Zürich. Mittwochabend. Nouri stellt einen Koffer neben den e-Mähbie, den er von seinem Nachbarn geschenkt bekommen hatte. Auf dem Gerät klebt inzwischen ein kleines Schweizer Fähnchen.
«Nimmst du ihn mit nach Gelsenkirchen?», fragt der Nachbar während Nouri sein Gepäck vor die Haustüre platziert.
«Nein. Schalke hat schon genug Probleme mit Dingen, die sich nur geradeaus bewegen.»
Zum Auftakt der Champions League wartet auswärts der FC Schalke 04. Anschliessend kommt der FC Sochaux nach Zürich. Siena-Trainer
Megaro beschreibt die Franzosen bereits als Presslufthammer und hält die Schweizer Neutralität für verdächtig.
Nouri schüttelt den Kopf.
«Der Mann glaubt, dass seine Stadionwurst ihn beobachtet. Natürlich verfügt er über ein feines Gespür für verdächtige Dinge.»
Der Nachbar betrachtet den Spielplan. «Schalke, Sochaux und später Siena. Wie neutral wollt ihr auftreten?»
Nouri schliesst den Koffer.
«Vollkommen neutral. Uns ist egal, ob die Punkte aus Deutschland oder Frankreich kommen.»
Harte Lose für den SC Farense. Da ist man tatsächlich in einer Gruppe mit richtig großen Namen der Copa-Welt und entsprechend großen Respekt hat man vor dieser Aufgabe.
Die Namen muss man nicht mehr groß vorstellen und dennoch tun wir es an dieser Stelle, da die Copa-Pause lang war und einige vielleicht die Erfolge vergessen haben: Da wäre derwahreroi, eine feste Größe in der Copa-Welt. Wer seinen Namen noch nicht kennt, hat vermutlich gerade erst bei Copa begonnen. Dann wäre da Don Crespo,
der zahlreiche Erfolge vorzuweisen hat und der Atletico Madrid in der vergangenen Saison in einer schwierigen Situation übernahm und auf Rang 2 führen konnte.
Und zu guter Letzt wäre da Meister Lampe. Zwar hat er als einziger in dieser Hammer-Gruppe noch keinen Meisterschaftstitel vorzuweisen, aber dennoch war er oft kurz davor, einen Titel einzufahren. Und auch jüngst in der 43. Saison wurde er in Finnland Vizemeister.
Da kann man dem SC Farense wirklich nur Glück wünschen, denn das wird man brauchen.
Puh, da hatte die dicke Losfee den Insulanern von Marítimo Funchal für die Gruppenphase unangenehme Herausforderungen in der UEFA Champions League beschert. Routinierte Rivalen und aufstrebende Himmelsstürmer, so könnte man die Qualität der Gegner grob zusammenfassen. Für Coach Horst Manson scheint der Freitag allerdings noch weit entfernt zu sein, sass er doch entspannt
bei einem Degenfisch und einem portugiesischen Weißwein in der Altstadt von Funchal: "Am Ende passiert sowieso genau das, was passiert.", philosophierte der Übungsleiter nuschelnd vor sich hin, während er sorgsam eine Gräte aus dem vor ihm liegenden Meeresbewohner entfernt: "Am Anfang haben noch sämtliche Träume für alle Wettbewerber ihre Berechtigung."
Die Champions-League-Hymne erklingt erneut im Innviertel. Für den SV Ried ist Europas größte Bühne längst kein Neuland mehr. Nach dem dritten Platz in der vergangenen Saison und dem Achtelfinal-Aus in der Champions League kehrt Dr. Calakmul mit seiner Mannschaft nun zurück – diesmal mit dem klaren Anspruch, die internationale Reise noch ein Stück weiterzuführen.
Zum Auftakt wartet mit Zeleznik Belgrad gleich eine Reise mit ordentlich europäischem Flair. In Belgrad wird sich zeigen, ob Ried auch in dieser Saison
wieder mit der internationalen Konkurrenz mithalten kann. Anschließend geht es zurück in die Heimat, wo Kalmar FF in der Innviertel Arena gastiert.
Während andere Vereine vielleicht noch ehrfürchtig auf die große Bühne blicken, kennt man in Ried das Prozedere inzwischen. Koffer packen, Gegner studieren und los geht's. Das Achtelfinale der Vorsaison soll schließlich nicht das Ende der Geschichte gewesen sein. Dr. Calakmul hat Europa bereits kennengelernt – jetzt geht es darum, dort wieder für Schlagzeilen zu sorgen.
Die. Auslosung der UEFA Champions League hat es gewaltig in sich und verursacht Bauchschnerzen beim Froggelmeister. In Gruppe D trifft Sturm Graz auf eine erlesene Gesellschaft: Mit Assyriska Föreningen (Schweden), Myllykosken Pallo -47 (Finnland) und Marítimo Funchal (Portugal) besteht die Staffel ausnahmslos aus nationalen Meistern.
