Wir erinnern uns an meine letzte pathologische Feststellung: Die Nulllinie kann man schließlich auch bereits vor Spieltag 26 erreichen. Nun, ich habe Wort gehalten. Nach zwei epischen 4:4-Schlachten und dem wahnwitzigen 6:4 gegen fubinis Jönköping ist der Ofen (fast) aus. Unser TK-Konto steht bei klinisch toten 5,2. Platz 4. Wir sind sportlich verbrannt, bevor der Meisterschaftskampf überhaupt in die Zielkurve einbiegt.
Und schon beginnen die Hyänen im Flur zu jaulen. Kollege Pacult geht plötzlich auf „Frechdachsjagd“, während Göteborg über „ein Jahr keine Gegentore“ philosophiert. Sie wähnen sich am Ziel, zählen Punkte und verteilen Urkunden.
Doch wer die Augen von den flüchtigen Zahlen des Alltags hebt und das Archiv im Keller betritt, stößt auf ein Dokument, das kaum
einer dieser Sonntagsjäger überhaupt buchstabieren kann: Die Relative Ewige Tabelle.
Schlagt die Akte ruhig auf, ihr Herren. Wer steht dort seit Äonen ganz oben an der Spitze? 1. Platz: Åtvidabergs FF. 16 Jahre, 432 Partien, ein Punkteschnitt von 1,725 und eine Siegquote von 55,6 %. Selbst Assyriska (1,694) und sämtliche anderen Traditionsvereine schauen in dieser Kategorie seit jeher ehrfürchtig von unten zu uns herauf.
Ihr dürft euch an den kommenden Wochenenden gerne um die Krümel balgen. Ihr dürft die aktuelle Beute jagen, euch über einen Meistertitel freuen und unsere 5,2 TK für eine Schwäche halten unseren Abgang feiern.
Aber vergesst bei aller Euphorie eines nicht: Wenn der König abtritt, erbt ihr nur seinen Thronsaal – nicht seine weiterhin dokumentierte jahrelange Konstanz .
Ja wenn die Tage kürzer werden, werden die Zeitungsartikel immer länger, und wenn man mehr Zeit hat fällt einem auch manch Unsinn ein. So gelesen zum Beispiel unlängst im Göteborger Abendblatt, Herausgeber: Flemmencino. Ruft der doch tatsächlich alle Trainerkollegen und -innen indirekt auf, dem Lieblingstrainer aller Schweden und -innen, also mir, mehr Gegentore zu gönnen. Das ist ja ein unglaublicher Anfall von Frechdachsigkeit, der nicht ungestraft bleiben darf. Ich möchte deshalb alle schwedischen Jäger und Jägerinnen zur Frechdachsjagd aufrufen. Unser allseits beliebter fubininni
kann seinen Hund mitbringen, Hans seinen Maulwurf und der mutige Löwe seinen Steinbock. So treiben wir den fiesen Frechdachs in die Enge und dort braucht er nur noch eingesammelt und in einen Sack gesteckt werden. Diesen Sack kann sich dann jede und jeder einmal vor die Hütte hängen, das hilft gegen böse Geister, z. Bsp. aus Uruguays Patenliga.
Glückwunsch auf diesem Wege nach Norrköping zur Verleihung des Philosophie-Nobelpreises. Das hat noch kein Schwede geschafft, kein Schweizer und auch sonst keiner. Du bist der Erste auf der ganzen Welt. Und darauf können und sollten wir alle stolz sein.
Der eine beschäftigt sich - zugegeben erfolgreich - mit Philosophie, der andere versucht sich immerhin an einer mathematischen Analyse. Dabei wird jedoch das eigentlich beachtenswerte nicht beleuchtet: Fehlende Gegentore des Spitzenreiters!
Bislang war unbekannt, dass es es in Södertälje verboten sein sollte, auf das Tor des Gastgebers zu schießen. Ein mickriges Gegentor gab es zuhause, vermutlich ein
Eigentor. Während bedauernswerte Teams aus dem Tabellenkeller zum Teil bis zu 26 Gegentore daheim hinzunehmen hatten, erreicht der Ligaprimus diese Zahl nicht einmal insgesamt auch nur ansatzweise.
Ja, auch IFK hat sich kein Auswärtstor zugetraut und ja, auch der Tabellenzweite aus Göteborg ist zuhause vergleichsweise glimpflich davongekommen. Doch das muss in der Statistik ja nicht zwingend auftauchen.
