Bernd W. IV., Trainer der Tausendmalrotweissgestreiften von Los Andes, bestreitet das Routineprogramm am Vorabend des ZATs. Die Mannschaft hat frei, W. sitzt im Café Lomas und denkt über alles nach ausser den kommenden ZAT. Nach drei kleinen Quilmes und zwei Vierteln Malbec mit 15% beschäftigt ihn diesmal die Namensgebung der WM-Bälle seit 1978. Damals hiess der Matchball Tango und wer damals einen Tango hatte, war der Chef auf der Gstätten (dt.: Bolzplatz). Der Name des Matchballs von
1982 ist dem W. entfallen, doch an den Azteca von 1986 kann er sich wieder erinnern. So auch an den Etrusco Unico von 1990, der wohl auch Andreas Brehmes Lieblingsball ist. Dazwischen tun sich wieder demenzartige Löcher auf bis zum Teamgeist von 2006... danach wieder gähnende Leere und vor allem eine gewisse Faulheit, die Gugl oder die künstliche Intelligenz au befragen...und so endet dieser vorZATliche Abend mit zu viel an Sentimentalität und Wein, aber ohne Wuchtel.
Der Unterschied zwischen dem Artikels des Meisters und dem der C.A.L.A. ist nur ein Satzzeichen im dieswöchigen Titel. Ein ! statt eines ? - Die Tausendmalrotweissgestreiften aus Gran Buenos Aires haben einen rabenschwarzen ZAT hingelegt, und Trainer W. ist lange genug dabei um eins zu wissen: Der Abstiegskampf hat für uns mit dem 11. Spieltag begonnen. Der Plan für diese Saison war zwar ein anderer, doch die Realität hat uns beinhart eingeholt. Die Primera Division im Land des 3maligen Welt und nunmehrigen Vizeweltmeisters ist eben kein Ponyhof. Wer Ponys sehen will, muss zum Polo gehen...
Endlich einmal wäre ein Apostroph tatsächlich angebracht und kein Deppenapostroph, und dann wird es einfach nicht berücksichtigt.
Man darf getrost erwarten, dass der grammatikalische Fail nicht der einzige bleibt von Fenris' Bruder.
[Sonderausgabe der Policia Grammatica de Lomas de Zamora angesichts der Aktualität der Ereignisse]
Dem Trainer der Tausendmalrotweissgestreiften von Los Andes, Bernd W., gefällt die aufgestockte Primera Division. Alte Traditionsvereine wie die grünweissen Jungs von der Eisenbahn oder der Brauerei-Verein sind nun wieder dabei, und geben der Liga den Anstrich von Grösse, der ihr entspricht. Wie immer sind die meisten Verein aus der Capital Federal anzutreffen, und einige weitere, wie auch die C.A.L.A. aus Gran Buenos Aires. Doch nicht zu vergessen sind Vertreter aus Cordoba (das speziell die Ösis unter uns mit dem Jahr 1978 verbinden), sowie die beiden Vereine aus Rosario, der Wiege der
argentinischen Fussballstars: Nicht nur Lionel Messi, sondern auch der grossartige Angel die Maria kommen aus dieser Stadt irgendwo in der Pampa (im wahrsten Sinne des Wortes).
Vielleicht wird Argentinien ja noch vervollständigt mit einer zweiten Liga - nicht, weil der W. sogerne abstiege, sondern weil es dem Anspruch Argentiniens gerecht werden würde. Der Name "Argentinien" muss wieder von Glanz umgeben sein, und die Schmach des verlorenen WM-Finales sowie vor allem die unselige Vorstellung der hinterhältigen Holzhacker rund um die Ober-Krätzen Paredes und Simeone muss vergessen gemacht werden.
Zu deutsch "Zwanzig Mannschaften sind nichts" - in Anlehnung eines der berühmtesten Tangos "Volver" in dem genau dieser Refrain vorkommt als "20 Jahre sind nichts". Und genau diese Antwort gab Bernd W. bei der Pressekonferenz der Tausendmalrotweissgestreiften von Los Andes auf die Frage, was er von der Ligaaufstockung hält.
Die anwesende Presse war etwas ratlos angesichts des Vergleichs mit dem Tango, doch W. kam Ihnen zu Hilfe: "egal ob 16 oder 20 Vereine in der Liga, Hauptsache Lomas de Zamora..."
Die Hand Gottes ist hinlänglich bekannt. Damals, 1986, waren wir noch alle jung und in den 20ern, als uns Diego den Fussball verschönte.
Doch nun sprechen wir vom Fuss Gottes. Und der dominiert unsere neue Zeitrechnung. In Form des alten Lio haben es die Argentinier geschafft, nochmals ins Finale zu kommen und dürfen nun gegen die ehemaligen Usurpatoren antreten.
Fun Fact beim Semifinale gegen den ewigen "ARG-Rival": mitten im albi-celesten Meer der fans wurde mehrmals ein tausendmalrotweissgestreifter Fan eingeblendet, wie er ausgelassen feierte. Wer es noch gesehen hat: Nein, das war nicht C.A.L.A.-Trainer Bernd W. - der knotzte zuhause auf der Couch im Krankenstand und - daher - nur mit einem kleinen Bier.