Wer hier auf einen einfachen Spaziergang hofft, hat das Kaliber der Konkurrenz unterschätzt. Das Teilnehmerfeld startet auf Augenhöhe und verspricht packende internationale Duelle ab dem ersten Spieltag.
„Das ist ein absolutes Kracher-Los“, gibt sich Trainer Froggelmeister gewohnt demütig und realistisch.
„In dieser Gruppe gibt es keine Laufkundschaft. Wenn vier Titelträger aufeinandertreffen, entscheidet die Tagesform. Wir dürfen absolut keine Wunderdinge erwarten und täten gut daran, den Ball am Boden zu halten. Aber wer uns kennt, weiß: Wir wollen uns keinesfalls verstecken, sondern in jedem Spiel alles auf dem Platz lassen und den Kampf annehmen.“
Der Startschuss fällt gleich mit der knackigen Auswärtsaufgabe in Finnland bei Myllykosken Pallo -47. Es wird eine extrem spannende Reise – eine, auf der Sturm Graz über sich hinauswachsen muss, um am Ende einen der begehrten ersten beiden Plätze für das Achtelfinale zu ergattern.
Da sind die Schweden aus Göteborg sensationell in die Champions League eingezogen und dann erwischt es sie gleich ganz heftig. Ein Team aus der Premier League, der Titelverteidiger aus Lille und wackere Österreicher. Aber wenns einfach wär, wärs ja auch keine Champions League. Und zu verlieren hat der Neuling im Konzert der Großen ja ohnehin nicht wirklich etwas. Ziel ist es natürlich trotzdem, die nächste Runde zu erreichen und auf dem Weg vielleicht noch den einen oder anderen Punkt für die Schweden einzusammeln.
Für West Ham United beginnt nun ein neues Kapitel: Die Hammers starten in ihr Abenteuer Champions League. Nach dem durchwachsenen Saisonstart mit der 0:3-Niederlage bei den Queens Park Rangers und dem 2:2 gegen Aston Villa wartet jetzt die große internationale Bühne. West Ham will sich auf höchstem Niveau beweisen und zeigen, dass das Team zu Recht in Europas Königsklasse vertreten ist. Die Vorfreude ist groß, die Herausforderung ebenso. Das erste Spiel führt die Irons nach Schweden - das erste Heimspiel findet gegen den französischen Vertreter Lille statt…
Siena - Eigentlich sollte Trainer Megaro entspannt sein. Schließlich steht Siena FC in der Champions League. Doch wenige Tage vor dem Auftakt der Gruppenphase wirkt der Coach, als hätte er einen Horrofilm über europäische Spitzenvereine gesehen.
"Sochaux spielt wie ein Presslufthammer, Schalke hat Fans, die brüllen lauter als mein Dampfstrahler, und die Grasshoppers..na ja, die heißen nicht umsonst so..." murmelt Megaro gestern beim Training vor zahlreichen Reportern. Dabei knabbert er nervös an einer Stadionwurst - ein Fehler wie sich später herausstellt.
Die Wurst, seit Jahren ein kulinarisches Symbol der Vereine, für die sich Megaro engagiert, scheint indessen in dieser Saison eine eigene Agenda zu haben. "Ich weiß nicht, was das war" meint Megaro später. "Die Wurst hat mich angeschaut. Ich schwöre, sie hat mich ANGESCHAUT!". Der Verein dementierte umgehend, dass die neue "Wurst Toscana Diavola Ultra" lebendig sei, räumte aber ein, dass die Rezeptur "experimentell" sei.
Megaros Gegneranalyse
enthält einen gewissen Panikfaktor...denn Megaro, normalerweise taktisch so ruhig wie ein Zen-Buddhist im Windkanal, verfällt zunehmend in Alarmstimmung. Zu Sochaux-Montbeliard meint er "Die sind französisch. Französische Teams spielen immer elegant. Eleganz macht mir Angst." Zu Schalke 04: "Die Fans schreien "Kumpel" und "Glück auf" - ich weiß nicht einmal, was das bedeutet, aber es klingt bedrohlich". Und zu guter Letzt zu Grasshoppers Zürich "Die Schweiz ist neutral. Neutralität ist verdächtig. Niemand ist freiwillig neutral!".
Die Mannschaft allerdings bleibt gelassen. Während Megaro so langsam die Fassung verliert, zeigt sich Kapitän Riccardo Bellini entspannt: "Wir haben Megaro gesagt, er soll weniger Wurst essen und mehr schlafen. Er hat geantwortet, Schlaf sei eine Verschwörung".