*Stockholm.** Die Schwedische Akademie hat gestern für weltweites Erstaunen gesorgt und den renommierten Philosophie-Nobelpreis an den deutschen Denker **Löwensteinbock** verliehen. Besonders bemerkenswert: Einen Philosophie-Nobelpreis gibt es eigentlich gar nicht.
Genau diese mutige Missachtung von Realität und Formalitäten sei laut Jury der Grund für die Auszeichnung gewesen.
Löwensteinbock habe über Jahrzehnte die großen Fragen der Menschheit untersucht. Etwa: *„Wenn niemand zuhört, ist eine Vorstandssitzung dann überhaupt passiert?“* oder *„Ab welchem Punkt wird ein Plan zu Tradition?“*
In seiner Dankesrede zeigte sich der Preisträger gewohnt bescheiden.
> „Ich nehme den Preis an, obwohl ich seine Existenz
grundsätzlich bezweifle.“
Die Akademie lobte insbesondere seinen Beitrag zur modernen Gelassenheit. Seine bekannteste These lautet, dass sich die meisten Probleme mit ausreichend Kaffee, etwas Abstand und notfalls einem Nickerchen lösen lassen.
In ganz Schweden wurde die Entscheidung begeistert aufgenommen. Schließlich ist ein erfundener Nobelpreis für einen fragwürdigen Philosophen immer noch glaubwürdiger als manche Transfergerüchte.
Löwensteinbock selbst kündigte an, das Preisgeld vollständig in die Erforschung einer entscheidenden Frage zu investieren:
Warum sind diejenigen mit den wenigsten Antworten meist am lautesten überzeugt, recht zu haben?
Die Forschung läuft bereits. Die ersten Ergebnisse gelten als alarmierend. 😌📚🏆
Die schwedische Gazettenlandschaft verharrt weiterhin im kollektiven Sinnieren über das Altern. Dabei genügt ein nüchterner Blick auf die Monitore der Notaufnahme: Diese Liga leidet nicht an Geriatrie, sondern schlicht an schwerstem Hospitalismus.
Von den bisher absolvierten 140 Partien dieser Spielzeit offenbart die pathologische Befundung eine bizarre Monokultur:
1. Platz: Das 1:0-Koma (41 Fälle / 29,3 % aller Spiele)
Fast ein Drittel aller Begegnungen flacht zur absoluten Nulllinie ab. Das Schreckensszenario: Bei 25 dieser 41 Spiele (satte 61 %) war mindestens ein uruguayischer Patenzug beteiligt. Willenlose Hüllen, gefüttert mit fremden Dosen aus Montevideo.
2. Platz: Die 3:0-Sedierung (21 Fälle / 15,0 % aller Spiele)
Der bequeme Dienst nach Vorschrift. Bei 11 dieser 21 Partien (52 %) wirkte der Schlafwandler-Algorithmus aus Südamerika direkt mit.
3. Platz: Die 5:0-Amputation (14 Fälle / 10,0 % aller Spiele)
Klinischer Kahlschlag ohne Gegenwehr. 6
dieser 14 Abreibungen (43 %) entstammen Duellen mit uruguayischem Pateneinfluss.
Zusammengefasst: Diese drei monotonen Muster ersticken bereits 54,3 % aller Ligaspiele (76 von 140 Begegnungen). Und von genau diesen Partien standen verheerende 55,3 % (42 Fälle) unter direkter Beatmung aus Uruguay. Mehr als die Hälfte der gesamten Liga agiert nicht selbst, sondern lässt sich schlicht fremdverwalten.
Selbst der scheinbare Vulkanausbruch an Spieltag 20, das bizarre 6:6 zwischen AIK Solna und Kalmar FF, entsprang keinem wachen Verstand. Solna agierte auch hier als willenloser Zombie, gelenkt von der uruguayischen Patenhand.
Echtes Leben pulsierte einzig wieder mal bei uns: Bei Åtvidabergs FF haben wir zwei epische 4:4-Schlachten nacheinander auf fremdem Rasen geschlagen. Gegen denkende, menschliche Trainer.
Wir verpulvern unsere Reserven für das Spektakel statt für den Ruhestand. Die Nulllinie kann man schließlich auch bereits vor Spieltag 26 erreichen, ganz ohne Unterstützung aus Uruguay.
