Zwei äußerst ärgerliche knappe Niederlagen verderben den guten Saisonstart und man ist bereits jetzt wieder von der Spitze entbunden. Da hat man leider komplett die falsche Taktik gewählt, sich von der Spielstärke Gueugnons beeindrucken lassen und Lens zu Hause zu viele Freiheiten gelassen. Das darf nun aber keinen generellen Knacks für das Selbstbewußtsein bedeuten. Das ist wichtig, denn immerhin muss man zum Titelverteidiger am nächsten Wochenende. Der Tabellenletze kommt dafür zu Besuch. Ein richtiges Polarwochenende steht uns bevor.
Der beste Saisonstart seit Amtsantritt ist zu vermelden. Allerdings haben die Gegner offenbar noch nicht ihre Normalform erreicht, anders ist der hohe Auswärtssieg in Lorient kaum zu erklären. Zu Hause rang man die Mannen vom Exmeister nieder. So startet Laval mit der Tabellenführung. Und selbstverständlich soll das so bleiben bis zum Ende der Saison. Nun, aber ein paar schwierige Spiele sind es dann doch noch, die da vor uns liegen. Nichts zuletzt am nächsten Spieltag bei Gueugnon!? Ob es wohl wieder ein Schützenfest gibt?
So endete man letzte Saison dort, wo man bereits die letzten zwei Spielrunden davor geendet hatte, nämlich zwischen den Plätzen 10 und 17. Kein ruhmreiches Ergebnis, sind die Ziele wohl eindeutig höher definiert gewesen, und auch durchaus als realistisch angesehen worden. Doch Frankreich ist nich Irland, und den Respekt im Lande von gutem Wein und langem Brot muss man sich weiter verdienen. Neue Runde, neues Glück. Mit Lorient und St. Etienne stehen zwei bekannte Mannschaften auf dem Rasen. Dies sollte helfen!
Mit aller Macht ist Laval an diesem Wochenende aufgetreten und hat die Gegner ordentlich mit Packungen bedient. Zu viel des Guten? Vielleicht, allerdings blieb einem so ein Horrorwochenende erspart, so wie es die Mannschaften von Auxerre und Besancon erleben mussten. Gegen letztere gewann man das wichtige zweite Heimspiel, womit ein beruhigendes Polster auf die rote Zone aufgebaut wurde. 56 Punkte könnte drin sein, und damit der zehnte Platz in der Endabrechnung möglich. Viel mehr sollte man aber wohl nicht erwarten.
Nur in einer der drei Partien konnte Stade Laval an diesem Wochenende überzeugen. In den beiden anderen gab es besonders indiskutable Abwehrschwächen: 1:8 Tore und null Punkte sind kein Aushängeschild für eine bevorstehende, sichere Mittelfeldetablierung, sondern eher ein Signal dafür, dass der Fahrstuhl nach unten eine höhere Reisewahrscheinlichkeit aufweist. Dennoch muss man sagen, dass der Auswärtssieg in Marseille die Mannschaft darin bestärkt, sich nicht gehen zu lassen. Und das ist extrem wichtig für die letzten Spiele.
Während man auswärts - erwartungsgemäß - keinen Grashalm ernten konnte, hat man die Heimspiele siegreich beendet und den Fall nach unten gebremst. Das 3:2 gegen den Meister lässt auf eine starke Endphase hoffen. In dieser Form, mit dieser Durchschlagskraft sollte das Minimalziel Platz 10 noch zu schaffen sein, auch wenn sich die ersten gravierenden Verschleißerscheinungen bereits bemerkbar machen. Ziel muss es sein, die teilweise immer noch unsichere Abwehr zu festigen. Doch ob die nächsten Gegner die richtigen sind, um diese Sicherheit auch gewinnen zu können?
Wie in der letzten Saison scheint Laval nach sonnigem Beginn mit Fortschritt der Saison nach hinten durchgereicht zu werden. Gegen die massive Gegenwehr war der Angriff zu schwach besetzt als dass man hätte etwas reißen können an diesem Wochenende. Der Sturz zurück in die gefährdete Zone hat der Mannschaft einen ordentlichen Knacks versetzt. Nun gilt es, die Spieler psychologisch wieder aufzurichten und auf das nächste Wochenende einzuschwören, auch - oder gerade weil es gegen St. Etienne und Angers gegen die Mannschaften am unteren Ende geht.
Auswärts durfte man dem neuen Tabellenführer zusehen, wie er die Spitze erklimmt. Ohne Charakter zeigte sich die Mannschaft, der Spielwitz fehlte komplett, und so war es eine klare Niederlage. Zu Hause reichte es nur zu einem glanzlosen Sieg gegen das abstiegsbedrohte Grenoble. Jedoch auch solche Spiele wollen erst einmal gewonnen werden. Wie auch das folgende Heimspiel gegen Bastia. Auswärts gegen die Griondins wird es wieder eine harte Sache. So wie zuletzt sollte sich die Mannschaft nicht präsentieren, denn dann werden bald keine Fans mehr zu den Auswärtsspielen mitfahren.