Trotz aller Turbulenzen ist die Stimmung im Verein optimistisch. "Wir werden kämpfen", versprach Bellini. "Und wenn wir verlieren, geben wir der Wurst die Schuld".
So kann man es natürlich auch halten...
Als Henk Groot dieser Tage die Zeitung mit den Vorschauartikeln für die UEFA Champions League las, musste er dem Kollegen Roi komplett zustimmen. Vor ihm gab es eine ganze Reihe von Artikeln, in der sich die Trainer darüber ausließen, wie schwer die Auslosung doch ist. Freunde, das ist Champions League und nicht Kaffeeklatsch. Das sind starke Gegner. Dafür haben wir alle ein Jahr gekämpft, um dabei zu sein. Nun muss man die einfach annehmen und wenn möglich auch schlagen. Roi, dem fünfachen Halbfinalisten, können ein paar Vorrundengegner keine Angst machen. Richtig so!
Megaro fiebert der Champions League entgegen. Und einem Match besonders. „Es ist viele Jahre her, da durfte ich die CL schon einmal bei Copa Mundial erleben. Gut, es war schnell Schluss in der Vorrunde. Aber die Leistungsdichte ist da natürlich beträchtlich! Zudem bin ich hier der Kuckuck: Ich ernte die Früchte meines Vorgängers, Carsten Ramelow - an ihn gehen meine besten Grüße! Schön wäre ein Spiel gegen den Remstaltaktiker. Aber der hat ja den Kreisligisten Ajaccio übernommen. Das Optimum ist nun für mich als bekennender Knappe der FC Schalke 04 in der Vorrunde. Das ist für mich wirklich das Größte! Ich freue mich wie ein Schnitzel!“
Startrainer Don Crespo hat nicht viel übrig für das peinliche Gejammer in Bezug auf die UEFA Champions League Auslosung. Klar ist, dass ein "Meister" keinesfalls stärker als ein Starensemble wie Atlético Madrid einzuschätzen ist. Die wahre Todesgruppe ist die Gruppe C!
"Nein, als ich die Auslosung gesehen habe, verging mir die Lust. Hätte ich doch bloss dem Altmeister Andres Quälixson den Vortritt gelassen,
dann könnte ich jetzt mit einem (oder zwei) Pornstar Martini die Europa League geniessen.", so ein sichtlich ausgelaugter Don Crespo.
Ein Blick auf die Gruppe C offenbart, dass Crespo recht hat. Zuerst die ewigen Radler aus Faró zu Gast (hoffentlich verpennt er den ZAT in Indonesien), dann zum Retorten Klub von Stronachs Gnaden mit einem "König" als Trainer... Wobei, wie man dem den Meister zeigt, hat man ja bereits an der COPA-WM bewiesen...
Die Auslosung zur Champions League ist durch – und irgendwo in St. Gallen wurde vermutlich schon der Reisepass entstaubt. Während andere Trainer über Taktik, Pressing und Dreierkette philosophieren, hat bora nur eine einzige Frage:
„Gibt es dort einen Strand?“
Denn die Schweizer sind wieder auf Europas größter Bühne vertreten. Und wenn man schon quer über den Kontinent fliegt, dann bitte mit Stil. Im Koffer landen deshalb nicht nur Fußballschuhe und Trainingsanzug, sondern auch eine Familienpackung Sonnencreme, ein frisch gewaschenes Strandtuch und vorsichtshalber eine Sonnenbrille – man weiß ja nie, ob das Auswärtsspiel zufällig am Mittelmeer endet. Oder ob bora den Hotelpool bereits zum offiziellen Trainingsgelände erklärt.
Die Mannschaft freut sich jedenfalls auf die weiten Reisen. Champions League bedeutet schließlich: Flughäfen, Hotelbuffets, Busfahrten und Gegner, deren Vereinsnamen der Stadionsprecher dreimal üben muss. Genau das ist doch der Zauber
dieses Wettbewerbs. Und irgendwo zwischen Gepäckband und Mannschaftsbus wird bora zuverlässig prüfen, ob das Handtuch auch wirklich griffbereit liegt.
In St. Gallen sieht man der Sache entspannt entgegen. Punkte wären schön, unvergessliche Auswärtsfahrten aber mindestens genauso wichtig. Und falls bora zwischen Abschlusstraining und Anpfiff doch noch fünf Minuten am Hotelpool erwischt wird, wird er selbstverständlich betonen, dass dies ausschließlich der Regeneration dient. Die Sonnencreme sei schließlich kein Urlaubsutensil, sondern Teil des medizinischen Konzepts. Das Handtuch? Taktische Reserve.
H wie Schweiz. H wie Hoffnung. H wie Handtuch. H wie Hautschutzfaktor.