Es steht das Halbfinale an bei der Fake-WM im Land, das unseren Sport "Socke" nennt. Und es gibt eine Chance, dass es bei (fast) Mexico 2026 eine Wiederholung von Mexico 1986 gibt und damit von einem der grössten Spiele und historischsten Szenen der Fussballgeschichte: Ich meine Argentinien gegen England, als der liebe Gott höchstpersönlich in ein Spiel eingegriffen hat, und über seinen eingeborenen Sohn Diego Armando Maradona Rache an den Imperialisten und Rache für die Islas Malvinas geübt hat und sowieso die unendliche Liebe zu seinem Sohn der gesamten Welt offenbart hat.
Nun gibt es die Chance, dass ein Spieler noch grösser als Diego Armando Maradona werden kann: Lionel Messi.
Ist Lio auch ein Liebling der Götter? Wird der liebe Fussballgott auch
Lio unter die Arme greifen in einem Semifinale gegen England?
Die Zeichen stehen dafür: Der Fussballgott hat Argentininen schon in der Gruppenphase unterstützt, als es gegen das europäische Powerhouse A U S T R I A ging mit den Scheiberlspiel-Großmeistern aus dem Floridsdorfer Käfig, Marko Arnautovic (FAC) und Sascha Karl Leitschitsch (SR Donaufeld). Und dann im Achtelfinale gehn wie ein... äh gegen Ägypten, hat der Herrgott erst in der 70. Minute sein TV aufgedreht, um seine Liebe zu seinem Enkelsohn Lionel zu beweisen.
Wir sind gespannt. Die gesamte Mannschaft der C.A.L.A., ausnahmsweise blauweiss statt tausendmalrotweiss gestreift, sitzt mit der Trainerschaft Bernd W. in der Kantine des Eduardo Gallardon-Stadions in Erwartung einer göttlichen Offenbarung.
Österreich gegen Argentinien hiess es diese Woche bei der komischen Weltmeisterschaft im Land, das unseren Sport als " Socke" oder so ähnlich bezeichnet, und wo man im Stadion mehr Zeit fürs Colasaufen und Burgerfressen verschwendet als fürs Anfeuern seiner Mannschaft. Egal, beim schillernden Namen "Argentinien" auf jeden Fall hat man als Österreicher vorwiegend gute Assoziationen: Ganz unvergessen natürlich die WM 1978 in Argentinien - mit Grössen wie Hans Krankl und Bruno Pezzey. Und als erstes denkt man
natürlich an Cordoba 1978: "CORDOBA" dieser Sehnsuchtsort jedes Österreichers gehört zum kollektiven Selbstverständnis der Alpenrepublik wie Mozart und Skifahren.
Was für ein grosses Match das damals war für Österreich in Cordoba: Als kleines Land gegen eine Mannschaft anzutreten, die bei der vorigen Weltmeisterschaft 1974 im Finale gestanden ist. Gegen einen übermächtigen Gegener zu spielen. Und das in Argentinien... einfach grossartig.
Das Ergebnis von Cordoba 1978 ist bekannt: Österreich 1 - Holland 5.
Die Zeiten sind wieder halbwegs normal geworden in Lomas de Zamora. Doch hat der NMR des Trainers der C.A.L.A. ein ordentliches Loch ins Torkontingent gerissen. Drei Spiele nicht zu setzen haben nicht nur die soziale Sicherheit in Lomas zum Wanken gebracht, sondern auch die C.A.L.A. ordentlich ins Mark getroffen. Die Tausendmalrotweissgestreiften werden wohl oder übel keine Rolle mehr im Titelrennen der Primera Division spiele, so realistisch ist Trainer W. allemal. Zum Glück, aber auch irgendwie schade ist, dass es keine zweite Division mehr
gibt. Nicht, dass Bernd W. und die C.A.L.A. dorthin zurück wollen - obwohl man dort zwei Mal Meister war (und...ähem...somit zuvor auch zwei Mal Absteiger) - aber es würde zumindest ein Saisonziel für die Tausendmalrotweissgestreiften geben - und es wäre ein klein bisschen spannender. Vielleicht lässt sich die Copa-Administration für Saison 44 ja was einfallen...
Zum Abschluss noch ein Witz:
Warum räumt CR7 sein Zimmer nicht mehr auf?
Ganz einfach: Er möchte auch gerne ein Messie sein.
Bernd W. überlegt ernsthaft den Sport zu wechseln. Seit er neulich in irgendeinem Kaff in Gran Buenos Aires ein Polo-Match gesehen hat, ist er gefangen von diesem Sport.
Doch Polo kann man nicht lernen, zu Polo wird man geboren. Man muss entweder der Sprössling eines adeligen Gecshlechts sein oder zumindest von Geldadel sein. Und dann braucht man noch einige hundert geklonte Pferde. (Man beachte die Augenscheinlichkeit, dass beim Polo sowohl bei Reiter als auch Pferd die "Geburt" über das Dasein als Polospieler entscheidet).
Am Ende war das ganze doch ein bisschen zu teuer als Fussball-Alternative.
Nun schwingt sich W. halt auf sein Pinarello Dogma F und radelt zum Abendtraining raus ins Eduardo Gallardon von Lomas...