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COPA NEWS

ARRIBA ALIANZA #441
Mit der Rückkehr aus dem geheimen Trainingslager in den hochandinen Bergregionen beginnt für Alianza auch die Mission Meisterschaft erst richtig. Nichts anderes als der Titel soll dieses Jahr her, und dafür ist das Trainerteam auch bereit, elf Konkurrenten hinter sich zu lassen. Sogar der Einsatz von Sprints und Kopfbällen bis hin zu den bislang absolut verpönten Grätschen soll den Spielern vorerst bis zur Saisonmitte

erlaubt werden, endlich Schluss mit entspanntem Kurzpassspiel à la Hacke-Spitze-Uno-Dos-Tres und dem üblichen Sterben in Schönheit. Auch ein platzierter Flugkopfball nach einem satten 6-Meter-Sprint durch den gegnerischen Strafraum soll ja über eine gewisse Ästhetik verfügen. Die aktuelle Platzierung im Tabellenmittelfeld erlaubt jedenfalls noch keine Aussage über die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Liga-Dinos.
07.09.2012 14:56 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #439
Das war’s mit den Träumen vom fünften Titel. Manni wusste offenbar nicht wohin mit seinen Reserven, also alles auf Rot und aus die Maus. Also richtet sich der Blick auf andere Fragestellungen: Wer geht, wer bleibt, wer kommt? Sport Coopsol scheint nach dem 5:6 gegen Alianza auf Abstieg gepolt, was ohne Trainer auch kein Wunder ist. Einer von vieren muss noch weg, damit Platz für Neues geschaffen werden kann. Schließlich wollen die Erstligaurgesteine M.Power (einmal Meister), Lord Phantom (einmal Meister) und Butters (keinmal Meister) mit aller Macht zurück ins Oberhaus, und auch der passionierte Fahrstuhlfahrer Makaay (einmal Segunda-Meister) macht sich noch bescheidene Hoffnungen. Dem GröTaZ ist das alles erstmal egal: „Die haben uns

alle schonmal abgeschossen. Nur Makaay nicht, der kann gerne aufsteigen.“ Und wer soll drinbleiben? „Na, Cristal natürlich. Sonst kann man sich über den Blick auf die ewige Tabelle ja gar nicht mehr freuen, weil es allzu einseitig wird.“ Und Atatürk, die Maulwürfin aus Anatolien? „Häh? Atawas? Sagt mir grad gar nix… der einzige Maulwurf, den ich kenne, ist dieser Minenkrabbler (offiziell als Nightwalker in die Copa-Historie eingegangen, Anm. d. Red.), der vor hundert Jahren mal ein paar Zufallsmeisterschaften erbuddelt hat.“ Und wer wird Meister? „Die Frage musste ja kommen. Wartet mal, ich zeig‘ euch mal was…“, sprach der GröTaZ und verschwand. Und so warten wir noch immer auf eine Antwort.
19.07.2012 19:07 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #438
In diesem Jahr bereits acht Siege ohne einen einzigen Punktverlust bei 29:0 Toren, dazu elf Heimsiege aus elf Heimspielen in der vorangegangenen Saison, davon zehn ohne Gegentor – die Bilanz von Virgen de Chapi auf eigenem Platz liest sich äußerst beeindruckend. Las sich beeindruckend, sollte man besser sagen. Denn seit dem Kräftemessen mit Alianza Lima, in dem man eigentlich den 20. (!) Heimsieg in Folge perfekt machen wollte, herrscht Katzenjammer im Hundefutterland. Der alte Trainerfuchs Markert, seines Zeichens größter Trainer aller Zeiten, hatte Domingo Zhait Raez mit all seiner Routine aus rund 33 Trainerjahren eiskalt ausgeguckt. Wie ein Häufchen Elend (im alten Europa sagt man auch „englischer Elfmeterschütze“ dazu) kauerte der Cha(p)pi-Teamchef vor seinem Meister, Verbeugung und Schuhe küssen folgten erst auf implizite Aufforderung (ein kurzes Räuspern des GröTaZ, Anm. d. Red.), fielen dann jedoch standesgemäß

aus. Weiter Vorteil: Alianza hält auch weiterhin den Rekord für die längste ungeschlagene Serie daheim: 46 Spiele. Möglicherweise ein Rekord für die Ewigkeit, aber letztlich eben auch nur einer von vielen, die der GröTaZ am Ende seiner Karriere zu halten gedenkt. Tiger Woods, Michael Schumacher, Roger Federer? Alles armselige Amateure, vergleicht man sie einmal mit dem, was Markert für die Copa-Welt darstellt. Was dem GröTaZ noch zur Unsterblichkeit fehlt? Allein diese Frage gehört verboten.

