Sie ist im Westen Japans ein gefürchteter Zeitgenosse: Die Würfelqualle. In den letzten Jahren haben sich die Bestände der wabbeligen Kameraden massiv vergrößert, was zuletzt auch große Auswirkungen auf die japanische Fischwirtschaft verursachte. Denn wann immer ein Fischschwarm mit dem feisten Nesselgift der Quallenart in Berührung kommt, verkürzt sich seine Lebenszeit auf nur noch wenige Momente. In der Folge kam es vor, dass die Fischer im Japanischen Meer nur noch eine glibberige Quallenmasse
garniert mit einigen toten Fischen aus dem Wasser zogen. Bis dato war gegen den fiesen Eindringling und Schädling noch kein Gegenmittel bekannt. Aber nun haben einheimische Forscher festgestellt, dass die akustische Beschallung mit Lippis Steinzeit-Mega-Hit „Erna kommt“ bei den Quallen dazu führt, dass jeglicher Fortpflanzungstrieb unmittelbar zum Erliegen kommt. Es besteht also berechtigte Hoffnung, dass die Fischer in Nippon demnächst aufatmen können und die Würfelqualle wieder in der Tiefsee verschwindet.
„Weshalb springen eigentlich immer nur beim griesgrämigen Putin und niemals bei uns in Fukuoka die barbusigen Damen aus der Torte?“, fragte ein neidischer Avispa-Coach Wolfgang Lippert, während er im Fernsehen die Berichterstattung über die Hannover-Messe verfolgte. Nun, vermutlich weil eine derartige Performance vor Lippi für ukrainische Aktivistinnen in etwa so cool wäre wie für einen tumben Nazi mit dem Tour-Bus von Andrea Berg bei der Freien Kameradschaft Zeulenroda vorzufahren. Und auch in punkto Diktatur und
Despotismus kann Lippi (trotz seiner Honni-Erfahrung) dem lupenreinen russischen Präsidenten mit den Schießscharten-Augen nun beim besten Willen nicht das Wasser reichen. Selbst gegen seinen Kompagnon Walter schneidet der ostdeutsche Entertainer bekanntlich schlecht ab, sobald dieser seine Pfannensets und Wunderstaubsauger in die Waagschale wirft. Insofern sollte die Marschrichtung für die zukünftige Außendarstellung von Lippi klar sein: Ein bisschen mehr Putin, viel weniger Tütenwein aus dem Lidl. Auch wenn es schwerfällt.
(Ein Norweger, ein Mann mit fettigen Haaren und ein Medizinstudent haben den Bahnhof von Lima nun schon vor einer ganzen Weile verlassen und tuckern durch die unbekannte Landschaft.)
Norweger: „Das dauert aber, bis man den nächsten Ort erreicht. Es kommt mir vor, als seien wir schon Tage unterwegs. Geht es Ihnen eigentlich mittlerweile wieder besser?“ Mann mit fettigen Haaren: „Die Kopfschmerzen haben schon nachgelassen und auch die Schnittwunde an der Hand tut nicht mehr ganz so weh. Aber bei der kommenden Reise sollten Sie Ihre Sprungskier trotzdem nicht so achtlos in das obere Gepäcknetz werfen!“ Norweger: „Sie haben gut reden! Wissen Sie, was so ein Paar Skier kostet? Dank Ihres Dickschädels ist zudem die Bindung völlig hinüber. Außerdem hatten wir ja einen fachkundigen und studierten Mediziner verfügbar, da können Sie wirklich nicht meckern.“ Medizinstudent: „Na, so ganz ausgelernt habe ich noch nicht. Aber dann hätte ich mich auch geweigert, einen Kassenpatienten ohne Vorauszahlung zu behandeln.“ Mann mit fettigen Haaren: „Schönen Dank noch mal!... Nanu, was ist das denn?
Das sieht ja aus wie der Kilimandscharo!“ Norweger: „Hören Sie mal: Wir sind in Lima losgefahren, das liegt im südlichen Teil von Amerika. Der Kilimandscharo befindet sich in Afrika. Da ist dazwischen eine ganze Menge Wasser… Moment, wie kann das denn sein? Das ist ja der Fujiyama!“ Medizinstudent: „Das würde zumindest erklären, weshalb man die ganzen Schilder nicht lesen kann. Und wie die indigene Bevölkerung Perus sehen die Menschen hier auch nicht aus.“ Mann mit fettigen Haaren: „Wie, Sie können den Peruanern in die Gene schauen?“ Medizinstudent: „Nein, das haben Sie falsch verstanden. Indigen bedeutet… ach, ich kann den Peruanern in die Gene schauen, ja“ Norweger: „Gucken Sie mal da auf dem Werbeplakat, da machen zwei ekelhafte Typen Reklame für die heimische Fußballliga. Was steht da? Support your team, support the J-League. Enjoy football with KiMu and Lippi. Mann mit fettigen Haaren: „Furchtbare Gestalten. Ich werde mal zum Lokführer gehen und ihn bitten, zügig Gas zu geben. Aus diesem unwirtlichen Land sollten wir schnellstens verschwinden.
