Kevin Phillips ist kein Mann der großen Gesten. Während andere Trainer nach einem wichtigen Sieg die Kabine in einen Konzertsaal verwandeln, dürfte der Engländer zunächst einen Kaffee bestellt und die Zahlen überprüft haben. Diesmal allerdings hatten selbst die Statistiken einiges zu erzählen: Newell’s Old Boys gewann zunächst auswärts bei Centro Juventud Antoniana mit 4:3 und legte anschließend zu Hause ein 4:2 gegen CA Los Andes nach. Sechs Punkte, acht Tore und ein Sprung von Platz sechs auf Rang zwei – für einen Mann, der sonst lieber leise analysiert, war das eine ziemlich laute Woche.
Besonders der Erfolg beim bisherigen Spitzenreiter Centro Juventud Antoniana dürfte in Rosario für zufriedene Gesichter gesorgt haben. Ein 4:3 auswärts ist kein Ergebnis für schwache Nerven, sondern eher eine Einladung, den Kaffee vorsichtshalber mit beiden Händen festzuhalten. Newell’s bewies dabei, dass die Mannschaft auch dann bestehen kann, wenn es turbulent wird. Gegen Los Andes folgte der nächste Sieg, diesmal mit vier eigenen Treffern und etwas weniger Nervenkitzel. Phillips scheint seine Mannschaft genau zum richtigen Zeitpunkt in Schwung zu bringen.
Nach 23 Spieltagen steht Newell’s mit 41 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. Nur Quilmes AC liegt mit 42 Punkten knapp
davor. Centro Juventud Antoniana folgt mit 40 Zählern, dahinter lauern Tigre und Rosario Central mit jeweils 39 Punkten. Die Spitze ist also eng wie eine argentinische Kaffeebar kurz vor Feierabend. Ein einziger Ausrutscher könnte die Reihenfolge wieder kräftig durcheinanderwirbeln. Gleichzeitig ist klar: Newell’s hat sich mit den beiden Siegen eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet.
Die nächsten Aufgaben haben es in sich. Zunächst geht es auswärts gegen Atlético de Rafaela, anschließend wartet Argentinos Juniors. Danach folgt das große Duell mit Rosario Central – und damit ein Spiel, das in Rosario weit mehr bedeutet als drei Punkte. Die Erinnerung an das verlorene Derby dürfte bei den Fans noch nicht verblasst sein. Phillips bekommt also die Gelegenheit, sportlich nachzulegen und gleichzeitig zu zeigen, dass sein ruhiger Kurs auch in emotionalen Spielen trägt.
Der Engländer wird sich davon kaum aus der Ruhe bringen lassen. Vielleicht wird er die nächsten Gegner analysieren, vielleicht noch ein paar spanische Vokabeln lernen und ganz sicher wieder seinen Kaffee trinken. Doch während Phillips schweigt, spricht die Tabelle eine deutliche Sprache: Newell’s ist Zweiter, nur einen Punkt hinter der Spitze – und plötzlich müssen die anderen Trainer sehr genau aufpassen, was der stille Mann aus Rosario als Nächstes vorhat.
Es gibt Fußballspiele, nach denen man lange suchen muss, um passende Worte zu finden. Das vergangene Spiel von Newell’s Old Boys gegen CA Independiente gehört eindeutig in diese Kategorie. Vor einer Rekordkulisse sah zunächst alles nach einem perfekten Abend aus: Newell’s führte bis zur 90. Minute mit 1:0 und war damit Tabellenführer. 90 Minuten lang schien Kevin Phillips’ Mannschaft den großen Moment tatsächlich in der Hand zu haben.
Dann kam die Nachspielzeit.
Zwei Gegentore später war aus der Tabellenführung eine 1:2-Niederlage geworden. Aus Jubel wurde lähmendes Entsetzen, aus einem möglichen großen Schritt nach vorne ein Abend, den die Anhänger vermutlich so schnell nicht vergessen werden. Besonders bitter: Die Mannschaft hatte die drei Punkte praktisch schon in der Tasche, bevor sie in den letzten Minuten alles wieder aus der Hand gab.
