Nachdem der vierte Teil noch mit einem separaten Titel geehrt wurde, geht es nun stinknormal weiter mit der langen Suche des Markert-Flohs nach einem Weg zurück in das goldene Schloss. Gibt es überhaupt einen Weg zurück, oder wird Schwedens berühmtester Trainerstar in einer jämmerlichen Bunkerruine sein letztes Weihnachten verbracht haben?
Weihnachten. Gutes Thema. Viel kläglicher ging es eigentlich kaum. Immerhin hatte der Svenska Slätterkarl in Person von Padding Lutscher für heißen, wenn auch nicht gerade schmackhaften Glühwein gesorgt. Doch der Kater am nächsten Tag war noch das angenehmste aus Sicht des tief gesunkenen Ex-Schlossherrn, die Gesellschaft im Bunker war hingegen eher einschläfernd. Außer einem genuschelten „Ich bin der Unterclown“ war dem Namensvetter Eberle nicht viel zu entlocken. Zumindest nicht bis nach dem zweiten Glüchwein. Dann taute der seiner Ratte beraubte Redaktionspraktikant aus Hammarby schließlich doch noch auf und vertraute seinem erfolgsverwöhnten Kollegen das eine oder andere Geheimnis an, das die Zuschauer vor den Mattscheiben und HD-fähigen Hightech-Bildschirmen sicherlich brennend interessiert hätte, wenn Eberle sich etwas deutlicher
artikuliert hätte. So verschluckten der Glühwein und sein Kumpan, der Schluckauf, alle reißerischen Details und ließen nur den müden Rest der Geschichte für die Pressegeier übrig: Big Borther (der Name der Sendung ist übrigens altschwedisch für „Beim Bunkern“, welch gelungenes Wortspiel, Anm.d.Red.) sei eine dämliche Sendung, er (der Unterclown, weitere Anm.d.Red.) wolle nicht mitmachen und überhaupt sei alles irgendwie blöd, seit der Unterunterclown nicht mehr dabei sei. Ach ja, und Markert sei an allem Schuld. Am nächsten Morgen bahnte sich der nunmehr auf Körpertemperatur abgekühlte Glühwein - oder das, was noch davon übrig war - dann wieder seinen Weg zurück durch Magen und Mund in die Bunkerecke. Der süßliche Geruch war nicht jedermanns Sache, aber letztlich eben nicht zu ändern. Markert hatte jedenfalls endgültig seine Meinung über den wenig kampftrinkerprobten Mitinsassen getroffen und bereitete beim Redaktionsschluss bereits erste Gegenmaßnahmen vor.
Es bleibt unterdessen abzuwarten, ob die Live-Sendung aus dem Bunker die hohen Erwartungen in den nächsten Tagen doch noch erfüllen kann - die Quoten sind jedoch bereits jetzt exzellent!
Morgendämmerung über der eiskalten Ostsee. Im schwachen Licht kaum zu erkennen, als Vorbote eines trüben Wintertages, treibt ein regungsloser Körper langsam, aber sicher auf den Hafen der schwedischen Hauptstadt zu, als er plötzlich von einem gewaltigen Sog erfasst und in die Tiefe gerissen wird. Lediglich das Etikett des billigen Neoprenanzugs, durch die immense Strömungswirkung abgerissen, bleibt an der Oberfläche zurück.
Nur ein aufmerksamer Unterwasserbeobachter hätte in jedem schicksalsträchtigen Moment der Spur des Verschollenen folgen können, der nun von unsichtbarer Hand durch die eiskalten Tiefen gezogen wurde. Vor einem gusseisernen Gitter kam die rasante Fahrt zu einem abrupten Ende – zumindest schien es einen Moment lang so. Dann gab das Gitter knirschend nach, und der regungslose Körper zischte in atemberaubendem Tempo durch die Kanalisation.
Nur wenige Sekunden später scheppert es in vier Metern Tiefe in einem alten Luftschutzbunker ganz gewaltig. Ein Kanaldeckel war aus dem Boden geschossen, und eine klatschnasse Gestalt lag lautstark prustend und nach Luft ringend auf dem kalten, steinigen Boden des einstigen Redaktionsgebäudes. Neben ihm räusperte sich eine weitere Person, weder stattlich noch formschön von Gestalt, aber zweifellos lebendig: „Ich bin’s. Der Unterclown!“, schallte es ins Ohr des sichtlich mitgenommenen Neoprenanzugträgers, der sich bei näherem Hinsehen als einstiger Schlossherr und zuletzt nur noch mäßig erfolgreicher Fußballtrainer herausstellte.