Die Hinrunde wurde durchwachsen beendet. In der ersten Auswärtspartie gab es eine schmerzliche 2:3 Niederlage in der Auvergne. Immerhin in Paris konnte man noch einen Punkt abstauben, während man zu Hause keine Gegenwehr zu erleiden hatte. Damit endet die Hinrunde auf Platz neun, und es wäre immerhin das beste Saisonergebnis, wenn man diesen Platz bis zum Ende halten würde. Allerdings bleibt der Weg steinig, da die Reserven doch bereits ziemlich angegriffen sind. Da sind die magischen Künste der Masseure gefragt, um alle wieder fit zu bekommen.
Mit zwei Toren drei Punkte zu machen, gilt im allgemeinen als gute Effizienz. Doch spielt man von den betreffenden drei Spielen zwei zu Hause, ist es doch wieder zu wenig. Seien wir dennoch nicht zu pessimistisch, denn immerhin hält sich Stade weiter unter den ersten zehn - war es doch von vielen schon von vornherein klar, dass Laval gegen den Abstieg spielen werden wird. Da hat man sich bisher tapfer herausgehalten und muss nun versuchen, Konstanz und Respekt in Einklang zu bringen, damit das Ende der Rückrunde nicht der Anfang vom Ende aller Hoffnungen wird.
Die offensive Spielweise auswärts wurde nicht belohnt. Zwar konnte man im Heimspiel mit gewohnter Souveränität die Punkte behaupten, doch auswärts waren die Gegner noch stärker als ohnehin schon vermutet. So geht der Platz an der Sonne vorerst verloren und die Mannschaft muss ihre Wunden lecken. Das Selbstvertrauen jedoch ist nicht angeknackst, wie das die Kritiker und Schlechtredner schon wieder behaupten. Die Ziele sind hoch gesteckt, dabei darf man aber auch nicht außer Acht lassen, dass man in der letzten Saison noch gegen den Abstieg gekämpft hat.
Die Tabellenführung zwar verloren, doch zu Hause die meisten Punkte behalten, was eine positive Bilanz des Wochenendes zwar nicht garantiert, aber doch fassbar werden lässt, ja, wäre da nicht jenes Auswärtsspiel beim FC Gueugnon, wo man viel zu zaghaft agierte und völlig entgegen des eigenen Vorhabens unnötigerweise ängstlich den Säbel hat stecken lassen. Das wird interessant sein, wie Stade sich in den kommenden (schweren) Auswärtspartien präsentieren wird. Ist man jetzt verunsichert oder war es ein Ausrutscher, waren die bisherigen Auswärtsspiele absolut starke Auftritte gewesen!?
Zum ersten Mal seit Amtsantritt darf eine Tabellenführung bejubelt werden, dank einer gewaltigen Anstrengung beim Erfolgsclub Saint Etienne. Das hat sehr viel Energie gekostet, doch wir werden ein Trainingslager haben, dass eine optimale Rekonvaleszenz ermöglichen wird. Die beste Möglichkeit, das Feld zu kontrollieren, ist es erst einmal hinter sich zu lassen. Mit diesem Motto geht man in die nächsten Spiele, gewillt, den erfolgreichen Sturm weiter toben zu lassen und auswärts Schrecken zu verbreiten.
Das furiose Feuerwerk auswärts hält an. Und auch zu Hause hat man die richtige Antwort parat, um die drei Punkte im eigenen Stadion zu sichern. So prescht Stade Laval auf den zweiten Platz vor - eine ungewohnte Situation fürwahr, hatte man doch geraume Zeit im unteren Tabellendrittel zu tun seit Mitte letzter Saison. So genießt die Mannschaft den Sonnenschein, der sie jetzt umgibt und konzentriert sich noch intensiver auf die kommenden Spiele. Eine Festigung der Spitzenposition wäre wünschenswert.
Zu Hause zu zaghaft agiert und gegen die fintenreichen Creteilianer verloren, doch in Grenoble die Keule ausgepackt und doch noch drei Punkte am ersten Wochenende eingeheimst. Wird diese Saison also ähnlich schwer wie die letzte? Vielleicht wird sie aber auch schwerer für die Gegner, denn so leicht auszurechnen, wie manche vielleicht glauben, ist Stade dann doch nicht. Eine kleine Kostprobe wurde am zweiten Spieltag bereits ausgesendet. Und die Trickkiste in Laval wächst mit dem Selbstbewußtsein der Mannschaft.
Mit großen Erwartungen war man in der letzten Meisterschaft angetreten, und doch reichte es gerade einmal für den Klassenerhalt. Muss Stade jetzt kleine Brötchen backen? Zu allererst muss man die Abwehr stabilisieren. Warum hat man derart viele Tore bekommen in der letzten Saison? Erstaunlich die Motivation der Gegnerschaft. Zufall oder der Fluch der Berichterstattung? Diese Saison wird es zeigen, und die Mannschaft ist bissig und aggressiv genug, jedem Gegner die gleiche Packung zu bescheren, die man selber bekommt.