Was bleibt noch zu tun, wenn man den schlimmstmöglichen taktischen Fehler begangen hat? Den Samurai im Japan des Mittelalters blieb in einer solchen Situation nur der Seppuku, in Europa besser bekannt als Harakiri, eine Art ritualisierte Selbsttötung mit dem Ziel, die eigene Ehre und die der Familie wiederherzustellen. In der katholischen Kirche bietet sich mit der Beichte eine deutliche angenehmere Form,
zurück in die Mitte der Gemeinde zu kommen – früher gerne ergänzt um einen kostspieligen Ablass. Vor Gericht hilft es bisweilen, Reue zu zeigen, um die Strafe zu verringern – wenngleich diese Strategie nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Doch im Fußball, insbesondere dem peruanischen, verheißt keine dieser Möglichkeiten Erfolg. Hier hilft nur eins: Das nächste Spiel zu gewinnen.
Immerhin, der erste Saisonsieg ist unter Dach und Fach, auch wenn die Tabellenposition derzeit nicht gerade Anlass zur Zufriedenheit gibt. Und nun geht es zum Meister, wo es in den letzten Jahren (und auch davor) nichts, aber auch wirklich gar nichts zu holen gab (von einem auch eher unbefriedigenden 6:6 in Saison 31 mal abgesehen). Während Alianza ziemlich zögerlich in die Saison gestartet ist, ist der Rest der Liga da schon einen Schritt weiter. Die ersten Bewerbungen auf den Abstieg sind
beim Verband FPF eingegangen, vorneweg läuft mal wieder der FBC Melgar, dicht gefolgt vom (Achtung Ironie) Konditionswunder Universidad César Vallejo. Überraschend kann beides nicht: Hardkore ist immer für einen Abstieg gut, ebenso wie der FBC Melgar für einen NMR. Gäbe es eine NMR-Statistik für Peru, das Erstligagründungsmitglied aus Arequipa stünde sicherlich ganz weit oben. Wichtigstes Indiz: Hardkore war dort auch schonmal Trainer - gleich zwei Mal... autsch!
Die Saison hat ja schonmal gut angefangen - Alianza ist mit einem krachenden 0:5 gegen den alten Erzfeind Hardkore auf dem Boden der Tatsachen und am Tabellenende angekommen. Positiv ausgedrückt kann es jetzt nur noch aufwärts gehen. Dass der Trainer von einem Sponsorentermin nicht rechtzeitig zurück kommen konnte, weil der Flieger beim Landeanflug in einem Andengipfel verglüht ist, und der große Taktikfuchs Markert jetzt in der
Postkutsche auf dem Rückweg nach Lima vor sich hin schleicht, trägt allerdings auch nicht unbedingt zu einer positiven Stimmungslage bei. Vielleicht ist es jetzt einfach Zeit, den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach zu bringen, dann hören die Titelträume bei Hardkore bestimmt auch bald wieder auf. Denn diesen Durchlauferhitzer von einem Trainer zu überholen, sollte mittelfristig nicht nur ein wichtiges Saisonziel, sondern auch ein Kinderspiel sein.
Das Jahr 1 nach Pepe darf, kann, muss starten. Man wird den Oberölgötzen des Pfefferminztees vermissen. Es dürfte ohnehin keine allzu großartige Saison werden, wenn man dem Startkapital der Teams entsprechend urteilt. Schließlich wird Alianza in diesem Jahr ohne Oddset-Bonus an den Start gehen müssen. Trainer-Legende Markert hat es damals schlichtweg vergessen. Dennoch bleibt der GröTaZ Optimist: „Ohne Phillips‘ Harakiriaktion wären wir als Titelverteidiger in die neue Saison gestartet. Warum sollten wir uns da jetzt verstecken?“ Ganz klar, Alianza peilt auch diesmal wieder den Titel an.
