Im Espenmoos herrscht Alarmstufe Chlor. Bademeister bora milutinovic hat erfahren, dass der berüchtigte Mähbie-53 inzwischen serienreif ist und sich angeblich durch nassen Rasen frisst wie ein hungriger Biber durch Sperrholz.
„Ich habe es doch immer gesagt! Der Rasen braucht Lichtschutzfaktor 50, Schwimmflügel und einen Rettungsschwimmer!“, rief bora, während er hektisch gelbe Badeenten entlang der Seitenlinie aufstellte. Niemand wusste warum. bora auch nicht.
Seit Tagen patrouilliert der Trainer mit Trillerpfeife, Baywatch-Rettungsboje und einer überdimensionalen Poolnudel um den Mittelkreis. Jeder Grashalm bekommt einzeln Schwimmunterricht. „Wenn der Mähbie kommt, müssen die Halme wissen, wie man krault!“
Die Spieler wurden angewiesen, nur noch in Badelatschen zu trainieren. Das Stadion wurde vorsorglich zum Freibad erklärt, damit bora offiziell Bademeister
sein darf. Sogar die Eckfahnen tragen inzwischen Schwimmwesten.
Herbie soll den Mähbie-53 bereits getestet haben und behaupten, das Gerät erkenne jeden feuchten Quadratmeter sofort. Bora lachte nur nervös. „Das ist keine künstliche Intelligenz – das ist Rasenpiraterie!“
Um den Mähroboter zu verwirren, ließ bora schließlich den Elfmeterpunkt um drei Meter verschieben, den Strafraum mit Kokos-Sonnenöl einsprühen und den Anstoßkreis als Nichtschwimmerbecken markieren. Der Mähbie drehte drei Ehrenrunden, hupte zweimal und mähte anschließend versehentlich den Parkplatz.
Am Ende blieb der Rasen unversehrt. Der Platzwart atmete auf. bora jedoch blickte ernst in die Kameras.
„Heute haben wir gewonnen. Aber der Mähbie-53 schläft nie. Deshalb eröffnen wir morgen den ersten Rasen-Schwimmkurs Europas. Sicher ist sicher.“
Ibagué steht Kopf. Nicht wegen einer Krise – sondern weil jean baratte seit Tagen jedem erklärt, dass Tabellenführer zu sein die mit Abstand beste Ausgangslage für den Abstiegskampf sei. „Wer ganz oben steht, hat am meisten Zeit, sich auf unten vorzubereiten“, erklärte der Franzose und malte mit Senf eine taktische Viererkette auf ein Arepa.
Nun kommt ausgerechnet Italicus mit Real Cartagena zu Besuch. jean freut sich wie ein Kleinkind auf einer Hüpfburg mit unbegrenztem Eis. „Italicus ist gefährlich. Der Mann kann ein 0:0 in einen Vulkanausbruch verwandeln. Genau solche Gegner liebe ich.“
Zur Vorbereitung ließ baratte sämtliche Uhren im Stadion rückwärts laufen, damit Cartagena glaubt, die Saison sei
bereits vorbei. Der Bus der Gäste wurde vorsorglich mit einem Navi ausgestattet, das ausschließlich zu Flamingogehegen und einer Waschstraße navigiert. Außerdem hat der Platzwart den Mittelkreis mit unsichtbarem Lavendel eingerieben, weil jean überzeugt ist, dass gegnerische Spielmacher dadurch plötzlich anfangen, über das Leben nachzudenken.
„Wir dürfen jetzt bloß nicht nervös werden“, sagte baratte. „Wenn wir gewinnen, bleiben wir Erster. Wenn wir verlieren, wird der Abstiegskampf spannender. Im Grunde gewinnen wir also immer.“
Selbst Italicus soll bei der Pressekonferenz nur den Kopf geschüttelt und gemurmelt haben: „Gegen Fußball kann man sich vorbereiten. Gegen jean baratte leider nicht.“
IFK Norrköping hat nach zwei Niederlagen einen neuen Tiefpunkt erreicht – und die Allsvenskan bedankt sich höflich für das beste Comedy‑Material seit Jahren. Trainer Loewensteinbock versucht weiterhin, aus seiner Mannschaft eine Fußballmannschaft zu formen, doch aktuell erinnert das Team eher an eine Gruppe, die sich versehentlich zum Senioren-Yoga statt zum Ligaspiel angemeldet hat.
