Walter Fotzenhobel hatte Trainen in den Augen. Gerade war der Schlusspfiff gepfiffen worden auf einer Pfeife des Pfeifenmannes für das Pokal-Endspiel des Kaiser-Pokals. Und Kashiwa Reysol hatte im fünften Match erst alles klar machen können. Nachdem im dritten Spiel bei Yokogawa Musashino FC noch eine Niederlage herauskam, wurde im vierten Spiel Yokogawa Musashino FC mit ein zu null zu Hause besiegt. Nun kam es also auf das alles entscheidende fünfte Spiel auf neutralem Platz an.
Walter Fotzenhobel war klar, dass er nur mit äusserster Willens- und Kampfkraft dieses Spiel mit seinen Mannen vom Kassettenrecorderhersteller Verein Kashiwa Reysol gewinnen konnte. Zu mal das Spiel in Tokio statt fand. Der Kaiser persönlich war anwesend, um den Pokal zu überreichen. Und er plauderte nach dem alle Spieler die Medallie um den Hals gehängt hatte sehr lange mit Walter Fotzenhobel. Was er mit Walter Fotzenhobel so lächelnd austauschte wird wohl ein Geheimnis bleiben...
Das ist das Motto, unter dem an diesem Sonntag erstmals der Toyama-Marathon stattfindet. Hintergrund für dieses Event ist die Solidarität Toyamas mit den US-Amerikanern, den Teilnehmern und Opfern des Bombenanschlags beim diesjährigen Bosten-Marathon, dem ältesten Marathonlauf der Welt nach dem olympischen Marathonlauf. Die besten japanischen Marathon-Läufer und -Läuferinnen haben ihre Teilnahme zugesagt: Masakazu Fujiwara, der Sieger des Tokio-Marathons 2010 sowie Noriko Higuchi (Siegerin 2011), Noriko Higuchi (Siegerin 2009) und Yoko Shibui, die siebtschnellste Frau aller Zeiten. Daneben steht der Marathon auch Amateurläufern offen. die im
Marathon, Halb-Marathon oder in einer Vierer-Staffel antreten können. So hat sich auch die Mannschaft von Kataller Toyama für dieses Laufereignis angemeldet. Der Trainerstab unter dem Deutschen Christian J. Schmidt tritt genauso wie alle Spieler in Staffeln an. Während sich die Trainer eine Zielzeit von max. vier Stunden vorgenommen haben, ist den Spielern eine Zeit von 3:30 Stunden als Richtwert vorgegeben worden. Die Siegerstaffel wird vom Präsidenten zum Fugu-Essen eingeladen. Weiter wird der Verein jeweils 20.000 Yen (rund 15.000 Euro) an vier soziale Projekte spenden, die die Spieler der Sieger-Staffel aussuchen und die sie damit unterstützen dürfen.
Mit großer Spannung verfolgte Avispa-Coach Wolfgang Lippert den NSU-Prozess in München, schließlich hatte er in der Verlosung auch ein Ticket für den Sitzungssaal ergattert (vgl. vorherigen Bericht). Der ostdeutsche Ex-Entertainer hätte zwar lieber eine Kreuzfahrt oder einen Tankgutschein gewonnen, aber dem geschenkten Gaul schaute man bekanntlich nicht ins Maul. Und so hockte Lippi nun in einem stickigen Gerichtssaal und durfte sich die Zeugenaussagen einiger wahrlich trauriger Gestalten anhören. Nein, er war wahrlich froh, kein Rechter geworden zu
sein, wenn in dieses diffusen Kreisen die olle Beate Zschäpe als „heißer Feger“ gegolten hatte. Da hätte der Kassenbrillenträger aus Ost-Berlin lieber mit Ursula Engelen-Kefer oder Erich Honecker angebändelt, bevor er mit dieser Trulla um die Häuser gezogen wäre. Außerdem hätte man bei einem Date vermutlich seine Spirituosen gut festhalten müssen, um nicht völlig durstig wieder noch Hause zu gehen. Gut, dass es wenigstens in Fukuoka solche Trümmerfrauen nicht gab. Es war halt auch nicht alles schlecht in Japan.