Als ernsthafte Titelkandidaten kommen ohnehin nur neun Kollegen in Frage. José Gálvez hat noch keinen Trainer, und der andere Aufsteiger wird nicht mehr von Atahualpa, sondern von diesem schrulligen Hamburger trainiert, der sich schon ewig immer wieder in Peru versucht, der aber in seiner Karriere schon so lange nix mehr gewonnen hat, dass sich sogar Jopi Heesters, als er noch lebte, nicht mehr an einen Meistertitel von Hardkore erinnern konnte. Und ausgerechnet dieser Hardkore ist Alianzas Auftaktgegner. Na, da hätte man sich die kleine Stichelei vielleicht sparen sollen. Aber UCV ist ja nur Aufsteiger, das wird schon hinhauen…
Kämpfen, Alianza, kämpfen! Der Titel mag in den tiefen Amazonas oder zum Rekordmeister aus unserer direkten Nachbarschaft gehen, doch am Ende zählt immer der letzte Eindruck. Und der muss machtvoll sein. Die Liga muss ein letztes Mal vor der Übermacht und der beeindruckenden Finesse des Spiels von Alianza erzittern, ehe es in die lange, dunkle Pause bis zur nächsten Saison geht. Es muss so sein wie immer am letzten Spieltag: Ganz Peru steht geschlossen hinter dem Meister der Herzen, dem traditionsreichsten Team des Kontinents und souveränen Spitzenreiter der ewigen Tabelle des Fußball-Mutterlandes (richtig gehört, steht alles zum Nachlesen in der Zeitung der 1. Copa-WM, falls die noch jemand findet, Anm. d. Red.). Und dann wird gefeiert. Platz vier ist sicher, der erneute Einzug in die Königsklasse gesichert. Bierfässer
von Cuzqueña, Flötzinger und Bönnsch (für jeden was leckeres dabei, mjamm!) sind bestellt und bereits im Hafen von Lima eingetroffen. Und Huancayo steigt ab. Immerhin, wenn auch ein schwacher Trost. Noch viele Male dürfte es den Blau-Weißen in den nächsten 120 Stunden durch den Kopf gehen, was wohl gewesen wäre, wenn… nun ja, schön wäre es gewesen. Aber auch so gibt es Grund zum Feiern. Und das lässt man sich in Lima nicht zweimal sagen. Sogar die Nachbarn von Sporting Cristal sind samt Team und Trainer zur Saisonabschlussfeier eingeladen. Vielleicht darf man dann sogar eine Meisterschaft für die Hauptstadt feiern. Aber ihr Bier (Cerveza Cristal, Anm. d. Red.), das müssen selbst unsere liebsten Gäste draußen lassen, dami es am Ende heißt: Feiern ohne Plörre & ARRIBA ALIANZA!
Die Lage der Liga wird immer verzwickter! Irgendwie hat es Alianza Lima noch einmal an die Tabellenspitze geschafft, nachdem Jean Baratte sich gegen den Topfavoriten Sporting Cristal zu heftiger Gegenwehr hinreißen ließ. Die letzten Spieltage lassen Spielraum für Spekulationen in alle Richtungen offen. Für den GröTaZ hat sich indes ein neuer großer Favorit herauskristallisiert: „Wenn es Herbster nicht wird, dann wird Ole seinen Titel verteidigen“, kündigte das Alianza-Urgestein an. Lediglich der Trainerwechsel beim FBC Melgar dürfte bei besagtem Ole Gunnar Fidjestöl noch für
Irritationen gesorgt haben – schließlich ist Melgar der Ligagegner des Titelverteidigers am 22. und letzten Spieltag. Auch M. Power hat die prickelnde Wirkung dieser Konstellation erkannt und zittert – wohl ohne Grund – um den hart verdienten Klassenerhalt. Für Alianza geht es unterdessen wohl nur noch um Platz vier und den damit verbundenen, erneuten Einzug in die Copa Libertadores. Dafür jedoch, versprach der GröTaZ, würden seine Jungs fighten „wie die Pumas“. Und wer schon einmal einen Puma um sein Leben kämpfen sehen hat, der dürfte diese Metapher problemlos mit Inhalt füllen können.