„Häh? Unterclown? Na von mir aus. Hier riecht’s ziemlich bescheiden, muss ich zugeben.“, gab der legendäre, aber eben auch derzeit etwas nasse Florian Markert zu Protokoll,
der unterdessen langsam wieder zu Kräften kam.
„Wir stecken hier fest“, nölte der mit den Nerven ziemlich abgebrannte Unterclown unter Tränen. Markert zuckte nur mit den Achseln. „Und jetzt?“ Keine Antwort. Es schien, als sei der Unterclown der Situation nicht gewachsen. Markert sah sich um. Außer einem vergilbten Playboyposter, welches eine noch jugendliche und silikonfreie Wet-T-Shirt-Wendy in ihrer vollen Pracht zeigte, waren nur eine alte Schreibmaschine, ein Kopierer und ein überfüllter Mülleimer zu sehen, der offenbar für den mäßigen Geruch verantwortlich war.
„Wo geht’s denn hier raus – mal rein theoretisch gefragt?“, wollte der GröTaZ wissen, woraufhin der Unterclown schwach den Arm hob. „Da lang“, wies er auf einen verschütteten Lichtschacht am anderen Ende des Raums. Doch was ist das? Eine winzige tierische Gestalt presst ihren verfetteten Körper durch einen schmalen Spalt zwischen Schutt und Bunkerwand. Um ihren Körper spannt sich ein Gummiband, an dem ein handgeschriebener Zettel baumelt. Auf dem Zettel steht in nahezu unleserlicher Handschrift: „Sorry. Kein Ausweg. Nimm’s nicht so schwer. Gez. Padding Lutscher“. Da kam dem GröTaZ die zündende Idee.
Aus der Kopiertintenkartusche und einem alten Kaugummi war im Nullkommanix eine Mini-Bombe gebastelt, nun musste diese nur noch platziert werden. Doch weder Markert noch Eberle würden durch den Spalt passen, um die Bombe an die richtige Stelle zu bringen. Zudem war ungewiss, ob der Bote die Explosion überleben würde. Da fiel Markerts Blick erneut auf den armen Unterunterclown. Gesagt, getan. Die Ratte zischte ab wie ein Zäpfchen, durch den enges Spalt, und… BOOOOMMMM!
Auf der schmalen Eisenbahnbrücke, die ohne den geringsten seitlichen Fussgängerweg über die Ostsee von Kalmar nach Öland führt, steht ein einsamer kleiner Mann. Die Sonne ist bereits am Himmel versunken, doch das scheint ihn nicht zu stören. Mit der stoischen Ruhe eines manisch Depressiven balanciert er auf den rutschigen Gleisen, greift nach seinem Rucksack und zieht ein unförmiges Gerät heraus, das sich bald darauf als Nachtsichtgerät herausstellt. Er zieht es mit wenigen, aber professionellen Handgriffen über seinen Kopf und starrt weiter in die Dunkelheit. Schließlich ist ein leises Geräusch zu vernehmen, das rasch als das Schlagen von Ruderkanten auf die Wasseroberfläche zu identifizieren ist. Ein grünblaues, nahezu perfekt getarntes Kunststoffboot billigster Machart kommt heran, es ist auf dem Meer kaum zu erahnen - doch unser stiller Beobachter sieht es ganz genau. In dem Boot befinden sich Schlamm, einige faulige Äste, eine Flasche Schnaps und zwei heruntergekommen wirkende Gestalten. Ein widerlicher Gestank zieht von dem Boot herauf zur Brücke. Kurz bevor das Boot unter der Brücke hindurch fährt, ertönt jedoch ein weiteres, deutlich lauteres Geräusch, dass die Beteiligten in ihrer Anspannung zuvor nicht wahrgenommen hatten, obwohl es die ganze Zeit leise im Hintergrund herangeschlichen war. Das Rattern des herannahenden Zuges wird wenige Sekundenbruchteile später von den grellen Lichtern begleitet, in deren Kegel sich nun der einsame Beobacher befindet. Ein Schritt nach vorn oder zwei zurück? Diese Frage wird just in diesem Moment zur alles entscheidenden Wahl zwischen Himmel und Hölle, zwischen Leben und Tod, zwischen GAIS und IFK.
Der Beobachter wirft einen langen, prüfenden Blick auf das unter der Brücke hindurchgleitende Boot und reagiert erst im letzten möglichen Moment. Zwei Schritte zurück, eine elegante 90-Grad-Drehung um die eigene Längsachse, und er gleitet sanft zwischen den Brückenverstrebungen hindurch. Über ihm scheint die Hölle den Sieg davon getragen zu haben, das Tosen der Luftströmungen um die rotierenden Achsen des nach wie vor ungebremsten Zuges gleich einem Inferno.
