Verwundert rieb sich Avispa-Caoch Wolfgang Lippert die Augen, nachdem Miroslav Klose im EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Griechenland zum 3:1 einnetzte. Hatte der ehemalige Entertainer aus der noch ehemaligeren DDR nicht eine todsichere Eingebung gehabt, dass die Hellenen das Match mit 3:2 gewinnen würden? Nun war sie also weg, die hart erarbeitete Kohle aus dem Halbjahr. Und dies ausgerechnet jetzt, wo im lokalen Baumarkt auf die Stichsägen 30% Rabatt gewährt wird. Nein, es war wahrlich ein Abend zum
Abgewöhnen, bei dem Lippi im apathischen Delirium im ZDF noch den Epilog von Karin Müller-Urinstein und dem Torwarttitan mit dem Analyseblech vernahm. Dennoch gab es zumindest eine gute Nachricht an diesem verregneten Freitag: Das Schlimmste war Lippi erspart geblieben: Die in Alkohol getränkten Grüße aus der Hölle, das dämonische televisionäre Fegefeuer, die Reinkarnation des Bösen, die diabolische Handpuppe des Satan, das Königreich Mordor der Ostzone… mit anderen Worten: Waldis EM-Club.
Die Aufsteiger ins japanische Oberhaus stehen so gut wie fest (Shonan Bellmare, Sanfrecce Hiroshima und Vegalta Sendai), da interessiert es die Hinterbliebenen natürlich brennend, wer sie denn in der kommenden Saison betatschen wird. Eine Analyse.
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Ganz, gaaaaaaaanz vorne, schon fast fertig abgestiegen, es fehlen nur noch wenige Stufen zum Untergeschoss, wir bereiten schon das Zweitliga-Empfangskomitee vor für: Tokushima Vortis! Überraschung! Tusch!
Die Rocker von Kawasaki Frontale konnten sich hingegen zuletzt endlich wieder fangen und ihrer Abwärts-Sause durch einen Frontalcrash entgegen wirken. Die Frage ist nur: Wohin gehts jetzt? Wir glauben aber: Die Motorrad-Gang bleibt der 1.Divison erhalten, denn:
Die frisch aufgestiegenen magischen Hirsche aus Kashima lungern schon von Anfang an wie Penner auf den untersten Stufen einer billigen Absteige
herum und strahlen dabei so, als ob ihr Verein der am Nahsten bei Fukushima gelegene Erstligist wäre. Konkurrenz in beiderlei Hinsicht machen den Hirschen nur die Sonnengötter aus der Nachbarstadt Kashiwa, nur sind die der Sonne bedeutend näher und werden uns im Schattenland 2.Liga wohl kaum einen Besuch abstatten.
Doch wer ist der Dritte im Bunde?
Flummi, Astronaut ohne Rakete, Trainer Antonov von Mito Holly Hopp Hopp schafft es einfach nicht. Er springt zwar nach Leibeskräften immer wieder Stufe um Stufe nach oben, stolpert aber genauso geschwind wieder unbeholfen zurück in die Tiefe. Und Irgendwann wird ihn die Erdanziehungskraft komplett mit sich reißen. Wie ein Astronaut, dem die Schwerelosigkeit genommen wird, kracht er am Ende hinunter, wie ein Flummi, der langsam aufhört zu flummern und letztlich auf dem kalten Fußboden liegen bleibt.
Wie wird das anstehende EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und der griechischen Nationalmannschaft wohl ausgehen? Nun, alle die sich noch die Spannung bewahren moechten, sollten jetzt aufhoeren zu lesen. Denn ausgerechnet Avispa-Coach Wolfgang Lippert glaubt, das Ergebnis des Matches bereits zu kennen: "Gestern habe ich in der Betriebskantine von Hertha Zehlendorf an einem Automaten einen Schokoriegel ziehen wollen. Und
was muss ich feststellen? Ein Bounty, Orbit ohne Zucker und Wick Blau! Drei Artikel in blau-weiss, aber mit Mars und der EM-Edition von M&M nur zwei Snacks in schwarz-rot-gold. Wenn das mal kein klarer Hinweis des Automaten-Orakels ist: 3:2 fuer Griechenland also! Da werde ich doch mal schnell ins Wettbuero gehen, und meine ersten sechs Gehaelter fuer 2012 auf die Hellenen setzen. Da kann ja wirklich gar nichts schiefgehen."
