In Ayacucho kehrt langsam wieder die Normalität zurück , nachdem tagelang in den Straßen gefeiert wurde, der ganze Ort quasi in einem kollektiven Freudentaumel verschmolzen war. Auffällig waren dabei besonders die vielen Fans, die in Hundekostümen tanzten und damit auf das 4:4 von Virgen de Chapi gegen Deportivo Wanka am letzten Spieltag anspielten, das für OSP letztendlich die Meisterschaft klarmachte. Dass Power seinen Namen auf sämtliche elektrische Geräte drucken ließ, ist dagegen genauso erfunden, wie dass er eine eigene Matetee-Marke herausbringen will mit dem Namen „mate with power“ .
Völlig unerwartet startet man nun also als Gejagter in die neue Saison.
Bei der Historie des Trainers in Peru hätte man sich den letzten Saisonausgang auch irgendwie denken können. Platz 3, 3mal hintereinander Dritter in einer peruanischen Liga. Auch wenn letzte Saison sicherlich mehr drin gewesen wäre der dritte Platz ist mehr als man vor der Spielzeit erwartet hätte. Nun wird es nochmal etwas schwerer da die Liga aufgestockt wurde. Was wir übrigens sehr begrüßen. Auch wenn es etwas Schade ist, dass jean baratte sich nach Tolimsa deportiert hat. Dafür aber ein Willkommen an donmh1
Zum Auftakt geht es dann auch direkt gegen den amtierenden Meister. Nachträgliche Gratulation zur letzen Endes hochverdienten Meisterschaft meinerseits! Auf ein Neues.
Etwas verstört schaute CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl in seiner Hängematte am Rande eines Seitenarms des Amazonas auf den Spielplan der neuen Saison. Wer hatte denn da plötzlich die Liga auf 16 Teams aufgestockt? Was waren das noch für glorreiche Zeiten, als die Primera División nur 12 Mannschaften umfasste und die 22 Spieltage ausreichend Zeit für Bonanzarad, Pisco Sour, Ringnes Bayersk Lager oder
die Analyse des Sommer-Grand-Prix der Skispringer geboten hatten. Nun aber artete der Wettbewerb so langsam in Stress aus, dem natürlichen Feind des bärtigen Norwegers. Jetzt war also die Vorbereitung auf 15 unterschiedliche Clubs notwendig mit einer gleichlautenden Anzahl an zähen und weiten Auswärtsreisen. Auf den unerwarteten Schreck musste sich Fidjestöl erst einmal ein gut gekühltes Lagerbier aufmachen.
Letzter Doppel-Spieltag, Alianza mit dem Rücken zur Wand, auf einem Abstiegsplatz. Wann, wenn nicht jetzt, sollte sie noch einmal aufblitzen, die Genialität von Trainerlegende Markert, der das gesamte Jahr bis hierher seltsam gehemmt, ja beinahe gealtert gewirkt hatte. 180 Minuten also noch. Und da, was war das!? Ein ganz kurzes Leuchten, aber unfassbar hell. Ein Aufflackern allenfalls, weit entfernt vom Strahlen früherer Tage. Und dennoch: Es reicht. Der Alianza-Express kommt ins Rollen und walzt wie in früheren Tagen einfach über die Gegner hinweg. Gegenwehr:
War sicher erbittert, ist aber selbst mit der Lupe nicht zu erkennen. Am Ende steht Platz sieben. Obere Tabellenhälfte, aber nicht international. Aber auch keine Katastrophe, kein Desaster, kein Offenbarungseid. Stattdessen: Entspannung. Musik. Irgendein hochklassiges Konzert. Live im Stadion. (Nun ja, andere würden Pfeifkonzert dazu sagen). Egal. Saison vorbei. Es kann nur besser werden. Wir gratulieren den Olimpicos zum Titel und nehmen Anlauf für den nächsten großen Erfolg. Einen langen Anlauf - aber eben doch einen Anlauf. Besser als Vollbremsung. ARRIBA ALIANZA!
