Schnappatmung aus. Die Badenixen versuchen ihn zu beruhigen, doch bora bietet mittlerweile jeder Gemeinde kostenlose Käsefondue Abende an, wenn nur das Freibad einfach noch bis November geöffnet bleibt.
Herbie bot großzügig an, den Mähbie zur Liegewiese des Tabellenführers zu schicken. bora wurde kreidebleich. „Der kommt mir nicht auf mein Rasen!“ rief er entsetzt. „Der Mähbie kennt doch keinen Unterschied zwischen Wiesen, Wasen und Sonnenliege!“ Seitdem hat bora rund um seine Liegewiese aufblasbare Palmen errichten lassen. Die Badenixen halten
Wache, und der Mähbie erhält Platzverbot. Man weiß schließlich nie, ob er nur das Gras kürzt oder gleich den halben Meisterschaftsvorsprung mit auffrisst.
Und was macht Nouri bei den Grasshoppers? Nun… der hämmert immer noch an seiner Terrasse herum. Brett für Brett. Schraube für Schraube. In Zürich fragt man sich inzwischen ernsthaft, ob die Terrasse überhaupt noch vor Saisonende fertig wird – oder ob Nouri sie direkt als Wintergarten plant. Die Fans haben vorsorglich schon ein Kissen auf den Gartenstuhl gelegt. Man weiß ja nie. Vielleicht schafft er es am letzten Spieltag tatsächlich noch, sich fünf Minuten hinzusetzen.
bora schüttelt darüber nur den Kopf. „Terrasse? Dafür hat man nach der Saison Zeit. Jetzt muss jeder Sonnenstrahl genutzt werden!“
Nach jedem Sieg pfeift er deshalb seine Freischwimmer Mannschaft herbei und ruft: „Noch zehn Minuten Beckenrand! Der Herbst darf uns nicht auskontern!“
Die Konkurrenz analysiert Ballbesitz, Laufwege und Pressing. bora dagegen studiert ausschließlich die UV-Prognose und die Öffnungszeiten des Freibads. Und solange irgendwo noch ein Sonnenstrahl auf eine Liegewiese fällt, bleibt der FC St. Gallen Tabellenführer.
Denn bora weiß: Meister gibt es viele. Aber wer die Badesaison verlängert bekommt, der schreibt Geschichte!