Während in Sambias Fußballoberhaus der Mob regiert, Staatsstreiche, Trainerentführungen und Komabesäufnisse an der Tagesordnung stehen, sieht es in der zweiten Liga eher beschaulich aus. Brav streben die verbliebenen Trainer nach Höherem, die einen mit mehr, die anderen mit weniger Erfolg.
Um der internationalen Reputation des Sambialandes nun aber nicht noch mehr Schaden zuzufügen, kam Lusakas Trainer Pedro Goal auf den glänzenden Einfall, ab sofort die Division One zur
höchsten Spielklasse erklären zu lassen. Die Radaubrüder aus der Premier League hingegen sind ab sofort zweitklassig. Nur so, meinte Pedro Goal, lassen sich wieder geordnete Verhältnisse in diesem Land schaffen. Lusakas Trainer hofft natürlich auf umgehende Zustimmung durch seine verbliebenen Ligakollegen. Zudem würden auch bald wieder alle Klubs mit einem Trainer versehen sein, so daß das wöchentliche Spiel gegen den Zufallsgenerator entfällt. Also runter mit der Premier League!
Ähnlich wie bei der Echternacher Springprozession geht es zur Zeit bei den Dynamos in Lusaka zu. Erst vor wenigen Spieltagen führte man die hoch gerühmte Abwehrtaktik des bekannten isländischen Fußballtheoretikers Tore Torlosson ein. Angeblich sollten mit dieser Taktik die Gegner chancenlos sein. Doch irgendwie funktionierte das Spielsystem bis jetzt nur mangelhaft. Vierzehn Gegentore in vier Spielen – soviel bekamen die Dynamos in der ganzen Hinrunde nicht eingeschenkt.
Also schickte Trainer-Oldie Pedro Goal den Isländer wieder ins Land der Geysire zurück und entwickelte selbst eine geniale Strategie. „Hinten offen wie ein Scheunentor, vorne alles dicht machen“ – so lautet seine neue Anweisung. Ob das jetzt hilft?
Mit diesem welt- und fachmännischen Urteil verabschiedete sich Trainer Pedro Goal vorerst in die Halbzeitpause. Seine Jungs, die Lusaka Dynamos, spielten eine ganz passable Hinrunde, auch wenn es ab und zu ein paar deftige Klatschen gab.
Bevor es nun in die Rückrunde geht, will Pedro aber noch ein paar taktische Korrekturen vornehmen. Vor allem die Abwehr soll verbessert werden. So lud er kurz entschlossen zu
einem internationalen Workshop nach Lusaka ein. Besonders beeindruckt zeigte er sich dabei von dem Vorschlag des isländischen Taktikspezialisten Tore Torlossen. Dessen phänomenales Modell möchte Pedro jetzt auch für seine Lusaka Dynamos übernehmen. Mal sehen, wie die Konkurrenz sich darauf einstellt.
so sei, meinen einige sambesische Lokalreporter, der neue Trainer der Lusaka Dynamos. Das will Pedro Goal so nicht auf sich sitzen lassen und schickt hier schon mal eine Gegendarstellung an die Presse. Man kann sich nun selbst überzeugen, daß der rüstige Pedro über einen strammen, glatten, ja geradezu muskulösen Rücken verfügt, gestählt von unzähligen Trainingseinheiten. Zudem „suhlt“ er sich neuerdings gern im Sambesi-River, seinem neuen Lieblingsdomizil und grunzt
dabei genüßlich unter der afrikanischen Sonne. Pedro fühlt sich also richtig fit und findet – nach eigenen Auskünften – schon bei einigen sambesischen Trainergattinnen ganz viel Aufmerksamkeit. Da sei es kein Wunder, so Pedro grinsend, daß manche Erstligatrainer sich schon über ihre „dicken Eier“ beklagen und in psychodebile Monologe verfallen.
war Pedro Goal dann doch, als er neulich bei einem Spaziergang durch Lusaka einem Pinguin gegenüber stand. Da hatte er sich auf wilde Tiere eingestellt, auf Löwen, Elefanten, Leoparden und anderes Großgetier, und dann sollte er hier auf Pinguine treffen. Die Viecher sind wahrscheinlich
durch die vielen schwedischen Trainer ins Land geschleppt worden, dachte sich Pedro und schlenderte weiter.
Aufschlußreiche Kommentare zum Thema Fußball konnte man ihm leider in dieser Woche nicht weiter entlocken.
ein bisher völlig unbekanntes Trainergesicht wurde nach Sambia geschickt, um dort erste Erfahrungen zu sammeln. Leider hat er keine Landkarte mitgenommen, so daß er nicht mal weiß, wo seine Jungs ihre Auswärtsspiele bestreiten müssen. So steht er zur Zeit nur ziemlich blöd in der Savanne rum und ruft nach den Spielern. Auch seine beiden
Kollegen, ein Origami-Trainer und ein Tierpsychologe, sehen in dieser Fußballlandschaft noch nicht so richtig durch. Hoffen wir, daß die Lusaka Dynamos in der nächsten Saison nicht noch eine Liga tiefer spielen müssen. Oder in Malawi, oder weiß der Geier wo.