Fuer Rubio Deus war der zeitletzte ZAT der Saison wohl um einiges ereignisreicher und spannender als es der letzte sein wird (da geht es ja nur noch gegen Titelkandidat Nr 1 & 2, sowie einen direkten Konkurrenten um die internationalen Startplaetze, wo die City Lions ja mal wieder erfolglos sein wollen). "Also die Resultate waren ja schon seltsam genug. Was Gold Coast mit diesem
Auswaerts-Effort gewonnen hat, bleibt mir schleierhaft, vielleicht steigen sie nun nicht ab. Dass Dr No wirklich gedacht hat, er spiele noch um den Titel mit, habe ich mir zwar erhofft, jedoch nicht wirklich daran geglaubt. Und dass Lobanowski der erste sein wird, der meine Mixkunst zu schaetzen weiss, habe ich ja geahnt, aber dass er meinen einzigen Erfolg negiert, das werde ich ihm nie verzeihen.!"
Zum ersten Mal seit drei Spielzeiten haben die Bankstown City Lions die Saison wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz beendet. Der alternde Rubio Deus ist damit zufrieden, auch wenn es im Verlaufe der Saison zeitweise doch nach mehr ausgesehen hat. "Wir wollen diesen Trend diese Saison bestaetigen," laesst der Kubaner durchblicken. Experten haben Zweifel daran, schliesslich war die Konkurrenz selten so schwach wie letzte Saison. "Dieses Jahr wird aber alles anders," prophezeit Deus, "schliesslich haben wir einen neuen Kolumnisten. Dem alten gratulieren wir uebrigens noch herzlich zur Meisterschaft, er ist als Benchmark mittlerweile in weite Ferne gerueckt. Vielleicht erkoren wir wug nun dazu aus..."
Dank zwei grandiosen Spielen sind die Fans aus dem Sydneyer Flughafenviertel vollkommen aus dem Haueschen. Zwei Siege hintereinander haben die fanatischen Anhaenger schon lange nicht mehr erlebt. Nun hofft man natuerlich, dass man den Flow in die letzten Spiele mitnehmen kann. "Dann werden wir den laecherlichen Rueckstand von sieben Punkten auch noch wett machen," zeigt sich ein Fan stellvertretend fuer alle anderen zuversichtlich. Derweil der Trainer (was sehr schade ist, wir haetten gerne gewusst, was Deus zu dieser Situation gesagt hat) und die Spieler fuer die Presse nicht erreichbar waren, sie sind, wie immer mal wieder ueblich ins Trainingslager ins Outback gefahren, um sich fuer den Schlussspurt zu ruesten.
Schon wieder sind die Bankstown City Lions in der Tabelle nach unten gerutscht. Und als waere das nicht genug, so werden ihm auch noch Vorwuerfe wegen eines lange zuruekliegenden Unentschiedens gemacht: "Also wir sehen das ganz klar als zwei verlorene Punkte an. Insofern sollte der Gegner dies als einen gewonnenen Punkt ansehen. Sobald Lobanowski Ende Saison die Kloschuessel hochstemmt, wird er das sicherlich auch einsehen. Manchmal habe ich das Gefuehl, er wird ein bisschen senil, was aber auch sehr verstaendlich ist, die australische Medienlandschaft verleitet einen momentan
geradezu dazu."
Zu aller Ueberraschung (oder auch nicht), so kam auch noch die Meldung rein, dass Dr No (wie so viele geld- und erfolgsgierige Stars der Bundesliga) nach Bayern will. "Was gibt es da eigentlich ausser dicken Maedchen und schlechten Wuersten?" fragt sich da jeweils der kubanische Gourmet und Frauenversteher.
Und zu guter Letzt soll der legendaere Matratzentester, das ehemalige Furunkel Ozeaniens, seine Trainerlaufbahn beenden. Auch hier wird Deus natuerlich Protest einlegen, er muss sich allerdings noch ueberlegen, wie genau er das tun will.
Die Frage, wer den laengsten hat beschaeftigt zurzeit ganz Australien. Oder jedenfalls fast ganz Australien. Rubio Deus hat solcherlei Machogehabe schon immer kalt gelassen. "Die Laenge interessiert mich sowieso nur bei Kubanern (gemeint sind Zigarren, A.d.R.)," so sein einziges Statement hierzu. "Was mich an Australiern vielmehr interessiert ist die Frage, welches denn seine Lieblingsreptilien sind. Normalerweise wuerde man denken, es seien entweder das Krokodil oder doch zumindest der Komodowaran. Im Moment sieht es allerdings eher danach aus, als waere dies der Gecko und falls nicht, darf sich doch derjenige mit dem laengsten bedanken!"