Endlich schien es, als hätten die japanischen Götter ein Einsehen mit Avispa-Coach Wolfgang Lippert und würde der ehemalige Showmaster aus dem Osten in Nippon die längst verdiente Anerkennung bekommen. Denn nach zwei Meisterschaften in Folge in der J-League hat es sich das Präsidium von Avispa nicht nehmen lassen, eine Ehrentafel zu stiften und diese am Haupteingang zum Stadion an prominenter Stelle zu errichten. Auf dieser sollten die Verantwortlichen eine Würdigung erfahren und an die großen Erfolge der vergangenen beiden Spielzeiten erinnert
werden. Und so kann man nun auf einer eindrucksvollen Marmortafel den folgenden Text vorfinden: „Avispa Fukuoka: Meister Saison 36 und 37. Als Anerkennung an einen unvergleichlichen Erfolg unter der fachkundigen Hand von Gurkenlegende Achim Mentzel sowie dem Verkaufsgenie und Co-Trainer Walter Freiwald“ Leider hatte ein angetrunkener Steinmetz die Buchstaben etwas zu groß gewählt, so dass der restliche Text „und Coach Wolfgang Lippert“ nur noch Platz auf der Rückseite des Marmorblocks fand. Es war aber auch ein Kreuz mit den Japanern.
Les Fleurs du Mal. Viele Blumensträuße hatte Avispa-Coach Wolfgang Lippert in den vergangenen Wochen von seinen Rivalen aus der J-League erhalten. Verbunden mit vorzeitigen Glückwünschen zur Titelverteidigung verteilte die Konkurrenz duftende Rosen und Narzissen an den ostdeutschen Ex-Entertainer. Allerdings war Lippi und Walter Freiwald nicht verborgen geblieben, dass die Japaner die Gaben zwar mit einem Lächeln überbrachten, dabei aber stets das geschliffene Samurai-Schwert hinter dem Rücken der Gratulanten lauerte. Und so muss es nicht
verwundern, dass es kurz vor dem Saisonende ziemlich eng geworden ist im Kampf um die japanische Meisterschaft, auf die sich noch drei Teams berechtigte Hoffnungen machen dürfen. Dabei hat die Schicksalsgöttin einen eigentümlichen Namen und ist (für eine Schicksalsgöttin seltsam) auch noch männlich. Insofern gilt es für Lippi & Co. am Freitag den Dreierpack mit Krawall aus Toyama, Vespa Muchacho und Mythos Hockeyclub unbeschadet zu überstehen und bis dahin den Konsum an Nordhäuser Doppelkorn zu zügeln. Möge die Übung gelingen.
„Mensch Hotte, alter Gartenzwerg und Managementpraktikant, dass wir beide einmal in der Economy nebeneinander sitzen würden, hätte ich nicht gedacht. Ist wohl doch nicht so weit her mit der Kohle bei Königsblau, oder? … Ja sicher, ein bisschen sparen ist sicher nicht schlecht, dann geht vielleicht auch der Holtby nicht stiften… Aber sag mal, stimmt es eigentlich, dass die alte Hollandhupe über Dich gesagt hat, dass Du das Format und das Rückgrat einer Amöbe hättest und so überfordert bist wie die Al-Qaida auf dem Christopher Street Day? … Ach, das hast Du noch nicht gehört. Ich will Deine Laune nicht trüben, denn ich weiß, dass ein Nichtraucherflug von einer Stunde nicht so Deine Sache ist. Aber Mensch, Ihr hättet
doch statt der übellaunigen Käseglocke immer noch den ollen Jens in der Hinterhand, der könnte doch auch Eure überschätzten Söldner trainieren. … Nein, nein, das ist doch ein positiver Typ und ein toller Charismatiker, der würde die Sport-Bild und die Regenbogenpresse sofort um den Finger wickeln. Und dann haut Ihr sicherlich mit links am Mittwoch die Mainzer aus dem Pokal, da kann doch nichts schief gehen. … Nein, nichts zu danken. Wie Du weißt, Du kannst den Lippi immer gerne anrufen, da gibt es meistens einen guten Ratschlag gratis. … Aber obwohl, Euer Chef könnte gerne mal eine Containerladung Würstchen nach Fukuoka schicken. Du weißt ja, alle zwei Sekunden trifft für Schalke das Bolzenschussgerät, he he.“