Walter Fotzenhobel spielte das Lied "Spiel mir das Lied vom Tod" und das spielte er verdammt gut. Er setzte sich dazu auf den kleinen Balkon seines winzigen Papierhauses in Kasiwa. Ausnahmsweise nahm er die Melodie nicht mit seinem Hitachi-Kasettenrekorder auf. Er versuchte sich mental vorzubereiten auf die letzten drei Spiele des best of five des Kaiser-Pokal-Endspiels gegen einen der Floberle-Brüder, die weltweit ihr Metier des Pokalausrichtens betrieben und so
Einblick in so manche Pokalsituation gewonnen haben. Yokogawa Musashino FC, ein Nicht-Verein der J-Leagues durfte einfach nicht Kaiser-Pokal-Sieger werden. Walter sinnierte noch ein bisschen, während er auf seinen Mundharmonika eifrig weiter spielte. Dass er vor lauter spiele gar nicht bemerkte, dass er auch noch von der chilenischen Mafia beobachtet wurde, die seltsamerweise mit zwei Mann in einem weissen Buick auf der gegenüberliegenden Strassenseite standen und ihn beobachteten...
Was wurden nicht schon alles für Vorsprünge in der Geschichte des Fußballs verspielt. Ein 1:0, 2:0, ein 3:0 und vor nicht allzu langer Zeit auch ein 4:0. Was sind da schon 9 Punkte elf Spiele und vier ZATs vor Schluss? Vielleicht genug, vielleicht aber auch nicht. Zumindest kann und sollte man sich die laufende Tabelle ausdrucken und über das Bett hängen. Und, so viel lässt sich sagen, da hängt sie wunderschön. Wunderschöner als die dort zuvor aufgehangenen leicht bekleideten Damen? Sicherlich. Noch
wunderschönerer als das davor hängende Poster der Weltmeistermannschaft von 1990? Vielleicht. Und wer weiß, womöglich ist sie auch bald durch ein offizielles Meisterbild der noch im Vorjahr unter dem neuen Trainer zwar mit großer Euphorie in die Saison gestarteten, aber dann doch jäh zurückgeworfenen Mannschaft zu ersetzen. Dass die Kombination der Traditionsmannschaft und des bislang nur in Usbekistan wirklich erfolgreichen Trainers dann doch so schnell zu gemeinsamen Erfolgen zusammenfindet hätte man da doch nicht mehr erwartet.
Es gibt Vereine, die haben sich regelrecht festgekrallt in den oberen Tabellenregionen. Eine schlechte Platzierung ist kaum erwartbar und zu diesen Clubs zählte man eigentlich den Yokohama FC. Die letzte Saison konnte noch als Ausrutscher gewertet werden, doch nun drohen die schlechtesten 2 aufeinanderfolgenden Saisons aller Zeiten. Zweimal hintereinander nicht International, das hat es unter KiMu noch nicht gegeben. Das Abrutschen ins Mittelmaß droht. Geht also jede Erfolgsgeschichte einmal zu Ende? Hat jede Ehe ihre Halbwertszeit?
Es steht fest, dass man es in Japan, einmal unten mitspielend, meistens extremst schwer hat sich wieder zu berappeln. Man kann nur hoffen, irgendwie noch das rettende Ufer zu erreichen.
Am Wochenende leistete sich Avispa-Coach Wolfgang Lippert mal wieder einen Besuch in der alten Heimat. Doch die Hoffnung, dem ewigen Regen aus Fukuoka zu entkommen erwies sich als trügerisch, schüttete es doch auch in Ost-Berlin wie aus Kübeln. Während der ehemalige Showmaster angestrengt überlegte, ob es sich am Nachmittag die Skulpturen von Amish Kapoor oder doch die Paul-Klee-Retrospektive anschauen sollte, fielen ihm zahlreiche rot-weiß beschalte Proletarier auf. „Wie?... Ach, Pokalendspiel ist gestern gewesen? Wer hat denn überhaupt gespielt?... Und warum rufen die so penetrant „Tripper-Bayern, Tripper-Bayern, hey, hey“? Freut man sich in Süddeutschland etwa so über Geschlechtskrankheiten?“
So schlicht und einfach antwortete Mathieu Gillot, Trainer von Shimizu S-Pulse, zunächst auf die Frage wie er sich die letzten 2 Niederlagen seiner Mannschaft erklären könne. Mit 0:5 hatte Shimizu in Albirex Niigata verloren und gegen den entwischten Tabellenführer Thespa Kusatsu musste man sich sogar mit 3:6 geschlagen geben. "Gegen Niigata haben wir einfach einen schlechten Tag erwischt an
dem nichts klappen wollte und Thespa Kusatsu waren wir in ihrer momentanen Meisterform einfach noch nicht gewachsen. Solche unglücklichen Spieltage hat man als junge und noch unerfahrene Mannschaft halt mal, da bringt es jetzt gar nichts Trübsal zu blasen oder gar eine Krise herbeizureden. Da hilft nur wieder aufstehen, Fehler analysieren und es beim nächsten Mal versuchen besser zu machen", so Gillot.