RUMMS! Der Aufschlag des weichen Körpers auf der fragilen Plastikkonstruktion erinnert an den Schlag eines Kleinkindes auf seine Bausteine. Doch das panische Aufheulen bleibt aus.
Stattdessen sackt der Boden des Bootes kurz ab, schnellt daraufhin rasant in seine Ausgangsposition zurück und lässt das Boot einen kleinen Hüpfer machen. Keine große Bewegungen, aber dennoch genug, um die nunmehr drei Insassen unsanft ins trübe Nass zu befördern. Alle Versuche, ins geleerte Boot zurückzuklettern, schlagen kläglich fehl. Schließlich entschließen sich die drei Gekenterten - wortlos, mit ungläubigem Erstaunen in zwei der drei Augenpaare, die im Dunklen vor sich hinglimmen - dazu, gemeinsam am Bootsrand klammernd, das Plastikboot mit kräftigen Fussbewegungen voranzutreiben. Der nahenden Küste Ölands entgegen.
Im sanften Schein einer verbrennenden Mülltüte wird schließlich das nasse, aber erleichterte Gesicht von Patrick Staudt sichtbar: „Ich wusste es die ganze Zeit, dass uns irgendjemand beobachtet“. Er wischt sich einen Blutegel auf dem Augenwinkel. „Die Frage ist nur: warum?“ Er richtet die Frage an den einsamen Beobachter von der Brücke.
„Das wirst du nie verstehen, Patrick. Du hast deiner Bestimmung den Rücken gekehrt, ohne dir über die Folgen im Klaren zu sein. Was soll ich dir hier Rede und Antwort stehen? Hilf mir lieber, den Schlossherrn ohne Schloss wiederzufinden. Oder seine abgesoffenen Überreste, was weiß ich denn?“
„Der wird schon wieder auftauchen. Der hat doch bisher jedem Sturm getrotzt, in seinem goldenen Palast, mit all den schönen Frauen…“ Nachdenklich grunzend verstummt Patrick Staudt, glotzt ausdruckslos in die züngelnden Flammen.
Dr. P. Pacult schüttelt nur den Kopf. „Was soll’s“, drückt sein völlig leerer Blick aus, "seine Taktik habe ich ja schon geklaut, sein Schloss ist eh futsch, mehr hatte der sowieso nicht mehr..." Schließlich ein müdes Funkeln. Er zieht ein Deck Pokerkarten aus der Tasche. Nass, freilich, aber ansonsten völlig unbeschädigt. „Um was spielen wir…?“
Unterdessen treibt ein bewegungsloser Körper mit dem algenverschmierten, kaum erkennbaren Gesicht nach oben die schwedische Küste hinauf. Ein goldener Ring funkelt an jedem Fingerglied, doch ansonsten deutet nichts auf die Identität des Treibenden hin. Stille herrscht über der Ostsee. Trügerische Stille…
Während Sabber Sim sich selbst im Moment des größten Triumphes noch selbst bemitleidet, steht der GröTaZ und einstige Schlossherr von Markert Manor vor den Trümmern seiner (nunmehr jämmerlichen) Existenz. Nachdem Wet-T-Shirt Wendy der Schlüssel zu ihrem Heim in den Gully gefallen war, hatte das gewiefte Vollweib nicht lange gezögert und war (zumindest vorübergehend) in die Büroräume von Padding Lutscher geflüchtet (in der Hoffnung, dort einen Hinweis auf den Verbleib ihres Ersatzschlüssels zu finden?). Im strömenden Regen war Florian Markert, einsam und verlassen, an der Hauswand niedergesunken und deprimiert in einen unruhigen Schlag gefallen, immer wieder unterbrochen von zuckenden Blitzen und grellen Donnerschlägen. So kam es, dass er den entscheidenden Moment, in dem der Frosch die Schlüssel aus der Rinne angelte, verschlief. Statt eines überraschenden Angriffs auf das arglose Amphibium musste Markert nun an die Tür klopfen und um Einlass betteln. Dumm nur, dass Dan Solo nichts hörte. Im Rausch der Erwartung, Wendy in den eigenen vier Wänden zu überraschen, war das grüne Untier nämlich über eine Kugel aus zusammengeknülltem Backpapier gestolpert und (wieder einmal) im Backofen
gelandet, dessen Türen sich mit einem unheilvollen Geräusch über ihm schlossen. Schwer zu sagen, wer nun schlechter dran war – zweifellos war Markert jedoch derjenige, dem mehr Optionen offenstanden.
