Rosario. Bogotá. Bislang ist es doch ein Einstand nach Maß für den Trainerliebling der breiten Massen, Graf Zahl. Doch nicht alles ist so wie es scheint. Unsere ausgelutschte Starreporterin Karla Krause geborene Koluma schaut sich das genauer an.
Karla Krause geborene Kolumna: Herzlichen Glückwunsch zum famosen Saisonstart, Senor Zahl! Graf Zahl: Buenos dias, Senorita Krause! Ich sehe, Sie haben endlich den Doppelnamen abgelegt. KKgK: Ja, wissen Sie, dieses Akronym war vielleicht vor zwölf Jahren für unterbelichtete Schimpansen lustig, aber jetzt ist es nicht mal für diese noch witzig. GZ: Si, si. Wir werden alle erwachsen und reifer. KKgK: Sie auch? GZ: Naturalmente sie. Na ja, mit Maßen. Mit dem von der verrückten Rennmaus aus Mexiko plagierten Interviewstil machen wir natürlich auch in 2026 wieder weiter. Periodista: Per favore? GZ: Falsches Land, leg dich wieder schlafen. KKgK: Por supuesto, können Sie diese albernen Seitenhieben nicht lassen, oder? So erwachsen sind Sie dann doch nicht? GZ: Claro que si. Aber was soll das hier gerade werden? Ein selbsttherapeutisches Interview mit mir selbst, wo wir die vierte Wand durchbrechen? KKgK: Sie haben ja Recht, kommen wir wieder zurück nach Kolumbien. Wie läuft es hier? GZ: Sportlich ganz okay,
aber ich bin mit meinem corazon noch nicht hier angekommen. KKgK: Woran liegt's? Heimweh? Schwelgen Sie noch in der Vergangenheit? GZ: Ja tatsächlich. Und irgendwie fremdel ich noch ein bisschen mit den Kolumbianern hier. Ich meine, was soll das alles? KKgK: Bitte führen Sie aus. GZ: Ich verstehe dieses tendenziell homo-erotische Bro-Gehabe zwischen dem Franzosen (?) und dem Italiener nicht. Wenn der eine vor dem anderen stehen will, muss der andere ja dann wieder hinter dem anderen stehen. Sieht so eine Midlife-Crisis aus? Können die nicht einfach sich eine Harley kaufen oder mit der vollbusigen blonden Sekretärin durchbrennen? KKgK: Ja, das ist in der Tat merkwürdig. Aber sicherlich nicht alles, oder? GZ: Ja, tatsächlich. Ich würde mal gerne wissen, ob der lumineszierende Spielleiter schon mal was von Smart Metern und Balkonkraftwerken gehört hat? Auf jeden Fall sehr interessant, was er da zusammen schreibt. Was kommt als nächstes? Berichtet er uns von der EEG-Umlage auf seiner Stromrechnung? KKgK: EEG gibts doch gar nicht in Kolumbien? GZ: Na und? Ich bin doch hier eh nur zum rumzetern da. KKgK: Das haben Sie auf jeden Fall schon geschafft. Wollen Sie auch noch was zu den anderen Kollegen loswerden? GZ: Wem? KKgK: Gracias, das war wieder sehr einleuchtend. Schauen wir mal, was diese Saison noch so bringt!
Ein bisschen überraschend ist es schon, wenn ein trainerloser Club an der Spitze einer Liga thront. Doch aktuell dominiert in Portugal sensationell der SC Beira Mar die Tabelle. Erstaunt blickt die Konkurrenz auf den Coup aus dem Nichts, während sich die (vermeintlich) arrivierten Kräfte im Mittelfeld der Superliga tummeln. Der geneigte Chronist kennt aber natürlich die Gravitationskräfte bei
Copa Mundial, wo ein früher Spitzenplatz noch gar nichts bedeuten muss und manchmal sogar kontraproduktiv sein kann. In Porto, Lissabon, Faro, Coimbra oder Funchal wartet man nur darauf, dass sich der gegenwärtige Ikarus seine Flügel an der Sonne verbrennt. Denn wenn es ein abgedroschenes Sprichwort gibt, welches bei Copa uneingeschränkt gilt, dann ist es das Folgende: Abgerechnet wird zum Schluss.
