Der Name verpflichtet; das weiß man nicht nur in Tunesien sondern weit über die Copa-Grenzen hinaus. Und so ist dieses Wochenende nicht die schönste Nebensache der Welt Thema Nummer eins, nein.
Der AS Ariana richtet am Sonntag die inoffizielle Meisterschaft im Kniffeln aus. Spitze Bleistifte und Blöcke liegen bereit, Würfelbecher und das wichtigste Utensil; die Würfel sind poliert. Ab 11 Uhr geht es im Vereinsheim nicht um Schienenspieler, Abseitsfalle oder hängende Spitzen sondern um
Full House, kleine und große Straße und Dreier- und Viererpasch.
"Wir erwarten Gäste aus dem ganzen Land, wollen aber den Titel natürlich bei uns behalten, erklärt cube, für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt und kurzentschlossene können sich bis zu einer Stunde vor Turnierbeginn noch in die Starterliste eintragen. Der genaue Spielmodus ist noch geheim, aber am späten Nachmittag sollen die Würfel gefallen sein. Und dann zieht er wieder ein; der Fußball beim AS Ariana.
16 Gegentore in fünf Spielen; glasklar wo momentan der Schuh drückt beim AS Ariana. Zuletzt auch gegen Meister Stade Tunisien , den man in einem wilden Match 5:4 schlagen konnte. Die Siege werden so hart erkämpft und teuer bezahlt. Kein Wunder das der Fokus diese Woche auf der Defensive lag, da kommt der internationale Wettbewerb eigentlich zur Unzeit. Viel Rotation kann man mit dem kleinen Kader nicht spielen, da wird es auch schon zum Saisonanfang eine Kraftfrage. Doch letztlich ist es ein Jammern auf hohe Niveau, schließlich ist es die Belohnung für die gute letzte Saison.
Sand im Getriebe hat AS Ariana, zumindest in der Liga. Während man international den Einzug in die Königsklasse feiern durfte, ist man in der heimischen Liga noch nicht wirklich angekommen.
Woran das liegt? Ja, wenn man das wüsste. Vom fehlenden Fokus
auf den Ligaalltag will cube nichts wissen. Diese Ausrede wäre im zu billig.
Aber man sollte schnell in die Spur finden. die größere Liga mit etlichen trainerlosen Vereinen verzeiht wenig Fehler und die Spitzenteams sind ruckzuck enteilt. Also gegensteuern! Da passt es ganz gut das international diese Woche nicht gespeilt wird.
Die geschätzten Trainerkollegen der Nationale A machen sich Gedanken über die Aufstockung der Liga im Sommer. Trainerlose Verein sind nicht nur ein Stolperfalle am frühen Freitagabend, sie sind auch kein Indiz für ein spannendes Ligageschehen. Und das wünscht man sich, insbesondere nach der entfachten Euphorie bei der Copa-WM. Gut zu lesende Zeitungsartikel helfen sicherlich, die beste afrikanische Liga attraktiv für Trainerneulinge oder alte
Haudegen zu machen.
Nach dem ersten Spieltag den Stab über die Ligaaufstockung zu brechen. wäre sicher verfrüht. Deswegen war cube für eine Statement auch nicht zu gewinnen. Er hat mit Liga und internationalem Geschäft wahrlich auch genug zu tun. Gossip kann er deswegen auch keinen besteuern, verspricht aber Skandale, Stimmung, Sensationen wenn sich der Ligaalltag ein bisschen eingespielt hat und klar ist wohin die Reise international geht.
Anfangs war es eine Verlegenheitslösung, Copa lief wieder, Klubs in Tunesien suchten einen Trainer, zwar keiner der schon von cube trainiert wurde aber mit AS Ariana konnte sich der einstige Meistertrainer schnell anfreunden. Es wäre unehrlich zu sagen, man hätte nicht die Entwicklung bei anderen Klubs genau beobachtet. Und relativ schnell wurde die Trainerstelle bei Club Africain (der letzten Trainerstatdion vor dem Zusammenbruch) frei. Doch inzwischen hatte cube Gefallen am AS Ariana gefunden und der sportliche
Erfolg stellte sich ein. Die Qualifikation für das internationale Geschäft gab den letzten Ausschlag das nach Saisonende relativ schnell Klarheit auf der Trainerposition herrschte.
So geht cube in die erste komplette Saison mit dem Klub aus Ariana. Und zum Auftakt reist man zum club Africain, ein Rendezvous mit der Vergangenheit. Neben der gewohnten Anspannung zum Saisonauftakt überwiegt die Vorfreude sich mit dem alten Arbeitgeber zu messen. Eine Zeit die zwar vorbei ist, man aber nicht missen wollen würde.
Der Tag von cube scheint momentan deutlich mehr als vierundzwanzig Stunden zu haben. Nicht nur das er Tunesiens Nationalmannschaft bei der Copa-WM in Marokko aus der Ferne supportet, nein er murkst auch in der Nationale A nicht nur bei AS Ariana sondern auch bei AS Marsa herum. Auch in die Angelegenheiten anderer Vereine scheint er seine Erdbeernase (ist da kosmetisch noch was zu machen) hineinzustecken.
Und auch nostalgische Gefühle treiben in um. Überall in Tunesien hat cube schon Spuren hinterlassen und Kontakte geknüpft, jetzt kommt es zu einem weiteren Aufeinandertreffen mit einer "alten" Liebe.