Im Hintergrund gehen eine wenige, kümmerlich gestaltete Plakate hoch, auf denen „Erfolgreiche Titelverteidigung“, „Ein internationaler Titel“, „Halbfinaleinzug bei der Copa-WM“, „Trainer-der-Saison-Award“, „Hall-of-Fame-Spitzenreiter“ und ähnliche Belanglosigkeiten stehen. Die Störer werden gnadenlos ausgebuht, ehe man sie abführt und sie wohl für immer verschwinden.
12.07.2012 19:15 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #437
Der Pokal der Pokalsieger geht in die K.O.-Runde, und mit Alianza Lima hat es der einzige Ligapokalsieger ohne (L) hinter dem Vereinsnamen gleich mal per Gruppensieg ins Halbfinale geschafft, während die Gruppenzweiten und –dritten sich noch in einer Playoff-Runde abmühen dürfen. Letztlich dürfte dieser Erfolg jedoch keine Überraschung gewesen sein, schließlich ist Alianza von vornherein als klarer Favorit in das Turnier gegangen. Wer etwas anderes erwartet hatte, muss folglich ein Träumer oder ein Narr (oder beides) sein. Dass man zugleich die Partie gegen Sporting Cristal abgeschenkt hat, war indes weniger der Klasse des Gegners als vielmehr dem Eigennutz geschuldet.

Schließlich fällt der TV-Vertrag für die kommende Saison um einiges lukrativer aus, je mehr Clásicos stattfinden. Und da Universitario derzeit nicht auf dem Sprung zurück in die Primera zu sein scheint, liegen alle Hoffnungen diesbezüglich auf Cristal. Und dann muss man den kleinen Stadtrivalen eben auch mal mit drei Punkten beschenken, sofern man es sich leisten kann. Und das kann Alianza, soviel ist sicher. Denn der beste Club der Welt bleibt eben der beste Club der Welt, verlorenes Derby hin oder her. Daran kann auch die heuchlerische Club-Hall-of-Fame nicht ändern, die ist ja bekanntlich ähnlich realitätsfern wie die absurd-berüchtigte FIFA-Weltrangliste.
17.06.2012 19:10 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #436
Der kleine Ex-Sträfling mit dem prall gefüllten Vorstrafenregister aka. Trophäenschrank ist Geschichte. Adiós, Alvarez, und danke für etliche grandiose Duelle! Jetzt genug der warmen Worte, wir richten den Blick sogleich nach vorn: Die Zukunft des Rekordmeister ist – Vorsicht, Wortspiel – nicht herb, nicht herber, sondern Herbster! Doch wer ist der titelaverse Chilene? Auf alle Fälle ein hartnäckiger Kerl, der sich lieber 21 Jahre lang im längsten Land des Kontinents immer wieder verlaufen hat (von Himmelrichtungen scheint er jedenfalls noch ne gehört zu haben), weil er unbedingt nach Peru wollte, anstatt den einfachen Weg über die Anden nach Argentinien zu nehmen. Zumindest einen guten Geschmack kann man ihm in dieser Hinsicht nicht absprechen. Wohl aber in einem anderen entscheidenden Punkt: Herbster ist bekennender Jever-Trinker