Die Spieler bewegen sich mit der Eleganz eines Kühlschranks auf Rollschuhen. Manche wirken, als hätten sie bereits den Antrag auf Sport‑Rente ausgefüllt, andere scheinen sich mitten im Spiel über die Vorzüge eines gepflegten Mittagsschlafs auszutauschen. Ein Verteidiger soll sogar gefragt haben, ob man „die Halbzeit nicht auf 90 Minuten verlängern könne, damit man weniger laufen muss“.
Und dann wären da noch die legendären PayPal‑Gerüchte. Angeblich sollen „Motivationszahlungen“ geflossen sein
– fünf Euro hier, zehn Euro da. Doch statt Einsatz gab es nur Diskussionen darüber, ob man die Zahlung lieber als Freundschaftsüberweisung oder „Dienstleistung: Stehenbleiben“ deklarieren müsse. Ein Spieler soll die Zahlung verweigert haben, weil „Laufen einfach nicht im Budget“ sei.
Trainer Loewensteinbock steht derweil an der Seitenlinie und versucht, seine Mannschaft mit Gesten zu motivieren, die irgendwo zwischen verzweifeltem Dirigenten und Animateur im Ferienclub liegen. Sein Pressing‑Konzept wurde von den Spielern offenbar als Empfehlung für eine neue Atemtechnik missverstanden: tief einatmen, langsam ausatmen, niemals sprinten.
Die Konkurrenz lacht, die Fans weinen, und die Liga fragt sich, ob Norrköping überhaupt noch weiß, dass Fußball ein Laufspiel ist. Wenn das so weitergeht, wird der Klub bald als erster Verein der Welt offiziell in die „Allsvenskan für Bewegungsverweigerer“ aufgenommen.
Wie sich die Liga in Südafrika kollektiv verkatert und wir taktisch nüchtern dabei zusehen:
* Pretorias Studenten reisen einen Tag früher an, nur um nach einer 2:0-Führung das Fußballspielen einzustellen.
* Moreno Deus verwechselt Magerkost mit Altmeister-Philosophie.
* Bernd W. preist seinen Urlaubszug als geniale PR-Strategie an (und profitiert glücklich gegen uns).
* Pepeke fleht Sonnengott Helios an, weil die
Bedienungsanleitung für sein Monument unleserlich war.
* Und fubinio starrt nach einer 1:0 Auswärtsniederlage womöglich noch tiefer in sein Glas
Die Mpumalanga Black Aces liefern währenddessen ein eiskaltes 5:0 gegen Spitzenreiter Bloemfontein Celtic. Da verzeiht man doch gerne die oben schon erwähnte Niederlage auswärts. Mit 18 Punkten auf Platz 3 (punktgleich mit Platz 1 und 2) stehen wir als Neuling genau dort, wo wir hingehören: mitten im Titelkampf.
Während Kollege Tore Bulwa in der Liga weiterhin an seinen hochkomplizierten Quanten-Formeln und metaphysischen Raum-Zeit-Krümmungen herumdoktert, liefern wir bei Consadole Sapporo schlichte, handfeste Physik: Ein eiskaltes, unbarmherziges 5:0.
Man kann den Fußball natürlich akademisch verkomplizieren, bis selbst der Schiedsrichter die Relativitätstheorie bemühen muss. Oder man schiebt die Murmel einfach fünfmal über die Linie und lässt den Gegner die Bruchteile seiner eigenen
Logik aus dem Netz kratzen. Denn auf der Anzeigetafel gilt immer noch die klassische Mechanik. Masse mal Beschleunigung gleich Heimsieg. Gegen unsere kinetische Energie hilft eben kein philosophischer Nobelpreis.
Und mit 18 Zählern genauso wie fünf weitere Mannschaften mischen wir ganz vorne im Meisterschaftskampf mit. Grübel also ruhig weiter über das Raum-Zeit-Kontinuum, Kollege Bulwa. Während du noch rechnest, bringen wir schonmal die Masse für den nächsten Spieltag in Bewegung.