Esperance Sportive de Tunis (trainiert von cube in Saison 19 & 20) war die erste Station in der Nationale A. Drei Spielzeiten hatte cube die Verantwortung bei US Monastir (Saison 32 bis 34) und ab Saison 39 war er Cheftrainer bei Club Africain, hier wurde er auch in Saison 41 Meister. Sicher hatte man bei AS Ariane die Entwicklung des Übungsleiters im Hinterkopf, als man an ihn herangetreten ist. So schnell wird man aber mit AS Ariana nicht ins obere Tabellendrittel kommen, zu wenig Substanz weist der Kader auf. Bleibt abzuwarten, ob man langfristig etwas aufbauen kann.
In Afrika ist Tunesien jedenfalls die große Liebe von cube.
Dieser Tage lebt man gefährlich, als Trainer in Tunesien, insbesondere wenn man die Nationalmannschaft betreut. Eine Niederlage - zack - entlassen! So erging es zumindest Sabri Lamouchi nach einer - zugegeben - herben Klatsche gegen Schweden (1:5) bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada. Was für die reale Welt gilt, muss nicht unbedingt in der Copa-Welt gelten. So scheinen die Vertreter
Tunesiens bei der aktuellen Copa-WM fest im Sattel zu sitzen. Cube hatte, trotz langer Trainerkarriere im nordafrikanischen Land, seinen Hut nicht in den Ring geworfen. "Ich wünsche den Kollegen nur das Beste, so der Übungsleiter der AS Marsa, aber ich möchte mich erst wieder in die Nationale A reinfuchsen. Die nächste Copa-WM kommt bestimmt. Noch machen die Jungs die Aufstellung. Noch!"
Wenn Exil-Kubaner dieser ruhmreichen und stolzen Nation bei der Weltmeisterschaft vertreten, müssen nicht nur die Alkoholvorräte bei allen Fußballfans in Tunesien aufgestockt werden. Natürlich geht es dabei auch um die Wurst oder besser gesagt eher um den ganzen Grill! Das Kamele im Zweifel auch mal einen Kaktus verputzen ist dann nicht nur eine stachelige sondern möglicherweise eine höchst delikate Angelegenheit. Nicht überliefert wurde, ob man aus Kuba auch
die ein oder andere Zigarre mit nach Nordafrika gebracht hat. Aber das würde eine entsprechende Rauchentwicklung ja verraten. Der alte Spruch: Wo Rauch ist, ist auch Feuer hat auch am anderen Ende der Welt Konjunktur. Ist der morderne Fußball jetzt eigentlich in der Karibik schöner? Haiti und Curacao sorgen für Furore, Kuba hat ganz andere Probleme und Teams wie Costa Rica oder Trinidad & Tobago träumen allenfalls noch von längst vergangenem Ruhm. Na dann mal Prost
Am Rande des ersten Ligaauftritt cubes bei US Monatir 2:3 kam es einem Zwischenfall kurz vor Spielende. Kurz zuvor hatte der AS Ariana in der vierten Minute der Nachspielzeit auf 2:3 verkürzt und schickte sich tatsächlich an noch den Ausgleich zu erzielen. Doch der Versuch wurde von einem Verteidiger der Heimmannschaft jäh gestoppt. Nach Meinung der Ariana-Spieler und dem Trainerstab hätte man durchaus Elfmeter geben können. Das sah die Gegenseite wenig überraschend komplett anders. So kam es zu einer ausgedehnten Rudelbildung, die nicht nur mit Wortgefechten, sondern auch mit Schubsereien unterlegt wurde. "Sie haben sich fast wie die kleinen Mädchen an de Haaren gezogen,
ließ cube auf der Pressekonferenz wissen, ich bin froh das der Schiedsrichter besonnen reagiert hat und nicht wild mit Karten herumwedelte."
Hatte sich das Geschehen auf dem Platz relativ schnell wieder beruhigt so kam es dann zu einer Auseinandersetzung der Trainerteams. Stein des Anstoßes soll ein Spruch cubes gewesen sein. Ein Assistenztrainer von US Monastir fühlte sich beleidigt, Klugheit habe ihn sein Leben lang verfolgt, aber er sei immer schneller gewesen soll der neue Trainer von AS Ariana ihm zugerufen haben.
"Ja, das kann ich bestätigen, gab cube zu, ich fand mich ziemlich schlagfertig. Ein Statement von US Monatir und der Liga steht zur Stunde noch aus.
Jetsetter cube pendelt momentan zwischen Marokko und Tunesien, um seine Wahlheimat bei der Copa-WM zu unterstützen. Ob darunter nicht die Vereinsarbeit leidet? "Was meinen sie warum wir einen ganzen Trainerstab haben? - fragt cube rhetorisch auf der Abschluss-PK "Sie glauben doch nicht, dass ich jedes Hütchen aufstellen und jedes Leibchen selbst austeilen muss! Es darf aber keiner annehmen das mir etwas verborgen bleibt. Außerdem eine Fußballweltmeisterschaft etwas ganz Besonderes. Fragen Sie mal den österreichischen Bundespräsidenten van der Bellen."
Auf die kommenden Aufgaben angesprochen verliert er sich dann in Floskeln: "Wir schauen von Spiel zu Spiel." Fünf Dinar ins Phasenschwein.