Jetzt ist aber Schluss mit dem allgemeinen Rumgeheule. Die einen jammern über das Älter werden, einige über das Älter sein, dann wiederum werden Krokodilstrainen verweint, da der ein oder andere nichts in der Zeitung schreibt, das muss jetzt einfach mal aufhören, wir sollten uns darüber freuen, dass wir wenigstens ein paar wackere Recken haben, die die AllSvenskan ernst nehmen und über Familie und Freizeit und Arbeit stellen.
Am Vätternsee nimmt man diese neue Maxime ernst und konzentriert sich entsprechen auf die Saison und der erfolgloseste Erfolgstrainer der Welt, der "mit euren Fremdwörtern könnt ihr mir nicht imprägnieren" fubinini lässt sich auf keinen Fall mehr von seinem Ziel, dem
Nichtabstieg mehr ablenken, es sei denn durch Familie, Freizeit oder Arbeit.
Trotz seines hohen Alters ist er nämlich gar nicht der Älteste der Liga (an dieser Stelle ein "Grüß Gott, aber nicht so schnell" nach Gäfle oder Gefle) und noch ganz rüstig beieinander. In seiner Freizeit spielt er gerne Boule und hat schon so einen Magneten an der Schnur, da sein Rücken nicht mehr so richtig mitmacht. Seine Hausärztin macht sich Sorgen um seine Leber, und seiner Frau, die tatsächlich neun Jahre jünger ist, geht es auf den Geist, dass er morgens zwanzig Minuten braucht, um aus dem Bett zu kommen - und abends zwanzig Minuten, um vom Sofa zu kommen.
Aber gejammert wird hier nicht und über das Alter sprechen wir auch nicht mehr.
Ja wenn die Tage kürzer werden, werden die Zeitungsartikel immer länger, so auch in Schweden. Man nimmt sich mehr Zeit, denkt schärfer nach oder hat einfach nix besseres zu tun am Samstag-abend. Koketterie, ja ich weiß, die meisten von Euch mussten erst mal googlen was das ist, Koketterie mit dem Altwerden. Einige wie der große fubinini , mit dem kleinen f, verwechseln laufend die Überschriften, so geht es los. Ich selbst habe mehrmals das große F mit dem kleinen f verwechselt. Roquinho verwechselt mehrere Buchstaben beim Kontrahenten Flemmencio und andersrum. Claudino schreibt in einem Artikel Gefle und Gävle, wenn er überhaupt noch die Tasten findet.
Kollege Löwensteinbock verwechselt die Liga mit einem Philosophiewettbewerb. Und der Rest der holden Trainerschaft bringt gar keine Zeilen mehr zu Papier. Entweder zu alt um den Füllfederhalter zu halten oder um den Computer einzuschalten. An den schulpflichtigen Kindern kann es ja wohl nicht liegen. Der letzte Artikel von Babsi 1. August 2014, der letzte Artikel von Wendy 22. Februar 2013, der letzte Artikel von Hans dem Maulwurf 30. April 2010, ich kanns kaum glauben. Da ist ja Florian mit dem 1. September 2026 schon ein Lichtblick. Kommt Leute, so alt seid ihr doch gar nicht, ran ans Tablett und Grüße an die Kollegen gesendet und zur Belohnung gibt’s noch TK umsonst dazu.
der neue Trainer stellt sich in der altehrwürdigen Allsvenskan vor :
habe mich in der Endphase der Saison in der traditionellen Liga für Halmstads BK entschieden. Hier stelle ich mich vor : jung, ahnungslos aber ambitioniert.
Legenden der Trainergilde tummeln sich hier rum und es ist mir ne Ehre hier lernen zu dürfen. Laptop ade, zurück zum Klemmbrett . Die Spieler werden nicht in den Genuss der Belastungssteuerung kommen, Quälix lässt grüßen.
Okay nen bisschen Tik Tok dürfen sie .