Vor ein paar Tagen war Atahualpa mal wieder mit seinem Lastenfahrrad auf dem Weg zum Training, als er von hinten von irgendjemandem auf irgend so einem Vehikel, manch einer mag auch Bonanza Rad oder so dazu sagen, angepöbelt wurde.
Was genau dieser sagte, konnte Atahualpa nicht verstehen, da er immer Kopfhörer beim Fahren trägt. Gerade als Atahualpa über die Schulter schauen wollte, wer da hinter ihm ist, fuhr er mit seinem Lastenrad durch ein riesiges Schlagloch. Fast hat es ihn umgeworfen, aber er
konnten sein Lastenrad gerade noch so rumreißen.
Er hielt an und schaute zur Sicherheit nach, ob noch alles in seinem Körbchen drin war. War es zum Glück. Dann schaute er sich nach dem Pöbler um, der aber ein paar Meter hinter ihm auf der Straße lag und anscheinend weniger Glück mit dem Schlagloch hatte.
Da sich einige Passaten um den Fahrer des anderen Vehikels kümmerten und Atahualpa zum Training musste, trat er wieder in Pedalen seines Lastenfahrrads und fuhr Richtugn Trainingsgelände.
Am vergangenen Wochenende konnte der Meister aus Paris vier wichtige Zähler auf ihr Konto packen. Auswärts gelang den Männern von Hans Knese ein 3:3 und zu Hause konnte man mit einem 3:2 gegen Lille drei weitere wichtige Punkte einfahren. Angesichts der beiden bevorstehenden schweren Auswärtsspiele gegen Nantes und Ajaccion sind das wichtige Punkte die man auf der haben Seite hat. Die Auswärtsschwäche ist ja nunmal hinlänglich bekannt und man muss davon ausgehen, dass am kommenden Wochenende nicht viel zu holen ist für den amtierenden Meister.
Frage dich, warum du etwas zulässt, anstatt, warum andere dir dies antun. »Warum sind andere nur so schlecht zu mir?«, »Warum passiert das immer nur mir?« — solche Gedanken machen dich zum Opfer. Richtig ist, du kannst nicht steuern, wie sich andere dir gegenüber verhalten. Doch du kannst entscheiden, wie du darauf reagierst. Manchmal genügt eine klare Ansage, dass du nicht so behandelt werden willst — auch wenn du dadurch riskierst, diese Menschen zu verlieren. Manchmal musst du auch entscheiden, den Menschen, der dir nicht guttut, ziehen zu lassen.
Don Crespo - Torero, Lebemann, Kulinarikpapst, Fussballtrainer. Kaum ein Mitglied im COPA-Universum polarisiert mehr, als der unbestrittene Weltklassetrainer von Atlético Madrid. Während er sich selbst mit allen Mitteln an den letzten Strohhalm in der Liga zu klammern versucht, säuft er international vollends ab. Eine Seuchenwoche für Spanien... Joder!
Als wäre es nicht genug, dass sich Don Crespo am liebsten mit sich selbst beschäftigt, kümmert er sich nun auch noch um die Resultate seiner Mitstreiter. queralt ist zum Glück wieder auf der Trainerbank und hat in der Champions-League trotz Rambo-Gegner immer noch alle Chancen. Dass er sich in Madrid derweil für die Auftaktniederlage zu Beginn der Saison revanchieren wollte, war jedoch reichlich ungeschickt. Da könnte man günstiger Punkte holen, statt in einem solch schweisstreibenden Abnützungskampf.
MöchtegernLichtgestaltDino Lambretta hat nun leider auch die Gravitationskräfte in der Europa League zu spüren bekommen. Ebenfalls durch einen
wahnsinnigen Rambo-Gegner.
Erwähnenswert, dass auch Don Crespo - der Weltklassetrainer himself in der Champions Leauge Opfer eines sinnbefreiten Rambo-Gegners wurde. In der internationalen Zeitung bleibt man dazu demonstrativ freundlich; hier national kann man über den Schwachkopf Meister Lampe austeilen; es bleibt ja entre amigos.