Von unserem Korrespondenten mit Sonnenbrand, Zitronenaroma und null Geduld für Ausreden
Naturgesetz Nummer eins im Fußball: Wer Meister wird, wird gejagt. Naturgesetz Nummer zwei, speziell für Nuevo León: Wer Nachbar von Herbster ist, wird nicht gejagt, sondern regelrecht angegeifert. Der gutmütige, fast schon zu friedfertige Pepeke Guevara darf das gerade wieder hautnah erleben.
Fangen wir mit dem Elefanten im Stadion an: 5:6 gegen Monterrey. Sechs Gegentore. Und jetzt, liebe Leser, die bittere Wahrheit hinter dem Debakel: Insider munkeln, Herbsters Fluch sei diesmal einfach stärker gewesen als der von Popoke Guevarez, der treuen Schamanin im Hause Guevara. Tupperdose mit Chilisoße schlägt eben Ayahuasca– so grausam ist der Voodoo-Markt manchmal. Die Früchte seiner dunklen Künste hat Herbster jedenfalls geerntet, und zwar reichlich.
Pepeke selbst, sichtlich gezeichnet, fand vor der Presse nur bittere Worte: "Órale! Ich sag's dir, dieser puta madre `erbster, der `at mas Ayahuasca im Blut als Kaffee am Morgen. Meine Popoke, die arme, hat alles reingeworfen, ¡hasta el alma!, aber gegen so viel maldad kann man nix machen. Bueno! Eso es como Tacos gegen `Bratwurst – manchmal gewinnt leider die Bratwurst."
Was uns zum eigentlichen Punkt bringt: Dieses Derby ist längst keine gewöhnliche Rivalität mehr. Celtic gegen Rangers? Ein laues Lüftchen. River gegen Boca? Ein Kindergeburtstag mit Konfetti. Gegen das, was sich zwischen Pepeke und Herbster abspielt – Flüche, Schamaninnen, entführte Hundehaare, Ayahuasca in der Fluchschüssel – wirken die größten Klassiker der Fußballwelt wie ein müder Fliegenschiss.
Und während Herbster fleißig an seiner Reputation herumretuschiert, sollte er sich fragen, warum sein Name auffällig oft fällt, wenn es um die Trennung von Pepeke und dessen Frau geht. Denn ja, es ist amtlich: Frau Guevara hat die Koffer gepackt und ist
gegangen – mutmaßlich mit im Gepäck: die letzten Nerven ihres Mannes.
Der sonst so gefasste Pepeke wurde bei der Pressekonferenz zum Häufchen Elend. Mit tränenverschmiertem Gesicht und zittriger Stimme schluchzte er ins Mikrofon: "Ay, mi amor! Waru` jetze, justo jetze, wo ich dih sso brauhe gegen diesse diablo `erbster?! ¡Mi corazón está gebrochen! Gebrochen, wie meine Abwehr beim 5:6!" Ein Assistent musste ihm eiligst ein Taschentuch reichen, ein zweiter hielt vorsorglich schon das dritte bereit. Die versammelte Presse blickte betreten zu Boden, ein Kamerateam soll sogar leise mitgeweint haben.
Ob es der Fluch war, der die Ehe zerrüttet hat, oder einfach zu viele durchwachte Nächte mit Fluchschüssel und Ayahuasca-Dämpfen?
Herbster selbst soll voller Zuversicht dem Spieltag entgegengefiebert haben, trotz angeblicher Gewissensbisse – schließlich sei er im Kern ja eine ehrliche Haut. Wer's glaubt, wird selig.
Ganz anders Don Limón: kein Hokuspokus, einfach ein sauberer 1:0-Sieg. Die Zitrone wurde statt in der Guacamole verwendet, diesmal ganz frisch mit ein paar Shots Don Julio verzerrt– verdient, hermano, absolut verdient.
