Es ist schon absurd, wie sich manche Ligen mit ihren Trainern als beste Liga Europas oder gar Copamundials gerieren. Insbesondere Österreich tut sich hier derzeit besonders hervor. Auch die Mitglieder der SM-Liga träumen immer noch von alten Zeiten, aber sind nur noch ein blasser Abklatsch von früher und scheitern offenbar schon an banalen Quizfragen.
Die Veikkausliiga ist derzeit wohl die einzige Liga, die zwei Weltmeister in ihren Reihen vorzuweisen hat: Pippo, der noch älteste amtierende Weltmeister (Copa-WM #3) und Andi von Hideta (Copa-WM #7).
Die Veikkausliiga ist auch die einzige
Liga Europas, in der fast jeder Spieler entweder Weltmeister oder europäischer Meister wurde. Und das sogar mehrfach:
- Pippo: 5x (+ 1x WM)
- Count van Lezz: 5x
- Semon Lehtola: 3x
- MiKu: 2x
- Archiebald M(or): 2x
- Ridiculous: 2x
- Miccele/Michael Martin: 1x
- Andi von Hideta: 0x (+1x WM)
- Meister Lampe: 0x
Insgesamt 20 Meisterschaften konnten die finnischen Trainer also gemeinsam schon erringen (incl. Saisons 23-26). Lediglich die deutsche Bundesliga mit fast doppelt so vielen Trainern kommt auf 22 Meisterschaften.
Und genau deshalb ist die Veikkausliiga die stärkste Liga Europas!
Der feuchte Traum mancher mexikanischen Rennmaus ist zurück - die Zwölferliga - und zeigt direkt schonungslos, dass jeder kleine Fehler das Aus für so viele Ambitionen bedeuten kann. Die Zwölferliga hat kurioserweise 14 Spiele je Verein weniger, demzufolge ist quasi jeder Tag ein Finnale.
Es ist ein Ritt auf der Rasierklinge, diese Veikkausliiga. Unser vermeintlicher
Lieblingsrivale, Semon, durfte das im Duell mit dem serbischen Paten feststellen. Aber auch Archiebald, dessen australischer Schwippschwager dem CouCou (Cousin vom Count) auf den Sack ging, durfte das jetzt gegen den ewigen Pippo erfahren. Die Frage ist doch: verzeiht die Liga einen Fehler oder war's das schon? Und wenn ja wie viele? Wir werden es am Ende der Saison erfahren, wenn AC Oulu wieder Sechster geworden ist.
Relativ leise und skandalfrei verhält es sich derzeit in der Veikkausliiga. Ist es die Ruhe vor dem Sturm?
Mitnichten! In der wohl besten Liga Ouropas geht es ruhiger und reifer zu. Irgendwie haben sich die Trainer dem finnischen Gemüt und nordischem Klima angepasst. Dazu gehört auch ab und zu mal ZAT-Termine regelrecht zu verschwitzen, weil man noch in der Sauna hängt. Oder man führt Scheingefechte mit virtuellen Gegner aus, die am anderen Ende Ouropas abhängen. So geschehen mit unserer verhassten Partnerliga, der SM-Liga. Na ja, immerhin kommt der AC Oulu so wieder in den zarten Genuss von Ouropapokal.
Nach knapp zwölf Jahren geht tatsächlich eine neue Copa-Saison zu Ende und mit der 43. Saison hat eines wieder Gewissheit bekommen: Count van Lezz ist erneut Sechster in der Veikkausliiga geworden.
Insgesamt achtmal wurde der Count schon Sechster. Zweimal mit Jazz Pori in den Saisons 24 und 26 - diese Saisons sind nun allerdings im Äther verschwunden. Und dazu kommt aus dem einzigen
Auslandsaufenthalt in Ouropa, in Portugal, natürlich auch eine Platzierung als Sechster in der Saison 28. So viel Anstand muss sein. Danach folgten fünf Saisons mit Oulu: 32, 38, 39, 42 und nun eben 43. Es schreit also danach, dass der AC Oulu diese Saison zum sechsten Mal Sechster wird. Passend dazu hat der Count auch schon sein Saisonziel eingeloggt: "Obere Tabellenhälfte (bis 6).
So geht also der erste Spieltag in der Veikkausliiga zu Ende. Und er hat etwas sehr angenehmes an sich: genau diese Begegnung wird es in dieser Konstellation nicht mehr geben. Ja klar, in der Rückrunde trifft AC Oulu daheim auf Allianssi Vantaa, aber nicht mehr aufwärts. Endlich sind die Doppelspieltage vorbei und wir sind hier alle sehr dankar.