(„friesisch herb“ eben!), während der namensgebende Hauptsponsor, Cerveza Cristal, natürlich das selbstgebraute Bier über alles stellt und diese Einstellung auch von den Clubangestellten erwartet. Stattdessen bringt Herbster einen ganzen Haufen eigener Werbeverträge mit: Herbal Essences, VW Käfer, Herbalife – gute Argumente ziehen eben auch ohne Erfolge, Anna Kournikowa lässt grüßen. Bei Alianza bleibt man hingegen auf das Sportliche fokussiert: Die Werbeverträge kann Herbster gerne behalten, aber die drei Punkte, die wollen Männer um den legendären GröTaZ unbedingt mit nach La Victoria nehmen. Dann ist man im Gegenzug auch bereit, dem Neuling auf der traditionellen Alianza-Hinrundenabschlussfeier bei gutem peruanischem Bier (kein Jever!) ein bißchen was darüber zu erklären, wie die Liga tickt. Ein guter Deal, gar keine Frage…
14.06.2012 21:15 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #435
Der Status ist bedroht. Noch – Betonung auf noch! – ist Alianza Lima Titelverteidiger in der Copa Peruana. Übrigens der einzige copaweit ohne ein (L) hinter dem Vereinsnamen. Nach dem Eintreten der berüchtigten Butters’schen Funkstille sah es ganz danach aus, als würde das auch noch eine ganze Weile so bleiben. Doch dann der Schock: Ein gewisser Hofa, über drei Ecken mit unserem Hicks verwandt, hat eine Neuauflage unter eigener Regie angekündigt. Klar nimmt Alianza wieder teil, kampflos möchte man den Titelträgerstatus (hergehört, Herr Fidjestöl!) dann ja

auch nicht abgeben. In der Liga beschränkt man sich hingegen auch weiterhin auf Schadensvermeidung: Nicht schön, nicht allzu erfolgreich, aber immerhin daheim eine Macht – geht es so weiter, könnte mit etwas Glück endlich mal wieder ein Einzug ins internationale Geschäft winken. Aber bis dahin ist der Weg noch weit. Und das gilt ebenso für den erneuten Pokaltriumph. Andere Teams haben schließlich auch ihre Winkeladvokaten, die sich mit den besonderen Gesetzen dieses Wettbewerbs bestens auskennen – es müssen also dringend neue Tricks her: Freiwillige vor, lasst hören!
08.06.2012 16:24 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #434
Anmerkung der Redaktion: Durch einen Fehler eines übernächtigten Mitarbeiters ist Ausgabe Nr. 433 fälschlicherweise als Nr. 432 erschienen. Diesen Fehler überspringen wir hiermit und fahren gemäß der korrekten Reihenfolge fort.

Glaubt man dem aktuellen Tabellenstand der Primera División, so befindet sich Alianza Lima derzeit geradezu sensationell auf Platz drei. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass eigentlich nur drei Teams echt schlechter dastehen und somit eines oder sogar mehrere Heimspiele verloren

haben.
Ein Sieg gegen CNI könnte Alianza somit nicht einmal wirklich näher an die Spitzengruppe bringen. Lediglich durch einen Erfolg bei Coronel Bolognesi könnte man auch den Tabellenfiletierern von der Presse beweisen, dass man zu Recht so weit oben steht. Aber bis dahin ist es ja noch ein langer Weg. Und auch CNI ist noch nicht geschlagen. Es verspricht also wieder ein interessantes Wochenende zu werden und die Mannen um den wohl besten Trainer der Welt, Florian Markert, freuen sich auf die Unterstützung der wohl besten Fans der Welt: der eigenen.
31.05.2012 22:44 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #432
Der Doppelspieltag ist vorbei, und wurde einigermaßen erfolgreich überstanden. Beim FBC Melgar gab es trotz engagierter Leistung nicht viel zu holen. Doch im darauffolgenden Heimspiel konnte das übliche Desaster dann noch abgewendet werden. Trotz der Freude über den Sieg: Das 1:0 gegen die Hundefutterjungfrauen war alles andere als überraschend. Domingo ließ seine Männer wieder einmal wie Memmen im 5-5-0-System antreten. Eine Standardsituation (die einzige Ecke des Spiels!) reichte Alianza aus, um in der 88. Minute per Kopf das Tor

