In einer anderen Saison wäre es das vorläufige Highlight und alle Augen wären darauf gerichtet. Der Titelverteidiger im Duell mit zwei absoluten Konkurrenten um die vorderen Plätze. Doch es ist nicht eine solche Saison. Nach dem Titel zum Restart soll es dieses Jahr in der. Champions League ganz weit gehen. Also schnell in der Liga eine Zugabgabe nach Gefühl eingetragen und gute Wünsche hinterhergeschickt. Das muss für den Moment reichen. Und wenn dann kurz vor Saisonende doch noch Chancen auf eine Titelverteidigung bestehen sollten…
Können sich 60% der Trainer Afrikas täuschen? Vermutlich ja. Denn was der fremdernannte Topfavorit aus der Hafenstadt am Wochenende abgeliefert hat, war alles andere als meisterhaft. Wie gut, dass im Fußball stets kurze Zeit später die Chance zur Wiedergutmachung besteht. Doch da jetzt die Champions League in ihre heiße Phase geht und international der Fokus gesetzt wird, bleibt fraglich, ob genügend Energie für die Liga bleibt. Sollen sie doch ruhig am Ende alle wütend ihre Tippscheine in den Müll werfen müssen.
Gegenwind für Respekt? Kritik für Anerkennung?
Irritiert wurden die jüngsten Presseerzeugnisse zur Kenntnis genommen. Hatte Trainer TSGler doch lediglich festgestellt, dass Konkurrenten aus der Liga in Vergangenheit und Gegenwart gute Leistungen erbringen. Auch werden nirgendwo Titel aufgeteilt, vielmehr ist eine vage Hoffnung vorsichtig zum Ausdruck gebracht worden.
Liegt es daran, dass auch Ismaily mit der Vizemeisterschaft durchaus erfolgreich war? Und jetzt als drittes ägyptisches Rad am Wagen neben den „befreundeten Partnerclubs“ ebenso das
Viertelfinale der Champions League erreicht hat, aber vom Trainer des Jahres Afrikas bislang nicht mit auch nur einer Silbe des Lobes bedacht wurde?
Das lässt sich ändern:
Am kommenden Wochenende geht es für den Hafenclub zu dem vermutlich stärksten Team aus Ägypten, das insbesondere zuhause dank eines taktisch hervorragend variablen Trainers praktisch unbesiegbar ist und dem der Titel in der Liga wirklich mal zu gönnen wäre.
An Auswärtstoren wird trotzdem oder gerade deswegen nicht gespart werden. Und wer profitiert davon? Genau!
…macht man hoffentlich keine allzu großen Fehler. Das jedenfalls ist das Bestreben des Hafenclubs aus Port Said. Nach vier perfekten Spielen ohne jede Chance zur Optimierung wäre der eine oder andere vielleicht etwas leichtsinnig geworden. Nicht so Trainer TSGler: „Die Liga ist die stärkste Afrikas und hier gilt es, sich jeden Spieltag neu zu beweisen.“ wird sich in Zurückhaltung geübt.
Zumal der Fokus in diesem Jahr
eigentlich auf der Champions League liegt. Dort konnte zwar das Viertelfinale erreicht werden, doch in eben dieses ist auch wieder sehr souverän der ebenfalls aus Ägypten stammende Titelverteidiger El Mansoura eingezogen, der auch national einer der größten Konkurrenten ist.
Wenn die beiden Titel wieder zwischen den gleichen zwei ägyptischen Teams verteilt werden, nur eben andersherum, hätte zumindest im Stadion am Hafen niemand ein Problem damit.
Am Hafen von Port Said kam am vergangenen Freitagnachmittag eine Flasche angetrieben. Trainer TSGler fischte sie aus dem Wasser, öffnete sie und vermutete zunächst eine spektakuläre Nachricht aus einem fernen Land. So sensationell war es dann zunächst doch nicht, handelte es sich doch nur um wirres Gekritzel. Doch bei genauerem Hingucken glaubte der Coach die Taktik des kommenden Gegners aus Kairo erkannt zu haben. Schnell die eigene Taktik umgeworfen, alles auf Offensive gestellt und das Ergebnis war dann wieder wie eine Flasche, aus der nach lange gar nichts auf einmal alle Tore auf einmal herauskamen.