Auch die Tabelle zeigt, wie knapp es inzwischen zugeht. Newell’s steht nach 21 Spieltagen mit 35 Punkten weiterhin auf Platz 6. Doch der Abstand nach ganz oben ist minimal. Newell’s hätte mit einem Sieg also tatsächlich die Tabellenführung übernehmen können. Stattdessen
bleibt der Blick nach oben – und die Erinnerung an eine Nachspielzeit, die sich vermutlich jeder bei Newell’s gerne aus dem Gedächtnis streichen würde.
Kevin Phillips selbst dürfte die Ereignisse gewohnt sachlich analysieren. Vielleicht hilft dabei auch weiterhin sein Spanischkurs. Wobei die passende Vokabel für die letzten Minuten vermutlich noch nicht im Unterricht behandelt wurde. „¿Por qué?“ dürfte allerdings inzwischen jeder im Stadion beherrschen.
Trotz des Rückschlags bleibt die Ausgangslage ordentlich. 35 Punkte, Platz 6 und nur zwei Zähler Rückstand auf die Spitze bedeuten, dass Newell’s weiterhin mitten im Kampf um die vorderen Plätze steckt. Allerdings wartet nun ausgerechnet der aktuelle Spitzenreiter: Am nächsten Spieltag muss Newell’s bei Centro Juventud Antoniana antreten. Ein Spiel also, das kaum besser zum aktuellen Gemütszustand passen könnte.
Nach dem Drama von Rosario geht es damit direkt zum Tabellenführer. Vielleicht ist die Rechnung für Newell’s ganz einfach: Wenn man schon in der 90. Minute Tabellenführer sein kann, dann sollte man es diesmal vielleicht auch bis zur 94. bleiben.
Bei Newell’s Old Boys bleibt es abwechslungsreich: Auf eine deutliche Niederlage folgten zwei Siege, wobei besonders der letzte Spieltag für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Zunächst musste sich Newell’s bei Ferro Carril Oeste mit 1:5 geschlagen geben. Die Mannschaft zeigte sich davon allerdings wenig beeindruckt und antwortete mit einem knappen 1:0 gegen Gimnasia La Plata. Gegen CA Nueva Chicago wurde es anschließend deutlich turbulenter: In einem wilden Schlagabtausch setzte sich Newell’s mit 5:4 durch und bescherte den Fans neun Tore – sowie vermutlich den einen oder anderen zusätzlichen Herzschlag.
In der Tabelle steht das Team nach 19 Spielen weiterhin auf Rang sechs. Mit 32 Punkten ist der Anschluss an die oberen Plätze noch immer gegeben, denn bis zum dritten Tabellenplatz fehlt
lediglich ein Punkt. Allerdings zeigt das Torverhältnis von 30:34, dass die Defensive gelegentlich noch ihre ganz eigene Vorstellung von Spannung hat.
Auch sprachlich wird weiter nachgebessert: Der Englischlehrer im Spanischkurs von Kevin Phillips soll inzwischen die Lektion „¿Qué pasó con nuestra defensa?“ – „Was ist mit unserer Abwehr passiert?“ – auf den Lehrplan gesetzt haben. Ob die Spieler die Frage künftig beantworten können, bleibt abzuwarten.
Als Nächstes wartet mit Boca Juniors eine schwierige Auswärtsaufgabe, ehe CA Independiente in Rosario gastiert. Phillips dürfte die kommenden Partien gewohnt sachlich angehen. Die Fans hingegen hoffen auf weniger Nervenkitzel – und vielleicht auf eine Abwehr, die nicht jedes Spiel zum Sprachkurs macht.
Rosario – Bei Newell’s Old Boys erlebt Trainer Kevin Phillips derzeit eine sportliche Phase, die selbst mit einer starken Tasse englischen Kaffees nur schwer zu verdauen ist. Nach der bitteren 0:2-Niederlage bei Instituto de Córdoba folgte zwar ein knappes 1:0 gegen Gimnasia y Esgrima de Jujuy, doch anschließend setzte es bei Racing Club eine deutliche 0:5-Klatsche. Fünf Gegentore – da hilft selbst ein doppelter Espresso nicht mehr.
