Das war für ENPPI Kairo wirklich der Super GAU. Nach langer Diestreise war der Trainer kurz vor Toresschluss (im wahrsten Sinne des Wortes) eingeloggt, da kackt der blöde PC ab und verhindert zwei klare Sieges seines Teams. "Mein Team war hervorragend eingestellt, wir hätten die Gegner auseinandergenommen, wären mit neun Punkte ganz weit oben dabei und dann das. Ich bin restlos bedient. Es tut mir für Spieler und Fans unendlich leid, aber so ist das Leben. Wäre ich in Urlaub gewesen, hätte ich mich nicht so geärgert. aber was solls, nun müssen wir das Feld halt von hinten aufrollen." Tumtot war sichtlich geknickt.
Nicht ganz überraschend gab sich Tumetot nach der deutlichen Niederlage (0:3) enttäuscht, aber auch realistisch: "Die Meisterschaft werden wir nicht verteidigen können. Der Abstand nach oben ist schon zu groß, und meine Mannschaft ist noch nicht gefestigt genug, um gegen so starke Gegner bestehen zu können. Aber den Abstieg werden wir auf jeden Fall vermeiden können. Wir haben schon die Vorbereitung für die nächste Saison begonnen, haben einige neue Spieler auf dem Zettel und werden in den restlichen Spielen jungen Spielern die Möglichkeit geben, sich zu zeigen. Nächste Saison greifen wir dann wieder an."
"Wir waren einfach zu schwach. Das Derby verloren und dann auch noch bei Aswan abgewatscht worden, das war einfach nicht genug, was mein Team auf den Platz gebracht hat. Aber ich bin natürlcih auch selbst verantwortlich; bei der Aufstellung ohne Stürmer hätte ich vielleicht doch etwas offensiver agieren sollen." Tumetot war zumindest selbstkritisch. ENPPI hatte gerade ohne Tor und - was viel schlimmer ist - ohne Torschuss die beiden Spiele beendet. "Ich werde mehrere Umstellungen vornehmen, so etwas passiert nicht noch einmal."
"Wir sind in der Spur, möchte ich sagen," war der Kommnentar, den Tumetot den Journalisten in die Feder diktierte. "Der Sieg bei Tanta war toll herausgespielt und völlig verdient. Zuhause sind wir auch stabiler geworden. Nun geht es ins Lokalderby gegen Al Ahly Kairo, ein Derby ist immer etwas besonderes, da müssen wir auf allen Positione in jeder Minute hellwach sein. Wir wollen auf jeden Fall gewinnen. Danach bei Aswan sehe ich sehr gute Chancen, Punkte mitzunehmen. Xelaju ist zwar ein erfahrener Trainer, aber das Team ist noch nicht zusammengewachsen und spielt häufig fehleranfällig." Wie es ausgeht? Der Kaiser würde sagen: Schaun mer mal.
"Auch wenn der Verband mir vermutlich den Mund verbinden will: Wir wurden verpfiffen." So das Fazit das Tumetot den Journalisten auf den Notizzettel schrieb. "Wir haben bei Port Said ein gutes Spiel gemacht, leider meinte der Schiedsrichter, ein Punkt sei zu viel für uns. Wie soll ich sonst die Elfmeterentscheidung werten? Da war nichts, kein Foul, kein Handspiel. Ich weiß nicht, was er gesehen hat. Und dass er auch noch den VAR verweigert - nun ja, wir müssen damit leben. Gegen Ismaily haben wir aus einer stabilen Abwehr eine saubere Leistung gezeigt. Dickes Lob an die Mannschaft."