Atahualpa kehrt zu zurück an seine frühere Wirkungsstätte. Unter ihm gelang Universidad César Vallejo der Aufstieg in die Primera División. Nur zwei Jahre später spielte das Team das erste und einzige Mal international. Doch dann treten sich die Wege und mit Universidad César Vallejo ging es dann wieder zurück in die Zweitklassigkeit.
Durch die Ligenerweiterung ergab sich für das Team die Möglichkeit, wieder in die Primera División aufzurücken. Da der Draht zum ehemaligen Trainer nie gänzlich abgerissen war, kam man schnell zusammen und versucht nun gemeinsam die Klasse zu halten. Angesichts der Konkurrenz in der Liga dürfte das aber nicht so einfach werden.
"Ich wünsche den ehrenwerten Senores in dieser anspruchsvollen Liga weiterhin viel Spaß und hoffe, dass es etwas mehr Auswärtstore gibt, damit die Liga noch spannender wird.
Bis zum nächsten Mal!"
Noch zwei Spieltage stehen aus, OSP steht auf Platz 3 in der Tabelle, aber es mehren sich Spekulationen und gewisse Hoffnungen, dass es tatsächlich zu der ganz großen Sensation kommen könnte. Die Olímpischen könnten am letzten Spieltag den ganz großen Coup landen und den zweiten Meistertitel in der Vereinsgeschichte holen. Zuletzt gelang das in Saison 27 - M.Powers erster Saison bei OSP - und von der Ausgangssituation tatsächlich gut vergleichbar mit jetzt. Man kannte die Liga kaum, wusste nur, dass sie stark ist, und hatte keine
großen Ambitionen, außer sich einigermaßen gut zu präsentieren und am Ende stand man plötzlich ganz oben
Der Trainer bleibt gelassen, wirft drei Eiswürfel in einen Becher Mate Tee mit Ananassaft und meint: „Wir haben ja nichts zu verlieren, nur ganz viel zu gewinnen. Besser kann es nicht sein. Das ist wie dieses Alpaka hier. Es ist einfach schön anzuschauen, übertrifft alle Erwartungen, … natürlich die coole Frisur, klar, auch das Fell , was soll man sagen, schwer die passenden Worte zu finden…“
Andere Trainer träumen von Meisterschaften, internationalen Nächten und goldenen Pokalen. jean baratte? Der träumt von Tabellenplätzen, bei denen der Puls dauerhaft über 180 liegt.
Denn während andere Vereine langsam anfangen zu rechnen, ob international noch etwas geht, schaut Jean auf die Tabelle und denkt sich nur: “Da geht noch was unten!”
Centro Deportivo Municipal steckt wieder mitten im Abstiegskampf – und niemand wirkt dabei so entspannt wie der französische Fußball-Professor. Für ihn ist der Keller keine Strafe, sondern ein Lebensgefühl. Wo andere kalte Schweißausbrüche bekommen, bestellt Jean noch einen Espresso und erklärt, dass Druck schließlich Diamanten entstehen lässt.
Die Mannschaft weiß inzwischen genau, wie der Chef tickt.
Fällt man auf Rang 14 zurück, gibt’s Lob. Gewinnt man überraschend zwei Spiele am Stück, wird im Training erst einmal gefragt, ob wirklich alle den Matchplan verstanden haben.
Im Vereinsheim wurde bereits vorsorglich ein Schild aufgehängt:
“Achtung! Panik bitte nur in den letzten fünf Spieltagen.”
Fans sprechen inzwischen vom berühmten Baratte-Prinzip:
Warum frühzeitig den Klassenerhalt sichern, wenn man ihn auch in der 94. Minute des letzten Spieltags perfekt dramatisch feiern kann?
Und so marschiert Centro Deportivo Municipal unbeirrt weiter durch die gefährlichste Tabellenregion – mit jean baratte vorneweg, als wäre der Abstiegskampf ein Wellnessurlaub.