Ganz ehrlich: wer erträgt es schon viermal in einer Saison sich mit dem gleichen Gegner zu beschäftigen? Viermal HJK Helsinki ist schon mehr als genug, es reicht. Ein kleiner Haken hat die ganze Sache dann doch: Archiebald M und Andi von Hideta sind auf anderen Kontinenten auch in den gleichen Ligen unterwegs, also sieht man sich hier schon viermal. Das war’s dann aber auch bitte wieder.
War da mehr dran als nur ein heißer Urlaubsflirt oder war's nur das Sommerloch? Wir wissen es nicht - aber CvL dementiert hiermit öffentlich einen möglichen kolportierten Wechselwunsch nach Aachen. Die Aussicht in der finnischen Veikkausliiga seinen Status als Rekord-Sechster weiter auszubauen, sei reizvoller, so der Count. Immerhin wurde man mit den im Äther verschwundenen Copa-Saisons 23-26 und damals noch FC Jazz Pori schon insgesamt sechsmal Sechster. Und 6x6 mache bekanntlich nicht Aachen.
Eine Frage bleibt. Wer will überhaupt nach Aachen?
PS: Wie wärs stattdessen mit einer vierten Kölner Mannschaft wie SpVg Porz?
Älter werden heißt auch nachsichtig sein, wenn einem Unrecht angetan wird oder wenn man sich selber im Recht sieht. Es bedeutet auch, dass man sich selber in Gedankenkreiseln verläuft, weil man so engstirnig ist und denkt, dass alle anderen einfach nur falsch liegen.
So geschehen in Meister Lampes Artikel "Double in Finnland?". Wir wollen hier höchst beleidigt und entrüstet festhalten, dass ein finnischer Trainer sich noch unter den letzten acht WM-Trainern befindet und immer noch gute Chancen auf den Titel hat. Und wenn wir uns das
Rest-TK anschauen, ist es sogar hervorragend.
Ähnliches ist letzte Woche auch im Artikel "Endlich freigeschwommen" von Semon Lehntola passiert. Der Zug in Richtung Verfolgerfeld ist am Bahnhof Oulu schon abgefahren? Bitte? Mit dem stattlichen Rest-TK und nur sechs Punkte Rückstand auf HJK wäre ich mir da nicht so sicher in der finnischen Hauptstadt.
Aber okay, manchmal gehört zum Erwachsenensein leider auch dazu, dass man Fehleinschätzungen macht und sich da viel zu sehr verleiten lässt. Aber man darf ja nochmal träumen dürfen.
Nun ist es also doch tatsächlich so weit und es ist genau das eingetreten, was Count van Lezz nicht wollte: sein genetisch identischer Schwippschwager aus Australien San Bango trifft mit der von ihm gecoachten Nationalmannschaft auf Finnland.
Und Finnland ist nicht irgendein Land. Mit Finnland trat er bei zwei Copa-Weltmeisterschaften als Nationaltrainer an und schied jeweils sang- und klanglos in der Gruppenphase aus. Und das obwohl man jeweils ein Dream Team mit Pippo bildete! Aber dieses Mal sollte es nicht sein, und San Bango wurde angeworben von Herbie53 unterstütze ihn in Südkorea mit seiner geballten Expertise, wobei sich
beide auf eine strikte Aufgabentrennung einigten: Herbie ist für die Gruppenphase zuständig und San Bango für die KO-Runde (was angesichts der jüngsten Historie kein schlechter Deal war).
Nun ist es allerdings so weit und Südkorea und Finnland treffen aufeinander. Was nun? Im Land seiner größten Erfolge, in denen er fünfmal Meister und einmal Ouropapokalsieger wurde, fiebert eine ganze Nation dem Viertelfinale entgegen. Mit Ausnahme vom Count. Er würde am liebsten Finnland unterstützen, allerdings hilft das nicht seinem Alter Ego. Also heißt’s nur eins: Zähne zusammen beißen und durch.
Älter werden heißt auch, dass man mit Ungerechtigkeiten besser lernt umgehen zu können.
Während Erzrivale Pippo sich wohl beim Spiel gegen FC Inter Turku mit der nischigen Heim-2-/Auswärts-1-Regel auseinander setzen darf, weiß Count van Lezz sehr genau wer sein Gegner ist und was er sitzen wird. Mehr wird dazu nicht gesagt. Aber damit wird es noch unwahrscheinlicher, dass man jemals noch die obere Tabellenhälfte erreichen wird. Eine komplette Saison zum vergessen also. Aber na ja, vielleicht können wir dadurch unserer Mitleserschaft die Geschichten vom Älterwerden ersparen.