Nach genau der Hälfte der Spielzeit stehen die Bankstown City Lions genau da, wo sie hingehören (wie man ja schon am letzten ZAT angekündigt hat) und Manly macht munter mit: Im grauen Mittelfeld der Tabelle (mit ein bisschen gutem Willen kann man den 11. Rang so bezeichnen). Nach ein bisschen Analyse muss man jedoch feststellen, dass die Situation etwas komplizierter ist: Auf den ersten Platz fehlen gerade mal drei Punkte, zahlreiche Teams in den oberen Tabellenregionen haben weniger TK als die Lions. Der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz beträgt immerhin sechs Punkte, allerdings haben die Teams hinter den Lions grössere Reserven. Das unüberraschende Fazit: Alles ist noch möglich."
Und wohl nicht nur deshalb segeln die City Lions langsam aber sicher dorthin, wo sie hingehören, nämlich nach unten in der Tabelle. "Wir haben damit gerechnet," verrät der Kubaner, der seine Freizeit im Moment öfter auf seinem Balkon verbringt und sehnsüchtig den Flugzeugen nachsieht. Falls er aber wirklich Heimweh kriegt (auch das kann einem Deus passieren), so packt er seine Siebensachen (Hemd, Shorts, Hut, Sonnenbrille, Aufklebebart, Zigarre, Rumflasche in braunem Papiersack), und macht sich auf den Weg zum zweitschönsten Strand der Welt. "Dort treffe ich mich ab und zu mit hübschen, von Lobanowski vermittelten Ukrainerinnen und versuche, vom schönsten Strand mit den schönsten Frauen zu träumen."
Wie zu erwarten war, rutschen die Bankstown City Lions in der Tabelle kontinuierlich nach unten. Seltsam daran ist nur, dass sich der Rückstand auf Platz eins nicht verkleinert (das TK allerdings schon). Immerhin, auch das wird langsam langweilig, steht man noch vor Manly United. Wohingegen der Tabellenführer absolut keine Überraschung ist (dessen TK auch nicht). Daneben gibt es natürlich noch zu berichten, dass ein Hauptstadtsverein tatsächlich einen gewissen Tom Tailor verpflichtet hat (vielleicht jedenfalls, gesichtet wurde er noch nicht). Damit wäre man nicht mehr der dienstälteste Trainer der Liga, was ein Deus (und mit Sicherheit auch ein Lobanowski) gut verkraften kann.
Immer noch tigern die Löwen unter den ersten drei Australiens herum (ein Wunder, dass dieses intelligente Wortspiel weder dem eloquenten Rubio Deus noch irgendeinem, meist ebenso eloquenten Kolumnisten, in den letzten zehn Jahren eingefallen ist. Eigentlich wären hiermit mindestens 0,3 TK schon mehr als verdient. Moment... 10 Jahre? Ja, solange ist Rubio Deus nun schon fast dabei (leider hat das mit dem Accountzusammenlegen nie geklappt und jetzt scheint das Copa-Team andere Sorgen zu haben). Und nun muss ich nur noch eine Klammer schliessen und dann sollte das dringend notwendige Extra-TK gutgeschrieben werden: )
Nun hat es auch Australien erwischt. Zwei absolute Traditionsteams sind trainerlos. Man kann nur hoffen, dass sich schnell zwei Traditionsbewusste in die australische Liga verirren. In der Zwischenzeit sind auch die Bankstown City Lions von der Tabellenspitze verstossen worden. Überraschenderweise nicht vom Fönix, sondern von irgendeinem No-Name-Neuling (naja, zumindest für den Uninformierten). Immerhin steht man noch ganz knapp vor Lobanowski und einigen anderen namhaften Konkurrenten und hat satte fünf Punkte Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz.
Australien kam zwar unbeschadet durch den neuesten (und wahrscheinlich grössten) Skandal der Copawelt und -Geschichte. Trotzdem mag sich Rubio Deus nicht so recht über die Tabellenführung seiner City Lions freuen. "Den ersten Platz wollen wir natürlich trotz allem verteidigen," gibt er zu. "Aber wenn wir ehrlich sind, haben wir im Moment grössere Probleme. Solche Dinge sind nicht unbedingt hilfreich, um die sowieso schon angeschlagene Motivation zu erhöhen." Mehr kann der wortgewandte Kubaner nicht hinzufügen. Und wir denken: Wäre nur alles so, wie in Australien.