Nach einem Kurzaufenthalt in Deutschland war Avispa-Coach Wolfgang Lippert am Aschermittwoch wieder nach Japan zurückgekehrt. Zuvor hatte er sich neben einem Veilchen auch ein lebenslanges Aufenthaltsverbot beim Kölner Karneval eingehandelt, was der ehemalige Showstar aus dem Osten partout nicht verstehen wollte: „Komische Typen, diese Rheinländer. Tun immer so lustig, aber kaum sagt man einmal, dass die Landeshauptstadt Düsseldorf viel schöner ist, kriegen die Domstädter schlechte Laune und werden handgreiflich.“ Dabei hatte sich Lippi noch bemüht, die Wogen zu
glätten und in der lokalen Kathedrale einige Avispa-Devotionalien in den Klingelbeutel gestopft. Wobei er vielleicht zuvor besser die Präservative und den lilafarbenen Massagestab weggelassen hätte. Wäre er nicht im Land der Atheisten groß geworden, hätte man in wohl noch auf der Stelle exkommuniziert. Insofern kommt Lippi aufgrund seiner akuten Konfessionslosigkeit auch leider nicht für die Stelle als Papst infrage, auch wenn man sich in punkto Weltgewandtheit und Sympathie kaum einen besseren Kandidaten vorstellen kann – zumindest nicht für den Saturn oder den Uranus.
Große Ehre für Avispa-Coach Wolfgang Lippert: Der Kölsche Karnevalsverein Zappelige Zotenkönige hat den ostdeutschen Entertainer und Gelegenheitsschauspieler dazu eingeladen, als „Stargast“ auf dem Prunkwagen mitzufahren. Gut, zugegeben, zuvor hatten Kati Karrenbauer und Dieter Schlindwein abgesagt, so dass die Wahl dann aus merkwürdigen Gründen irgendwie auf den Brillenträger aus Ost-Berlin gefallen war. Die Tatsache, dass er eigentlich nur mindestens
dritte Wahl gewesen ist, tat der guten Laune von Lippi allerdings keinen Abbruch: „Ist doch super hier mit der Narrenkappe auf dem Wagen mitzufahren. Super Stimmung, tolle Leute, das kann ich jedem nur empfehlen… Kölle Helau! Kölle Helau! Kölle Helau!... Was schaut ihr auf einmal so grimmig? Kommt, jetzt wird fröhlich weiter geschunkelt. Aber vorher könntet ihr mir mal ein schönes Altbier bringen, diese urinfarbene Plörre geht ja gar nicht!... Helau! Helau! Auuuu!“
Arglos hockte Avispa-Coach Wolfgang Lippert im heimischen Wohnzimmer und schaute sich die Gala zur Verleihung der Goldenen Kamera im ZDF an. Eigentlich als wertvolle Einschlafhilfe gedacht, stellten sich beim ostdeutschen Entertainer schnell alle Nackenhaare auf. Da hatte man im Springer-Verlag doch tatsächlich „Wetten, dass…?“ zur derzeit besten Unterhaltungssendung gekürt! Gut, beim ZDF musste man damit rechnen, dass die Geronten als Nominierungsvorschläge ansonsten nur noch „Dalli Dalli“ mit Hans Rosenthal und „Was bin ich?“ mit Robert Lembke als alternative Siegkandidaten ins Rennen geschickt haben.
Können die beim Springer-Verlag denn die New York Times nicht lesen? Jedenfalls verfinsterte sich Lippis Mine noch weiter, als der Südtiroler Schmierlappen Markus Lanz die Bühne betrat und grinsend die goldene Trophäe abräumte wie ein Schakal ein einbeiniges Beuteltier. Lippi konnte sich dagegen kaum beruhigen: „Haben der fiese Gottschalk und dieser belanglose Fuzzi die Sendung in den letzten 20 Jahren nicht komplett herabgewirtschaftet? Doch, genau das haben Sie! Eine Goldene Mistgabel hätte der Lanz verdient!“, rief der Trainer aus Fukuoka wütend, bevor die Fernbedienung im Bildschirm des Nordmende-Gerätes verschwand.