In der Tabelle steht Newell’s nach 16 Spieltagen mit 26 Punkten auf Platz 6. Damit rutschte der Klub zwar einen Rang ab, bleibt aber in Schlagdistanz zu den oberen Plätzen. Phillips selbst gibt sich gewohnt ruhig: „Im Fußball gibt es gute und schlechte Tage. Heute war offenbar
ein sehr argentinischer Tag.“
Während die Presse in Rosario bereits hektisch nach Erklärungen sucht, widmet sich der Engländer angeblich weiterhin gewissenhaft seinem Spanischkurs. „Ich kann inzwischen im Restaurant ein vollständiges Frühstück bestellen“, soll Phillips stolz verkündet haben. „Nur bei den taktischen Besprechungen meiner Spieler verstehe ich weiterhin hauptsächlich die Verben laufen und verlieren.“
Nun warten mit Ferro Carril Oeste, Gimnasia La Plata und CA Nueva Chicago drei wichtige Aufgaben. Phillips soll bereits einen Plan haben: weniger Gegentore, mehr Tore und anschließend eine große Tasse Kaffee. In dieser Reihenfolge – sofern das Spanisch reicht.
Rosario – Der zweite Tabellenplatz ist Geschichte. Nach 13 Spieltagen steht Newell’s Old Boys auf Rang fünf und hat damit innerhalb weniger Spieltage drei Plätze eingebüßt. 23 Punkte stehen auf dem Konto, der Abstand zur Spitze beträgt inzwischen vier Zähler. Noch ist in Rosario deshalb längst keine Krise ausgerufen – doch die Geduld der Anhänger ist bekanntlich begrenzt.
Die vergangenen Wochen waren ein Wechselbad der Gefühle. Dem spektakulären 4:4 bei Chacarita Juniors folgte eine bittere 1:2-Heimniederlage gegen Quilmes. Immerhin gelang zuletzt gegen Huracán Buenos Aires ein wichtiger 1:0-Erfolg. Stabilität sieht allerdings anders aus.
Während die örtliche Presse nun über fehlende Konstanz und die verpasste Chance auf die Tabellenführung diskutiert, bleibt
Kevin Phillips seiner Linie treu. Der Engländer soll die jüngsten Ergebnisse gewohnt sachlich analysiert haben. Große Schuldzuweisungen oder dramatische Ankündigungen waren jedenfalls nicht zu hören. Angeblich war sein wichtigster Begleiter dabei wieder einmal eine Tasse Kaffee.
Viel Zeit zum Grübeln bleibt ohnehin nicht. Mit Instituto de Córdoba, Gimnasia de Jujuy und Racing Club warten drei Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Neun Punkte wären für Newell’s ein gewaltiger Schritt zurück in Richtung Spitzengruppe.
Phillips weiß vermutlich: In Rosario wird aus einem guten Lauf schnell eine Krise – und aus einer Krise ebenso schnell wieder ein Angriff auf die Spitze. Vielleicht ist genau deshalb die Kaffeemaschine im Trainerbüro derzeit das ruhigste Objekt im ganzen Verein.
Während sich die Konkurrenz in der argentinischen Liga Woche für Woche heiße Duelle liefert, scheint einer die Ruhe wegzuhaben: Kevin Phillips. Der englische Trainer von Newell’s Old Boys hat seine Mannschaft inzwischen auf Platz zwei geführt und damit einen bemerkenswerten Sprung gemacht. Vor einer Woche noch Vierter, steht Newell’s nach zehn Spieltagen mit 19 Punkten direkt hinter Tabellenführer Centro Juventud Antoniana.
Dabei verlief die vergangene Woche durchaus wechselhaft. Auf einen spektakulären 4:2-Erfolg gegen River Plate folgte ein knappes 1:0 gegen CA Tigre. Im Anschluss setzte es allerdings eine deutliche 1:4-Niederlage bei CA Lanús. Ein Rückschlag, der in Rosario durchaus für Gesprächsstoff sorgen dürfte – immerhin hatte Newell’s
zuvor den Eindruck vermittelt, sich dauerhaft in der Spitzengruppe festsetzen zu können.
Phillips selbst dürfte das Ganze vermutlich deutlich entspannter sehen. Der Engländer wirkt weiterhin wie jemand, der sich von einzelnen Ergebnissen nicht aus der Ruhe bringen lässt. Vielleicht ist genau diese Gelassenheit momentan seine größte Stärke. Während andere Trainer bereits hektisch auf die Tabelle schauen, scheint Phillips lieber seinen Kaffee zu trinken und darauf zu vertrauen, dass seine Mannschaft ihren Weg weitergeht.