des Tages zu erzielen. Gegen Defensor und das trainerlose Coopsol geht es jetzt darum, den bisher recht soliden Eindruck zu untermauern und nicht doch noch auf die Schnauze zu fallen, bevor die Saison halb rum ist. Wie so ein Desaster aussehen kann, macht derzeit nämlich der Rekordmeister vor. Ein Sieg aus fünf Spielen, das erinnert doch stark an Real Academia am Ende der letzten Saison. Keine Frage, gegenüber einem Butters wirkt Dalton wie ein einigermaßen kompetenter Vertreter seines Fachs, doch ob das reicht, wird man abwarten müssen…
25.05.2012 18:29 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #432
Der erste Doppelspieltag der noch jungen Saison steht auf dem Programm – traditionell die Zeit, in der Alianza so richtig auf die Schnauze fällt und sämtliche Titelhoffnungen in den Wind schießen muss. Damit es diesmal besser läuft, wurde eigens ein Psychocoach engagiert, der den vielsagenden Namen Don T. Worry sein Eigen nennt. Seitdem träumen die Alianzaspieler deutlich besser: Nicht mehr von vernichtenden Heimniederlagen gegen

Abstiegsanwärter aus Lince oder von Begegnungen der multiplen Art mit Dennis (19) aus Stuttgart, sondern allenfalls noch von einer aufgrund übermäßiger Raumbefeuchtung vor sich hin rostenden Trophäensammlung im Sporting-Cristal-Vereinsheim oder einem furiosen Auswärtssieg im alles entscheidenden Spiel um die Meisterschaft. Wunschträume, freilich. Aber vielleicht hilft es ja, den schwarzen 4. ZAT endlich einmal heil zu überstehen.
18.05.2012 17:32 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #431
Alles neu macht der Mai? In Peru auf alle Fälle. Denn plötzlich grüßt Sporting Cristal vom Tabellenende, der große Meistertrainer himself war einfach nicht erschienen, nachdem er die Auftaktniederlage gegen Alianza offenbar nur schwer verdaut hatte und dann letzte Woche Donnerstag sogar beim Frustsaufen mit Philip Rösler den Kürzeren gezogen hatte. Glück für den kleinen Gauner, dass nur eines statt der üblichen zwei Freitagsspiele auf dem Programm stand – die Meisterschaft

dürfte trotzdem schon jetzt verdammt weit weg sein. Ganz andere Probleme hat man im tiefsten Amazonien, wo ein schnauzbärtiger Norweger mit Mike-Werner-Gedächtnisfrisur fleißig daran arbeitet, seinen geistigen Tieffliegern zumindest auf dem Platz zu Höhenflügen zu verhelfen. Doch wo Vorbilder fehlen, kann man lange auf schnelle Erfolge warten. Schließlich geht es auch beim Skispringen – von einem kurzen Moment direkt nach dem Absprung einmal abgesehen – stets in nur eine Richtung: Abwärts!
11.05.2012 18:00 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #430
Wikipedia meint: Lacrosse ist ein Teamsport der amerikanischen Ureinwohner, der mit einem Lacrossestick – als Crosse bezeichnet - und einem Hartgummiball gespielt wird. Lacrosse gilt als schnellster Sport auf zwei Beinen. Er war bei den Olympischen Spielen 1904 in St. Louis und bei den Spielen 1908 in London Wettkampfdisziplin, bei den Spielen 1928 in Amsterdam, 1932 in Los Angeles und 1948 in London Demonstrationssport, verlor danach aber an Bedeutung. Lacrosse gilt neben Eishockey als kanadischer Nationalsport.
Als peruanische Nationalsportarten gelten hingegen Fußball und Skispringerfangen. Letzteres erinnert sehr stark an Lacrosse, wird aber traditionell mit kleinwüchsigen Erwachsenen anstelle von Bällen gespielt. Mittlerweile gibt es aber kaum noch kleinwüchsige Peruaner, weshalb häufig auf verirrte Skispringer (in der Regel norwegischer Herkunft) zurückgegriffen wird, die in den Anden die Orientierung verloren und durch das karge Leben dort zusammengeschrumpft sind. Das Spiel stammt von den Ureinwohnern der nördlichen Küstenregionen, teilweise auch auf dem Gebiet des heutigen Ecuador. Sie nannten es Tewaraathon („kleiner Bruder des Krieges“) und weihten es dem Kriegsgott. Nicht selten endeten diese Spiele, die zur Vorbereitung auf Kriege