"Nein!" mein Christian J. Schmidt, Trainer von Kataller Toyama. "Neun Punkte sind ein ordentlicher Vorsprung. Aber dahinter bleibt es spannend. Um die drei anderen internationalen Startplätze wird es ein hartes Gerangel geben."
Sicherlicht hat der erfahrende Trainer und Organisator des Kaiser-Pokals hier Recht. Selbst Kashiwa Reysol, Finalist im Kaiser-Pokal und derzeit auf Platz 6 hat gute Chancen auf einen internationalen Startplatz. Nur Kataller Toyama selbst wird froh sein können, sich am Ende der Saison in der oberen Tabellenhälfte wiederzufinden. Denn derzeit ist man nur Zwölfter. Das eigentliche Saisonziel "Oberes Tabellendrittel" ist angesichts der starken Konkurrenz nur schwer zu erreichen.
Meine Mannschaft, Kyoto Purple Sanga, hat grosse Schwierigkeiten den Faden zu finden und bleibt auch nach dem heutigen Spieltag in den Niederungen der Tabelle hängen, immer mit dem Blick nach unten. So ganz hilflos spielte meine Mannschaft gegen Omiya Ardija, ohne überhaupt den Hauch einer Torchance zu haben. Drei Gegentore fielen bereits in der ersten Halbzeit. Diese Ladehemmungen spürten die Spieler auch noch in der zweiten Begegnung gegen Albirex Niigat und so war die torlose erste Hälfte keine Überraschung. Zum Glück platzte der Knoten noch eine Viertelstunde vor Ende des Spiels.
Kenner des japanischen Fußballs: Hat es so was schon gegeben? Gibt es euch? Gibt es wirklich ein Saisonende diese Saison? Gewinnen die direkten Verfolger immer alles, wenn man gerade selbst sechs Punkte holt? Und: muss man immer gegen die beiden härtesten Verfolger an einem Spieltag ran?
Voller Euphorie betrachtete man in Kusatsu die eintrudelnden Ergebnisse im klassischen Videotext (Smartphones benutzt man in Kusatsu schon lange nicht mehr - da muss man die Tabellen in Copa Mundial immer so komisch hin und her schieben und weiß nicht zu welchen Punkten jetzt welche Mannschaft
gehört): „Auswärtssieg – schon wieder. Der Hammer. Schnell noch schauen was die Konkurrenz gemacht hat und dann ein Blick auf die Tabelle. Die Meisterschaft muss damit doch eigentlich schon fix sein?! Was? Die beiden direkten Verfolger haben auch beide Spiele gewonnen. Mit jeweils einem Tor Abstand. Krass. Die müssen ja in Form sein. Jo, dann brauch man ja eigentlich gar nicht mehr auf die Tabelle schauen. Aber gegen wen geht`s eigentlich am kommenden Wochenende? Was, genau gegen diese beiden Verfolger…? ... Jo, dann lassen wir das mal mit dem Träumen von der Meisterschaft.
Sendai: Erstmals seit Wochen hat der FC den letzten Platz abgebeben. Zwar gab es von den letzten zwei Spielen, 0:1 gegen Thespa Kusatsu und 5:2 gegen Kataller Toyama, wieder eine Nioderlage, doch hat Trainer Safar endlich eine Mannschaft gesehen die gekämpft hat.
"Die Niederlage in Kusatsu war knapp und unverdient. Ein Unentschieden hätten wir verdient gehabt. Doch ich bin mir sicher, wenn wir jetzt die restlichen Spiele so bestreiten, dann gibt es noch eine ganz kleine Chance auf den Klassenerhalt." so der 27-Jährige Jungtrainer.
Im nächsten Zat wartet Auswärts Avispa Fukuoka und Zuhause Consadole Sapporo. Wir berichten nächste wieder, wie es für den Aufsteiger gelaufen ist.