Bis zu diesem Zeitpunkt, also vor dem letzten Spieltag konnte ich eigentlich mit meiner Mannschaft zufrieden sein. Sie spielte eigentlich recht gut mit in der J-League Division 1. Nun, am vergangenen Spieltag hatte sie wenig Schlachtenglück und traf auf zwei Mannschaften, gegen die sie nicht bestehen konnte. Damit gab es eben auch keine Punkte, sondern nur ein Abrutschen in der Tabelle. Natürlich bin ich
nicht überrascht von dieser Situation, ich kenne das ja gerade aus den vergangenen Saisons. Gegen die Kashima Antlers ging meine Mannschaft rasch mit zwei Toren in Führung und schien das Spiel kontrollieren zu können. Die Antlers schafften aber das Anschlusstor und sogar den Ausgleich noch vor der Pause. Damit lag das Spiel auf Messers Schneide. Nach einer Stunde gelang den Antlers dann der Siegtreffer.
Die TV-Einschaltquoten am letzten ZAT waren äußerst niedrig. Im Auftrag des japanischen Fussballverbands haben Meinungsforscher in einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Japanern kurz nach Abpfiff des letzten Spiels die Ursache in Erfahrung gebracht: Die anstehende Griechenlandwahl an diesem Sonntag.
Mit einer Einschaltquote von 25 % - bestätigt durch die nationale Rundfunkbehörde - lag eine von Fuji TV gezeigte, beim zweiten deutschen Fernsehen eingekaufte Reportage über die Finanzkrise in Europa, insbesondere vor dem Hintergrund der offenen Parlamentswahlen in
Griechenland, auf Platz 1, gefolgt von der anschließenden einstündigen Expertendiskussion mit japansichen Finanz- und Wirtschaftsexperten, die auf 20 % Marktanteil kam. Denn auch in Japan fragt man sich, ob die Griechen am Sonntag für den Verbleib in der Euro-Zone stimmen oder dagegen. In letzterem Fall befürchten viele Japaner um Ihr Erspartes und haben von der Möglichkeit rege gebraucht gemacht, Ihre Fragen während der Diskussion telefonisch oder per E-Mail zu platzieren. Aber die Unsicherheit bleibt - zumindest bis zur ersten offiziellen Hochrechnung am Sonntag Abend. Und was kommt dann?
Gelegentlich verkündet die Presse jenseits von der Euro-Schuldenkrise, dem Bürgerkrieg in Syrien und den wenig geschmackssicheren Techtelmechteln von Jerome Boateng auch mal positive Nachrichten. So soll überraschend das Ozonloch verschwunden sein, jenes hartnäckige Relikt der 90er Jahre, das damals das Waldsterben und den Sauren Regen abgelöst hatte. Was für den unbedarften Weltenbeobachter nach einer grandiosen Neuigkeit klingt, erweist
sich für Avispa-Coach Wolfgang Lippert allerdings als kalter Kaffee: „Das war mir schon klar. Ich habe hier in Japan noch niemals ein Ozonloch sehen können.“ Ferner stellt der ehemalige DDR-Showmaster die Gretchenfrage an die vermeintlich omnipotente Wissenschaft: „Wie wollen die eigentlich im unsichtbaren Ozon ein Ozonloch gesehen haben, wenn es gar nicht da war? Das scheint mir nur ein plumper Versuch der Panikmache gewesen zu sein.“
Wer in den vergangenen Tagen beim Training des Fußballclubs aus Yokohama vorbeischaute um dem Tabellenführer beim Fußballspielen zuzuschauen, der wurde ein wenig enttäuscht. Das Erfolgsrezept lag wohl nicht an außergewöhnlichem Training mit dem Ball, stattdessen stand ein fremder Mann auf dem Platz und gab seltsame Befehle: "Down to upward dog, do your vinyasa, do a push-up if you like to - i like to - and up to downward dog. Swing your right foot through into runners pose and into warrior one."