Trainer Roquo von den UNAM Pumas verfolgt das ganze Spektakel derweil eher aus der Ferne – mit einem Käffchen und einem Buch, vermutlich. Während man sich in Nuevo León mit Ayahuasca, Fluchschüsseln und Scheidungsanwälten bombardiert, herrscht in Mexiko-Stadt gepflegte akademische Stille. Kein Wunder: Die Studenten im Norden lernen offenbar fleißiger – zumindest, wenn es ums Fluchen und Zitronenpressen geht. Eine Rivalität wie Tigres gegen Monterrey muss man sich eben verdienen, lieber Roquo, geschenkt gibt's die nicht.
Für die Studenten der Autónoma steht die Welt Kopf: Der letzte Tabellenplatz, eigentlich für Trainer Fubini reserviert, ist nun besetzt. Und apropos Fubini: Stille. Kein Bellen. Neue Taktik oder ernsthafter Grund zur Sorge?
Literaturkritiker, Philosophen und Pferdeflüsterer treffen sich in Australiens Hyundai A-League zum grossen Stelldichein. Ein Wunder, dass bis dato die Überkommerzialisierung des Fussballs noch nicht breit diskutiert wurde. Ein Annäherungsversuch.
"Bueno, die Gründe sind offensichtlich.", so Startrainer Don Hernàn. "Während sich man ein Kollege ins heimelige Cocoon, sozusagen in den Bauch den Kängurus zurückzieht, hadern andere vielmehr mit ihrem Aussehen oder ihrer latenten Erfolglosigkeit. Die damit einhergehende Obsoleszenz machen
sich die unsichtbaren Lenker und gierigen Sharks der australischen Fussballliga natürlich zunutze. Wie sonst wäre zu erklären, dass ein Namenssponsoring in der Copa-Welt überhaupt akzeptiert wird."
Sagst und verteilt bereits fleissig Unterschriftenbögen die zu einem totalen Boykott am nächsten ZAT aufrufen sollen, wenn die Ligenbezeichnung Hyundai A-League weiterhin bestehen soll. "Ich spreche mich ganz klar für das Rebranding in Känguru-Liga aus, notfalls stelle ich mich auch einem Münzwürf bei SamInfantiNo."
Wild, wilder, Primera División. Private Fehden, saisonübergreifende Abrechnungen, Alkohol-, Sex- und Voodoo-Eskapaden. Mittendrin ein naiver Frischling einsames Männchen, das brav über Fussballresultate berichtet. Einfach verstörend. Sehr verstörend. Zu verstörend für Dugarry...
Und so trauert man im Norden DFs - da ein Penthouse mit Grill und Whirlpool in Pachuca de Soto schlicht nicht zu haben war - erstmal über den plötzlichen Herzinfarkt von Trainerass Dugarry. Eigentlich ein Copatador, der mit allen Wassern gewaschen schien. Legendenstatus. Taktikfuchs. Vorbild. Doch der mexikanische Fiebertraum auf Speed, war einfach zu viel. Umgeknickt, regungslos am Boden, tot. Und plötzlich läuft es für Cruz Azul besser denn je...
Während Taktikfanatiker und Fussballexperten darob rätseln, ist das für Don
Limòn alles andere als überraschend. "Wer um des Fussballs willen in Mexiko ist, zielt am Kern der Sache vorbei. Es könnte sich hier auch um Jockeys oder abgehalfterte Boxer handeln, ständig lechzend nach dem nächsten Punch, bzw. Kinnhaken.", referiert Don Limòn äusserst langatmig, bevor er sich erneut in Rage redet.
"Es kann doch nicht sein, dass sich hier Gerüchte von Spielabsprachen breit machen. Die Liga lebt schliesslich vom Exzess.", so Don Limòn, während er wild auf seinem Stuhl tippelt.
Um die sportlichen Erfolge nicht vollends zu vernachlässigen, sei an dieser Stelle noch maverick für den Einzug in die Copa Libertadores Gruppenphase gratuliert. Nicht umsonst liegt Mexiko weit abgeschlagen am Ende der CONMEBOL-Wertung, wenn Eitelkeiten und Säbelrasseln mehr Aficionados elektrisieren als sportliche Erfolge...