Und vielleicht steht das H am Ende sogar für Hammergruppe – denn genau auf solche Abende hat St. Gallen die ganze Zeit hingearbeitet. Jetzt darf Europa kommen. bora hat die Sonnencreme jedenfalls schon eingepackt, das Handtuch liegt obenauf – direkt neben dem Reisepass. Man weiß ja nie, wo der nächste Strand wartet.
Wiener Neustadt hat die Quali überstanden und darf doch in der Gruppenphase der Champions League starten. Gefühlt jammert jeder Trainer aus den anderen Gruppen über ihre "Todesgruppe". Doch was erwarten die Kollegen denn? Fallobst, Mitläufer?
Beim SC Wiener Neustadt ist man zufrieden mit seiner Auslosung. Das sind tolle Gegner, mit erfahrenen Trainer. Da sind spannende Duelle vorprogrammiert. Die Fans freuen sich auf jeden Fall. Okay, die Fahrt zum ersten Auswärtsspiel bei Rovaniemi Palloseura ist nicht gleich um die Ecke, aber da man in der Vergangenheit schon öfter nach Skandinavien reisen musste, ist man bei den Fans wohl nicht ganz ohne Vorwissen, wie man Besten in die nördlichen Gefilde des Kontinents kommt.
Düsseldorf - Die Fortuna steht nach überstandener CL Quali nun also in der Gruppenphase. Lange musste man bei der Auslösung warten, bis man endlich gezogen wurde. Als letzter in der letzten Gruppe. Aber immerhin dabei. Wen erwartet die launige Diva hier? FC St. Gallen, amtierender Meister aus der Schweiz. Motherwell FC, amtierender Meister aus Schottland. FC Nantes Atlantique, französischer Vizemeister.
Schöne Kracher. Man selbst ist nur Dritter geworden, aber so stehe ich hier nun und kann es immer noch nicht fassen. Fortuna Düsseldorf spielt Champions League.
Die anderen Deutschen Vertreter haben ebenfalls Schweizer Vereine erhalten. Das könnte mit Blick auf die UEFA Wertung interessant werden.
Zu früh, sie kam zu früh, der Dr. P.P. stürzte durch die Hotellobby an seinem Urlaubsort und rief immer wieder: sie kam zu früh. Alle Hotelboys schauten verstohlen die Putzmädels an, ob sich denn eine outete. Dem Concierge war es sichtlich peinlich, dass Dr. P. P. so über seine Frau sprach und wollte ihn einfangen. Aber der schwedische Trainer war nicht zu beruhigen. Erst als irgendeiner das Wort Polizei in den Mund nahm erschrak Dr. P. P., lies sich auf einen Sessel in der Hotellobby fallen und begann bitterlich zu weinen. Während seiner Abwesenheit aus
Schweden hatte man heimlich still und leise die europ. CL-Auslosung vorgenommen. Er hatte eine Hammergruppe erwischt mit dem österreichischem Froggelmeister, dem letztjährigem Finalisten H. Manson und dem Meister der schwedischen Exklave Miku. Und er hatte nicht gesetzt, nicht setzen können, da bei seiner Abreise noch keine Spielansetzungen vorlagen. Er hatte es schlicht und ergreifend aus der Zeitung erfahren, wie banal. Er lag hier mit einem Caipirinha am Pool und zu Hause in Schweden wusste man nicht wie man taktisch gegen all die internationalen Größen vorgehen sollte.
Gruppe B. Vier Teams mit B: Borussia, Barcelona, Basel und Grootig.
Drei davon hochdekoriert. Dortmund als Deutscher Meister, Barcelona als spanischer und Grootig als Henk, seines Zeichens amtierender Ouropa League Sieger und GröTaZ der letzten Saison. Da geht Basel fast unter. Nix gewonnen, weder national noch international. Als 3. der Käse-Liga nur zufällig in der Champions League. Herbie selbst war die Teilnahme erst letzte Woche aufgefallen. Zum Glück war es zur Auslosung nach Genf nicht allzu weit.
Die Knie schlottern jedenfalls schon in Basel. Magica ist ein echter Zauberer, Barcelona ist
Més que un club und Grootig spielt in der mit Abstand stärksten Liga Copa's - zumindest laut eigener Aussage.
Eigentlich hatte Herbie gehofft, die Grasshopper könnten Mr. Hankey den WeihnachtsGroot auf dem neuen Rollrasen ausrutschen lassen oder Bademeister milutinovic ihm die Stirn mit LSF 75+ eincremen. Der Wunsch ging nicht in Erfüllung. So muss er selbst ins Duell.
Apropos WeihnachtsGroot: Ein Zitat macht ihm zumindest etwas Hoffnung: Der unbeliebte Würstchen-Uli hatte einst gesagt, dass der Weihnachtsmann noch nicht der Osterhase sei. Vielleicht hilft das ja irgendwie...