mit anderen Stämmen gespielt wurden, tödlich für den „Ball“. Denn die Spiele wurden zum Teil mit mehr als 100 brutal auf Leistung getrimmten Spielern ausgetragen, und als Tor galt oft ein Stein oder ein Baum, was dem Kopf und den Knochen des Balles bei Pfostentreffern nicht gerade zuträglich war. Neben der für die Kriegführung als notwendig erachteten Vorbereitung des Teamgeists wurde das Spiel auch eingesetzt, um Streitigkeiten zwischen Stämmen und anderen Gruppen zu schlichten. Erstmals erwähnt wurde das Spiel 1634 von dem spanischen Sportspion Juan de Brebevo, der schon kurz darauf den ersten Club nach europäischem Verständis, den Real Club Pescando Saltilladores de Esquí (kurz: Real Pesales), gründete. Den Siegeszug begann das Skispringerfangen im Jahr 1867. In diesem Jahr wurde der Weltverband in Lima gegründet. Seitdem handelt es sich um den zweiten Nationalsport Perus, und auch wenn die Strukturen noch immer eher amateurhaft sind, wird der Sport von vielen Seiten begeistert gefördert, so auch vom GröTaZ. Warum? „Weil es einfach Spaß macht, den Jungs zuzusehen. Und meine Mannschaft kann durch das Zuschauen ihre Agressivität steigern, was uns zuletzt im Clásico zum Sieg verholfen hat!“
04.05.2012 17:24 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #429
Wer der Sympathiewelle nicht folgt, auf der der Erstmals-Meister Alcides Vigo surft, gilt als uncool. Egal. Dinos brauchen nicht nur Respekt und Anerkennung, sondern auch Punkte. Und da hakt es zurzeit. Zum fünften Mal in Folge hat der beliebteste Fussballclub der Welt den internationalen Wettbewerb verpasst.
Alianzas Trainerlegende Florian "GröTaZ" Markert ist zwar zu Recht seit (gefühlten) Jahrhunderten der Held aller neutralen und aller Alianza zugeneigten Fussballfreunde, weil er jahrzehntelang den Pfeffersäcken und Operettenkönigen von Sporting Cristal zusetzte, dass es nur so krachte. Aber er ist letztlich auch nur ein Mensch. Und als solcher wird er nur von jenen geliebt, denen er nicht den entscheidenden Stoß Richtung Segunda versetzt, um anschließend auch noch des Abgeschossenen Hab und Gut bei einer (ehrlichen) Wette zu gewinnen, alles beim Pfandleiher abzulegen und den Erlös zu versaufen.
Im Stadtmuseum zu Lima kann man von diesen Untaten hören und Butters‘ fettige Haarlocken beim Vor-sich-hin-gammeln zusehen. Die Hauptstädter haben den abgeschlagenen Schopf des Absteigers als Generalprävention vor der Stadt aufgespießt. Nehmen die braven Balltreter des Landes die Warnung vor einer erneuten Majestätsbeleidigung an? Oder findet sich erneut eine dummdreiste Kreatur, die die Existenz von Kunst, Kultur und Journalismus in ihrer eigenen Heimatstadt auf’s Spiel setzt und die

eigene Ligazugehörigkeit auf diesem Wege aufs Schärfste bedroht?
Viele Angehörige unserer Generation werden den Riesenerfolg von Sporting Cristal in den letzten Jahren hingegen gar nicht bemerkt haben. Kein Wunder also, dass der GröTaZ für seinen Widerstand gegen den Brauerei-Werksclub nur unzureichenden Dank erntet. Landesweit lag SC der bei der Fansympathie deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde, sodass man die Splittergruppe, die sich Rekordmeister nennt, getrost vergessen könnte. Aber im unmittelbaren Umfeld des SC-eigenen Stadions gab es zuletzt auch schon zweistellige Zustimmungswerte für einen erneuten Titelgewinn von Sporting Cristal. So hat es mit den Grünen damals in der deutschen Politik auch begonnen.
Und jetzt Alcides Vigo. Das Anliegen Hickersbergers war stets nur der Klassenerhalt, das hatte er Butters immer schon voraus. Doch nun betreffen seine Ziele auch die ungehinderte Verteidigung einmal liebgewonnener Pfründe, die das Leben des einst völlig unbekannten Ösi-Trainers so schlagartig verändert haben. Aber es geht um mehr als dieses Universum unnützer Annehmlichkeiten, die Hicks listenreich in ihren Bann gezogen haben. Es geht um etwas sehr Fundamentales und Hochumstrittenes zugleich, das Privateigentum. Und zwar in einer ganz speziellen Ausprägung. Nämlich jenes Privateigentum von Alianza Lima, das sich Meisterschaft nennt. Und das holen wir uns dieses Jahr zurück!
24.04.2012 23:30 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #428
In der Regel bekommt man, was man verdient. Und wenn es einem Butters wichtiger ist, Alianza aus dem festen Teilnehmerfeld der Copa Americana in die Qualifikation zu befördern, als selbst die Klasse zu halten, dann will der GröTaZ kein Spielverderber sein. Butters bekommt also, was ihm zusteht und was er sich anschließend mit dem Catenacci-Festival gegen CB auch redlich verdient hat, und die Alianza-Fans dürfen früher als erwartet die lang ersehnte Rückkehr auf das internationale Parkett feiern. Letztlich haben also alle gewonnen. Naja, fast alle. Makaay10 muss absteigen, obwohl er mit ziemlicher Sicherheit

