Haller hat die nächtlichen Beschattungsaktionen drastisch reduziert, um sich wieder mehr seiner Mannschaft zu widmen. Leider hat er dabei die Untiefen des Internets unterschätzt. Dieses Mal hat er es kaum aus seinem Büro herausgeschafft, weil er von einer Verschwörungsgruppe zur Anderen gezogen wurde, von TikTok über Telegram und Co ist er nun mehr drinnen, denn je. Gefunden hat er noch nichts stichhaltiges über Gaylord und qbatur, aber das heißt noch lange nichts, immerhin hat er auf diesem Weg schon Mitstreiter gefunden, die seine kruden Theorien noch befeuern.
Das 5:0 gegen Paysandu war ein Statement. Drei Tage später, auswärts in Maldonado, sah es anders aus. Rampla kämpfte – und verlor knapp mit 2:3. Kein Einbruch, aber ein Hinweis. Die Copa Americana fordert ihren Tribut. Wer auf zwei Hochzeiten tanzt, spürt das irgendwann in den Beinen. Die Frage, die sich stellt: Hat die Doppelbelastung Spuren hinterlassen – oder war Maldonado schlicht gut genug? Paysandu lauert mit einem Punkt Rückstand. Peñarol und Maldonado atmen im Nacken. Die Tabelle ist eng, und die Konkurrenz hat bemerkt, dass Rampla nicht unschlagbar ist.
Zum Ende einer lange durchwachsenen Hinrunde (Apertura) konnte der Danubio FC endlich Anschluss zur Spitzengruppe der uruguayischen Primera Division herstellen. Ein herausragender 4:0-Auswärtserfolg bei den Erzrivalen von Defensor Sporting verhalfen zusammen mit einem souveränen Heimsieg zu einer guten Ausgangslage für die Rückrunde (Clausura). Aus diesem Grund meldet sich auch die scheinbar abgetauchte Presseabteilung des Vereins in der Ligazeitung mit diesem Lebenszeichen zurück. Man darf gespannt sein, wie regelmäßig dies in den kommenden, traditionell geschäftigen Sommerwochen gelingt.
Mit dem ersten Auswärtssieg der Saison im Gepäck geht es für Deportivo Colonia in die Rückrunde. Der erfolgreiche letzte Spieltag kam gerade noch rechtzeitig, um eine ansonsten unvermeidbare Trainerdiskussion zu umgehen. Jetzt gehts gleich mit einem Heimspiel weiter, in dem unbedingt nachgelegt werden soll, um in der Tabelle weiter zu klettern. Die obere Tabellenhälfte ist wieder in greifbarer Nähe, jetzt muss es nur gelingen, in die Rückrunde nicht ähnlich schlecht zu starten, wie es in der Hinrunde der Fall war…
Tor-Fan versuchte, etwas zu erkennen. Allerdings umgab ihn komplette Dunkelheit. Und sein Kopf dröhnte. Der Versuch, sich daran zu erinnern, was passiert war, misslang kläglich. Keine Erinnerungen an die vergangenen Tage. Lediglich die Tatsache, daß er in Uruguay Trainer war, das kroch noch irgendwo durch sein Unterbewusstsein. Der Untergrund war hart und kalt, soviel konnte er wahrnehmen. Und er
lag in einem leeren Raum. Nicht groß, nicht klein, kahle Wände. Und durch seinen dröhnenden, schmerzenden Kopf schoben sich ein paar Fragen an die Oberfläche. Fragen danach, wo er hier war und wie er hierhergekommen war, und wer was mit seinem Kopf angestellt hatte. Oder war es am Ende nur ein extremer Rückfall in seine Vor-Uruguay-Phase, in der solche Momente öfters mal vorgekommen waren?
Das eine Top-Spiel hat man gerade hinter sich gebracht, da wartet auch schon das nächste auf die Jungs von Trainer Brad Pott. In einer kleinen Liga mit 11 Teams wird es halt nie langweilig.
Am vergangenen Freitag verlor man auswärts und wurde ausgeguckt - 0:1 aus Sicht des Maldonado-Teams. Doch immerhin konnte man das Heimspiel erfolgreich gestalten: 3:2 hieß es am Ende.
Doch nun am kommenden Freitag geht es gegen Danubio FC, den Tabellennachbarn, der an der internationalen Zone anklopte. Das Team von Uruguay-Legende Rainis Roesamäe ist gerade mächtig im Aufwind und gewann zuletzt sogar auswärts klar mit 4:0. Es wird nicht leicht für die Jungs aus Maldonado...
