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Copa Mundial · Weltmeisterschaft
8. Copa Weltmeisterschaft Endrunde
Saison 43 · Modus direkt_endrunde · 32 Endrunden-Slots
MarokkoMarokkoFinale
Casablanca hat wieder einen Puls. Keinen schönen, ruhigen, medizinisch empfohlenen Puls. Eher einen, bei dem der Arzt kurz den Stift fallen lässt.

Marokko steht im Finale. Nicht mit Feuerwerk. Nicht mit elf Toren. Nicht mit dem grossen Löwengebrüll aus den ersten Runden. Gegen Australien reichte am Ende ein 0:0 mit Nachschlag und ein Elfmeterschießen, das aussah, als hätte Fortuna selbst die Augen verbunden und mit dem Fuß geworfen. 3:1. Mehr war nicht drin. Mehr musste nicht rein.

Australien, der selbst ernannte Weltmeister der Herzen, darf damit weiter Herzen sammeln. Marokko nimmt lieber das Finale.

Nouri stand nach dem letzten Elfmeter lange still. Neben ihm Nqila. Der Vater sagte nichts, sah nur auf den Rasen und dann auf seinen Sohn.

„Du hast nichts mehr im Tank.“

Nouri nickte.

„Aber der Wagen rollt noch.“

„Dann bete, dass es bergab geht.“

So viel zur Taktik.

Im anderen Halbfinale stellte sich Südkorea erst selbst ein Denkmal und dann beide Beine. 5:0 für Tunesien im ersten Spiel. 5:0 für Südkorea im zweiten. Ein Gleichstand, so absurd, dass selbst die Ergebnistafel kurz nach einem Verantwortlichen suchte. Danach Elfmeterschießen. Tunesien traf, Südkorea wackelte, und plötzlich war der Traum von K Pop, Squid Games und ganz viel Pathos in zwei Schüssen zusammengefaltet.

Die Südkoreaner nahmen es sportlich. Vielleicht zu sportlich. Kaum war das eigene Aus verdaut, gratulierten sie Marokko schon zum Titel. Nett gemeint. Nur steht da noch ein Finale. Gegen Tunesien. Eine kleine Formalie, ungefähr so klein wie ein wütender Zollbeamter mit Stempel in der Hand.

Denn während Marokko und Tunesien beide kaum noch Kraftreserven haben, könnte das Finale bereits am Einlass entschieden werden. Den tunesischen Fans droht nämlich der Ausschluss aus dem Gastgeberland.

Der Grund: Operation Harissa.

Nach dem Halbfinalsieg sollen mehrere tunesische Fanbusse in Casablanca eine spontane Siegesparade veranstaltet haben. Spontan heisst in diesem Fall: mit drei Trommlern, zwölf Hupen, einem Grill, zwei Schafen aus Pappe und einem Mann, der auf einem Mietroller stehend „Finale“ schrie, bis ihn ein Kreisverkehr besiegte.

Die Sache eskalierte, als jemand vor dem Grand Stade Hassan II versuchte, eine riesige tunesische Fahne mit Harissa an eine Betonwand zu kleben. Offiziell als „kulinarische Choreografie“ angemeldet. Inoffiziell als roter Fleck von der Größe eines Strafraums. Danach roch der Eingang C sieben Stunden lang wie ein Imbiss, der politische Ambitionen entwickelt hat.

Der marokkanische Verband prüft nun ein Stadionverbot, ein Einreiseverbot und ein Gewürzverbot. Besonders letzteres trifft Tunesien hart.

Sportlich ist die Lage kaum weniger absurd. Marokko ist platt. Tunesien ist platt. Beide haben ihre Vorratskammern leergeräumt, die letzten Münzen aus dem Sofa gekratzt und die Ersatzbatterien aus der Fernbedienung genommen. Im Finale stehen zwei Mannschaften, die eigentlich nur noch durch Gewohnheit laufen.

Nqila wird vermutlich wieder wenig sagen. Nouri wird vermutlich wieder nicken. Und irgendwo vor dem Stadion wird ein tunesischer Fan erklären, dass Harissa keine Sachbeschädigung sei, sondern Emotion mit Paprika.

Das Finale steht.

Marokko gegen Tunesien.

Gastgeber gegen Nachbar.

Leere Taschen gegen leere Taschen.

Und falls Südkorea recht behält, muss Marokko nur noch eines tun: den Glückwunsch nachträglich bestätigen.

Nouri 12.07.2026 20:02 (Bonus erhalten)
🏆 1


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