Die Eichhörnchen sind gerade zahlreich vertreten in diesem Frühling von Lomas de Zamora. Wo man geht und steht, rennen einem die rostroten Gesellen und ihre dunkelbraunen Chipmunk-Cousins um den Weg. Flink von Ast zu Ast gesprungen und Nüsse gesammelt und vergraben. Das Eichhorn ist ein fleissiger Geselle.
Ähnlich fleissig wie Eichhörnchen muss auch die C.A.L.A. von Trainerlegende Bernd W.IV sein. Hier wird TK gesammelt, fleissig gelaufen und gespielt. Die Ausbeute lässt allerdings zu wünschen übrig und die C.A.L.A. ist momentan am ehesten zu vergleichen mit dem Eichhörnchen, das seine vergrabenen Nüsse nicht mehr wieder findet.
Eduardo Gallardon, Gründer der C.A.L.A., tausendmalrotweissgestreifte Idendifikationsfigur sowie Namensgeber des Stadions der C.A.L.A. in Lomas de Zamora rotiert im Grab. Die Mannschaft, die sein Leben bedeutet hat und der er soviel zu verdanken hat, dümpelt im hinteren Tabellendrittel, knapp über dem Strich, der den Abstieg bedeutet, vor sich hin. Trainer Bernd W., selbst mittlerweile eine Institution bei der C.A.L.A. ist ratlos angesichts dieser Tristeza. Konsequenterweise drehen sich die Taktiküberlegungen die W. im Moment anstellt, hauptsächlich um Alkohol, Empanadas und Tango-Disco...
Trio nennt sich das Zwischenspiel beim Tango, das immer etwas fröhlicher und etwas beschwingter ist als der Rest des - meist traurigen oder tragischen - Stückes. Bei Tangomelodien soll das Trio also das Gemüt des Zuhörers etwas aufhellen.
Auf das Trio wartet auch Bernd W. IV und die C.A.L.A. Die Saison verläuft bis jetzt allerdings nicht so, dass man noch auf ein
fröhlicheres oder beschwingteres Zwischenspiel hoffen dürfte. Vielmehr scheint die Tragik immer grösser zu werden bei den Tausendmalrotweissgestreiften.
So bleibt W. nichts anderes übrig, als tagtäglich in den Tango-Bars von Lomas de Zamora zu sitzen und der traurigen Musik zu lauschen, immer in der Hoffnung, dass wenigstens das musikalische Trio ein wenig Freude in sein Leben bringt.
Vollkommen neben der Spur finden sich die Tausendmalrotweissgestreiften von Los Andes wieder. Falsche Aufstellungen, falsche Taktiken, falsche Einschätzungen des Gegners führen dazu, dass diese Saison bereits abzuschreiben ist, bevor sie erst so richtig losgegangen ist. Die Fans in Lomas freuen sich, denn sie sehen grossartige Spiele mit viel Toren, doch Trainer Bernd W. schwant Böses: zu lange ist er bei Copa dabei, dass er weiss, dass vermeintliche Fussballwahrheiten am Ende doch stimmen: Die Tore, die man nicht schiesst, kriegt man. Ein Spiel dauert 90 Minuten. Das Runde muss ins Eckige. Um nicht zuletzt seine Truppe auf den nächsten ZAT vorzubereiten mit den Worten "Geht's afoch ausse und spüt's Eicha Spü'!"
Der Unterschied zwischen dem Artikels des Meisters und dem der C.A.L.A. ist nur ein Satzzeichen im dieswöchigen Titel. Ein ! statt eines ? - Die Tausendmalrotweissgestreiften aus Gran Buenos Aires haben einen rabenschwarzen ZAT hingelegt, und Trainer W. ist lange genug dabei um eins zu wissen: Der Abstiegskampf hat für uns mit dem 11. Spieltag begonnen. Der Plan für diese Saison war zwar ein anderer, doch die Realität hat uns beinhart eingeholt. Die Primera Division im Land des 3maligen Welt und nunmehrigen Vizeweltmeisters ist eben kein Ponyhof. Wer Ponys sehen will, muss zum Polo gehen...