Und so machte er sich auf den weiten Weg nach Degerfors, dem Kaff, das ihn einst verhöhnt hatte. Am Ort der ersten großen Schmach wollte er mit Hilfe des dort seit Jahren in der Gosse hausenden Ex-Degerfors-Trainers Patrick Staudt einen neuen Anlauf auf die Macht in Markert Manor vorbereiten, um die zweite große Schmach seines Lebens zu tilgen. Unter einer baufälligen Holzbrücke, in einer schlammigen Pfütze, wurde Markert schließlich fündig. Patrick Staudts Augen wirkten blutunterlaufen, doch in Wirklichkeit war es lediglich der Rost der uralten Brückennägel, der mit Regenwasser vermischt in die Augenränder gelaufen und dort eingetrocknet war. Würde dieser schlechte Abklatsch einer verrotteten Vogelscheuche ihm zurück zu alter Größe verhelfen können? Das bleibt abzuwarten, zumal das Treffen der beiden abgehalfterten Wracks nicht unbeobachtet blieb. Der Meisterdetektiv Dr. P. Pacult hatte sich auf dem Weg nach Degerfors unbemerkt an Markerts Spuren geheftet und verfolgte mit vor heimlicher Freude glitzernden Augen das Geschehen…
Der Schock saß tief. Erniedrigt, lächerlich gemacht, des wertvollsten Besitzes beraubt. Gut, das Schloss war auch futsch, aber viel schlimmer war der Verlust der Chance auf das, was man gemeinhin als Herbstmeisterschaft bezeichnet. Der erste Titel des Jahres – verloren an einen Verein ohne Trainer. Gibt es eine schlimmere Erniedrigung? Vielleicht, in einem Sack durch Matsch und Kühfäkalien geschleift worden zu sein, sich nur mit größter Mühe befreit zu haben und nun irgendwo im nirgendwo in einem verregneten Wald vor sich hin zu bibbern. Nein, eigentlich kann es nichts Schlimmeres geben, aber immerhin hat es 12 Kollegen noch grausamer erwischt: Sie stehen in der Tabelle nicht nur hinter einem Zufallsgenerator, sondern auch hinter einen Schlossherrn ohne Schloss. Als Florian Markert diesen Gedanken zu Ende gedacht hatte, brach er in schallendes Gelächter aus. Die Scham flog von ihm ab wie sonst nur die Kleidung im Vorfeld einer der vielen Schlossveranstaltung der jüngeren Vergangenheit. Die Rückeroberung war nur noch eine Frage von Sekunden. Soweit der Plan. Doch wie? Kaba Kim
hatte es sich schließlich wie eine fette Qualle inmitten von Gold und schönen Frauen bequem gemacht, und der Lord von Glibberdingsbums, einem Kaff hinter dem Hadrianswall, der traditionell als nach Norden gerichteten Toilette für 60 Millionen englischer Bingedrinker, war an allem Schuld. Er sollte als erstes die Wut des Schlossherrn zu spüren bekommen. Immerhin, Stufe eins des Plans war erdacht. Wie es nun weitergehen soll, ist aber noch unklar. Vielleicht kann ja die schöne Wendy helfen. Ächzend machte sich Markert auf den Weg zu ihr, durch den Wald, durch halb Schweden, schließlich den steilen Falkenberg hinauf. Rotlicht vor der Tür. Na schön, Geschmackssache eben, kein Grund zur Beunruhigung. Laute Geräusche aus dem Inneren des schmucklosen Hauses. Und das laute Klopfen des völlig durchnässten und noch immer schlosslosen Startrainers bleibt ungehört. Warten also, warten darauf, dass die ach so reizende Wendy endlich mit ihren SM-Spielchen aufhört, den armen Köter fubinini erlöst, nach Jönköping zurückjagt und die Türe öffnet.
Die erste Entscheidung im Vorfeld der völlig unbedeutenden FIFA Weltmeisterschaft, einem müden Abklatsch der COPA Weltmeisterschaft, ist gefallen: Die Rückennummern der (aus Gründen fehlender Wesentlichkeit nicht qualifizierten) schwedischen Delegation stehen fest. Mit der Nummer 10, quasi als Hommage an große Helden wie Diego Maradona oder Lothar Matthäus geht nun Florian Markert, Trainer von Göteborgs AIS, an den Start. Gerüchte, wonach die Rückennummer eher auf intellektuelle
Parallelen zu den genannten Vorgängern als auf dasselbe fussballerische Genie zurückzuführen sind, wurden seitens der GAIS-Verantwortlichen nicht kommentiert. Fakt ist aber: Wo der Schlossherr hobelt, da fallen Späne. Und die sind nicht immer aus Gold, auch wenn man durchaus auf diesen Gedanken kommen könnte. Derzeit wird auf Markert Manor an einem geheimnisvollen Holzstück gehobelt. Worum es sich bei diesem Objekt handelt, konnte noch nicht geklärt werden. Klar ist nur eines: Der Eierwitz ist es nicht!