"Wir sind im Soll, auch wenn manche Reporter meinen, schon zu diesem frühen Zeitpunkt Druck auf mein Team ausüben zu müssen. Klar, als Meister wird man besonders beobachtet, aber die Mannschaft ist jung, wir stehen erst am Beginn einer Entwicklung, die in den nächsten zwei Jahren einen weiteren Meistertitel als Ziel hat." Trainer Tumetot war sichtlich sauer über einige kritische Zeitungsberichte. Dabei steht ENPPI auf einem guten sechsten Platz. Mal sehen, ob sein Team auch gegen Port Said bestehen kann. Und der nächste Gegner ist eine Black Box: Ismaily hat keinen Trainer, da kann die Mannschaft spielen wie sie will. Es wird spannend.
Nach der Meisterschaft kommt die schwerste Saison. So eine altkluge Fußballweisheit.Für ENPPI Kairo beginnen damit schwere Zeiten. Doch Tumetot ist zuversichtlich, schließlich hat sich das Team auf drei Positionen verstärkt, und die Erlebnisse im vierwöchigen ! Trainingslager waren phantastisch. "Wir sind sofort ins Team ingtegriert worden, ohne blöde Sprüche, nur weil wir
Europäer sind," bemerkte einer der Neuen, Klaus Kleber, urdeutscher Mittelstürmer, und sein bester Freund, Hans Tilkowsi stimmt zu. Der soll ab sofort das Tor hüten, während Klaus vorne für Wirbel sorgen will. Gleich im ersten Spiel trifft man auf den Vizemeister, da ist so viel Musik im Spiel, dass die Fans sicher eine mitreißende Partie erleben werden. Hoffentlich mit dem besseren Ende für ENPPI.
Bei ENPPI Kairo reibt mann sich die Augen. Das Team steht doch tatsächlich auf dem ersten Tabellenplatz. Leider zwei Spieltage zu früh. Der Jubel der Fans ist gewaltig, im Team hält man sich aber sehr zurück. "Es ist fantastisch, dass wir das einmal geschafft haben, aber wir sind uns bewusst, dass wir den Platz niemals halten können. Mokawloon mit seinem gigantischen TK wird uns
schnell einfangen. Aber wir sind sehr zuversichtlich, das wir den Einzug ins internationale Geschäft schaffen können. Gegen Baladiyyat Al-Mehalla haben wir eine realistischen Chance auf einem Heimsieg. Und das sollte dann schon fast reichen, um sechster zu werden. Interssant ist, wie die anderen Teams sich die Punkte abnehmen. Wir können nur auf uns schauen und tun, was wir können: KÄMPFEN!"
Von mir aus kann sofort die Saison beendet werden. Abpfiff! Das waren Tumetots Worte bei der Pressekonferenz nach dem Sieg gegen Ittihad Alexandria.
Wir stehen besser da als je zuvor in dieser Serie und nach oben ist einfach nichts realistisch möglich. TUS2 wird mit Mokawloon den Titel verteidigen. Wer so ein Glück auf des Gegners Platz hat, holt auch noch die nötigen Punkte aus dem
einfachen Restprogramm. Wir werden sehen, dass wir den Platz halten, wie schnell man aus den internationalen Rängen fliegt, hat ja Baladiyyat Al-Mehalla schmerzhaft erfahren. Darum müssen wir gegen El Gouna Vollgas geben, dann haben wir eine Chance, einen der ersten fünf Plätze zu verteidigen. Das wär schon sensationell nach der schlappen Hinserie. aber noch ist nichts gewonnen.
Im ersten Spiel der Saison kommt es sofort zum Spiel der letzten Meister. ENPPI Kairo empfängt Mokawloon al-Arab. Mokawloon war in der letzten Saison von ENPPI entthront worden. Nun muss sich zeigen, ob Kairo es schafft, den Titel zu verteidigen. Trainer Tumetot hat sein Team gut eingestellt, wie er in der Pressekonferenz betonte: "Das Trainingslager in Alexandria hat uns deutlich weitergebracht. Noch stimmt nicht alles, aber beim Gegner muss der neue Trainer auch erst einmal Ordnung in das System bringen. Ich bin zuversichtlich, dass wir gewinnen werden." Wie ein legendärer Spieler einmal sagte: Schaun mer mal.