Denn eines ist sicher:
Andere können Titel gewinnen - Jean kann sich unten festbeißen!
Der Saisonverlauf von Wanka zeichnet besonders schön die Gipfellandschaft der heimischen Anden nach. Die einzige offene Frage zum Saisonabschluss lautet nun, ob das Finale in einem Anstieg oder einem Abstieg endet oder eventuell sogar ein Plateau in die Berge gehauen wird. Dennoch lässt sich bereits jetzt konstatieren, dass die Spielrunde für Wanka erfolgreich war (zumindest im Vergleich zur Amtszeit von Wanka). Darauf zahlt insbesondere auch die Performance in der Copa Americana ein, geht es hier schließlich weiterhin noch um einen Titel.
Es wird gemunkelt, dass die Verantwortlichen den Abschuss des Trainers schon beschlossen hätten.
Der Trainer selber gibt sich bedeckt, muss aber zugeben, dass das Hauptziel, den Vier-Punkte-Schnitt gegen Speedy auszubauen, nicht ganz geklappt hat. "Ja, das stimmt, es sind keine vier Punkte mehr. Aber wenn man die vier Saisons zu grunde legt, habe ich insgesamt 15 Punkte geholt. Geteilt durch vier macht 3,75. Aufgerundet sind wir also wieder bei vier. So schlecht ist es also gar nicht."
Angesprochen auf die akute Abstiegsgefahr sagt er nur: "Noch ist es nicht so weit."
Universidad, Somos oder vielleicht doch Gálvez? Schauen wir uns die Konstellationen an dürfte schnell klar sein, die Favoritenrolle liegt bei Somos. Sie werden sich in San Martín nicht die Blöße eines Punktverlusts geben und auch ihr Heimspiel dürfte erfolgreich über die Bühne gehen. Währenddessen werden wir selber maximal 4 Punkte holen und die werden nicht reichen. Aber wir werden Platz 2 oder 3 feiern wie die Meisterschaft in dieser irren Liga.
10.000 Liter frischen Karottensaft werden im Anschluss an das letzte Spiel verteilt. Die Party kann losgehen.
Fast noch spannender als die Meisterschaft ist der Blick nach unten wo es zu einigen direkten Duellen kommt. Ausgang komplett offen. Und die große Frage: was passiert mit Lima? Eine erste, peruanische Liga ohne Allianza kann und mag man sich fast nicht vorstellen. Es wird ein Drama in 2 Akten. Aber auch dort gilt: egal wie das ausgeht, bei uns wird gefeiert bis zum letzten Möhrchen!
#947, Primera Division, temporada 43.1 – ZAT 14 Speedy Gonzales, Rímac/Lima
Periodista: „Wir begrüßen Señor Gonzales zur heutigen Pressekonferenz. Und? Bereit für ein Saisonfazit?“ Gonzales: „Das Fazit fällt aus wie bisher jede Saison in Peru: Dort wo Sporting steht ist vorne, und wo Alianza steht ist knapp dahinter. Analog gilt es auch für Defensor Villa del Mar bzw. Liverpool FC einst in Uruguay.” Periodista: „Dies zu deinen sekundären Zielen. Und deine primären?“ Gonzales:
„Liegen noch im Reich des Möglichen. Die Quali für einen der internationalen Pokalwettbewerbe. Spannend wäre die Copa Libertadores, die Copa Americana für den Anfang auch recht attraktiv. An dieser Stelle gratulieren wir Entrenador noelle für das Erreichen des Finales eben dieses Wettbewerbes und senden ihm die notwendigen Körner für den Gewinn.” Periodista: „Hast du schon an der Umfrage diese Liga betreffend teilgenommen?“ Gonzales: „Naturalmente, si. Mit einer entschiedenen Meinung zum Gefragten.” Periodista: „Und damit beschließen wir die heutige Pressekonferenz.“
… aber auch nicht viel erfolgreicher.
2 Punkte, 7:38Tore aus 11Spielen, so lautet
die aktualisierte Auswärtsbilanz von Olimpico Somos Peru nach dem 6:6 in Iquitos.
