Mao Ze Tung war mit dem abgelaufenen ZAT zufrieden. "Sechs Punkte, einen Platz in der Tabelle geklettert, damit können wir leben." Wie bereits berichtet, sieht der Trainer die Saison als "Lehrstunde", um im nächsten Jahr dann wieder ernsthaft oben mitspielen zu können. "Im letzten ZAT treffen wir auf weitere starke Gegner, besonders freue ich mich auf das letzte Spiel bei Buxoro. Ich bin überzeugt, dass sie Samarkand noch abfangen werden und die Meisterschaft erringen. Da ist es doch schön, direkt gratulieren zu können und nach dem Spiel ein paar Gläser zu leeren. Wir gehen es ganz gelassen an."
"Schade, ich hatte auf eine Aufholjagd gehofft, aber so wird das nichts mit der Meisterschaft:" Schon nach einem Drittel der Saison zeigt sich Mao Ze Tung desillusioniert. Andijon hatte soeben sein Heimspiel gegen die Lokomotive verloren. Die Schlussoffensive kam zu spät, nachdem man 1:4 hintengelegen hatte, reichten die beiden Tore in den Schlussminuten nicht, um zumindest noch einen Punkt zu ergattern. "Der Schiri hat einfach zu früh abgepfiffen, wenn wir noch ein paar Minuten gespielt hätten, wäre alles möglich gewesen. Aber so ist Fußball."
"Was ich in beiden Spielen in der Defensive gesehen habe, hat mich noch mehr meiner sowieso schon wenigern Haare gekostet." Mao Ze Tung war sichtlich angefressen, was sein Team da auf dem Rasen gezeigt hatte. "Natürlich kann man verlieren, aber sie haben sich abschlachten lassen, ohne Gegenwehr. Das Training der vergangegnen Tage war dementsprechend, einige Spieler berauchten nicht nur Erholung in der Nacht, die waren völlig fertig. Ich sage nur Medizinbälle und Tribünentreppen. Wer mal von Maggath gehört hat, weiß, was die Spieler erleiden mussten. Ich bin sicher, sie machen es nun besser."
"Wir wollen uns wieder für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren." Dies war das eindeutige Statement, das Trainer Mao Ze Tung auf der Pressekonferenz den vielen Journalisten in die Feder diktierte. "Ich habe in den letzten 12 Jahren Usbekistan bereist und mir alle Fußballklubs angesehen, Talente entdeckt, die wir nun bei Andijon weiterentwickeln werden. Manche der Talente sind inzwischen aber über 30 Jahre alt, da habe ich auf deren Söhne zurückgegriffen. Das Team ist sehr jung, darum darf man noch nicht zu viel erwarten, aber ich bin überzeugt, dass wir im Laufe der Saison uns so entwickeln, dass auch im nächsten Jahr internationale Spiele bei uns stattfinden werden."
Ich weiß nicht, was ich sagen soll, meinte Mao, gegen wen spielen wir denn nun eigentlich. Fast keine Trainer mehr in Usbekisten (viel mehr waren es bis letzte Woche ja offensichtlich auch nicht), und in Vietnam gibt es noch weniger. Da werden sich wohl leider die Ergebnisse noch zufälliger ergeben, als bisher schon. Wenn es so weiter geht, muss ich mir überlegen, ob nicht andere
Ligen mehr sportliche Reize bieten. Vielleicht sollten einige Ligen geschlossen werden, aber keinesfalls Usbekistan. Schließlich sind wir die beste des Kontinents - ach was, der gesamten Fußballwelt.
Auch wenn unsere Nation in dem FIFA-Wettbewerb nicht vertreten ist, in der COPA-Welt zeigen wir ganz großes Kino. Darum der Aufruf an richtige Trainer: Kommt endlich nach Usbekistan!
Die letzten zwei Spieltage stehen an und nichts ist entschieden in Usbekistan. Der Meister wird seinen Titel nnichht verteidigen können, der Serienmeister wird ihn nicht erneut errinngen können und wer die Schale in die Luft recken darf, ist so ungewiss wie das Wetter in Deutschland. Klar ist nur für Mao, dass es eine "suboptimale" Saison ist. Zu viele Spiele gegen vietnamesische Teams mit oft überraschendem Ausgang machten es allen Teams
schwer. "So macht es nicht so viel Lust wie in anderen Ligen. Ich verstehe nicht, warum nicht mehr Trainer den Weg in unser gebirgiges Paradies finden. Die Rahmebedinngungen sind besser als man von außen erwartet und wir sind schließlich die beste Liga in Asien. Für Andijon geht es nun echt um die Wurst: Wenn wir unsere Heimspiele nicht gewinnen, sind wir raus aus dem internationalen Geschäft. Aber wer weiß, wie in Vietnam gespielt wird..."