Bernd W. IV., Trainer der Tausendmalrotweissgestreiften von Los Andes, bestreitet das Routineprogramm am Vorabend des ZATs. Die Mannschaft hat frei, W. sitzt im Café Lomas und denkt über alles nach ausser den kommenden ZAT. Nach drei kleinen Quilmes und zwei Vierteln Malbec mit 15% beschäftigt ihn diesmal die Namensgebung der WM-Bälle seit 1978. Damals hiess der Matchball Tango und wer damals einen Tango hatte, war der Chef auf der Gstätten (dt.: Bolzplatz). Der Name des Matchballs von
1982 ist dem W. entfallen, doch an den Azteca von 1986 kann er sich wieder erinnern. So auch an den Etrusco Unico von 1990, der wohl auch Andreas Brehmes Lieblingsball ist. Dazwischen tun sich wieder demenzartige Löcher auf bis zum Teamgeist von 2006... danach wieder gähnende Leere und vor allem eine gewisse Faulheit, die Gugl oder die künstliche Intelligenz au befragen...und so endet dieser vorZATliche Abend mit zu viel an Sentimentalität und Wein, aber ohne Wuchtel.
Dem Trainer der Tausendmalrotweissgestreiften von Los Andes, Bernd W., gefällt die aufgestockte Primera Division. Alte Traditionsvereine wie die grünweissen Jungs von der Eisenbahn oder der Brauerei-Verein sind nun wieder dabei, und geben der Liga den Anstrich von Grösse, der ihr entspricht. Wie immer sind die meisten Verein aus der Capital Federal anzutreffen, und einige weitere, wie auch die C.A.L.A. aus Gran Buenos Aires. Doch nicht zu vergessen sind Vertreter aus Cordoba (das speziell die Ösis unter uns mit dem Jahr 1978 verbinden), sowie die beiden Vereine aus Rosario, der Wiege der
argentinischen Fussballstars: Nicht nur Lionel Messi, sondern auch der grossartige Angel die Maria kommen aus dieser Stadt irgendwo in der Pampa (im wahrsten Sinne des Wortes).
Vielleicht wird Argentinien ja noch vervollständigt mit einer zweiten Liga - nicht, weil der W. sogerne abstiege, sondern weil es dem Anspruch Argentiniens gerecht werden würde. Der Name "Argentinien" muss wieder von Glanz umgeben sein, und die Schmach des verlorenen WM-Finales sowie vor allem die unselige Vorstellung der hinterhältigen Holzhacker rund um die Ober-Krätzen Paredes und Simeone muss vergessen gemacht werden.
Endlich einmal wäre ein Apostroph tatsächlich angebracht und kein Deppenapostroph, und dann wird es einfach nicht berücksichtigt.
Man darf getrost erwarten, dass der grammatikalische Fail nicht der einzige bleibt von Fenris' Bruder.
[Sonderausgabe der Policia Grammatica de Lomas de Zamora angesichts der Aktualität der Ereignisse]
Zu deutsch "Zwanzig Mannschaften sind nichts" - in Anlehnung eines der berühmtesten Tangos "Volver" in dem genau dieser Refrain vorkommt als "20 Jahre sind nichts". Und genau diese Antwort gab Bernd W. bei der Pressekonferenz der Tausendmalrotweissgestreiften von Los Andes auf die Frage, was er von der Ligaaufstockung hält.
Die anwesende Presse war etwas ratlos angesichts des Vergleichs mit dem Tango, doch W. kam Ihnen zu Hilfe: "egal ob 16 oder 20 Vereine in der Liga, Hauptsache Lomas de Zamora..."
Die Hand Gottes ist hinlänglich bekannt. Damals, 1986, waren wir noch alle jung und in den 20ern, als uns Diego den Fussball verschönte.
Doch nun sprechen wir vom Fuss Gottes. Und der dominiert unsere neue Zeitrechnung. In Form des alten Lio haben es die Argentinier geschafft, nochmals ins Finale zu kommen und dürfen nun gegen die ehemaligen Usurpatoren antreten.
Fun Fact beim Semifinale gegen den ewigen "ARG-Rival": mitten im albi-celesten Meer der fans wurde mehrmals ein tausendmalrotweissgestreifter Fan eingeblendet, wie er ausgelassen feierte. Wer es noch gesehen hat: Nein, das war nicht C.A.L.A.-Trainer Bernd W. - der knotzte zuhause auf der Couch im Krankenstand und - daher - nur mit einem kleinen Bier.