Die Selbstauflösungserscheinungen der taktischen Formation im Spiel gegen den räudigen, einsamen und leider auch wenig liebenswürdigen Köter fubinini (Endstand 2:5 aus GAIS-Sicht) hätten im Normalfall jeden Trainer zur Weißglut getrieben. Ganz anders stellt sich die Welt hingegen in Göteborg da. Florian Markert, seines Zeichens Schlossherr von Markert Manor, Magnet der Frauenwelt, Gönner der Clowns (man bedenke die goldene Nase, wenn auch nicht ganz freiwillig geschehen), Gerüchten zufolge schon bald schwedischer Thronfolger und bereits jetzt nachweislich der beste Fussballtrainer Europas, zeigte keinen Anflug von Zornesröte. Stattdessen verwies er die ohnehin verschwindend geringe Zahl seiner Kritiker auf die Tabelle der Allsvenskan, wo GAIS seit Wochen unangefochten von der Spitze grüßt. Dreizehn Plätze dahinter steht der IFK (immerhin schon ein
Sieg in diesem Jahr, alle Achtung!), Västra Frölunda ist lediglich Elfter und obendrein trainerlos. Und bei Örgryte, dem letzten verbliebenen Herausforderer aus Schwedens schönster und wichtigster Stadt, denkt Trainer Pippo derzeit sicherlich mehr über den drohenden Abstieg als über die Stadtmeisterschaftsambitionen seines Teams nach. Der neben der nationalen Meisterschaft sportlich relevanteste Wettbewerb im europäischen Fussball scheint somit bereits nach sieben Spielen entschieden. Markert gibt sich der derweil schon wieder weltlichen Genüssen auf seinem Schloss aus purem Gold hin, während anderswo die pure Angst grassiert (und zwar schneller als die Schweinegrippe, denn der alte Schweinskopf-Lord ist weit weit weg und die schöne Virenschleuder Wendy verzichtet aus gutem Grund darauf, fubinini durch engen intimen Kontakt dem Risiko einer Ansteckung auszusetzen).
Die Krise hat auch ihr Gutes. Und damit ist ausnahmsweise nicht die Krise Hollywoods gemeint, der Schlossherr Markert es zu verdanken hat, dass die unvergleichliche Eva Green derzeit zu Gast auf seinem grandiosen Anwesen ist. Offiziellen Angaben zufolge ist der Besuch natürlich rein platonisch, wie das schwedische Königshaus verlauten ließ. Kein Wunder, ist doch Prinzessin Madeleine den Klatschblättern zufolge seit vielen Jahren eine „ernsthafte Angelegenheit“ des in Sachen Frauen durchaus etwas wankelmütigen Schlossherrn, dem sogar Ambitionen auf den Königsthron nachgesagt werden. Aber genug davon – das Thema ist natürlich die Finanz- und Wirtschaftskrise, die die gesamte entwickelte Welt (also alle OECD-Staaten mit Ausnahme von Schottland und der neuseeländischen Nordwestinsel, da zu unterentwickelt, Anm. d. Red.) schwer gebeutelt hat. Gut, wenn man bei dem Kursverfall an den Börsen auf wertstabile Anlagen gesetzt hat. Noch besser, wenn man reichlich Gold sein eigen nennt. Markert dürfte also derzeit der glücklichste Mann Schwedens sein – sollte man
denken. Doch halt, eine im Grunde genommen völlig unbedeutende Kleinigkeit trübt die perfekte Glückseligkeit auf Markert Manor: Der Schlossherr, vom Champagner schon leicht unzurechnungsfähig, hatte – ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein – vor versammelter Ligaprominenz getönt: „Wenn der Eberle es bis zum Clown bringt, spendiere ich eine goldene Clownsnase, so wahr ich der beste Trainer Schwedens bin, hicks!“ Nun ist es, wenn auch völlig unerwartet, tatsächlich so gekommen, der Ebi ist zur Lachnummer befördert worden. Und Markert muss zu seiner Ankündigung stehen. Doch wie – der Goldpreis ist bis zum Mond geschossen, und angesichts weiter fallender Aktienkurse will kein Goldbesitzer der Welt derzeit etwas von dem kostbaren Zeug verkaufen. Markert bliebt also nichts anderes übrig, als eine Wandverzierung seines Billardturms abzunehmen, einzuschmelzen und dem glücklichen Gewinner in schönster Clownsnasenform zu überreichen – immerhin ein Dreizehnkommasechsmillionstel der Markertschen Goldreserven: Wenn das mal kein Opfer ist!