Ich drücke allen die Daumen für das nationale und internationale Geschäft
Ob halbvolles Glas des einen oder halbleeres TK des anderen - Trainer Flemmencio genehmigt sich einen großen Schluck aus der Pulle und bittet dann den Fussballgott darum, nachzuschenken. Es wird schon gutgehen am Ende, wobei noch die Frage zu klären wäre, was denn als „gut“ durchgehen würde. Platz 5? Platz 3? Noch nie hatte es ein Trainer so schwer, den nicht vorhandenen Erwartungen gerecht zu werden. Am kommenden Wochenende geht es in zwei richtungsweisende Partien und es dürfte klarer sein, in welche Richtung es geht. Dann kann man sich auch wieder mit der Rentenreform befassen.
fubinini schreibt sich mit kleinem f, ungewöhnlich, aber völlig eindeutig, wenn man bedenkt, dass Frau fubinini in der Hochzeitsnacht schon bemerkte, dass sie auch mit Kleinigkeiten zufrieden ist. Ein Herr pacult, p. pacult, auf den selbstdgedruckten Doktortitel verzichten wir an dieser Stelle aus Achtung vor den eigenen Leistungen, sollte sich das hinter seine kleinen Ohren schreiben. Auch im Alter kann man den Jüngeren Respekt zollen.
Aber zurück zur zweitschönsten Nebensache der Welt. Die AllSvenskan befindet sich wie das Jahr im Herbst und der Winter wirft seine langen und nach der Zeitumstellung noch längeren Schatten voraus. Theoretischen Sinnieren ist jetzt nicht mehr möglich und auch nicht mehr nötig, All in heißt die Devise.
Wieso eigentlich Reformstau? Unser Lieblingsclub vom
Vätternsee leistet doch jetzt schon unfassbar viel für die junge Garde. Regelmäßige Punktspende, aufbauende Zeitungsartikel, positive Rückmeldungen, wann immer es geht. Es liegt doch jetzt an der Jugend, auch etwas zurückzugeben. Für uns wäre es tatsächlich der richtige Moment, auch einmal eine Auswärtsnull, besser noch eine Heimnull, von der Jugend zu erhalten, um der älteren Generation eine Art Pflegegeld auszuzahlen. Wir haben dieses Land nach dem Krieg auch wieder aufgebaut. Also die Liga ist das Land und der Krieg ist die jahrelange Zwangspause. Die permanente Kritik ist kontraproduktiv. Kein Kanzler Trainer musste jemals so viel erleiden. Wir haben die fatale Neigung immer nur zu sagen: Das Glas ist halb voll, allenfalls halb voll. Nein, es ist halb leer! Es ist halb voll und wir sind auf einem guten Weg...
Während Spieler kommen und gehen, Tabellenplätze schwanken und Saisonziele diskret neu formuliert werden, gibt es eine Gruppe, die Jahr für Jahr verlässlich ihren Dienst verrichtet: die Trainerkollegen.
Jene tapferen Männer, die Woche für Woche dieselbe Mannschaft analysieren, dieselben Fehler besprechen und dieselben Pressekonferenzen überstehen müssen, ohne öffentlich den Glauben an die Menschheit zu verlieren.
Sie sahen brillante Trainingswochen, die am Wochenende spurlos verschwanden.
Sie entwickelten Spielpläne, die bereits nach zehn Minuten nur noch historischen Wert besaßen.
Und sie beantworteten geduldig Fragen, die mit den Worten begannen: „Was lief heute schief?“
Für diese außergewöhnliche Leidensfähigkeit verdienen sie eine besondere Würdigung.
Denn während die Fans nach 90 Minuten nach Hause gehen können, müssen die Trainerkollegen am Montag alles noch einmal anschauen.
Freiwillig.
Manche Experten sprechen hier von Professionalität,
andere von schwer erklärbarem Optimismus.
Besonders bemerkenswert war ihre Fähigkeit, selbst im tiefsten Tabellenmittelfeld noch Entwicklungspotenzial zu erkennen. Wo normale Menschen nur Durchschnitt sahen, entdeckten sie „Prozesse“, „positive Ansätze“ und „gute Phasen gegen den Ball“.
Allein diese Vorstellungskraft hätte eigentlich preiswürdig sein müssen.
Zum Ende der Saison bleibt daher vor allem Dankbarkeit. Nicht für Titel, Rekorde oder große Schlagzeilen.
Sondern für Standhaftigkeit.
Für Geduld.
Und für die bemerkenswerte Kunst, selbst dann noch Lösungen zu suchen, wenn bereits niemand mehr sicher war, wo eigentlich das Problem begonnen hatte.
Die Trainerkollegen verlassen die Bühne mit etwas, das im modernen Fußball selten geworden ist:
einem vollständig entwickelten schwarzen Humor.