Tony Horton war als Experiment zu Gast bei KiMu und vermittelte ein wenig Yoga-Strength, während die Spieler ungewohnte Verrenkungen durchführten. Aber wenn es hilft so es uns natürlich recht sein - Bring it!
Er läuft und läuft und läuft. Was man über den Yokohama-Reifen sagen kann gilt derzeit auch für den gleichnamigen FC. Galt früher noch das Muster: Auf eine gute Saison folgt eine schlechte, so scheinen die Zeiten nun überwunden zu sein. Auf Meister folgte Vierter, danach wurde man Vizemeister und diese Saison winkte schon wieder der Herbstmeistertitel. KiMu ist fester im Sattel als jemals zuvor und alles andere als die obersten Plätze gelten bei den ehemaligen Zweitliga-Fans als pure Enttäuschung. Doch scheint der hohe Erwartungsdruck mehr Ansporn denn Bürde zu sein, denn derzeit kickt sich der Verein mit Spaß von Sieg zu Sieg.
Ich kann sicherlich mit dem Abschneiden meiner Mannschaft, Kyoto Purple Sanga, am letzten Spieltag der Hinrunde und mit dem Auftreten in der ersten Saisonhälfte zufrieden sein. Das sieht für die Fans nun doch besser aus als zur gleichen Zeit in der letzten Saison. Die neuen Spieler haben sich einwandfrei in der Mannschaft integriert. Nun darf ich aber doch nicht Holz anfassen, weil ich weiss, wie schnell sich Situationen im Fussball ändern können. Bis jetzt hatten wir doch auch viel Glück und das kann sich bekanntlich schnell ins Gegenteil drehen. Gegen Cerezo Osaka und Kashiwa Reysol konnten wir punkten, aber gegen Albirex Niigata sah es weniger gut aus.
Sie sind hart umkämpft - die internationalen Startplätze in Japans erster Liga. Roasso Kumamoto und Trainer Klaus Klausen wollen diese Saison einen dieser begehrten Plätze ergattern und erstmal Japan international vertreten. Bis dahin ist es jedoch noch ein steiniger Weg. Die Rückrunde wird nicht einfach und wenn dann langsam das TK ausgeht, wird sich zeigen, welche Teams sich oben festsetzen können. Noch ist alles drin und so heißt es Augen auf und ordentlich setzen, damit man bis zum Schluss genug TK besitzt, um dann die Konkurrenten auszustechen.
Ob das gelingen wird steht noch in den Sternen, die Fans sind jedoch zuversichtlich. Aber abgerechnet wird ja immer erst am Ende.
"In der ersten japanischen Liga wird keiner Mannschaft etwas geschenkt. Daher gratuliere ich dem Yokohama FC und seinem Trainer KiMu aufrichtig zur Herbstmeisterschaft." äußerte der deutsche Trainer von Kataller Toyama, Christian J. Schmidt, in der Pressekonferenz, die nach der 1:4 Niederlage gegen Kashima Antlers stattfand. "Alles ist noch sehr eng bei einander: 33 Punkte reichten dem Yokohama FC zur Herbstmeisterschaft, aber Gamba Osaka, mit 28 Punkten auf Platz 3, und Gainare Tottori, mit 23 Punkten auf Platz 16, dem ersten Abstiegsplatz, trennen nur 5 Punkte. Und mein Team, Kataller Toyama, ist mitten drin, mit 25 Punkten 10. der ersten japanischen Liga. Das wird keine leichte Rückrunde!"