Doch der Abstand zur Spitze beträgt nur zwei Punkte. Und damit ist klar: Newell’s ist längst kein stiller Beobachter mehr. Die Mannschaft steht mitten im Titelrennen – und der englische Superman sitzt weiterhin erstaunlich entspannt auf seiner Bank.
In Rosario herrscht bei den traditionsreichen Newell’s Old Boys weiterhin vorsichtiger Optimismus. Nach sieben Spieltagen steht die Mannschaft mit 13 Punkten auf Platz 4 der Primera División, in der immerhin 20 Teams um die begehrten Plätze kämpfen. Mit vier Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen kann sich die bisherige Bilanz durchaus sehen lassen. Der Saisonstart macht Mut und lässt die fanatischen Anhänger wieder von besseren Zeiten träumen.
Einen kleinen Dämpfer gab es allerdings zuletzt im prestigeträchtigen Derby gegen den Nachbarn Rosario Central. Mit 0:1 musste sich Newell’s geschlagen geben – eine Niederlage, die
bei den Anhängern besonders schmerzt. Trainer Kevin Phillips blieb seiner gewohnt erstaunlich ruhigen Linie treu. Fast schon gedanklich abwesend verfolgte der Engländer das Geschehen und ließ sich auch nach dem Abpfiff kaum aus der Ruhe bringen.
„Wir setzen auf das Rückspiel“, erklärte Phillips trocken. Eine Aussage, die typisch für den neuen Coach ist. Noch ist schließlich genügend Zeit, die Kräfte zu bündeln. Der gute Tabellenplatz gibt ihm Recht – und so wächst trotz der Derbypleite die Hoffnung, dass Phillips mit seiner unaufgeregten Art tatsächlich genau der richtige Mann für Newell’s sein könnte.
Der Trainer der Newells Old Boys heute beim Interview der La Capital: "Hallo erstmal, viele werden es wissen aber ich möchte zuerst Betonen wie gerne und oft ich für die Medien da bin auch wenn es über 10 Jahre her ist das ich...egal. Ich bin nun in meiner zweiten Saison hier in Argentinien angekommen und so langsam verstehe ich die Leute auch und weiß sogar das es hier alles etwas anders läuft als in Uruguay. Ausruhen und mit Platz 9 oder ähnlichen zufrieden sein wird nicht lange gut gehen. Noch zu meinen eigenen Zielen: ich hatte In der Saisonpause Angebote aus Surinam oder auch der dritten Division in Uruguay aber NEIN ich werde gerade in dieser Saison gehörig angreifen...Mein Weg hier in Argentinien ist noch nicht ganz zu Ende."
Gegen Danubio verlor diesmal unser Club Nacional nur mit 0:5 und es scheint so als ob es rasant Bergauf geht. Nur Vorletzter und nur 34 Gegentore...Zahlen wo Miramar Misiones Fans wahrscheinlich von träumen. Es läuft praktisch immer besser und es dürfte nicht mehr lange dauern bis man das Meisterschaftswort in den Mund nehmen kann. Kevin Phillips: "Es läuft wunderbar. Man sieht immer mehr wie wir besser werden. Nicht 0:6 verlieren ist ein wirklich schönes Gefühl und ich denke immer weniger Teams können uns das Wasser reichen. Vor einigen Monaten hätte ich nie gedacht das wir so guten Fußball spielen können. Jetzt heisst es so weiter zu spielen."
Tristeste pur beim Club Nacional Montevideo. 3:5 daheim gegen Central Espanol Futbol Club. Vorletzter Tabellenplatz mit Tendenz nach ganz unten. Die Stimmung scheint zum Nullpunkt zu tendieren und auch Coach Kevin Phillips scheint mir den Nerven am Ende: "Jedes Jahr das gleiche wir spielen, machen und tun aber es kommt zu wenig bei rum. 5 Gegentore gegen so einen Gegner und das im heimischen Stadion ist eine Offenbarung. Wenn nicht ganz schnell hier etwas gravierendes geschieht gehen beim Club Nacional die Lichter aus. Momentan tut sich einfach gar nichts und das macht mich depressiv. Keine Transfers, kein Geld für ein ordentliches Trainingslager im Ausland, nicht einmal vernünftige Duschkabienen. Ich bin bedient."