Und ganz ehrlich: Für das Leben nach IFK Norrköping könnte das die wertvollste Qualifikation überhaupt sein. 🖤😈⚽
Man liest in diesen Tagen viel Schönes in der schwedischen Fachpresse, oder genauer gesagt: Larmoyanz. Es wird tiefschürfend über Reformstaus doziert und die beruhigende, fast schon philosophische Wirkung des absoluten Tabellenmittelfelds gepriesen.
Ein intellektueller Kuschelkurs, den wir hier bei Åtvidabergs FF aus der Ferne durchaus amüsiert, aber unbeteiligt beobachten.
Für derart entspannte Langzeitdiagnosen fehlt uns schlichtweg der Ruhepuls. Wir praktizieren aktuell stattdessen die reinste Form der sportlichen Notfallmedizin.
Unser jüngstes 4:4-Spektakel gegen Djurgårdens IF liefert dafür die perfekte Krankenakte. Defensive Brandrodung, ein offener Schlagabtausch und ein Puls auf der Trainerbank, der den Monitor bedenklich flackern
lässt.
Wer sich im grauen Einheitsbrei wohlfühlt, mag das als leichtsinnig abtun. Wir nennen es die erfolgreiche Reanimation eines Fußballspiels.
Um der naheliegenden Diagnose direkt vorzugreifen: Ja, ich verpulvere bewusst sämtliche noch vorhandenen TK-Reserven. Das ist eine kühle, berechnende Therapie im medizinischen Sanatorium der Allsvenskan.
Denn für mich ist klar und da rede ich mir prophylaktisch schon mal meine Saison schön: Wer im oberen Drittel unerwartet mitoperiert, schont sein Inventar nicht. Er verheizt es mit Stil und denkt nicht an das Alter ... ich meine natürlich: an den Rest der Saison.
Überlassen wir das theoretische Sinnieren über die Zukunft also getrost den Kollegen. Wir holen uns den maximalen Adrenalinschub im Hier und Jetzt.
Ja wenn die Tage kürzer werden steht wie jedes Jahr, so auch in diesem, das Treffen der jungen Unionstrainer in Schweden an. Die jungen Schweden, unter anderen vertreten durch Wendy, Hans, Flemmencio, Roqui und Florian, werfen den alten aus der Schwe De U, angeführt durch Altstar Fubinini, wie jedes Jahr vor, zu wenig für den schwedischen Nachwuchs zu tun. Sei es bei der angekündigten Trainings-, Gesundheits-, Pflege-, Steuer- oder der unlängst hier angeprangerten Rentenreform. Die jungen haben Angst, dass sie in naher Zukunft die alten, erwerbslosen, kranken, geh- und sehbehinderten Alttrainer und -innen an der Backe haben werden. Okay, dass Meistertrainer Pacult all seine Pokale und Meisterschalen versilbern könnte, sehen sie zwar noch ein, aber für den gesicherten Lebensabend von Fubinini, Babsi, Löwensteinbock und Claudino, mit einem Altern in Würde, wollen sie nicht aufkommen. Dass es sich in
Schweden um eine Solidargemeinschaft handelt scheint vielen „jungen“ nicht oder nicht mehr bewusst zu sein. Da ist es auch nicht hilfreich, wenn Alttrainer Fubinini nach allen Richtungen austeilt. Erst waren die Linken mit ihren roten Socken an allem schuld, dann die Alternative für Schweden und zwischendurch die Russen, die Amis oder die Hundehasser. Da hilft es auch nicht, wenn sich die „alten“ untereinander fertig machen. Lasst uns ein Treffen organisieren, alte und junge gemeinsam, und lasst uns bei Sex und Apfelkuchen Pläne für eine gemeinsame, starke Zukunft in Schweden schmieden. In der UEFA-Wertung sind wir schon einen Platz vorgerückt, sodass wir übernächste Saison 5 europäische Teilnehmer entsenden dürfen. Lasst uns darauf aufbauen. Oder, um es mit ein paar Worten eines alten Elchjägers auszudrücken, Vorwärts immer, Rückwärts nimmer.
Ein Nerv wurde getroffen. So und nicht anders muss man es benennen. Alter spielt eine Rolle, wenn ein kleiner Artikel im "Wochenend-Shopper", einer Umsonst-Zeitung mit 80% Werbeanteil, ein solches Medienecho auslösen kann.
