Turmirnix ist ein Mann der Tat, ein wahrhaft heldenhafter Vertreter des modernen Skandinaviens. Als erster hat er ausgesprochen, was sicherlich viele beschäftigt: „Wie spricht sich das eigentlich aus, das A mit dem komischen Kringel, dass der Tabellenführer da vorne dran hat?“ Nun denn, hier ein wenig Schwedisch-Nachhilfe: Man stelle sich einfach vor, der arme Roquinho hätte gerade zwei Heimspiele in Folge mit 5:6 verloren, und der
fiese Markert stellt sich vor die versammelte Trainerschar hin und ruft: „So, und jetzt alle: Eine Runde Mitleid für Roquinho!“ Das vielstimmige, dumpfe Ooooooh, was dann zu hören wäre, das ist genau der richtige Ton, um das A mit dem Kringel zu verstimmlichen. Der Klang des Mitleids also, und genau das wird Roquinho auch brauchen, wenn er mal wieder kurz vor Saisonende die Tabellenführung und damit die Meisterschaft verspielt haben wird.
Die erste Runde des Skandinavien-Pokals, der erstmals im neuen Modus gespielt wird, fand beim GAIS-Lokalrivalen Örgryte statt. Gleich im Auftaktspiel kam es zum heiß ersehnten Derby, das dann auch den erwarteten Zauberfussball lieferte: Mit einem grandiosen 6:4 gewannen die Makrillarna beim Gastgeber und holten die ersten drei Zähler, zu denen aus den anderen drei Spielen noch sechs Punkte hinzukommen sollten. Am Ende stand GAIS unangefochten an der Tabellenspitze und geht als großer Favorit in das 2. Vorrundenturnier, das diesmal im finnischen Helsinki stattfindet.
Unterdessen noch eine positive Nachricht aus dem nahezu ausgebluteten Unterhaus der Allsvenskan: Mit Uli Hoeness ist einer der ganz großen Trainer der ozeanischen Fußball-Konföderation OFC nach kurzer Schaffenspause in den Sport zurückgekehrt. Der einstige Coach der neuseeländischen Spitzenclubs Red Sox Manawatu (1x Meister) und Waitakere City (2x Vizemeister) bereichert absofort die Superettan mit seiner internationalen Erfahrung, zu der auch drei Teilnahmen an der asiatisch-ozeanischen Champions League zählen. Willkommen in Schweden, Herr Wurstbaron!
Die aus Södertälje nicht nur gestreuten, sondern wird durch die Gegend geschneekanonten Gerüchte, betreffend den sympathischsten sowie den unsympathischsten Trainer Göteborgs, wurden durch den Goldjungen von Markert Manor umgehend dementiert: "Ich kenne keinen Java J.! Wer auch immer das sein soll, er soll sich von mir fern halten. Mit solchen Suffköppen pflege ich keinen Kontakt. Außerdem schaden solche Gerüchte meinem Image, das kann ich mir so kurz vor der nächsten Meisterfeier schon rein medientechnisch nicht erlauben!" Nun ja, damit ist wohl alles gesagt...
Was soll man groß schreiben? Die Liga ist im Winterschlaf versunken, der Skandinavien-Cup startet erst morgen und in der Tabelle steht GAIS nur auf Platz 8 - tristes Mittelmaß also. International ist auch schon aller Tage Abend rum - aus und vorbei. Wo bleibt eigentlich der Floberle, wenn man jemanden braucht, der einem den dringend benötigten Artikel kurz vor ZAT schreibt? ... Floberle? ... War ja klar...