Und wieder einmal war von RTL ein Dschungelkönig gekürt worden, ohne dass Avispa-Coach Wolfgang Lippert in den Kampf um die Krone eingreifen konnte. Dabei hatte sich der Ex-Entertainer aus dem antikapitalistischen Osten doch eigens beim Sender beworben. Doch dort wurde schnell das Urteil „Zu unbekannt“ gefällt und dann die letzten Verträge an die Mutter von Toni Curtis und die Tochter von Daniela Katzenberger geschickt – oder so
ähnlich. Jedenfalls hockte Lippi verärgert in Fukuoka vor seinem verpixelten TV-Bildschirm, während sich eine unbekannte Amöbe als neuer Titelträger feiern lassen konnte. Am schlimmsten war aber, dass RTL sogar eine Anfrage an Co-Trainer Walter Freiwald gerichtet hatte, dieser aber mit einem freundlichen „So bescheuert bin ich nun auch nicht!“ dankende Ablehnung kundtat. Verdammtes RTL! Die Kölner waren doch nur eine miese Ausgeburt der Hölle.
Nachdem der nordkoreanische Kicker Lum Pen Pack bei Avispa Fukuoka eingeschlagen war wie eine Atombombe, hat das Präsidium des Vereins das Reich der Finsternis als interessantes Revier für die Verpflichtung neuer Spieler auserkoren. Da der japanische Club aus Kostengründen über keine eigene Scoiting-Abteilung verfügt, hockte nun also Trainer Wolfgang Lippert auf einer felsigen Tribüne in Pjöngjang und suchte nach Neuzugängen aus der Edeka-Kategorie „Gut und günstig“. Auf dem Platz verrichteten der Arbeiterverein 1. Mai und die Treuen Diener des
Lieben Führers ihren sportlichen Dienst. Allerdings sah der ostdeutsche Entertainer vor 400 Zuschauern kein Festival, sondern eher einen Grottenkick mit Bezirksliganiveau. So konnte er den ihm zur Seite gestellten Aufpasser auch die ein oder andere Frage zum Ligasystem stellen. „Wird die Verlierermannschaft bei Abstieg eigentlich exekutiert?“, fragte Lippi grinsend angesichts des gebotenen Rumpelfußballs. „Hmm, in meiner Akte über Sie steht, dass Sie noch nie hier gewesen sein sollen. Wieso kennen Sie sich dann aber so gut aus? Sind Sie etwa ein feindlicher Spion?“
Es gehört zu den Grundbausteinen der postmodernen Eitelkeit, seine eigene Bedeutung zu erforschen und zu diesem Zweck den eigenen Namen zu googeln. Natürlich bildet der beliebteste Entertainer des Warschauer Paktes hier keine Ausnahme, auch wenn die Ergebnisse zumeist niederschmetternd sind. So zählen bei der Suche nach „Wolfgang Lippert“ weiterhin der „Baumarkt“ und die „Kombizange“ zu den häufigsten Treffern, nur weil der Brillenträger aus Ost-Berlin einmal ein derartiges Werkzeug in der Innentasche des Trenchcoats vergessen hatte. Undankbare Welt und verdammtes Google! Im Gegensatz dazu muss man schon in die Tiefen des Netzes herabsteigen, wenn man Lippi mit den Stichworten „Japan“,
„Erfolgstrainer“ oder „sympathisch“ kombiniert. Hier ist die Trefferzahl noch immer verschwindend gering, während die mediale Geringschätzung seiner fast vergessenen Fehltritte dominiert. Vielleicht gab es aber eine einfache Erklärung hierfür: Wahrscheinlich waren all die positiven Statements und Lobpreisungen in japanischer Sprache verfasst worden und somit bei der Suche ignoriert worden. Oder Google war einfach ein durch und durch hinterhältiges Unternehmen, dass mit seinen miesen Gemeinheiten nur für schlechte Laune bei Ostdeutschen sorgen wollte. Je länger Lippi über die Situation nachdachte, umso plausibler erschien ihm letzteres Szenario. Er würde zukünftig um Suchmaschinen einen großen Bogen machen. Zumindest für heute.