Ganz Schweden diskutiert, ob die Alten (c) überhaupt mental in der Lage sind, eine Saison in der AllSvenskan durchzustehen oder ob der Zivildienstleistende nicht die Aufgabe der Taktik am Spieltag übernehmen sollte. Komplizierte Rechnungen, wer wie lange noch in der Lage sein wird, eine Mannschaft vernünftig auf den Abstieg vorzubereiten oder wer vor wem stirbt. Das in einigen Artikeln "Sex" oder "Apfelkuchen" vorkommt, kann nur mit dem Versuch der medialen Aufmerksamkeit erklärt
werden.
Wie dem auch sei, die Saison neigt sich langsam dem Ende zu, aber wie bei den Konzerten der Band "Grobschnitt", die wahrscheinlich nur den Älteren etwas sagt, also denen, über die im Moment am meisten diskutiert wird, ist am Ende eben nicht zu Ende. Bei einem normalen Grobschnittkonzert kam nach etwa drei Stunden das Stück "Solar music" und je nach Lust und Laune der Band dauerte dieses letzte Stück zwischen einer halben Stunde und fünfzig Minuten.
Für die AllSvenskan bedeutet das, dass die letzten Spieltage noch wochenlang kommen und man jede Woche Einssatz zeigen muss, Woche, Einsatz, über Wochen. Am Ende kommen dann halt nur noch mittelmässige Artikel heraus. Die Norrköping unter den Artikeln.
Schade.
**Norrköping.** Es gibt Orte im Fußball, die jeder kennt. Ganz oben die glitzernden Regionen Europas, wo Träume geboren und Bonuszahlungen verteilt werden. Ganz unten die Abstiegsplätze, wo das Herz rast und die Nerven aufgebraucht werden.
Und dann gibt es dieses seltsame Gebiet dazwischen.
Ohne Ruhm.
Ohne unmittelbare Gefahr.
Ein Ort, an dem Tabellenplätze wohnen, die in keiner Saisonrückblick-Dokumentation erwähnt werden.
Willkommen im natürlichen Lebensraum von IFK Norrköping.
Das Tabellenmittelfeld.
Jenes sagenumwobene Niemandsland, in dem man weder gefeiert noch bemitleidet wird.
Ein Zustand, der für Außenstehende langweilig wirken mag, für langjährige IFK-Anhänger jedoch längst zur vertrauten Wohnadresse geworden ist.
## Die Kunst, niemanden zu überraschen
Norrköping hat im Laufe der Jahre eine bemerkenswerte Fähigkeit entwickelt:
Man schafft es regelmäßig, weder völlig zu scheitern noch ernsthaft zu begeistern.
Während andere Vereine dramatische Geschichten schreiben, liefert IFK konsequent die sportliche Version einer Bedienungsanleitung für eine Mikrowelle.
Nützlich.
Vorhanden.
Aber niemand erzählt später begeistert davon.
Die Mannschaft wirkt dabei wie ein Schüler, der ständig die Note Drei schreibt.
Zu gut für Nachhilfe.
Zu schwach für ein Stipendium.
Und genau diese Konsequenz verdient fast schon Respekt.
## Der unsichtbare Verein
Eines der größten Probleme des Tabellenmittelfelds besteht darin, dass man permanent übersehen wird.
Wenn IFK gewinnt, sprechen alle über die Krise des Gegners.
Wenn IFK verliert, sprechen alle über die Stärke des Gegners.
Und wenn IFK unentschieden spielt, spricht überhaupt niemand.
Selbst die Fußballgötter scheinen gelegentlich nachfragen zu müssen, ob Norrköping eigentlich noch anwesend ist.
Das führt zu einer kuriosen Situation:
Der Verein ist groß genug, um Erwartungen zu erzeugen.
Aber nicht erfolgreich genug, um sie dauerhaft zu erfüllen.
Eine Kombination, die etwa so angenehm ist wie eine Mücke im Schlafzimmer.
## Die ewige Hoffnung auf „nächstes Jahr“
In Norrköping gehört der Satz „Nächstes Jahr greifen wir wieder an“ längst zum kulturellen Erbe.
Generationen von Fans haben ihn gehört.
Generationen von Spielern haben ihn
ausgesprochen.
Generationen von Trainern haben ihn überlebt.
Jede Saison beginnt mit vorsichtigem Optimismus.
Nach einigen Wochen wird daraus vorsichtiger Realismus.
Danach entsteht eine Phase professioneller Gleichgültigkeit.
