Wenns dem eigenen Team hilft, dann scheint es ok zu sein. Letzte Woche jammerte Trainer Felixus noch herum, dass ungewöhnliche Züge vom Gegner den eigenen Plan durchkreuzten. (ist das nicht genau die Idee dahinter?!)
Jetzt hatte er die gleiche Idee und gelangte so mit jeweils drei Toren zu jeweils drei Punkten. Namangan steuert mit bewundernswerter Zielstrebigkeit erneut auf Platz 6 zu. In den kommenden beiden Spielen geht es jetzt gegen direkte Konkurrenten. Vielleicht geht ja in dieser Saison doch noch etwas mehr.
Nur ein Punkt zum Auftakt zuhause, so darf es in keinem Fall weitergehen. Schwierig könnten die kommenden Spiele aber dann werden, wenn die Trainer dieser Liga weiterhin so unberechenbar sind wie vergangene Woche. Trainer Felixus hat grob nachgezählt und ist zu dem erwarteten Ergebnis gekommen: Die am jüngsten Spieltag reichlich eingesetzte Auswärtsdrei ist so ziemlich der ungewöhnlichste Zug dieser Spielwelt. Was wie eine Ausrede für die verschenkten Punkte des Wochenendes klingt, ist auch eine.
Mehr als Mittelmaß ist anscheinend nicht drin für Namangan. Letzte Saison gab es nur Platz 6 und wurde nur der Cup der Verlierer gebucht, obwohl bis kurz vor Saisonende sogar noch Chancen auf mehr da waren. Jetzt ist es nach der Hälfte der Spiele wieder nur Platz 6.
Maß und Mitte müssen in der Rückrunde vielleicht einmal zugunsten einer risikofreudigeren Spielweise hintenanstehen. Vielleicht hilft es ja ein wenig und kann auch die Fans wieder begeistern. Denen bleibt als Mittel sonst immerhin die Maß.
Da hatten sie ihren für die Erstellung der Zugabgaben extra verpflichteten Strategen doch tatsächlich auf der Rückfahrt vom vorvergangenen Auswärtsspiel vergessen. Ohne Handy, Fahrzeug oder Geld stand der Arme dann da, mitten im usbekischen Nirgendwo und wartete verzweifelt auf eine Mitfahrgelegenheit.
Pünktlich zum Auswärtsspiel gegen Chefeinkäufer Hikari schaffte er es jedenfalls nicht, zur Delegation aus Namangan dazuzukommen. Prompt ging das Auswärtsspiel mit unnötigem Aufwand verloren. Das nächste mal sollte vor der Abreise nochmal durchgezählt werden.
Da lief das vorvergangene Wochenende derart gut, dass sich Trainer Felixus schon auf dem Weg zur Meisterschaft sah und der Konkurrenz großspurig einen vorrechnete und dann das: Zwei Heimspiele, beste Voraussetzungen für einen weiteren Sprung in der Tabelle, doch statt der nächsten beiden Siege hagelte es Gegentore und musste eine Niederlage gegen den führungslosen Tabellenführer hingenommen werden.
Die Brötchen werden wieder kleiner, die Ankündigungen weniger und das Training härter. Wenns hilft!?
Dachten sich Felixus und sein Team aus Namangan und kamen mit der maximalen Punkteausbeute vom vergangenen Spieltag zurück. Hoffentlich werden die Konkurrenten da nicht neidisch. Und während sich anderswo über zu viele Auswärtsreisen beklagt wird, spielt Navbahor beide kommende Spiele zuhause. Das riecht doch nach einem weiteren Sechs-Punkte-Einkaufsbummel. Dafür geht es aber gegen den untrainierbaren Spitzenreiter mit dem unaussprechlichen Namen. Also wäre man vielleicht auch mit vier Punkten aus dem kommenden Wochenende ganz zufrieden…
Eisenbahnfestspiele in Usbekistan. Während der eine oder andere Fussballclub gleich ganz nach dem wohl schönsten Fortbewegungsmittel benannt wurde, dreht sich auch ansonsten viel um die Bahn.
Und dann im Speziellen um die schiefe Bahn, wenn der Alkoholkonsum bei dem einen ausschweifend beschrieben wird und anderswo offensichtlich Einfluss auf die getippten Anleitungen hat und wieder woanders der Gesamtzustand ins Aggressive zu kippen droht.
Zu aufregend und zu viel Konsum fragwürdiger Substanzen für den Geschmack von Felixus. Einen beruhigenden Einkaufsbummel und ein paar tiefe Züge später freut er sich über das Mitgebrachte und entspannt erst einmal.
Im Land der geteilten Vereinsnamen ruckelt sich Namangan so langsam ein. Mit erst einem geschossenen Tor - dafür aber auch erst zwei kassiert - stehen bislang drei Punkte auf der Habenseite. An der Offensive muss also ganz offensichtlich noch gefeilt werden, um in dieser Saison oben angreifen zu können. Zeit für Training bleibt bald auch nicht mehr wirklich, denn in der kommenden Woche startet der internationale Wettbewerb. Entgegen anders lautender Meldungen nimmt man den AFC Cup in Namangan ernst und freut sich darüber, in einer solch starken Liga überhaupt eine solche Teilnahme realisiert zu haben.
Zwar gab es nur drei im ersten Spiel zu gewinnen wie sonst auch, gleich fünf davon leuchten jedoch in allen Farben des Regenbogens auf der Spieltagsseite. Neben einem Nichtantritt und einer Anwendung der 2/1- Regel gab es gleich dreimal Hilfestellung von Paten. Abschließend hilfreich waren diese Paten jedoch nicht, schließlich endete jedes einzelne dieser Spiele mit 0:4. Möglicherweise ein Zufall. Am kommenden Spieltag geht es nun für Namangan zweimal gegen durch Paten unterstützte trainerlose Vereine. Der Übungsleiter hofft, dass zumindest für Auswärtsspiele aus dem Zufall eine Regel wird
Platz 5 in der Liga und Halbfinale in der Champions League - die erste Saison in Asiens stärkster Liga kann durchaus als erfolgreich bezeichnet werden. Und nun? Die Aufstockung der Liga wird mit Interesse zur Kenntnis genommen. Doch woran liegt es, dass andere asiatische Ligen aktuell bei Neutrainern attraktiver zu sein scheinen? An der gewöhnungsbedürftigen Schreibweise der Teams? An schachspielenden Alkoholikern? Oder an der schieren Qualität der Liga, in der selbst ein Topverein wie Namangan nur auf Platz 5 einläuft?
Stichwort Platz 5: Es geht leider nur in den Cup der Verlierer. Einen Pokal gibt es aber auch dort zu gewinnen…