Gegen die Olympioniken aus Alexandria gab es für jeden Ring ein Tor. Bei all der Euphorie kann man da schon mal übersehen, dass dafür auswärts mal wieder nichts zu holen war. Damit liegt das Team aber voll im ägyptischen Trend. Wie das häufig so ist mit den Auswärtstoren. Am kommenden Wochenende stehen jetzt zwei Spitzenspiele an. Doch bei der ausgeglichenen Liga ist es eigentlich immer noch nicht wirklich sinnvoll, irgendetwas an Tabellenplätzen festzumachen. Die Saison wird wie so oft mit Beginn der Rückrunde erst so richtig Fahrt aufnehmen.
Treffen sich ein Fuxx und ein Kamel in Port Said am Hafen. Der Fuxx hat eine Idee: „Am Wochenende ist der olympische Zirkus aus Alexandria in der Stadt. Du springst so hoch wie du musst und ich schieße.“ Olympischer Gedanke, ägyptische Kombination oder einfach nur wirre Gedanken?
In jedem Fall Ablenkung von den wirklichen Problemen. Am Freitag beginnt die Champions League und Trainer TSGler hat sich noch keinen Matchplan zurechtgelegt. Als Favorit geht er aber davon aus, einen solchen zu brauchen..
Während anderswo noch nach dem richtigem Umgang mit dem TK gesucht wird oder offensichtlich fehlende Tradition durch große Worte ausgeglichen werden soll und wieder woanders böse geflucht, die Trainingsleistung im Spiel vermisst oder mit Waffen auf Küchengeräte losgegangen wird, ist bei Port Said alles in bester Ordnung. Beide Heimspiele gewonnen, Aufwand überschaubar, Platz 4. Und die Gruppenphase der CL ist auch schon ausgelost. Die Stimmung ist also - entgegen dem allgemeinen Trend - am Hafen großartig.
Der erste Artikel der Saison soll zunächst dafür genutzt werden, sich für den (hochverdienten) Award als Trainer der Saison in Afrika zu bedanken. Vielen Dank an die Jurz! „Der Preis ist ein Ansporn, es in der kommenden Saison genauso gut zu machen und die Erfolge in Liga und Pokal wenn möglich zu wiederholen“, ließ sich Trainer TSGler zitieren.
Genug des Lobes für sich selbst -
eine neue Saison steht an und die Gewissheit folgt sogleich, dass jeder noch so große Erfolg schon bald darauf nichts mehr wert ist.
Während der Klappspaten sich nicht so richtig zwischen Geldkoffern und Tradition entscheiden kann, möchte Trainer Xerez bloß nicht Vizemeister werden. In Port Said, im Stadion am Hafen, würde man den Vizetitel am Ende dieser Saison mit Freude nehmen, so viel ist sicher.
Der erste Titel in der Vereinsgeschichte wurde gebührend gefeiert. Da schadete die knappe Niederlage im Champions League Finale nicht wirklich, gönnte man doch dem Trainerkollegen aus Ägypten den Titel durchaus.
Es ist nur leider so im Sport: Im Erfolg werden Fehler gemacht und nach der Saison ist vor der Saison. Keine Zeit, sich auf Vergangenem auszuruhen. Dass die Hafenarbeiter von nun an mit einem dicken M auf dem Trikot herumlaufen, sollte aber Selbstvertrauen geben.
Ein Blick auf die neue Konkurrenz, nachdem es sich anscheinend leider vorerst ausgebaggert hat: Passend zum Werkzeugthema der vergangenen Saison ist von irgendwo ein Klappspaten auf der Suche nach Geldkoffern erschienen. Mal sehen, ob er fündig wird.