Ehefrau: „Moment noch, gleich bin ich wieder da. Muss nur noch schnell twittern… hope u all have a great party… so, fertig! Das Foto ist sehr schön geworden. Vielleicht hättest Du aber die Hand beim Rafa aus dem Schritt nehmen können.“ Gute Freundin: „Du weißt doch, dass ich schnell kalte Hände habe. Es ist aber auch ziemlich frisch hier drin.“ Ehefrau: „Kein Problem, alles wunderbar. Wir gehen am Mittwoch richtig shoppen und freuen uns des Lebens. Ich könnte den ganzen Tag lächeln, so glücklich bin ich.“ Ehemann: „Schatz, könntest Du bitte die CD auswechseln. Jetzt haben wir schließlich schon drei Durchläufe von Robbie Williams und seiner Fahrstuhlmusik gehört.“ Ehefrau: „Gerne, vorher möchte ich für unsere Gästen aber noch das kleine Buffet eröffnen. So, wir haben Gouda, Frikandel, frischen Matjes und
Bitterballen, der Eierlikör befindet sich unter dem signierten Rudi-Carrell-Poster. Greift kräftig zu, ihr Lieben!“ Gute Freundin: „Das ist ja hübsch geworden. Und die Dekoration mit Wohnwagen und Windmühlen ist auch ganz bezaubernd.“ Ehefrau: „Jetzt wechsele ich noch schnell die CD… Ach, guck mal hier (startet neue CD), das ist ein ganz altes Schätzchen, das ich bei meiner Mutter gefunden habe… Der Titel heißt „Erna kommt“, und der Interpret ist ein Wolfram Lippert… nie gehört… Hey, das ist aber eine richtig fetzige Nummer, findet ihr nicht auch? ... Komm, lass uns tanzen, Schatzi!“ (Wir blenden an dieser Stelle aus Gründen des Jugendschutzes aus. Wenige Momente später begutachtete die Noch-Ehefrau den Fußboden aus feinstem Carrara-Marmor aus allernächster Nähe. Das [sic: Der Marmor] ist wahrlich ein zauberhafter und geschmackvoller Bodenbelag.)
Unsanft wurde Avispa-Coach Wolfgang Lippert geweckt, nachdem er während der Rede des japanischen Ministerpräsidenten eingeschlafen war. Der Zeitungsbote hatte mit Nachdruck eine Spätausgabe durch den heimatlichen Briefkastenschlitz geworfen, so dass der beliebteste Showmaster der ehemaligen DDR unsanft erwachte. Nachdem er fix über die uninteressanten Themenfelder Politik, Wirtschaft und Internationales gewandert war, blieb sein Blick an einer spannenden Umfrage hängen. Ein statistisches
Institut hatte die in Japan bekanntesten und beliebtesten Deutschen ermittelt und eine Top 100 aufgestellt. Zu Lippis Entsetzten fand er seinen Namen in der Liste bereits auf Platz 96 und somit einige Ränge hinter Philipp Rösler, Werner Schulze-Erdel oder Ansgar Brinkmann. Nein, die Japaner waren wahrlich ein undankbares und gemeines Volk, dachte Lippi, bevor er die Zeitung im heimischen Kamin verbrannte. Die Top 3 waren übrigens Michael Schumacher, Angela Merkel und mit Abstand auf Rang 1… Achim Mentzel.
Angesichts des anstehenden Matches gegen Ernest The Voyager (Ernesto Viajante) folgt heute eine weitgehend unbekannte geschichtliche Anekdote aus dem Hause Avispa Fukuoka: Wie viele sicherlich wissen, lag beiden Voyager-Sonden aus den 70er Jahren eine so genannte „Voyager Golden Record“ bei, mit dem halbwegs intelligente Außerirdische über das irdische Leben informiert werden sollten. Dabei finden sich neben Bildern sowie biologischen und geologischen Informationen über unseren Planeten natürlich auch einige kulturelle
Höhepunkte des irdischen Seins. Selbstverständlich dürften daher auch Mozart, Bach oder Beethoven mit ihren emblematischen Werken nicht fehlen. Als Hidden Track hat sich auf die Platte allerdings – und dies ist kaum bekannt – noch ein anderes unvergessliches Epos geschafft: das „Spreewaldgurkenlied“ von Achim Mentzel! Auf diese Weise ist immerhin sichergestellt, dass auch Aliens mit feindlichen Absichten in einer fernen Zukunft immer mit einem gewissen Sicherheitsabstand an unserer schönen Erde vorbeifliegen werden. Bon Voyage!
Da hatte man sich bei Avispa Fukuoka eine kleine Nettigkeit (oder nette Kleinigkeit) für den langjährigen ostdeutschen Übungsleiter ausgedacht. Eine formschöne Kiste mit sechs Flaschen Wein stiftete der Club seinem Cheftrainer, nachdem bei den Fans eine Sammlung zugunsten des ehemaligen Showmasters aus der DDR stattgefunden hatte. Schließlich wollte das Präsidium dem Coach noch ein
schickes Präsent mit in den Weihnachtsurlaub geben, ohne aber das eigene Portemonnaie über Gebühr zu strapazieren. Und so durfte sich Lippi am Ende über einen schmucken Karton mit einer bulgarischen Spätlese freuen: „Vielen Dank für das tolle Geschenk. Aber eine Frage hätte ich dann doch noch: 51 Parker Punkte, ist das eigentlich noch sehr gut oder schon ausgezeichnet?“