Nach drei Spielen steht Göteborgs AIS nur auf Platz acht, ergo in der unteren Tabellenhälfte. Alles deutet auf einen misslungenen Start hin… alles? Nein, nach zwei Auswärtsspielen, unter anderem bei der Meisterin, und nur einem Heimspiel stehen die Makrillarna mit guten sechs Punkte da, punktgleich mit dem Tabellenführer. Die Tabelle lügt also doch gelegentlich, auch wenn gewisse Prominente des Zeitgeschehens das bisweilen anders sahen. Dagegen ist der Aufzug in die
Superettan schon wieder auf Hochbetrieb eingestellt – beide Aufsteiger gucken ins Nichts. Und das völlig zu Recht: Wer so grün hinter den Ohren in seine Heimspiele geht wie Corkone gegen Umeå FC oder Bluebiker gegen Öster IF, der hat es nicht anders verdient. Da wir aber sonst nichts zu vermelden haben, soll es das schon für diese Woche gewesen sein. Immerhin stehen das internationale Ausscheiden und ein Fest namens Weihnachten vor der Tür. Da muss man sich noch vorbereiten…
Das Chaos an den internationalen Finanzmärkten kannte in der letzten Woche nur einen Verlierer: Gold. Während die südafrikanischen Minenstreiks den Platinpreis maßlos in die Höhe treiben, geht dem größten Konkurrenz, dem gelben Gold (im Gegensatz zum weiter sauteuren schwarzen Gold und dem noch teureren weißen Gold, den feinen Alba-Trüffeln) langsam aber sicher die Puste aus. Göteborgs berühmtester Schlossherr soll mit seinem goldenen Palast Millionen, wenn nicht gar Millarden verloren haben. Doch Markert selbst bleibt ganz gelassen: "Wenn der Goldpreis weiter fällt, mache ich mir vielleicht noch Gedanken über einen Anbau, hehe!"
Wieder einmal ist GAIS aufgrund des sogenannten Göteborg-Syndroms an einem Titel vorbei geschlittert. Auf dem eisglatten, gefrorenen Geläuf der gegnerischen Spielstätten gelang es GAIS zum wiederholten Male nicht, die vorhandenen Reserven im Saisonendspurt vollständig auszuschöpfen. Dadurch wurde diesmal nicht nur der Meistertitel verfehlt, sondern obendrein auch noch der erneute Einzug in die europäische Königsklasse verpasst. Trotz relativ vorzeigbarer Gruppengegner macht die Europa League nicht einmal halb so viel Spaß. Aber gut –so kann man sich dieses Jahr eben auf die heimische Meisterschaft konzentrieren und mit etwas Glück auch endlich mal wieder alle Reserven verballern – dann ist auch wieder ein Titel drin!
Klar, Wendy holt sich hier den Titel, ebenso wie in Neuseeland. Eine grandiose Saison findet so ihre Krönung, und das ist auch gut so. Zudem wird sich wohl wie erwartet Roquinho den kleinen trojanischen Elch sichern, obwohl in den Mauern seiner Festung erstmals Risse gestopft werden mussten. Aber auch in Göteborg darf gefeiert werden: Der Einzug ins internationale Geschäft steht praktisch fest, und nach oben ist angesichts der geringen Punktabstände noch einiges drin – zumindest der bereits vor einigen Wochen als Minimalziel ausgegebene vierte Platz sollte im Normalfall erreicht werden. Und im kommenden Jahr wird man dann auch den designierten Vizemeister aus Umeå auf der Rechnung
haben, da ist so ein Durchmarsch von Mannis Jungs sicherlich nicht mehr in dieser Form zu erwarten. Welche trainerlose Mannschaft die Minus-TK-Truppe von Noch-HIF-Coach drebo in Liga 2 begleitet, ist eine weitere, äußerst spannende Entscheidung am kommenden Wochenende… ähem, ja… in diesem Sinne: Vielen Dank an alle Mitspieler für eine tolle Saison. Es hat Spaß gemacht, mit euch um die Punkte zu kämpfen, und nach der nächsten Saison stehe ich wieder ganz oben. Und das ist, natürlich: Alternativlos!
PS: Um das TK geht es hierbei schon nicht mehr, natürlich bleibt wieder was übrig, verdammt! Soll heißen: Dieser Artikel kommt von Herzen... hehe!