... nicht den Teufel an die Wand. Schliesslich sind seine City Lions ja mal wieder Tabellenführer. Das scheint allerdings auch niemanden zu überraschen. Denn die Australier sind zur Zeit mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Zu Beispiel über das Leben und das Spielen zu philosophieren. "Ja, die Zeit, die Zeit. Damit hat sich schon Goethe beschäftigt," weiss der gebildete Kubaner "und über den Fortschritt hat unter anderem Karl Marx geschrieben. Über die Meisterschaft kommen die besten Gedanken wohl von Uli H. und über Tasmanien weiss ja hier mittlerweile jeder bald Bescheid." In der allgemeinen (WM-) Lethargie muss sich Deus auch noch Gedanken über das Saisonziel machen (das wohl wieder einmal zu hoch gesteckt sein wird).
Dieses Jahr wird sich Rubio Deus überhaupt keine Gedanken zur Taktik am letzten ZAT machen. Dass er dabei wieder einmal als Meistermacher gelten wird, ist ihm vollkommen egal. "Ich habe mich mit meinen kubanischen Genusswaren am berühmtesten Strand Australiens verschanzt und werde mit Kollegen eine Partie Kniffel spielen und mich ganz einfach des Lebens erfreuen. Falls wir uns nebenbei auch mal wieder fürs internationale Geschäft qualifizieren wäre das ein ganz schöner Erfolg, der uns schon seit Jahren nicht mehr gelungen ist. Und falls weder Dr No noch Sgecko Meister werden, oder einer von den beiden, bin ganz sicher nicht ich Schuld daran. Alles Gute auf jeden Fall."
Mit relativ grossen Schritten stiefeln die City Lions in Richtung internationales Geschäft. Es ist allerdings ziemlich sicher, dass das am letzten ZAT noch vergeigt wird. In Bankstown rechnet man auch gar nicht damit. "Wir sind es gewohnt zu warten," so wird ein Fan zitiert. Deus meint dazu: "Wenn Lobanowski schon 20 Saisons auf irgendwas wartet, so ist es bei mir mindestens doppelt so viel. Trotz allem bin ich sicher, dass ich Ende Saison unbefriedigt bleibe. Da sind wir uns wiederum ganz ähnlich." Dass es wohl einen neuen Meister geben wird, ist auch für A-League Urgestein ein wenig seltsam. "Ich hoffe, es endet nicht so wie mit San Bango..."
Rubio Deus ist ja bekanntlich Brillenträger. Da muss er Wugs Analyse natürlich korrigieren: Ein Sessel ist natürlich die bequemste Sitzmöglichkeit. Aber Brillen lassen sich durchaus durchsitzen. In mehreren verschiedensten Situationen hat Deus das schon erlebt: In der Irrenanstalt, am (Manly) Beach, in gewissen Establissements, und ja, auch bei der Meisterfeier: "Also bei mir beträgt die durchschnittliche Lebensdauer einer Brille weniger als zwei Saisons. Und bekanntlich liegt dies ja kaum an den zahlreichen Meisterschaften, die wir schon feiern konnten. Trotzdem finde ich Brillen natürlich erstrebenswerter als Sessel. Dies ist aber durchaus Ansichtssache, im wahrsten Sinne des Wortes... wobei, vielleicht ist es auch Ansitzsache."
