Espanyol Barcelona macht es seinen Anhängern derzeit nicht gerade leicht. Erst gibt es in Getafe einen gepflegten 0:2-Dämpfer, dann wird beim großen Rivalen aus Barcelona ein 4:4-Spektakel veranstaltet und anschließend Atlético Madrid mit einem 6:1 aus dem Stadion geschossen. Drei Spiele, ein Sieg, ein Remis, eine Niederlage und zwölf erzielte Tore. Fußball kann manchmal erstaunlich kompliziert sein.
Der Auftakt dieses kleinen Dreierpacks verlief allerdings ziemlich ernüchternd. Bei Getafe CF blieb Espanyol ohne eigenen Treffer und musste sich mit 0:2 geschlagen geben. Viel Freude dürfte die Reise nach Madrid also nicht bereitet haben. Zwei Gegentore kassiert, keine Punkte mitgenommen und die Erkenntnis gewonnen, dass man sich auch gegen Getafe nicht einfach nur zum Fußballspielen verabreden kann.
Was danach folgte, war allerdings aller Ehren wert. Beim FC Barcelona entwickelte sich ein Derby, bei dem offenbar niemand etwas von taktischer Zurückhaltung erzählt hatte. Vier Tore für Barcelona, vier für Espanyol. Macht zusammen acht Treffer und ein 4:4, bei dem die Zuschauer vermutlich irgendwann aufgehört haben, auf die Anzeigetafel zu schauen.
Für Espanyol war der Punkt zwar kein voller Ertrag, aber immerhin ein deutliches Lebenszeichen. Vier Tore beim Erzrivalen schießt man schließlich nicht jeden Dienstagabend.
Und dann kam Atlético Madrid.
Was Espanyol anschließend mit den Gästen aus der Hauptstadt veranstaltete, dürfte selbst die kühnsten Optimisten überrascht haben. 6:1 hieß es nach 90 Minuten. Sechs Tore! Atlético
durfte immerhin eines schießen, bevor Espanyol offenbar beschloss, die Angelegenheit endgültig zu klären.
Damit hat die Mannschaft in den vergangenen drei Spielen satte zwölf Treffer erzielt. Zum Vergleich: In Getafe war es noch kein einziger. Die offensive Formkurve sieht also aus wie eine Achterbahn mit defekter Bremse.
In der Tabelle hat die kleine Serie trotzdem einen Schönheitsfehler. Trotz des Sieges gegen Atlético und des Punktgewinns im Derby verliert Espanyol einen Platz. Vier Punkte aus drei Spielen reichen diesmal nicht aus, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten. Tabellenarithmetik kann manchmal ähnlich gnadenlos sein wie ein Auswärtsspiel in Getafe.
Immerhin dürfte das 6:1 gegen Atlético für reichlich Rückenwind sorgen. Nach einem solchen Ergebnis fällt es schwer, sich über die eigene Offensive zu beschweren. Die dürfte beim nächsten Gegner jedenfalls für einige schlaflose Nächte sorgen.
Am kommenden Spieltag geht es nun darum, aus dem wilden Wechselbad der vergangenen Wochen endlich etwas Konstanz zu machen. Nach Niederlage, Derby-Feuerwerk und Kantersieg wäre ein bisschen Normalität vermutlich gar nicht schlecht. Wobei: Wer Espanyol zuletzt gesehen hat, weiß natürlich, dass „normal“ momentan nicht unbedingt zum bevorzugten Spielplan gehört.
Eines steht jedenfalls fest: Zwölf Tore in drei Spielen sind eine Ansage. Jetzt muss Espanyol nur noch dafür sorgen, dass nicht gleichzeitig wieder die Gegentore im Dutzend angeliefert werden. Dann könnte aus dem jüngsten Spektakel tatsächlich eine Serie werden.
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