Elegant und stilsicher, mit weißer Weste zum goldschimmernden Anzug, präsentierte sich GAIS-Coach Markert den wartenden Journalisten auf der Pressekonferenz nach dem Abpfiff des Auftaktspiels – natürlich in Begleitung zweier reizender junger Damen, ebenfalls in weißen Westen, mit nichts darunter und goldenen Hotpants um die aufreizenden Hüften. Nach einem souveränen Start, einem 4:0 zuhause gegen den Titel-Mitfavoriten aus Växjö, war Markert bestens gelaunt. Als einer der Schreiberlinge wissen wollte, wie Markert die Chancen seines Teams vor dem Derby gegen den IFK beurteile, reagierte dieser – nun ja, etwas
anders als erwartet. Ein lässiges Fingerschnipsen signalisierte seiner Gespielin, eine helle Sonnenbrille aus ihrem Dekolleté zu zaubern, die Markert sich mit einem breiten Grinsen aufsetzte. Statt zu antworten, wartete der exzentrische Starcoach eine ewig scheinende Sekunde ab, um sich dann erst einmal ein Weilchen seiner zweiten Begleiterin zu widmen. Schließlich ring er sich vor der staunenden Pressemeute doch noch zu einem Statement durch: „Der IFK ist, nicht unerwartet, wie ich zugeben muss, noch punkt- und torlos - wovor sollten wir also Angst haben? Gewinnen kann Kaba Kim bei uns sowieso nicht, und das weiß er selbst am besten.“
Der goldene Schimmer am Göteborger Nachthimmel verrät Unerwartetes. Nach Jahren des bangen Wartens auf ein Wunder ist es endlich so weit, die Scheinwerfer rund um das Goldene Schloss des GAIS-Trainerstars und (vielleicht) zukünftigen Königs von Schweden strahlen wieder auf die Mauern des sagenumwobenenen Schlosses aus purem Gold, und tauchen so den noch Sekunden zuvor finsteren Himmel über den Stadt in einen märchenhaften Glanz. Starlets und Models aus aller Welt stehen an den Flughäfen der Welt Schlange, um ihre Chance in den Mauern des leuchtenden Wunderbauwerks zu suchen, während der Schlossherr selbst, der ebenso reiche wie gutaussehende Trainerfuchs Florian Markert, derzeit noch ganz andere
Sorgen hat. Der Fitnesszustand seines Teams ist nach 18-monatiger Traineingspause alles andere als gut, der Trainingsplatz zeigt erste Spuren von Vereisung (die Rasenheizung benötigt einige Tage, um wieder auf voller Leistung zu laufen) und die Fanclubs müssen sich erst einmal reorganisieren, ehe der Ticketvorverkauf im üblichen astronomischen Tempo läuft wie vor dem letzten Heimspiele, welches Äonen zurückzuliegen scheint. Mit dem Spiel gegen den Quark-Lecker, Joghurt-Schlecker, Pudding-Lutscher oder so ähnlich geht es jedenfalls endlich wieder los auf der großen Bühne - und schon jetzt fiebert Göteborg dem großen Derby gegen den IFK, den Abstiegsanwärter Nummer eins, entgegen!
Eigentlich ist ganz Schweden überzogen von flächendeckender Trauer. Kahim will zum Saisonende seinen Job an den Nagel hängen, die Nation verliert ein generationenübergreifendes Idol, den größten der Großen, den gottgleichen König der Gartenzwerge. Ganz Schweden trauert? Nein, nicht ganz – ein kleines, mutiges Dorf widersetzt sich dem Gruppenzwang und freut sich. Nämlich auf das Derby, das große Duell zwischen Schwedens überschätztestem (IFK) und beliebtestem Club (GAIS). Das Dorf ist natürlich Göteborg, der Ort, wo das Herz eines ganzes Landes im Gleichtakt schlägt, wo Derbys noch die Massen elektrisieren und selbst bei nicht vorgeschädigten Jugendlichen bisweilen für Herzinfarkte sorgen, von den Senioren ganz zu schweigen. Nur Java Jim, besser bekannt als Kaba Kim, der Kakaokönig,
will nicht in den allgemeinen Jubelchor einstimmen. Trauer um Kahim? Weit gefehlt, stattdessen fiebert der chronisch erfolgslose Meister der Selbstbeweihräucherung einem anderen Derby entgegen, dass außer ihm eigentlich keiner als solches wahrnimmt. Der Gegner heißt dort Västra Frölunda. Häh, was, wo?, werden Sie sich jetzt fragen. Aber genauso heißt der schwedische Tabellenführer. Freilich, Java Jim hat lediglich die Hosen voll, gegen GAIS wieder, wie im Hinspiel, mit 4:6 unterzugehen, aber ist das ein Grund, die eigenen Ziele auf so unglaubwürdige Weise zu leugnen und die eigenen (ca. 2) Fans zu belügen? Sicherlich nicht. Java Jim bleibt, was er war. Ein überschätzter Kleingeist in der Dunstglocke von Weihrauch, Kakaobohnen und Mißerfolg. Das Ergebnis des Derbys verkommt da fast zur Nebensache. Aber eben nur fast.