So stellt sich - mangels weiterer Themen - périco Schlautmann hat ja derweil andere Prioritäten, die Frage, weshalb die Spanier - trotz gutem Aussehen, jovialem Flair und lecker Essen in Europa offenbar derart unbeliebt sind?
"Bueno, me chupa un huevo. Son unos gillipollas aqui en este Copa-Mundial.juego de los huevos", so ein sichtlich bedienter Don Crespo nach dieser überlangen PK. Evtl. täte er gut daran, es wie Guatemalaria zu handhaben. Offene Arme und immer ein Fläschchen Sidra unter dem Arm. Und wenn Don Crespo noch die leckereberüchtigte Fabada auf seine Reisen nehmen würde, nähmen wenigstens die Gegner frühzeitig Reisaus! Dann doch lieber morcilla...
Der 1.FC Nürnberg ist aktuell Tabellenzweiter in der Bundesliga, die Stimmung im Verein ist Bombe und am 12. Spieltag kommen auch noch unsere Freunde von Schalke 04 ins Max-Morlock-Stadion. Da wird es natürlich ein großes HALLO geben mit eine MEGA-CHOREO, in den vergangenen Jahren waren es schon die schönsten Choreos Deutschlands, mal sehen was sie sich dieses mal einfallen lassen. Zum sportlichen, der 1.FCN ist mehr als im Soll von der Punkteausbeute in der Bundesliga und begeistert mit tollem Fussball.
In Guadalajara gab es vier Gegentore und reichlich Anlass für schlechte Laune. Gegen Monterrey tat Tlaxcala danach etwas überraschend unmexikanisches: kein Drama.
Ein Tor reichte. 1:0. Fertig.
Keine grosse Wiedergutmachungsshow, kein wildes Antwortspiel, kein „Jetzt erst recht“ für die Galerie. Tlaxcala behandelte die 0:4-Klatsche einfach wie einen schlechten Restaurantbesuch: bezahlen, gehen, nicht wieder darüber reden.
Das Resultat ist deutlich angenehmer als jede Pressekonferenz: drei Punkte, zu null, Wochenende gerettet.
Manchmal ist Fussball eben erstaunlich unkompliziert.
Was war das? Das haben sich die Fans nach diesem ZAT gefragt. Ein neuer Trainer konnte den Absturz auch nicht verhindern. zu Hause kam man mit 1:3 unter die Räder und als ob das nicht genug gewesen ist ging es dann im zweiten Spiel unter dem neuen Spielleiter Auswärts mit einer 5:0 Klatsche weiter. Was sich die Fans wohl dabei gedacht haben. Extrem Niedergeschlagen haben sich dann doch noch einige Fans auf den Weg zum zweiten Auswärtsspiel gemacht um am Ende tief enttäuscht wieder nach Hause zu fahren. Ja auch hier gab es ein 3:0 Auswärts was so manchen Fan am Ende mit vielen Fragezeichen hinterlässt. Hoffen wir für die kommenden Spiele das beste.
Was war das wieder für ein ZAT. Da trat man zu Hause gegen den amtierenden Meiser Paris SG an konnte sogar zweimal in Führung gehen, ehe der Meister Mitte der zweiten Hälfte aufdrehte und den Rückstand innerhalb von 5 Minuten vom 2:1 in ein 2:3 drehte. Sichtlich ängstlich agierte man dann auch in den Schluss Minuten ehe die späten Einwechslungen dann doch mutig belohnt wurden und man tatsächlich noch zum 3:3 ausgleichen konnte. So behielt man immerhin einen Punkt zu Hause mit dem immerhin der Gastgeber gut leben konnte. Im zweiten Spiel gab es Auswärts ein langweiliges 0:0 der Tabellennachbarn wo auch schon alles gesagt sei.
Kaum führt man das Tableau an, verwandelt sich die Allsvenskan endgültig in eine schwedische Senioren-Residenz. Da wird nicht mehr über Spielzüge debattiert, sondern über Aktivrenten und Altersteilzeit.
Insbesondere Kollege fubini sitzt beleidigt am Vätternsee und bietet ganz uneigennützig an, seine Meinung über die Ligajugend gegen bare Münze per PayPal Friends zu revidieren. Mein Geldbeutel bleibt zu, deine Meinung ist nach meinem unfreundlichen Besuch diese Woche wohl ohnehin klar. Bitte nicht persönlich nehmen.