Es ist ganz schwierig, nach einer ausgezeichneten Saison den Schwung wieder aufnehmen zu können, vor allem, wenn man so weit unten steht wie meine Mannschaft, Kyoto Purple Sanga. Da gilt der Blick eben schon eher nach hinten. Da ist es schon wichtig, mindestens den Platz zu halten. Ein gutes Spiel meiner Mannschaft gegen Cerezo Osaka wurde mit einem Gegentreffer in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht belohnt. Gegen Giranvanz Kitahyushu war es im zweiten Spiel auch sehr schwierig zu punkten. Man merkte beiden Mannschaften die ungemütliche Tabellensituation an.
Das Rätsel um das fehlende Schuhwerk bei Trainer Mathieu Gillot ist endlich gelöst. Wie aber nicht anders zu erwarten, war es mal wieder ein Glückkeks, der ihn zu solch einer Erleuchtung brachte. Und als ob das nicht genug wäre, sollte nun seine Mannschaft auch noch von dieser Erkenntnis profitieren. Gillot ließ seine Spieler beim letzten Trainingsbeginn ihre Schuhe ausziehen, so dass sie das Gras unter ihren Fußsohlen spüren konnten. Zu ihrem Glück
erfuhren sie allerdings, dass sie nun nicht auch noch barfuß spielen müssten. Dem Trainer ging es vielmehr um das Gefühl der Freiheit. Die Mannschaft sollte begreifen, dass sie sich nun nicht von der Angst vor einem Fehltritt bremsen lassen sollte. Die bisher erfolgreich zurückgelegte Strecke müsse nicht geschützt werden, denn sie ist bereits beschritten. Die Spieler müssen ihren Weg nur ohne Furcht zu Ende gehen, ganz gleich wohin dieser sie führen mag.
"Mensch Carlo, wir sind doch hier nicht mehr bei der Cuxhavener Allgemeinen Zeitung. Du könntest ruhig...Carlo? Carlooooo? Verdammt , wo ist der wieder abgeblieben?" Walter F. (nicht Reiwald, sondern Otzenhobel, Anmerkung der Redaktion) drehte sich in seinem Isuzu Paratrooper erschrocken um und sah, dass der Platz auf der Ladepritsche verwaist war. Kein Carlo mehr darauf, dabei war er so schön gefesslt und geknebelt. "Schade um das schäne Gaffa-Band". "Naja, dann
werden wir mal zu Yokogawa Musashino FC fahren. Wobei ich hier in der Westentasche schon eine Petition habe, in der ich bitte uns im vorhinein als Kaiser-Pokal-Sieger zu deklarieren, denn eine Mannschaft, die gar nicht in unserer Liga oder zweiten Liga spielt und dann noch von einem Alleinherrscher betreut wird, dass ist in meinen Augen eines japanischen Pokal-Siegers unwürdig." Dann zog er seine Mundharmonika aus dem Revers und blies, Haydns F-Dur Sonate beginnend mit dem zweiten Satz, dem Adagio...
An einem Postkasten in der Innenstadt von Fukuoka konnte man Avispa-Coach Wolfgang Lippert dabei erblicken, wie er hastig ein Briefkuvert einwarf. Der ehemalige Ost-Entertainer hatte mal wieder eine glänzende Idee, die er der ARD nicht vorenthalten wollte: „Mittlerweile gibt es in Deutschland den Tatort aus gefühlten 120 Städten. Es wird also Zeit für die große internationale Expansion.“ Dabei hatte sich Lippi natürlich auch schon ein schlagkräftiges Ermittlerteam
ausgedacht, das aus Walter Freiwald und ihm bestehen sollte und in seiner Wahlheimat operierte. „Ich habe sogar schon eine Story ausgedacht, hören Sie mal zu: Ein Fahrrad kommt auf mysteriöse Weise vor einer Tankstelle in Fukuoka abhanden. Am Tatort findet man nur eine Mundharmonika und ein Barthaar von Carlo von Tiedemann… Klingt das nicht nach einem genialen Einstieg? Und das allerbeste: Es sind keine Sprechrollen für Simone Thomalla oder Jan-Josef Liefers vorgesehen.“
Jeder Spieler hat die Möglichkeit Berichte für die Zeitung zu verfassen. Für jeden Bericht gibt es bis zu 0,3 Punkte auf das TK deiner Mannschaft.
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