Im goldenen Schloss nahe Göteborg ist Ruhe eingekehrt – zuviel Ruhe? Jedenfalls berichten ortansässige Reporter, auf Markert Manor sei mittlerweile bedenklich wenig los. Sogar das Wort „langweilig“ soll im Zusammenhang mit dem einstigen Skandalgaranten Florian Markert gefallen sein. Ist es etwa die immer dürftiger werdende konditionelle Verfassung seiner Mannschaft, die Markert die Stimmung verhagelt hat. Oder ist der Trainer einfach überfordert mit der Masse gutaussehender Schlossgast-Aspirantinnen? Beide Erklärung wirken für enge Vertraute des Startrainers wenig schlüssig. Zumindest gibt es seit gestern wieder Grund zur Freude, Markert hat sein Diplom im Freundlichkeitsheucheln mit Auszeichnung verliehen bekommen.
Erste Amtshandlung des neuen Diplom-Heuchlers war die freudige Begrüssung eines ausländischen Kollegen: „Ich
schätze Padding Lutscher sehr, und ich finde es großartig, dass ein so erfolgreicher und faszinierender Star unserer Branche seinen Weg ins verschneite schwedische Wunderland gefunden hat. Zudem hat er bei seiner Betreuung des ebenfalls äußerst fähigen Frosches beeindruckendes Einfühlungsvermögen bewiesen. Für mich ist Padding Lutscher damit eindeutig der Topkandidat für den Titel <i>Bulgare des Jahres</i>“. Diesen Titel gibt es zwar noch nicht, aber spätestens jetzt hat man reichlich Veranlassung, ihn einzuführen.“
Allerdings munkelt man auch, Markert habe in Deutschland, Irland und Österreich zahllose Störche geordert, die sich bereits auf dem Weg nach Schweden befänden. Bahnt sich da etwa der heißersehnte neue Skandal an, oder ist dies nur ein weiteres Mittel zum Zweck auf dem Weg zur erheuchelten Erleuchtung?
Ach, was war das für ein Spaß – die <b>Wahrscheinlich-Nichtabstiegsparty</b> hatten sich die Spieler und Funktionäre bei GAIS auch redlich verdient. 5:0 gegen Gefle, die (nahezu, Jabba Jim sei Dank) historisch weiße Heimweste bleibt auch weiterhin höchst überzeugend gewahrt. Und mehr als diese beiden Ziele hat man bei GAIS traditionell ohnehin nicht.. nun ja, von Siegen über den noch immer am schlechtesten platzierten Lokalrivalen mal abgesehen. Von einem erneuten Einzug in den UI-Cup wagt zwar keiner zu träumen, aber das ist diesmal auch gar nicht nötig. Schließlich steht der Bau einer „Sichtungsanlage“ auf dem Programm. Chefscout ist der Trainer höchstpersönlich - er will es sich (wenig überraschend) nicht nehmen lassen, seine Augen von der Aussichtsplattform seines noch zu
errichtenden, goldenen Türmchens über Schwedens berühmtesten <b>reinen Frauen-Nacktbadestrand</b> schweifen zu lassen, stets auf der Suche nach neuen Schlossbunnies.