Gute Nachricht: Der 11.11. kurz steht bevor, die Session beginnt wieder und alle Kölner laufen nur noch bester Laune durch ihre Stadt. Alaaf, ihr Jecken! Noch bessere Nachricht: Der Zimmermann ist bereits beauftragt. Der Schlossherr von Markert Manor höchstpersönlich hat ein Stückchen der goldenen Wand eines nicht benutzten Kellerraums geringfügig dünner hobeln lassen und mit dem Golderlös eines ebenso sagenumwobenen wie Begehrlichkeiten weckenden Preis gestiftet: Den kleinen trojanischen Elch für die beste Heimmannschaft der Allsvenskan – wobei der Meister außen
vor ist, der hat schließlich schon einen Titel. Mit einer 9-1-1-Bilanz dürfte GAIS den Preis aber wohl kaum noch gewinnen können. Stattdessen gilt Åtvidabergs FF als heißer Favorit – Falkenberg darf ja als neuer Meister nicht. Als Wanderpokal geht die Trophäe ohnehin jedes Jahr in andere Hände über, und Maniac Markert hat schon angekündigt, sich den Elch im nächstes Jahr nicht entgehen zu lassen – da darf man gespannt sein, wie er dazu die Festung Åtvidaberg zu knacken gedenkt. Und vielleicht kann ihm der Elch dabei ja auch Inspiration sein…
Die Festung Åtvidaberg zeigt auch im elften Anlauf keine Risse, und im Schatten der hohen, dicken Mauern marschiert Roquinho Schritt für Schritt in Richtung eines sensationellen Titelgewinns. Lediglich 6,1% der Oddset-Tipper hatten vorher auf die Mannschaft mit dem ultimativen Heimvorteil gesetzt. Doch ausgerechnet der bisherige Trumpf könnte dem Überraschungstabellenführer noch zum Verhängnis werden: Roquinho gehen die Heimspiele aus! Und genau dieses Pfund kann ein alter Bekannter gleich massenhaft in die Waagschale werfen: Dr. Moppel-P, der assyrische Abstiegsvermeider mit dem steinernen Herz
für einen gewissen Java J. (zweitklassig, Anm.d.Red.). Dass Assyriska zum Saisonabschluss noch dem goldenen Schloss zu Göteborg einen Besuch abstatten muss, verblasst angesichts von noch vier verbleibenden Heimspielen. Und während Markert seinerseits ein lockeres 1:0 bereits eingeplant hat, rumpelt der moppelige Sachse von Sieg zu Sieg und selbst Hans Maulwurf könnte ihn auf diesem Weg noch aus den Augen verlieren. Über die Leistung von GAIS selbst legen wir unterdessen den Mantel des Schweigens. „Uninspiriert“ war noch die freundlichste Äußerung, die von den Rängen zu vernehmen war…
Ein Wochenende des Grauens liegt hinter GAIS. 10 Gegentore in zwei Spielen in der Liga, ganze 12 Gegentreffer in drei Spielen beim grausamen Aus in der Champions League. Der Tanz auf der zweiten Hochzeit endet jäh, 0:5 im entscheidenden Heimspiel gegen den englischen Meister, zuvor gab es ein 5:6 n.V., nachdem GAIS auswärts noch gewonnen hatte. Mit einer solchen Bilanz lässt sich kein Titel holen, nicht einmal, wenn man wie beim 5:4 gegen Halmstad den richtigen Riecher hat. Der kleine trojanische Elch hatte hingegen Ladehemmung, die Festung Åtvidaberg steht auch weiterhin so sicher wie zuvor. Was ist noch möglich in diesem Jahr, das so verheißungsvoll begann und sich so unschön veränderte? Platz vier ist noch
drin, Cup der Verlierer würde das bedeuten. Will man das? Platz drei wäre besser, ganz klar. Aber da stehen noch Wendy, der Maulwurf und das Mammut. Und alle stehen sie derzeit besser da. Und kassieren weniger Gegentreffer. Und punkten in den direkten Duellen gegen GAIS, mindestens einfach, meist dreifach. Bitter ist das, bitter und grausam. Aber auch schön. Für die anderen. Bleibt nur das Hoffen auf einen Wetterumschwung. Und ein neuer trojanischer Elch, diesmal mit manueller Türklappe – auf die Elektronik ist kein Verlass mehr. Diesmal muss es schnell gehen, bevor der schwedische Winter kommt, und das Sonnenlicht entgültig vergeht. Denn davon profitiert nur einer: Der Maulwurf, die alte Nachtgestalt. Verdammt sei er!