alles andere als das im Sinn gehabt hatte. Aber bei so wenig Zeitungsaktivität hält sich die Trauer in Grenzen. Für ihn kommt der sicherlich deutlich vorlautere Atahualpa eine Klasse höher. Und noch jemand. Aber da legen wir uns nicht auf einen Namen fest, denn es wird verdammt eng. Und so kommt es, dass in diesem Jahr die Segunda tatsächlich mal spannender ist als die Primera. Obwohl Dalton diesmal gar nicht Meister wird. Und Alcides Vigo holt den ersten Titel der Vereinsgeschichte – Wahnsinn! Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Außer in Peru, dem Land der wirklich unbegrenzten Möglichkeiten.
24.03.2012 19:36 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #427
Man sollte sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen, heißt es in einem alten peruanischen Sprichwort. Aber gilt das auch für Butters? Der Kolumnist steht am Rand des Abgrunds, die Schlucht öffnet sich in westlicher Richtung (ganz ähnlich wie der Pazifik an der Westküste Perus, unnötige Anm. d. Red.), und ein starker Sturm aus Osten ist angekündigt. Was nun, Butters? Wie bleibt die Butter auf dem Brot?

Hier die Ergebnisse der innerredaktionellen Brainstormings:

1) Fallen lassen wäre unklug, denn dann landet das Brot auf der Butterseite und die Butter bleibt beim Hochheben am Boden kleben.

2) Einfach schnell verputzen? Auch nicht so toll, denn in der Magensäure würden Brot und Butter (bzw. Primera División und Butters, um die verwendete Allegorie für alle weniger reich mit Intelligenz beschenkten Leser nochmal zu erklären, weitere unnötige Anm. d. Red.) womögich getrennt voneinander in ihre Bestandteile aufgespalten.



3) Wegkarren und auf eine Beuss’sche Fettecke kippen? Zu unsicher, die Putzfrau könnte Butter und Brot trennen, weil sie mittlerweile gelernt hat, dass in eine Fettecke zwar Fett gehört, aber von Brot war bislang nie die Rede.

4) Betteln? Könnte passen, charakterlich bringt Butters dafür alles mit. Mitleid heischen würde allerdings kolumnistische Aktivität erfordern. Und selbst das wäre keine Garantie für den Erfolg…