Chrille wünscht sich Tipps von John Taylor, um international bestehen zu können. Und auch Tor-Fan würde sich über ein paar Ratschläge freuen, international hat er bisher noch nichts vorzuweisen, und einfach mal wieder nicht an der Seitenlinie stehen hilft ja auch nicht wirklich! Vielleicht sollte man eine uruguayische(?) Expertenrunde veranstalten. Ein paar mehr Experten bräuchte man halt noch. Und natürlich kollidiert das ein bisschen mit dem Ligaalltag. Fraglich, ob der Penarol-Trainer da vor dem Duell gegen Paysandu wertvolle Tipps raushaut….
Das war ein Spieltag zum Vergessen für Raja de Casablanca. Wenn man aus zwei Heimspielen mit nur einem einzigen Punkt herauskommt, ist das mehr als nur ein Misserfolg. Im ersten Spiel gegen SC Chabab Mohammédia geriet man bereits in der zweiten Minute mit 0:1 in Rückstand. Lange lief man dem Rückstand hinterher und schaffte wenigstens noch den Ausgleich. Im nächsten Auch gegen Club Omnisport de Meknes verschlief man den Start in die Partie. Nach einer Viertelstunde lag man bereits mit 0:2 im Rückstand. Diesmal schaffte man nur noch den Anschlusstreffer. Was für eine Enttäuschung.
Der amtierende Meister Dunedin Technical kommt in der Meisterschaft nur scher in den Tritt. Zwar konnte man vor heimischer Kulisse gegen die Napier City Rovers einen schönen 3:0 Sieg einfahren. Doch auswärts kommt man einfach nicht in den Tritt. Gegen YounHeart Manawatu lag man nach 23 Minuten schon mit 0:3 im Rückstand und konnte in der Folge einfach nicht genügen offensive Power entwickeln, um dem Spiel eine Wende geben zu können. In der Schlussphase kassierte man sogar noch einen vierten Gegentreffer und fuhr wieder ohne Punkte nach hause.
In der Meisterschaft lief es für CA Peñarol eher durchwachsen. Neben einem klaren 3:0 Heimsieg gab es eine knappe 0:1 Niederlage. Dafür konnte man im internationalen Wettbewerb einen Erfolg verbuchen. Gegen José Gálvez FBC holte man im fünften Spiel den dritten Sieg und damit den Aufstieg in die nächste Runde vom Copa Libertadores. Dort steht nun die Gruppenphase an, wo man sich unter vier Teilnehmern unter die besten zwei platzieren muss, um dann wiederum die nächste Runde zu erreichen. Das ist das Ziel von CA Peñarol.
Nachdem der Graf der City of Lusaka entführt wurde und dies niemanden außer Herbstar zu interessieren schien, war man bei den Aguila Stars verunsichert, welche Taktik man wählen sollte. Dem Trainer fehlte sein kongeniTaler Parter, mit dem er wöchentlich Spielabsprachen trifft. So ganz auf sich allein gestellt fühlte es sich einsam und leer an. Etwa so wie ein Pinky, nur ohne Brain. So schissen sich die Spieler auch, wie vermutet, gegen des Markert's Flo in die Hose und verpassten selbst die Chance, den Vorjahresmeister an seiner Mission Titelverteidigung zu hindern.
Ohne Uno schien Herbstar wie eine Zero und völlig unfähig, des Markert's neue Kleider zu stehlen, um ihn endlich nackig zu machen. Wenn, ja WENN DA NICHT DEIN RENE RENNO WÄRE! Obwohl sich hartnäckige Gerüchte über dessen mögliche homosexuelle Orientierung halten, zeigte er am vergangenen Spieltag in bester Maskulinität seine prachtvollen, DICKEN EIER, indem er seine limettigen Heissporne zu einem furiosen 5:4 Heimsieg über die Power Dynamos coachte.