Wieder eine Runde gespielt, wieder ein paar Plaetze verloren. Fuer die Bankstown City Lions scheint die Saison einfach zu lange zu dauern. Rubio Deus nimmt das gewohnt cool: "Wir haben diese Saison sehr viel in unsere Kondition investiert. Eine Baisse ist normal. Ausserdem spielen wir auch jetzt mehr als nur zufriedenstellend. Aber die Konkurrenz schlaeft nicht, wie man so schoen sagt." Diese Erkenntnis gibt dem Kubaner Zeit, sich den wichtigen Dingen im Leben zu widmen, wie er es formuliert: Die D-U-S, Mathematik, Fussball, Sommerferien, 500-Zeichen-Schreiben und so weiter.
Schon wieder eine Kolumne? Wie viele andere Kollegen hat auch Rubio Deus diesen Morgen verwundert die Augen gerieben als er seinen Briefkasten geleert hat. Freudig hat er kaffee-schluerfend zur Kenntnis genommen, dass er dort auch wieder erwaehnt wurde. So ganz verstanden hat er die Anspielung allerdings nicht... Sportlich laueft es den City Lions... ja wie eigentlich? Letzten ZAT hat man vier Punkte aus drei Spielen geholt und ist in der Tabelle aufgestiegen, nun holte man drei Punkte aus zwei Spielen und sinkt. Wie ist das einzuordnen? Mathematik war noch nie Deus' Staerke. Vielleicht koennte die D-U-S da mal einen Crashkurs anbieten?
Schon wieder ist eine Saisonhaelfte um und die City Lions stehen im ersten Tabellendrittel (oder so) und haben aus dem Strandviertel einen Punkt entfuehrt. Rubio Deus koennte kaum erfreuter sein. "Natuerlich waere die Situation noch erfreulicher, wenn die D-U-S darueber berichten wuerde, aber wir haben ja schon letzte Woche eine Ausgabe, da kann man nicht zu viel erwarten..."
Abseits des Platzes versucht der kubanische Frauenkenner San Bangos neue Zukuenftige bereit zu machn fuer die schwierige Zukunft mit ihrem schwierigen zukuenftigen Eheman. Fuer ein Deus natuerlich kein Problem!
Eine bessere Woche haette sich Rubio Deus gar nicht wuenschen koennen: Chris schenkt den City Lions einen Punkt, die D-U-S ist endlich mal wieder und in gewohnt hoch stehender Qualitaet erschienen und zudem hat der Kubaner eine Einladung zur Hochzeit San Bangos gekriegt. "Dies war doch das freudigste Ereignis," gibt Deus zu. "Die Einladung ist allerdings sehr geheimnisvoll: Keine Fotos, keine Namen und nur ein vages Datum: Ende Juni (da will er sicherlich jemandem die Meisterfeier verderben). Ich freue mich fuer meinen Kollegen, auch wenn ich weiss, dass da nicht alle gleicher Meinung sind, vor allem die Frauen Australiens werden in Trauer dahin ziehen."
Ansonsten waren die Bankstown City Lions nach der letztwochigen Hoehenfahrt wohl zu lange am Feiern. So jedenfalls, glaubt der neutrale Beobachter die miese Performance am letzten Spieltag erklaeren zu koennen. Rubio Deus hat da nur sehr wenig hinzuzufuegen: "So ist das halt, ich will meine Jungs ja leben lassen. Ich hoffe die Fans haben dafuer Verstaendnis. (Die D-U-S koennte da mal eine Umfrage starten...)" Zweifel werden da aber bleiben. Ein wenig Aufklaerung wird es am naechsten ZAT geben: Es gibt mal wieder zwei Meister in einem. Warum man die nicht mal getrennt kriegt, ist ein weiteres Mysterium, das die D-U-S mal aufklaeren koennte.
In Bankstown ist man zurzeit ein wenig verunsichert, stehen doch die City Lions tatsaechlich auf Rang drei, vor allen moeglichen Meistern, Moechtegernmeistern, Benchmarks und anderen ernstzunehmenden Konkurrenten. Da geraet selbst Rubio Deus in Erklaerungsnot. "Dass Chris, Dr. No, San Bango UND Lobanowski hinter uns stehen, kann eigentlich nur heissen, dass sie zusammen unter einer Decke stecken. Das Nicht-Erscheinen der Kolumne kann da schon mal ein heisser Hinweis sein. Dass wir international so erfolgreich sind, finde ich immer noch schwierig zu akzeptieren, und koennnte durchaus auch als Begruendung herhalten." Wenn man den Deus so sprechen hoert, koennte man meinen, er vermisse nicht nur die alten Zeiten (wer tut das nicht?), sondern werde auch langsam senil.