Zeitgleich bucht Kollege Flammengio in Göteborg Volkshochschul-Lesekurse für mich, weil ich sein Ergebnis angeblich falsch entziffert hätte. Herrje, Flammengio. Wenn Göteborg spielt, verschwimmen bei dieser Rasenschach-Tristesse nun mal die Ziffern vor den Augen. Bitte persönlich nehmen. Vielleicht. Aber nur als freundliches leise
Entschuldigung.
Denn bei Åtvidabergs FF brauchen wir normalerweise weder Gefühle noch Mitleid. Wenn, ja wenn da nicht das unerträgliche Drama auf eigenem Rasen wäre. Eine zutiefst peinliche 1:2-Heimpleite gegen einen seelenlosen Patenzug! Man rackert sich gegen echte Trainer ab, filetiert und missbuchstabiert Kollegen nach Strich und Faden, und dann stolpert man über eine gefühllose Kopie einer Logik. Wie bitter kann ein Spieltag bitte sein?
Aber auch noch mehr an alle: Wie schön ist Schweden? Bitte persönlich sehen. Denn das Absurdeste an dieser Liga? Trotz dieses Patenzug-Traumas thronen wir mit 21 Punkten und satten sechs Zählern Vorsprung über dem Rest der geriatrischen Abteilung. Behaltet aber eure PayPal-Bestechungsversuche und schickt mir lieber Taschentücher für den wohl nicht letzten Paten-Schmerz und Tabellenrückzugsmodus. Ich werd es nicht persönlich nehmen. Vielleicht.
Willkommen zur Fortsetzung unseres Hauptseminars. Nach den jüngsten Wortmeldungen und Geschichten können wir nicht einfach zum nächsten Thema übergehen, sondern müssen den Diskurs vertiefen und das Phänomen sezieren, das die Fakultät ratlos zurücklässt: Das kollektive Münchhausen-Syndrom der Primera División. Vielmehr denn je reitet die Konkurrenz auf selbst gegossenen Kanonenkugeln durchs Geschichten-Unterholz und stellen sich alle doch irgendwie gleichzeitig die Frage nach der Realität.
Musterstudent Herbster (CF Monterrey): Wälzt sein Voodoo-Gewissen samt Ehe-Zerstörungs-Trauma auf meinen Schreibtisch ab. Doch man muss den Hut ziehen: An ihm erkennt man die wahre Schönheit des Münchhausen-Prinzips. Seine meisterhaften Geschichten machen das Liga-Leben lebenswert. Man verliert sich völlig im Ungewissen: Hat er das wirklich so erlebt, existiert dieser Stuhlkreis oder schwankt alles längst zwischen Wahn und Wirklichkeit? Wenn Fiebertraum, dann so.
Melodramatiker Pepeke Guevara (UANL Tigres): Reitet die größte Münchhausen-Kugel! Statt sein zurück liegendes sportliches Desaster auf Platz 18 einzugestehen, welches aber womöglich doch nur ein bloßes Luftholen ist, inszeniert er am Küchentisch 100 Jahre Einsamkeit und beweint die entflohene „bezaubernde Popoke“. Schuld sind natürlich Tinder und Voodoo-Puppen, bloß niemals taktische Unfähigkeit.
Gasthörer fubini (Santos Laguna): Kaut mit schlechten Zähnen auf der Häkeldecke an meiner Logik herum. Sitzt er wirklich wimmernd im Eckkörbchen, oder flieht er als Vierbeiner vor der Realität des Abstiegskampfes?