Schade, da spielt Alianza endlich mal wieder eine mehr als anständige Saison, und dann kommt dieser Philipps daher, den man letzte Saison noch für seinen feinen strategischen Riecher gelobt hatte, und macht etwas absolut dämliches! Sport Huancayo verabschiedet sich nun mit schalem Beigeschmack und mieser Performance aus der Liga, Alianza ist zwar vorerst wieder Tabellenführer, muss aber mindestens noch ein weiteres Jahr auf die sechste Meisterschaft warten. Eine Lose-Lose-Situation vom Feinsten, Philipps‘ Riecher sei Dank! Immerhin, der Titelkampf bleibt dennoch
spannend: Sporting Cristal liegt zwar mit Riesenreserven vorne, hat aber kaum noch Heimspiele auf der Agenda. Der Dschungelclub aus Iquitos hat noch massiv Heimspiele, aber eher kleine Reserven. Dennoch, immer noch mehr als Alianza, zudem immerhin ein Heimspiel mehr, und zum dritten keinen echten Rückstand in der Tabelle. Und Alcides Vigo gibt den lachenden Dritten – zumindest hier könnte Alianza mit viel Glück den minimalen Tabellenvorsprung ins Ziel verteidigen (Anm. d. Red.: Wann hatte Alianza denn bitte jemals Glück? Mund abputzen und vergessen, wir spielen um Platz vier!).
Da ist es voll, das halbe Tausend von ARRIBA ALIANZA! Da knallen sie, die Champagnerkorken! Doch ein Umstand trübt die Feierlaune: Pünktlich zum Jubiläum ist die Tabellenführung futsch, zu feiern gibt es also eigentlich nichts. Und dennoch: Alianza führt die ewige Tabelle mit riesengroßem Abstand an, hat keinerlei Abstiegssorgen und wird in der neuen Saison mit großer Wahrscheinlichkeit erneut international vertreten sein. Platz 3 in der Hall of Fame der Teams, Platz 2 bei den Trainern, alles Punkte, die gebührend gefeiert gehören – und gefeiert werden. Während diese Zeilen aus der Feder des Redakteurs aufs Papier sprudeln, steigt in den heiligen Hallen des Estadio Alejandro Villanueva in Limas Vorzeigestadtteil La Victoria ein rauschendes Fest, wie es Peru schon seit langem nicht mehr gesehen hat. Eine weiße Taube, prächtiger als alle anderen, lässt ein
geheimnisvolles Objekt aus vollem Flug fallen, das mit lautem Platsch auf dem kargen Betonboden der Stadiongänge aufschlägt. Noch ein Flügelschlag, dann Stille. Die Taube ruht sich aus, während am Boden die Stimmung zu kochen beginnt. Erst eine, dann mehrere, schließlich Tausende – die Ameisen aus den Wandlöchern der vermodernden Kellerräume des altehrwürdigen Stadions haben die frische Taubenscheiße auf dem Beton gewittert und strömen der frischen Nahrungsquelle entgegen. Ratten tanzen durch die Würstchenbude, nur gestört von den nimmermüden Kakerlaken, die sich kein noch so kleines Krümelchen entgehen lassen, das beim letzten Heimspiel herabgefallen ist. Menschen sucht man bei der großen Jubiläumsfeier indes vergeblich. Denn der GröTaZ hat diesbezüglich ein Machtwort gesprochen: „Gefeiert wird dieses Jahr nur die Meisterschaft – sonst nix!“
Die Rückrunde ist bereits in vollem Gange, und noch immer kann sich Alianza an der Tabellenspitze halten. Doch die Konkurrenz holt auf, und so sieht sich der Trainer gezwungen, die Erwartungshaltung mancher voreiliger Journalisten wieder auf den Boden der Tatsachen herabzudämpfen: „Wir sind vielleicht ein Mitfavorit, aber ganz sicher nicht der Topfavorit. Das ist und bleibt Sporting
Cristal. Herbster ist nicht umsonst Herbstermeister geworden!“ Und auch die Oddset-Tipper sehen es so: Alianza bleibt wohl nur Platz 2. Und selbst dahin ist es noch ein verdammt weiter Weg. Und ausgerechnet kommt es zu dem Duell mit dem Team der Medizinstudenten, gegen das Alianza zuletzt nie gut ausgesehen hat. Trotzdem, drei Punkte müssen her. Sonst kann Herbster den Sekt schon langsam kaltstellen.