Für die Rückrunde hat John Taylor von seiner Mannschaft einiges an Hausaufgaben bekommen. Zuerst muss er seine Defensive stärken. Mit 21 Gegentoren hat man für die eigenen Ansprüche viel zu viele Tore kassiert. kein Wunder also, hat man ein negatives Torverhältnis und das immerhin als Tabellendritter. Ausserdem ist der Sturm bei CA Peñarol eher als laues Lüftchen zu bezeichnen. Mickrige 15 Tore brachte man in 11 Spielen zusammen. Will man ein ernsthaftes Wörtchen um die Titelvergabe mitreden, muss man in beiden Mannschaftsteilen Verbesserungen erzielen.
Tacuarembo - Der Totengräber hat nach über einen Jahrzehnt Pause, die Arbeit wieder aufgenommen. Doch wie hat sich diese Pause ausgewirkt? Auswärts hat man keinen Sieg geholt, allerdings zwei Unentschieden bei 5 geschossenen Toren. Ja, kann man machen. Aber zu Hause? Fünf Siege, zwei Gegentore, keine Niederlage. Immerhin da ist und bleibt man eine Macht! Man kassierte gar nur zwei
Gegentore. Klingt wenig? Nicht, wenn man die ganze Liga betrachtet. Club Atlético River Plate kassiert 11 Gegentore und ist damit Spitzenreiter. Und der Zweitplatzierte? Der hat nur 4 (!) Gegentore kassiert. In der Hinrunde...
Uruguay bleibt eine Sonderliga, viel Taktik, starke Defensive, wenige Tore. Heimstark, wenig auswärts Risiko. Das wird sich vermutlich in der Hinrunde ändern!
Neun Spieltage, Platz 1. Rampla hat sich die Tabellenführung erarbeitet. Heute warten Platz 2 und Platz 3. Kein gewöhnlicher Spieltag. Trainer Ramirez vor der Partie: «Wir haben hart gearbeitet, um dort zu stehen, wo wir stehen. Jetzt spielen wir Fussball.» Kurze Pause. «Schönen Fussball, versteht sich.»
Was als Understatement klingt, hat durchaus Hand und
Fuß. Rampla hat in dieser Saison gezeigt, dass Substanz mehr wert ist als Lärm. Paysandu kommt mit breiter Brust – und dem Gefühl, dass dieser Spieltag eine Rechnung beglichen werden kann. Ob das so kommt, wird das Spielfeld entscheiden.
Trainer Haller von River Plate wird die Partie mit Interesse verfolgen. Von Platz 11 aus hat man schließlich einen guten Überblick.
MONTEVIDEO – Viel Spektakel im El Clásico Uruguayo: ein spektakuläres 4:4 zwischen Club Nacional und CA Peñarol. Club Nacional verspielte dabei einen bereits sicher geglaubten Derbysieg. Nach 57 Minuten führte man noch mit 4:0, ehe Peñarol zu einer atemberaubenden Aufholjagd ansetzte und in der Nachspielzeit tatsächlich noch den Ausgleich erzielen konnte.
Mit diesem Resultat fällt Club Nacional auf den siebten Tabellenplatz zurück und verliert zudem den Anschluss an die Spitzenplätze.
Am nächsten Spieltag geht es auswärts gegen den Leader Rampla Juniors FC. Dann wird sich zeigen, in welche Richtung sich die Meisterschaft für Club Nacional entwickeln wird.
Etwas zerknirscht sitzt Haller in seinem Büro und starrt auf sein Lieblingsposter, dass einst schon Fox Mulder in seinem Büro hängen hatte "I want to believe".
Ganz tief in sich drinnen spürt Haller, dass da etwas ist und er es herausfinden kann, blöderweise hatte er zuletzt nicht mal seine Spieler am Trainingsgelände erkannt, weil er sie schlicht schon so lange nicht mehr gesehen hatte. Vielleicht muss er sich doch einmal ernsthaft mit Themen wie Mannschaftstraining, Taktik und was halt noch so dazugehört auseinandersetzen. Aber als Getriebener wird er bestimmt nicht ganz ablassen können, von seiner Suche nach der Wahrheit.