Als Herbstar von dem Coup erfuhr, schmolz er regelrecht dahin und empfindet nun immer mehr Zuneigung für den einst als KI-Trainer verspotteten Übungsleiter, dem er bereits vor einigen Wochen einen öffentlichen Heiratsantrag machte:
"Ich glaube, ich habe mich nochmal neu verliebt!" sagte Herbstar mit einem schämischen Grinsen. "Wissen Sie, diese
ganze Posse um seinen angeblichen Ehemann und dass er in den Flitterwochen gewesen sein soll, das lässt mich völlig kalt. Der Mann will einfach nur seine Ruhe haben, die ihm die Presse nicht lässt. Da würde ich auch jede Gelegenheit dazu nutzen, um öffentlich den Eindruck zu erwecken, dass ich runter vom Markt bin. Jetzt wo sie mir den Grafen genommen haben, brauche ich umso dringender einen neuen Partner!"
Es scheint, als hätte Herbstar nach dem Verlust von Massai Uno endlich jemanden in Aussicht, der ihm bei seinem Plan, die sambische Weltherrschaft an sich zu reißen, unterstützen könnte. Auch wenn Dein Rene Renno, vielleicht aus Flirt-taktischen Gründen, immer abblockt, gibt Herbstar ihn nicht auf. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und fast liebestrunken fuhr er am Montag vom Trainingsgelände, während er zu Heinz Rudolf Kunze's Hit "Dein ist mein ganzes Herz" lauthals mitsang und währenddessen in seinem Handy nach dem Kontakt des angeblichen KI-Trainers suchte. "Wir werden wie Riesen sein, uns wird die Welt zu klein" schepperte es aus den Boxen, als er eine Voicemail für seinen Schwarm aufnahm:
"Hallo mein Schatz ich liebe Dich, Du bist der einzige für mich, die and'ren find' ich alle doof, deswegen mach ich Dir den Hof. Du bist so anders ganz speziell, ich merke sowas immer schnell. Jetzt zieh' Dich aus und leg Dich hin, weil ich so verLIIIEBT in Dich bin!"
In Guadalajara liegen zwischen Fiesta und Kater manchmal nur 90 Minuten. Nach dem historischen Derby-Coup zum Saisonauftakt legte Atlas Guadalajara vor heimischer Kulisse gleich nach und bezwang Club América mit 1:0. Die roten und schwarzen Farben wurden erneut durch die Straßen getragen, während El Campeche einen weiteren Grund hatte, die Mariachis spielen zu lassen.
Doch dann ging es hinaus aus der Heimat – und dort wartete León AC mit deutlich weniger Feierlaune. 0:3 hieß es am Ende aus Sicht von Atlas. Die Party in
Guadalajara war damit fürs Erste beendet, der Tequila vielleicht noch nicht ganz aus dem Kopf.
Trotzdem: Der Saisonstart hat bereits gezeigt, dass Atlas Guadalajara mit den Großen des Landes mithalten kann. Ein Derby-Sieg, ein Erfolg gegen América und nun ein Dämpfer in León – El Campeche bekommt früh zu spüren, dass der mexikanische Fußball keine gemütliche Fiesta ist. In Guadalajara wird deshalb nicht gejammert. Die Gitarren werden gestimmt, die Sombreros gerichtet und die nächste Schlacht vorbereitet.
Hatta Club erlebt weiter eine Saison zwischen Wüstensturm und Bergidylle. Nach der 0:3-Niederlage bei Al-Shabab folgte nun allerdings eine Antwort, die sich gewaschen hat: Palm City wurde mit 5:0 aus der Festung von Hatta verabschiedet.
Besonders interessant war dabei die Personalie auf der Gegenseite. Palm City wurde von „die rechte Hand“ betreut – ein Name, der nach diesem Nachmittag durchaus Raum für Spott lässt. Fünfmal musste die rechte Hand hinter sich greifen. Vielleicht wäre es angesichts
des Spielverlaufs keine schlechte Idee gewesen, beim nächsten Mal auch die linke Hand mitzubringen. Gemeinsam hätte man zumindest theoretisch doppelt so viele Möglichkeiten gehabt, die Schüsse aus Hatta abzuwehren.