Kommt ein Reisender nach Israel, so hört er stets, Masada dürfte nicht noch einmal fallen. Anderer Meinung dürfte man auch vor mehr oder weniger zwei Jahrtausenden nicht gewesen sein, und doch ist es damals passiert - einer privilegierten LAge auf einem steilen Felsen zum Trotz. Am Ende errichteten die römischen Truppen eine gigantische Rampe für ihr Kriegsgerät und durchbrachen die Tore. So oder so ähnlich verhält es sich auch mit einem anderen Bollwerk,
nämlich jenem, dass Åtvidabergs FF zur Verteidigung der Tabellenführung errichtet hat. Just in dieser Minute wird die Rampe zum Burgtor fertiggestellt, und die Angreifer blasen zur Attacke. Bis die Tore brechen, wird es noch eine Weile dauern, doch das Gastspiel von GAIS bei Roquinhos Verteidigungskünstlern bietet eine fantastische Gelegenheit, die Angelegenheit mit einem kleinen trojanischen Elch ein wenig zu beschleunigen. Nächste Woche wissen wir dann hoffentlich, wie es weitergeht...
Immer weiter entfernt sich GAIS von der angestrebten zweiten Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Im vielleicht bereits vorentscheidenden Duell mit dem Titelverteidiger und direkten Konkurrenten Kalmar gab es nur ein 2:2 vor eigenem Publikum. Eine Saison, die vielversprechend begonnen hatte, gilt es nun vor dem kompletten Niedergang zu bewahren und zumindest den Einzug ins internationale Geschäft zu sichern. Schlusslicht Hammarby kommt da als Aufbaugegner gerade recht. Und vielleicht
bringt ein Sieg ja den dringend benötigten Elan zurück, um anschließend auch Wendolene und ihre Gipfelstürmer aufs Kreuz zu legen. Dann - und nur dann - darf man weiter hoffen. Ansonsten bleibt wohl nur noch die Göteborger Stadtmeisterschaft als realistisches Ziel. Der IFK zweitklassig, Örgryte im Keller, folglich müsste man nur noch an Västra Frölunda vorbei. Und das sollte ja nun wirklich machbar sein, ansonsten müsste schon einiges schiefgehen.
Kaum ist GAIS nach einer eigentlich starken Hinrunde ein wenig ins Trudeln geraten, wartet mit dem Meister und Topfavoriten Kalmar FF der wohl stärkste Konkurrent. Eine bessere Gelegenheit, um verloren gegangenes Selbstvertrauen zurückzugewinnen, kann es wohl kaum geben. Dennoch hält Trainerlegende Markert den Ball flach: „Wir haben noch eine lange Rückrunde vor uns, vielleicht ist daher sinnvoller, gegen Kalmar abzuschenken und die Punkte wie im letzten Jahr erst ganz am End zu holen.“ Zwischenruf des Reporters: „War es nicht letztes Jahr ausgerechnet Kalmar, das trotz des Endspurts vor GAIS geblieben ist?“ Augenzwinkernde Reaktion der Legende: „So schaut’s aus, ganz genau.“
GAIS bleibt auch weiterhin in der Spur. Neben dem Tabellenführer und dem Titelverteidiger zählt man wohl derzeit zu den drei heißesten Titelanwärtern. Aber die Saison ist ja noch jung, und im letzten Jahr gab es auch das eine oder andere Zwischentief, bevor der gloriose Endspurt auf Platz zwei begann... Schnee von gestern! Es zählt das hier und jetzt, und da wartet mit Dr. Doppel-P eine ganz harte Nuss. Obendrein steht auch noch das Derby gegen Örgryte an, die man mit einem Sieg schon fast in Liga zwei befördern würde. Keine leichte Entscheidung also, wo man das TK rausballern soll. Irgendwen wird es am Ende aber wohl treffen, die Doppel-Null hebt man sich diese Saison allenfalls für den letzten ZAT auf.
Zwei Siege, 7:0 Tore - der Stolz des skandinavischen Subkontinents erstrahlt weiterhin als goldener Widerhall der jüngsten Erfolge vor dem spiegelnden Eiswunderwerk des herannahenden Winters. International scheint ohnehin nimand den starken Schweden das Wasser reichen zu können, weder im Skandinavien-Cup noch in den UEFA-Wettbewerben. Doch dann auch noch in der wohl stärksten Liga Europas in der Spitzengruppe zu stehen, das kann selbst den Trainer-Superstar Florian "Maniac" Markert mit stolzgeschwellter Brust den kommenden Aufgaben entgegen fiebern lassen. Als nächstes kommt der räudige Integralfreak in den Goldpalast zu Göteborg - und die Makrillarna-Offensive freut sich schon auf den altbekannten Besuch.