Hervorragend. Die Kirschblüten aus Osaka sichern sich nach dem schwierigen ersten Jahr im japanischen Oberhaus in der zweiten Saison zur Halbzeit NOCH den letzten Platz, der zum internationalen Wettbewerb berechtigt. Nicht unzufrieden ist man daher auch beim Trainer-Team:
"Nein, ganz im Gegenteil, ich bin hocherfreut", so Vinnie Jones, Spitzen-Kirschblüten-Dompteur beim Tabellensechsten: "WIr haben durchaus eine äußerst souveräne Hinrunde gespielt, insbesondere zuhause lief alles ideal! Wir wollen natürlich jetzt in der Rückrunde genau da ansetzen und schauen, wie wir das Ganze nach Hause schaukeln!"
„Ja, hallo, ich bin’s, der Lippi aus Japan! Bin ich richtig verbunden mit Deutschlands bekanntestem Quacksal... äääh, Sehnenbesprecher? … Ach, Sie sind bestimmt die Rezeptschubse? … Hören Sie, ich habe mich bei einem kleinen Tennismatch mit dem Walter ein wenig übernommen und seitdem so ein taubes Gefühl in der rechten Schulter. Deshalb würde ich eigentlich ganz gerne mal morgen oder übermorgen bei Ihnen vorbeischauen, damit der Doc mal nach dem Rechten schaut. … Wie, der ist gar nicht in der
Praxis? Ist wieder ein Golfturnier am Starnberger See? … Ach, bei der Nationalmannschaft in Polen ist der feine Herr also! Wahrscheinlich nebenbei noch auf der Suche nach einer preiswerten Immobilie, schließlich wollen die mühsam abgerechneten Millionen gut angelegt sein. Dann holen Sie den Kollegen halt mal schnell aus Masuren zurück, es gibt ja auch niedergelassene Veterinäre in Masuren. … Nein, ich bin nicht privat versichert, sondern seit der Wende bei der AOK. Hallo? Hallo! Das ist ja skandalös, hat die Tussi einfach aufgelegt!“
Die Kirschblüte raaaaagt - vorsichtig bis in den Sommer hinein: Cerezo Osaka weigert sich, den Kontakt zur Tabellenspitze endgültig aufzugeben. Vielmehr ist, wenn man den Aussagen und dem Blitzen in den Augen von Vinnie Jones-Rehhagel Glauben schenken darf, die Lust auf mehr durchaus gegeben:
"Da die Saison bisher so gut gelaufen ist, haben wir Blut geleckt und schauen mal, was wir so erreichen können. Dazu müssen wir natürlich jetzt erstmal die Hinrunde sauber zu Ende bringen und dann wird man sehen, was die Rückserie bringt. Ich sehe uns jedenfalls formell erstmal gut gerüstet!"
Klaus Klausen hat momentan allen Grund zur Freude. Mit Roasso Kumamoto läuft es wirklich gut und auch privat ist ihm das Glück momentan treu. Er hat umgerechnet 12 Millionen Euro im Lotto gewonnen. Auf die Frage, ob er sich nun nach der Saison zurückziehen wird und in den vorgezogenen Ruhestand geht, antwortete er lediglich mit einem müden Lächeln. "Ich habe hier einen Arbeitsvertrag, den es zu erfüllen gilt. Abgesehen davon macht es mir momentan wirklich riesigen Spaß, so dass ich im Leben nicht ans Aufhören denke." Das wird die Vereinsführung geren hören, denn man möchte unbedingt mit Klausen verlängern.
Gut gespielt und doch verloren, voller Einsatz und doch fast keine Punkte. So könnte ich etwa als Trainer die drei Spiele vom vergangenen Wochenende umschreiben. Zweimal hatten wir ein Spiel in der Startphase durch einen Gegentreffer verloren, gegen Thespa Kusatsu und gegen Mito Holly Hock. Beide Male betrieb die Mannschaft grossen Aufwand um den Ausgleich doch noch zu erzielen. Zweimal blieb uns dieser Erfolg verwehrt. Nur in der Begegnung gegen Gamba Osaka, nachdem die erste Halbzeit beinahe torlos geendet hätte, ein Treffer unmittelbar vor der Pause war wichtig, konnte die Mannschaft mit schönen Kombinationen und den entsprechenden Toren über sich hinaus wachsen.
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