Mr. Reethi dürfte sich über die deutliche Antwort auf die Niederlage in der Fremde jedenfalls freuen. Die Bergfestung bleibt damit ein unangenehmes Pflaster für jeden Gegner. Wer nach Hatta kommt, sollte besser beide Hände bereithalten – sonst könnte es schnell fünfmal klingeln.
West Ham United will nach der deutlichen 0:3-Auswärtsniederlage bei den Queens Park Rangers eine Reaktion zeigen. Im London-Derby blieb die Mannschaft ohne Punkte und ohne eigenen Treffer. Nun wartet im ersten Heimspiel die nächste schwere Aufgabe: Aston Villa ist zu Gast im London Stadium. Vor den eigenen Fans wollen die Hammers ihre Heimstärke unter Beweis stellen und mit einer engagierten Leistung die ersten Punkte der neuen Saison einfahren. Also - auf in das Stadion und die Eisernen lautstark unterstützen!
Moin moin liebe Freunde der gepflegten Blasmusik. Auch wenn sich Osabalao bei den meisten Spielergebnissen zurückversetzt fühlt in das Spiel SV Holsten Kiel gegen Intermeiland, bei dem er als Linksaußen seine Karriere als halbblinder Profigartenzwerg startete oder zumindest zu starten versucht, hätte er sich doch beim Blick auf die Tabelle fast an seinem Meica Wienerwürstchen verschluckt. Da bleibt ihm wohl nur noch die tägliche Mundspülung mit Wodka und danach ab auf die Trainerbank. In diesem Sinne „Hau weg die Scheiße!“
Der Wind an der Straße von Gibraltar kann rau sein – und diesmal erwischte er Ittihad Tanger mit voller Wucht. Ausgerechnet auswärts bei Wydad de Casablanca setzte es eine deutliche 0:4-Niederlage. Sir Bacalar und seine Mannschaft wurden dabei unsanft daran erinnert, dass in Marokko jeder Ausflug zur nächsten Prüfung werden kann.
Doch statt sich lange vom Gegenwind treiben zu lassen, folgte im heimischen Hafen die passende Antwort. Gegen SC Chabab Mohammédia blieb Ittihad Tanger beim 1:0 souverän und holte
drei wichtige Punkte. Kein Feuerwerk, kein Spektakel – dafür eine saubere Vorstellung und die Erkenntnis, dass man nach einem schweren Rückschlag schnell wieder Kurs aufnehmen kann.
So bleibt die Reise durch Marokko spannend. Zwischen Atlantik, Medina und der Straße von Gibraltar muss Sir Bacalar seine Mannschaft noch formen. Aber genau solche Rückschläge gehören zu einer Saison, aus der am Ende eine Geschichte entstehen kann. Der Hafen von Tanger bleibt geöffnet – und die nächste Reise wartet bereits.
Wer den SV Ried in dieser Saison verstehen möchte, braucht entweder gute Nerven oder sehr viel Sitzfleisch. Erst das spektakuläre 5:4 gegen Meister Sturm Graz, dann ein 4:4-Auswärtsspektakel beim FC Wacker Innsbruck – und als wäre das alles noch nicht unterhaltsam genug, folgt anschließend ein nüchternes 1:0 gegen Austria Wien. Dr. Calakmul scheint seine Mannschaft jedenfalls nicht auf ein einziges Drehbuch festgelegt zu haben.
Zehn Tore stehen nach vier Spieltagen
bereits auf der Habenseite. Die Spannweite reicht dabei vom wilden Fußballfest bis zum klassischen Arbeitssieg. Für die Zuschauer ist das durchaus praktisch: Wer Ried schaut, sollte lediglich vorher entscheiden, ob er heute lieber Popcorn oder eine beruhigende Tasse Tee braucht.
Fest steht: Langweilig wird es im Innviertel derzeit nicht. Und vielleicht ist genau das die charmanteste Eigenschaft dieser Mannschaft. Ried liefert Unterhaltung, Punkte und Geschichten – manchmal sogar alles gleichzeitig.