In der Tabelle musste Club Deportivo Maldonado wieder mit einem Rutsch nach unten klar kommen. Aktuell rangiert man nur noch auf dem 3. Platz der Tabelle in Uruguay. Doch das offizielle Saisonziel lautet 33 Punkte und wenn es am Ende mehr werden und man sogar international spielen darf, dann nähme man das natürlich gerne mit.
Doch zunächst einmal stehen schwere Spiele an. Zu Hause spielt man gegen den aktuellen Tabellenführer und auswärts spielt man bei einer daheim spielstarken Mannschaft. Es wird nicht leicht für die Spieler von Brad Pott.
Nachdem bei CA Peñarol eher Tristesse herrschte, ist eine Woche später wieder grosser Optimismus am Start. nahe an der Abstiegszone platziert, wähnte man sich bereits in einer mühsamen und wenig Freude bereitenden Saison. Mit zwei knappen Heimsiegen hat sich der Wind aber um 180 Grad gedreht. Die Mannschaft von John Taylor sprang in der Tabelle auf rang 5 und schnuppert wieder etwas an den Plätzen, welche für das internationale Geschäft reichen. Noch zwei Spiele, dann ist die Vorrunde auch schon wieder vorbei. Nach dem Spieltag sieht man wohl klarer, wohin die Reise geht.
MONTEVIDEO – Im Prinzip ist mittlerweile fast jedes zweite Spiel des Club Nacional de Football in der Primera División ein Derby. Doch der «Clásico Uruguayo», das Duell zwischen den Erzrivalen Club Nacional und CA Peñarol, ist nochmals etwas ganz Besonderes.
In der Tabelle liegen beide Klubs punktgleich bei 15 Zählern. Nacional steht aufgrund des besseren Torverhältnisses auf Rang vier. Beide Teams versuchen, den Anschluss
an Tabellenführer Rampla Juniors FC zu halten. Das Derby verspricht also jede Menge Spannung – und wie immer auch reichlich Drama.
Nacional-Trainer César Luis Menotti, notorischer Kettenraucher und Fussballphilosoph, äusserte sich vor der Partie wie folgt: «Das Derby gegen Peñarol ist immer etwas Besonderes, und John Tayler ist eine absolute Legende. Das wird ein harter Fight. Aber wir wollen mit schönen Fussball dieses Derby gewinnen.»
Tacuarembo - Bis auf eine Ausnahme (River Plate gegen Defensor mit 7 Toren) fielen am letzten Spieltag sehr wenig Tore. Bei allen Spielen ohne Beteiligung des Totengräbers fielen in Summe magere 17 Tore. In den beiden Spielen mit Beteiligung des Tacuarembo FC waren es alleine 13. Hier bekommt der Fan noch was für sein Geld geboten. Zu Hause traf Tacuarembo auf Deportivo Colonia, die mit 6:2 abgefertigt wurden. Der Gegner ging sogar in der 10. Spielminute mit 1:0 in Führung, aber danach öffneten sich die Höllenschlunde und der TFC übernahm das Spiel komplett.
Es gelang wirklich alles. Dann reiste man total euphorisiert zum Club Deportivo Maldonado und ging mit 0:5 aus Sicht des TFC baden. Schon nach zwei (!) Minuten lag man zurück. Außer einer Halbchance war das nichts. Kommenden Freitag endet die Hinrunde. Zu Hause empfängt man den Tabellenletzten Club Atlético Atenas und am dann muss man zum Paysandu FC. Trainer dort: Tor-Fan. Dessen Familie sich auch auf zwei anderen Kontinten mit dem Chrille Clan misst. Paysandu ist Tabellenzweiter. Hier trifft man daher auf zwei Gegner, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Tor-Fan wird nicht mehr vermisst! Das heisst jetzt nicht, daß er wieder aufgetaucht wäre. Fakt ist, daß seine Mannschaft ohne seine Präsenz deutlich besseren, schöneren und vor allem erfolgreicheren Fussball spielt. Allerdings kennt immer noch niemand seinen aktuellen Aufenthaltsort. Die Spekulationen reichen von einem geheimen Ort mit einem unendlichen Alkoholvorrat bis hin zum von aussen verriegelten Weinkeller des Präsidenten. Ein anderes Gerücht besagt, daß sein Verschwinden durchaus etwas mit Affären anderer Trainer und deren möglicher (Nicht-)Entdeckung zu tun haben könnte. Hält am Ende Harry Haller Tor-Fan im Dauer-Delirium gefangen?
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