Die Saison ist noch jung und ohne grosse Ueberraschungen. Die City Lions duempeln im Mittelfeld herum, Dr No steht am Schluss der Tabelle, Sgecko ganz weit oben, Lobanowski irgendwo, und international ist man immer noch dabei. "Ja, man gewoehnt sich so recht schnell an den Alltagstrott," gibt Deus zu. "Deswegen muss man ab und zu ein bisschen Abwechslung suchen. Wie Sie ja wissen bin ich ein leidenschaftlicher Geniesser von kubanischen Genusswaren und anderen Lebensmitteln, ab und zu gehe ich auch ins Outback auf die Jagd. Nun aber habe ich eine sehr entspannende neue Taetigkeit gefunden, die ich als Agressivitaetstherapie fast jedem Trainer der A League empfehlen kann: Trockenblumen sortieren und schoene Straeusse basteln...'
Nach vier Spielen gibt es in Australien nur noch ein Thema: Wer wird Meister? Auch Meister Rubio muss natuerlich hierzu seinen Senf geben: "Nun, als erstes kommt mir da natuerlich Metzgermeister Jones in den Sinn. Aber das passt hier irgendwie nicht hin... Als zweites faellt mir natuerlich Mr Bean ein, der Meister der Verwandlung. Dann muessen natuerlich die sogenannten Meisterkrankheiten erwaeht werden, welche San Bango, der Pest- und Choleraersatz Australiens, schon erwaehnt hat. Irgendwer redet auch noch von den Bayern. Ein sehr guter Meister ist natuerlich auch der Reineke und der absolute Meister ist unangefochten Eckhart. Wo das Ganze jetzt allerdings hinfuehrt, kann ich auch nicht sagen."
... na ja, wem eigentlich? Nun ja, es ist ja leider mittlerweile so, dass man sich in Bankstown mit zweistelligen Tabellenplatzen zufrieden gibt (oder geben muss). Ein Nichtabstieg wird jeweils gefeiert wie anno dazumal der Aufstieg (an die Meisterfeier koennen sich die meisten Beteiligten gar nicht mehr erinnern, nicht weil er so lange her ist, sondern aus ganz anderen Gruenden). Wie dem auch sei, der Saisonstart der City Lions war gemaess Rubio Deus, dem geborenen Optimisten, "ziemlich ideal". Wenn das die Worte sind, die der Kubaner fuer eine klare Auswaertsklatsche und einen knappen Heimsieg waehlt, muss man sich im Sydnezer Flughafenviertel wohl oder uebel wieder einmal Sorgen um den Klassenerhalt machen.
Nach einer weiteren durchschnittlichen Saison war die Zukunft von Rubio Deus ein wenig ungewiss. Motivationsprobleme und Fernweh plagten den kubanischen Lebemann. Da man in Bankstown allerdings sehr grossen Wert auf Tradition legt, konnte man den Erfolgstrainer kaum gehen lassen. Mit einem fetten Vertrag und einem neuen Assistenztrainer (einem seiner Brüder) startete Rubio Deus die Saisonvorbereitung. Man kann also wieder gespannt sein, wie sich die City Lions im Haifischbecken der A-League schlagen werden. Wie immer schein vom Meistertitel bis zum Abstieg alles drin.
Eine Zeit lang war es still in Bankstown. Die City Lions riefen gewohnt souverän ihre Leistung ab, nur Rubio Deus war nicht auszumachen. Nun ist er zurück, sieht immer noch nicht aus wie eine Fee, hat immer noch keine Ahnung von Astronomie, ist aber froh, dass seine Kollegen um die Wette scheinen, obwohl eigentlich kaum einer einen triftigen Grund dazu hätte. Ausser natürlich Lobanowski, der scheint doch tatsächlich wieder einmal auf Meisterkurs, vor allem wenn er weiterhin Punkte geschenkt kriegt. Wie auch immer, Deus scheint im Moment zufrieden mit dem Mittelfeldplatz, der OTIS-Preis ist kein Thema mehr, schliesslich müsste man dafür ja neuerdings absteigen und das hat der Kubaner ja schon einmal erlebt und möchte das nicht noch einmal mitmachen.