Und am Ende blickt man schon wieder auf die kommende Spielzeit.
Eine bemerkenswert nachhaltige Form des Hoffnungsmanagements.
## Das Mittelfeld als Lebensphilosophie
Andere Klubs wollen immer höher hinaus.
IFK hingegen pflegt eine fast schon zen-buddhistische Beziehung zur Tabelle.
Warum Erster werden, wenn man auch Zehnter sein kann?
Warum von Europa träumen, wenn man stattdessen hervorragende Kenntnisse über sämtliche Tabellenplätze zwischen sieben und zwölf sammeln kann?
Der Verein erforscht diese Regionen inzwischen mit der Gründlichkeit eines Wissenschaftlers.
Kaum jemand kennt die emotionale Landschaft des Mittelfelds besser.
Es ist eine Welt voller Bedeutungslosigkeit.
Und gleichzeitig voller kleiner Dramen.
## Die Fans als letzte große Attraktion
Die eigentliche Sensation des Vereins sind längst nicht mehr die Spieler.
Es sind die Anhänger.
Denn irgendwo zwischen enttäuschten Erwartungen, wechselnden Hoffnungen und regelmäßigem Kopfschütteln hat sich eine Fangemeinde entwickelt, die praktisch unzerstörbar ist.
Diese Menschen fahren durch halb Schweden.
Bei Sonne.
Bei Regen.
Bei Temperaturen, bei denen Pinguine über einen Umzug nach Spanien nachdenken würden.
Und sie tun es immer wieder.
Nicht weil sie Meisterschaften erwarten.
Nicht weil sie europäische Nächte erträumen.
Sondern weil man sich irgendwann mit seinem Schicksal arrangiert.
## Ein Verein in perfekter Balance
Vielleicht ist IFK Norrköping am Ende einfach der ausgewogenste Verein der Liga.
Nicht groß genug für Größenwahn.
Nicht schlecht genug für Katastrophen.
Nicht erfolgreich genug für Dokumentationen.
Nicht erfolglos genug für Tragödien.
Ein Klub, der zuverlässig dort landet, wo fußballerische Aufmerksamkeit stirbt.
Im weiten, ruhigen Niemandsland der Tabelle.
Und während andere Vereine von Titeln, Europa oder Rettungsaktionen sprechen, verfolgt IFK unbeirrt seinen eigenen Weg.
Den Weg der absoluten Durchschnittlichkeit.
Konsequent.
Beharrlich.
Fast schon professionell.
Eine Meisterleistung, die leider mit keinem Pokal ausgezeichnet wird.
Wohin der Blick auch fällt - es wird sich beschwert. Über zu lange Nächte ohne Spaß. Über karge Reste zukünftiger Torabschlussmöglichkeiten. Über die eigene Mittelmässigkeit. Über das Alter, das Land, das Wetter, die ganze Existenz.
In Göteborg bei Flemmencio ist die Stimmung besser. Vielleicht liegt es an der Jugend. Vielleicht am Tabellenplatz. Vielleicht ist es naiv. Denn mit jeder vergangenen Woche kommt man der Rente und dem Pessimismus auch ein Stück näher und damit dem nur zu gern belächelten Zustand der Konkurrenz.
Jeder Spieler hat die Möglichkeit Berichte für die Zeitung zu verfassen. Für jeden Bericht gibt es bis zu 0,3 Punkte auf das TK deiner Mannschaft.
Bonusstaffel:
ab 150 Zeichen + 0,1 Punkte
ab 250 Zeichen + 0,2 Punkte
ab 500 Zeichen + 0,3 Punkte
Werden pro Runde mehrere Berichte verfasst, wird nur der Erste vergütet.
Für jede Liga ist ein Kolumnist möglich, der regelmäßig Berichte zur Lage der Liga verfasst. Wenn Du Interesse daran hast, schicke eine kurze Mail ans CopaTeam.
Achtung:
Bitte beachte, dass nur ein Bericht pro Spielrunde vergütet wird.
Kopierte oder unsinnige Artikel werden kommentarlos von der Redaktion zensiert.
Im Wiederholungsfall behält sich der Spielleiter strengere Maßnahmen vor, die im individuellen Fall auch bis zur Entlassung führen können!
Gleiches gilt für das Veröffentlichen von selben Berichten für mehrere Accounts oder in der Liga und dem Pokal.