5) Daumen drücken und auf ein Wunder hoffen: Hat schon bei Alianza funktioniert. Aber ist Butters ein GroT (ohne ö-Pünktchen, ohne „aZ“)? Die Redaktion ist darüber gespaltener Meinung. Ist die Spvgg Greuther Fürth ein großer Verein? Ist ein Gänseblümchen eine große Blume? Ist ein 1:0 ein großer Sieg? Oder braucht es dazu ein 6:5? Oder muss es unbedingt beides sein? Kann man immer kriegen, was man will? Diese Fragen sollte Butters sich in Ruhe stellen, und dann die Taktik daran ausrichten. Dann klappt es auch mit dem Brot.
17.03.2012 13:14 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #426
Eigentlich hätte es lediglich eine Selbstverständlichkeit sein sollen, das 5:1 von Alianza Lima gegen den Aufsteiger aus Cerro de Pasco. Doch auch die sportliche Hilflosigkeit von Unión Minas, immerhin einstiges Team des großen Markert-Rivalen Nightwalker (aka. Minenkrabbler, Anm.d.Red.), konnte nichts daran ändern, dass er jetzt er wieder losgeht, dieser Mega-Hype um den GröTaZ, bei dem offenbar kein Superlativ verboten ist. Während sein Kollege vom Stadtrivalen Universitario, Juary, den gutaussehenden Liechtensteiner noch vergleichsweise unaufgeregt als "ein Geschenk für das ganze Land" bezeichnet, spricht Sporting Cristals Coach Señor Alvarez Dalton schon von einem "Außerirdischen". Dem angehenden Erstligarückkehrer M. Power ist aber auch diese Sphäre nicht genug, er hält Markert schlichtweg für den "Trainergott".

Markert, Markert, immer wieder Markert: Fünf Tore erzielte sein Team beim 5:1-Sieg von Alianza gegen Unión Minas. Das hat in der Geschichte der perunanischen Liga schon oft jemand geschafft, mehrfach sogar übertroffen. Dennoch war es eine herausragende Leistung einer herausragenden Mannschaft, keine Frage. Und natürlich ist Markert gegenwärtig der beste Fußballtrainer der Welt - aber nur, wenn er Alianza Lima coacht.

Alianza und Markert, das ist wie ein Symbiose. Wie Topf und Deckel. Das hat es

so im weltweiten Club-Fußball möglicherweise noch nie gegeben. Aber Markert hat bislang nur in Lima funktioniert. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er derart überragende Leistungen auch als Verantwortlicher für andere amerikanische Club-Mannschaften zeigt. Nur hat er das eben noch nicht zeigen müssen.

Die Fußball-Fans der anderen peruanischen Clubs wissen nur zu gut um dieses Problem: In Peru warten sie seit Jahrzehnten darauf, dass Markert endlich den Durchbruch als Nationaltrainer schafft. Dass er mal mehr als nur zwei gute Vorrundenspiele pro Turnier verantwortet, wenn es denn überhaupt soviele werden . Vor allem aber, dass der viermalige Meistertrainer Peru endlich den ersehnten großen Titel beschert, wie er sie mit Alianza seit Jahrzehnten feiert. In der peruanischen Nationalmannschaft ist Markert überaus irdisch. Dort ist er häufig nicht mal ein Göttchen.

In der nächsten Saison steht erneut eine Weltmeisterschaft auf dem Plan. Nicht mal ein Platz im Trainerteam ist dem GröTaZ derzeit sicher. Verrecken Perus Titelhoffnungen nun bereits vor Turnierbeginn, oder kann die Mannschaft sich nun endlich freispielen von dem übermächtigen Trainerstar, hinter dem sie sich die letzten dreißig Jahre erfolgreich verstecken konnte? Eines ist klar: Verdient hätte das Mutterland des Fußballs, wie Peru zu Unrecht viel zu selten bezeichnet wird, den Titel schon lange!
08.03.2012 14:41 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 
ARRIBA ALIANZA #443
Kurz vor dem großen Schnapszahl-Jubiläum gibt es bei uns noch einmal eine echte Herzschmerz-Geschichte, wie sie nur der Fussball schreibt. Der Boulevard zwitscherte es bereits eine ganze Weile von den Dächern, doch nun ist es offiziell: Makaay10 und seine große Liebe, der Primera-Segunda-Fahrstuhl, haben sich versöhnt. Unión Minas ist der leidtragende Dritte in dieser Konstellation und muss wohl erneut direkt wieder absteigen. Doch für Makaay10 erstrahlt die Welt nur noch rosarot. Abstieg? Na klar, ohne Abstieg kein Fahrstuhl. Und nächstes Jahr wieder rauf. Und danach wieder das gleiche, sofern es nicht doch irgendwann wieder kriselt. Spannend ist das dann irgendwann nicht mehr… aber verdammt romantisch. Schöne neue Welt.
08.09.2012 13:53 - Florian Markert - Alianza Lima (0.3 TK)
 


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