Sensationelles Echo rief hingegen die Ankündigung von Noch-Allsvenskan-„Froschmann“ Dan Solo hervor, einen <b>„Freundlichkeits-Heuchelkurs“</b> zu belegen. Maniac Markerts Kommentar: „Da muss ich auch dabei sein, dass könnte doch glatt die Gegentorquote senken!“ Bei Konsorten à la Hundini oder Jabba Jim würde jedoch auch ein solcher Kurs nichts nützen, gibt sich Markert einsichtig. Der Hundeflüsterer habe einfach einen Riecher für Heuchelei, und Jabba Jim sei zwar nicht der Hellste, aber allein der Blick auf das Hinrundenergebnis sollte selbst für ihn ausreichen, die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Da hat er gut lachen, der Minenkrabbler. Trotz klarer Ueberlegenheit mussten die vermeintlichen GAIS-Helden trotz eines hochmotivierten Auftritts beim Aufsteiger letztlich vor den zahlreichen Maulwurfshuegeln auf dem Spielfeld kapitulieren und mussten am Ende sogar froh sein, ueberhauot noch einen Punkt mitnehmen zu koennen. Dabei hatte alles so gut angefangen, vor der Partie hatten sich die Trainer mit Shakeshands / Shakeshovels (oder wie immer man das beim Minenkrabbler nennen mag) begruesst, Jungfrauen aus der umfangreichen (Markert) bzw. lediglich eine einzige (Nachtwaechter) umfassenden "Sammlung" ausgetauscht und das eine oder andere leckere Koelsch verputzt. Doch dann stellte sich alles lediglich als geschickt getarnte Falle des kleinen Erdwuehlers aus Falkenberg heraus. War Markert bis zum Anpfiff noch ueberrascht von der guten Performance der Falkenberger in den letzten zwei Jahren, so hat das Erstaunen nun ein Ende. es ist blanker Betrug, anders kann man es wohl kaum nennen, wenn der Trainer unmittelbar vor dem Anpfiff damit
beginnt, den Platz systematisch umzuwuehlen. Und auch Platzwarte anderer Teams sollen sich bereits beim Verband ueber den Rasenzustand nach Gastspielen der Falkenberger beschwert haben. Aktueller Antrag des Trainerkollegiums: Vor dem naechsten Auswaertsspiel soll der Schachtrutscher in Fesseln gelegt und von Kameras ueberwacht werden, die eine Verzerrung des Wettbewerbs unmoeglich machen. Fazit von Markert: "Einen Versuch waere es wert, aber dann muss Nighty seine Maedels erstmal vernuenftig ausbilden, damit die ihm sein Bier anreichen koennen - er kann es ja schliesslich nicht halten, hahaha!"Einen weiteren Kommentar zur Wirkungs von Bier auf die Blase verkniff Markert sich, im Hinblick auf die Ueberwachungskamera duerften uns aber in der kommenden Woche einige amuesante Bilder erwarten.
Endlich darf man sich wieder mit dem auch als Minenkrabbler, Mistfresser oder NMR-Sammler bekannten Pseudo-Startrainer messen, der ausserlich eher an einen Hoehlenkaefer erinnert, sich aber selbst <b>Nightwalker</b> nennt. Die letzten Duelle in der Superettan waren stets von angemessener Haerte begleitet, Todesfaelle auf dem Spielfeld waren keine Seltenheit. Daran will man am kommenden Freitag anknuepfen, auch wenn man zunaechst in Falkenberg antreten muss und so nicht auf die Unterstuetzung der Tribuenenbunnies in der Festung Gamla Ullevi bauen kann. Waehrend man sich in Goeteborg bereits mit dem Erwerb zahlreicher
Nasenklammern und guten Deos auf die Partie im Falkenberger Misthaufen vorbereitet hat, scheint man bei den Gastgebern ganz gelassen zu sein. Kommentar des Hoehlenkaefers: "Wir haben bislang noch jedes Heimspiel gegen die GAYS gewonnen, daran wird sich auch nichts aendern! Warum sollten wir also Respekt haben, geschweige denn Angst?" Nun ja, zur Erinnerung, Mr Cave-Beetle - es war gerade einmal ein einziger kuemmerlicher Sieg! Und mehr sollten es auch nicht werden - andernfalls findet sich GAIS wohl schon bald da wieder, wo die Truppe des Krabbelviechs die letzten Jahre (gefuehlt: Jahrhunderte) verbracht hat: In der Zweitklassigkeit!
Allen Bemühungen zum Trotz - es ist wie in der Geschichte vom Hasen und Igel. Markert und seine Jungs holen Punkt um Punkt, doch sobald sie Kurs auf die Tabellenspitze nehmen, ist das trainerlose Phantomteam aus Landskrona schon da. Unter solchen Bedingungen mache Fussball keinen Spaß, grummelte Markert auf der Pressekonferenz und verzog sich beleidigt auf sein Schloss. Statt Unterclowns sorgen dort leichtbekleidete junge Damen für die Unterhaltung - da sollte sich seine Laune schon bald wieder bessern. Bis dahin gibt es erstmal nix neues - aber die Kolumne ist eine tolle Neuerung, da möchten wir in Zukunft gerne mehr von lesen!