Schein-Student Don Limón (Pachuca CF): Presst aus jeder Zitrone eine Meister-Lover-Mär. Gibt es das Penthouse überhaupt, oder tippt sich da bloß einer sein Wunsch-Universum zusammen? Man, man, man…
Sonderfall Maverick (CD Guadalajara): Ein klinisch faszinierender Fall
fortgeschrittener Münchhausen-Paranoia. Um die eigene sportliche Ohnmacht zu verdrängen, flüchtet er kopfüber ins bewusst unbewusst reale und fiktionale Drehbuch: Da werden FBI-Agenten ins Wohnmobil zitiert und mir Schizophrenie attestiert. Bevor er also zugeben muss, auf meinem Platz beim 0:2 schlicht leer ausgegangen zu sein, erfindet er eben lieber ein ganzes US-Kartell. Puh…
Insgesamt folgt daraus aber insbesondere die übergreifende erkenntnistheoretische Kernfrage, die in vielen Artikeln angerissen wird:
Was, wenn hier absolut gar nichts real ist? Vielleicht ist unser Trainer-Nicht-Können immer nur ein kollektives Hirngespinst, die Tabelle eine reine Fata Morgana und selbst Don Limóns Heimsieg gegen uns bloß eine flüchtige Zahlen-Illusion? Denn sollte Don Limón auf eigenem Rasen tatsächlich alle Punkte behalten haben, beweist das nur: Münchhausen-Märchen funktionieren eben manchmal. Aber nur für genau 90 Minuten.Denn damit zur größten Horror-Vorstellung für die geschätzten Kollegen: Was, wenn am Ende weder die bezaubernde Popoke noch die heißblütige Anna Karma Limonetta real sind, sondern nur Trugbilder aus Herbsters Voodoo-Kessel?
Gut, dass hier das Ende des heutigen Seminars erreicht ist und diese existenzielle Frage gleich vor Ort geklärt werden kann. Herbster hat es ja völlig richtig erfasst: Mein Schreibtisch im Institutsbüro bietet reichlich Platz für eine vertiefte Einzelsitzung mit Anna. „Anna, wo bist du? ... Wo ist meine Liga? ... Mexiko, Popoke, Anna, gibt es euch überhaupt? ... Stehen hier echte Ergebnisse, oder liest die Liga einfach nur begierig meinen eigenen Kontrollverlust und verlorenen Realitätsbezug mit? ... Geht das echt so schnell in Mexiko?“
Die schwere Eichentür des Institutsbüros fällt ins Schloss, der Duft von Limetten und Tequila liegt plötzlich im Raum, und mit einem leisen Klacken von Absätzen nimmt die Einzelsitzung ihren Lauf…
Langweilig wird es mit dem SK Sturm Graz in dieser Saison garantiert nicht!
Dabei begann es zunächst mit einem zähen Dämpfer: Beim FC Wacker Innsbruck setzte es eine knappe 0:1-Auswärtsniederlage. Doch wer glaubte, Sturm würde ins Grübeln geraten, wurde am nächsten Spieltag eines Besserem belehrt. Im Heimspiel gegen die SV Ried zeigte Graz die perfekte Revanche für die Hinspiel-Pleite und fegte den Rivalen mit einem glanzvollen 4:0 vom Platz.
Den Vogel schloss allerdings die Auswärtspartie bei der SV Grödig ab. In einem unfassbaren Offensiv-Feuerwerk behielt Sturm Graz mit 5:4 die Oberhand und entführte drei extrem wichtige Punkte aus dem Untersberg-Arena-Kessel.
„Ein 5:4 auswärts nimmt man natürlich liebend gerne mit, auch wenn mein Blutdruck während der 90 Minuten wohl
neue Höchstwerte erreicht hat“, schmunzelte der Froggelmeister nach dem Schlusspfiff. Ein kleiner Schmunzler in Richtung Grödig-Coach Henk Groot durfte dabei nicht fehlen: „Ich schätze Henk und seine Mannschaft extrem, sie haben uns alles abverlangt. Aber wenn man zu Hause vier Tore schießt und am Ende trotzdem mit leeren Händen da steht, zeigt das einfach, dass wir an diesem Tag das Quäntchen mehr Willen auf den Platz gebracht haben. Wobei Henk sich vielleicht mal überlegen sollte, ob er beim nächsten Mal nicht lieber einen Torwart mehr auf den Spielberichtsbogen setzt!“
Wir wollen den Tag aber nicht vor dem Abend loben. Für Schampus ist es noch viel zu früh, wir schauen weiter von Spiel zu Spiel und versuchen einfach, die Abwehrreihe vor dem nächsten Anpfiff wieder etwas festzuzurren.