Es waren zwar dreimal so viele Auswärtstore wie in allen 16 bisherigen Auswärts Partien zusammen -die Spiele in der Copa Libertadores eingerechnet- doch gelohnt hat es sich höchstens für die Zuschauer. Insgesamt war es wohl eher eine kurzzeitige Verpuffung als ein taktischer Kunstgriff .
M.Power liegt im
Liegestuhl, auf der Veranda, lässt sich vom Ventilator die Haare ins Gesicht wehen und schlürft nachdenklich an einer von der Sonne aufgewärmten Flasche Cusqueña . Es schmeckt wie Alpaka-Pipi.
Er hätte jetzt lieber eine
Hopfenkaltschale mit gefüllter Temperatur unter 15Grad Celsius.
Und dann ist da noch das Gespräch mit seinem Cotrainer Jesus Maria Santos über die Taktik für das nächste Auswärts-Spiel.
Dafür bräuchte es jetzt kreative Ideen.
Butters sitzt noch immer an seinem leicht zerkratzten Schreibtisch. Die Sonne fällt auf die Zeitung. Die Universität von Sankt Martin hat dieses Mal nicht brüderlich geteilt, sondern die vollen sechs Punkte eingefahren und sitzt damit kurz vor dem Ende der Saison auf Platz 2. Nun gilt es jedoch alles zu mobilisieren, denn ein Platz weit vorne ist alles andere als ausgemacht. Kommt nun die zweite Luft, oder erweist sie sich als enttäuschende Flatulenz. Schließt man die Saison in der oberen Hälfte ab, kann das durchaus als Erfolg gewertet werden.
Auch wenn Wanka am Wochenende in der Tabelle wieder vom Spitzenplatz abgerutscht ist, überwiegt bei Trainer noelle die Zufriedenheit. Schließlich war die Ausgangssituation mit zwei Auswärtsspielen alles andere als einfach für die Andenkicker. Erfolgreich konnte aber zumindest das Spiel bei Cienciano in Cusco gezogen werden. Auch wenn da die gegnerische Mannschaft mitgespielt bzw. besser gesagt nicht mitgespielt hat. Danach gab es noch die obligatorische 0:5-Klatsche im zweiten Spiel. Parallel und wichtiger konnte aber der Einzug ins Finale der Copa Americana klar gemacht werden - auch wenn die rechnerisch bereits am Wochenende zuvor feststand. Jetzt also das ewige Duell Peru gegen Uruguay.
Die Tabelle in Peru bleibt ein einziges Gedränge. Zwischen Tabellenführer José Gálvez FBC und Estudiantes de Medicina auf Rang sieben liegen lediglich sechs Punkte – ein einziger guter ZAT kann das Kräfteverhältnis komplett verändern.
Mit dem souveränen 4:0 gegen Coronel Bolognesi und dem spektakulären 6:6 beim Centro Deportivo Municipal hat Estudiantes erneut gezeigt, dass die Mannschaft sowohl dominieren als auch in hitzigen Duellen bestehen kann.
Trainer Micais wollte die Ausgangslage dennoch nicht überbewerten.
„Wir sind näher an der Spitze als viele glauben. Gleichzeitig reicht eine schlechte Woche, um wieder einige
Plätze zu verlieren. Deshalb bringt es nichts, jetzt auf die Tabelle zu starren.“
Vor den verbleibenden Spieltagen erwartet der Coach vor allem eines:
„Jetzt beginnt die Phase, in der Kleinigkeiten über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Jeder Punkt kann am Ende Gold wert sein.“
Auf Fragen zur eigenen Strategie lächelte Micais nur kurz.
„Unsere Gegner sollen sich lieber selbst Gedanken machen. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf unsere Aufgaben.“
Damit bleibt eines sicher: Estudiantes mischt weiterhin im Rennen um die Spitzenplätze mit – und möchte erst ganz zum Schluss zeigen, wohin die Reise wirklich geht.
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