Endlich hat Andijon ein Spiel gegen vietnamesische Trainer gewonnen. Und das überraschend klar. Dass es auch wieder mit 5:6 hätte enden können, daran wollte niemand denken. So hat man den fünften Platz gehalten und ist noch nicht raus aus dem Kapf ums internationale Geschäft. Bei Buxoro wurde dem Team wieder deutlich gemacht, dass es in dieser Saison wieder nicht zum Titel reichen wird. Der Mongole ist zwar abgeschlagen, doch stehen andere bereit,
um die Schale zu gewinnen. Mao muss einsehen, dass sein Team nicht immer konkurrenzfähig ist.
Aber noch kann die Saison erfolgreich ausgehen, dafür muss man seine Heimspiele durchbringen, was angesichts der Gegner nicht leicht sein wird: FK Neftchi Farg’ona kommt TK-stark daher und wird sicher wieder stark aufspielen. Da heißt es, auf der Hut sein und zumindest einen Punkt retten. Das wird auf jeden Fall gelingen. Was dann folgt bleibt abzuwarten.
Ich habe es geahnt, die Sch...-Vietnamesen langen zu, da wird einem ganz schlecht. Aber diesmal haben wir ja gleich die Jugendmannschaft hingeschickt. Da ist es nicht so schlimm, wenn die mit 6:0 verhauen werden. Keine Chance fur uns. Was bin ich froh, dass wir dann endlich gegen Samarkand zeigen konnten, dass wir noch gewinnen konnten. Wobei die Höhe schon überraschend war: Ich hatte etwas mehr Gegenwehr des Meisters erwartet. Keine Chance für sie.
Aber der Trainer taktiert ja intelligent. Wir werden Pepeke Khans Elf sicher noch weiter oben erwarten dürfen. Nur die Meisterschale darf er direkt wieder abgeben. Leider nicht an den rechmäßigen Besitzer, also uns. Die Vietnamesen haben uns aller Chancen beraubt. Doch wir haben die Chance, uns international zu qualifizieren, darüf ist erst einmal ein Sieg gegen den direkten Tabellennahchbarn nötig. FC Pakhtakor Tashkent muss weggefegt werden.
Beginn der Rückrunde und alles ist wie gehabt: Wenn es gegen Vietnam geht ist es einfach unkalkulierbar. Diesmal erwischte es nicht nur Andijon, das sich eine 3:6 Heimniederlage einfing. Gleich drei usbekische Trainer mussten einsehen, dass man keine Chance hat, wenn jemand in Vietnam glaubt, die Meisterschaft würde bereits am ersten Spieltag der Rückrunde entschieden. Auch FC Pakhtakor Tashkent und FK Neftchi
Farg’ona "spielten" gegen den selben Gegner und unterlagen daheim gegen ein Kamikazeteam.
Für Andijon gehen die Vietnamesischen Geisterspiele weiter, wer weiß, wie der aktuelle Gegner herangeht. Danach folgt der Klassiker gegen Samarkand. Der Meister ist inzwischen auf dem letzten Platz angekommen, wird aber sicher alles tun, um schnell von dort wegzukommen. Also muss Andijon dagegenhalten. Tore sind garantiert.
"Wir wollen die Saison mit Anstand zu Ende spielen, hoffen, dass nicht die Lokomotive erneut Meister wird (wg. der Betrugsgeschichte) und hoffen, dass es eine Zukunft für Usbekistan gibt. Aber die Zeichen stehen nicht zu gut, doch es wäre ein Skandal, wenn Asiens beste Nation von der Fußballlanndkarte verschwinden würde. Trotzdem kann es sein, dass es meine letzte Saison in Usbekistan ist. Andijon war und ist meine Leidenschaft, doch ich muss mir überlegen, ob ich unter den gegebenen Bedingungen hier weiter arbeiten möchte.
Es sind einfach zu wenig Trainer bereit, in dieses unbekante aber wunderschöne Land zu gehen, und immer gegen Vietnam zu spielen macht einfach keinen Spaß. Die Zukunft ist noch offen."
Worte Mao Ze Tungs