Hat Rubio Deus letzte Woche noch auf Manly United und sich selbst als absoluten Titelfavorit getippt, so muss er diese Aussage nach dem vergangenen ZAT revidieren: "Also Lobanowski ist nach dieser Leistung eigentlich nur noch der Abstieg zuzutrauen. Unser härtester Konkurrent werden nun wohl die albernen Saints sein. Wobei das ist natürlich ein Wiederspruch in sich: Sgecko und hart?" Wie dem auch sei, diese Woche muss man einmal mehr nicht sehr weit reisen und darf sogar gegen Teams spielen, welche den Namen der Opernhausstadt im Namen tragen (schöner Satz und somit sind die 0,3 TK wohl ergattert)
Ja auch die Bankstown City Lions können die 0,3 Extra-TK gebrauchen (spätestens am letzten ZAT, wie ja mittlerweile alle wissen). Allerdings nicht wie die letzten paar Saisons um den Abstieg zu verhindern, nein, Rubio Deus weiss die Situation dieses Jahr viel realistischer einzuschätzen: "Wenn wir uns die Tabelle, das Restprogramm und das Potenzial der einzelnen Teams anschauen, dann müssen wir sagen, dass wir neben Lobanowskis Beachkicker ganz klar als Favoriten um die Meisterschüssel gelten müssen. Tiefstapeln sollen andere, wir wissen stets, wie wir uns klar positionieren können."
Der Titel meint natürlich nicht die grandiose Performance der City Lions am letzten ZAT (wenn das so weiter geht, dürfen wir vielleicht sogar wiedermal mithelfen, die AFC-Wertung zu versauen), und auch nicht die supertolle Kolumne (elegant ist da sowieso die falsche Beschreibung), sondern die Art wie San Bango seine Zeilen füllt (immerhin wissen wir, dass er es besser kann). Problematisch für Rubio Deus ist allerdings, dass man ihm beipflichten muss. "Na ja, man kann einfach sagen, dass dies nunmal der Lauf der Dinge ist. Man kann aber auch auf einen Prinzen hoffen. Komme der nun aus Griechenland, aus Grossbritannien oder gar aus Manly."
Und dies obwohl Ostern ist. Rubio Deus zeigte selber Eier, und hoffte auf Geschenke, aber kriegte nicht einmal ein kleines geschmackloses Zuckereierchen: Keine Kolumne, zehn Gegentore und ein Absturz in der Tabelle. Der Kubaner hofft, dass dies an diesem Spieltag, dem richtigen Osterwochenende korrigiert wird. Nur wer soll ihn beschenken? Der Osterhase wird es nicht tun, dem fehlen ja die Eier, der Weihnachtsmann hat seinen Sack wahrscheinlich noch nicht auf Betriebstemperatur und auch auf die Gegner kann man sich ja nicht mehr verlassen. Schliesslich ist ja nur Deus selbst bekannt für seine Geschenke: Keine Eier, dafür Zigarren, Rum und kreative ZATs. Wenn nur alle so grosszügig wären!
Eigentlich hatte man schon fast nicht mehr daran geglaubt, umso schöner dann die Überraschung: Es ist eine Kolumne erschienen. Und zwar eine solche, welche den üblichen in Qualität und Aktualität um nichts nachsteht. "Das mit der Aktualität finde ich besonder schön, dass da endlich mal jemand unsere derzeitigen Leistungen lobt und nicht von der Vergangenheit spricht. Ausserdem würde ich mich natürlich sehr über einen kupfernen Kiwi freuen!" Daneben geistert ja noch einen vorlauten Neuseeländer durch Australien. Rubio Deus tendiert dazu, den Menschen zu ignorieren. "Vielleicht sollten wir aber auch daran denken, die Nervenheilanstalt in Dings zu reanimieren."
Ob der neuen Entwicklung im Sydneyer Flughafenviertel gehen sämtliche Namensgebungen, Zufallsreflexionen, Autopräferenzen und Geographiespiele vergessen: Die City Lions verbessern sich um sieben Ränge auf Platz drei. Nicht einmal der hyperintelligente und Kubaner mit dem Gedächtnis eines Elefanten kann sich erinnern, wann das zuletzt der Fall war. "Ich muss zugeben, wir sind etwas überfordert mit der Situation," so Rubio Deus. "Ich werde mir wohl ein wenig Rat einholen müssen bei meinen geschätzten Kollegen. Lobanowski war immer sehr hilfreich, aber ihm ist mittlerweile auch die Erfahrung mit Spitzenplatzierungen abhanden gekommen. Wug interessiert sich mehr für Zufälle und Cabrios und San Bango ist halt San Bango."