Die Herbstmeisterschaft gewonnen, die Herbstermeisterschaft verloren – die letzten zwei Wochen waren eine einzige Berg- und Talfahrt für die Fans von Alianza Lima. Gegen Coronel Bolognesi soll jetzt der nächste Schritt bergauf unternommen werden, und mit etwas Glück bleibt man dadurch sogar vorerst Tabellenführer. Grundsätzlich muss die Euphorie über den Platz an der Sonne allerdings relativiert werden. Denn für eine Aussage über
die tatsächlichen Stärkeverhältnisse und Titelchancen liegen die Teams einfach noch zu eng beeinander. Klar dürfte nur eines sein: Deportivo Wanka wird nicht mehr Meister! Und selbst diese Prognose ist bei nur vier Punkten Rückstand auf die Spitze noch gewagt. Der FBC Melgar hat Peru hingegen international blamiert und gehört dafür abgestraft: Trainerentlassungen sind bei uns nicht gern gesehen, die gerechte Strafe kann nur Abstieg heißen!
Trotz des drohenden Aus auf der internationalen Bühne blickt man in La Victoria, Limas schönstem und lebhaftestem Stadtviertel, versöhnlich auf das letzte Wochenende zurück. Insbesondere der abgebrühte 2:1-Auswärtssieg bei Deportivo Wanka könnte in der Endabrechnung Gold wert sein, den Blick auf den Tabellenkeller kann man sich in Lima jedenfalls in den nächsten Wochen sparen – beinahe jedenfalls, kommt doch das aktuelle Schlusslicht, der FBC Melgar, am
Freitag ins Estadio Alejandro Villanueva. Und, um den maximalen Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg aufzuzeigen, kommt am gleichen Wochenende auch noch der Tabellenführer nach Lima. Zwei Heimspiele an einem Wochenende, dass verspricht reichlich Action im Kampf um die internationalen Plätze. Und wenn es am Ende zu sechs Punkten reichen sollte, wird auch wieder die eine oder andere Magnumflasche Pfefferminztee à la Pepe dran glauben müssen – als Glücksbringer, sozusagen.
Peru war immer schon ein Tummelbecken für besonders ausgefuchste Trainerfüchse. Doch mit der fortschreitenden Weiterentwicklung der Taktik müssen sich auch die alteingesessenen Koryphäen weiterentwickeln. Nach 30 Spielen der noch jungen Saison stehen gerade einmal zwei Auswärtssiege zu Buche – jeder noch so kleine Ausrutscher auf heimischem Terrain wird unter diesen Vorzeichen zur Bedrohung. Auch in Lima ist diese Botschaft grundsätzlich angekommen. Zitterheimsiege wie zuletzt gegen OSP sollten – folgte man der scheinbar offensichtlichen Logik der Statistik
– in Zukunft eher Seltenheitswert haben. Und dennoch wehrt sich der GröTaZ gegen solche Schlussfolgerungen: „Fußball lebt von der Unvorhersehbarkeit. Wenn ich jetzt – wie viele Kollegen es auf internationalem Terrain bereits machen – daheim immer sechs Tore schießen lasse, leidet die Spannung ganz ungemein und der Titelkampf verkommt zur Lotterie. Das kann und wird nicht der Weg sein, den Alianza einschlagen wird. Wir stehen dazu, dass wir auch ganz gerne mal was riskieren. Nicht von ungefähr haben wir in der Copa Libertadores auf die Heim-Sechs verzichtet.“
Die Medizinstudenten waren dieses Jahr schlecht vorbereitet. Statt wie in den Vorjahren erfolgreich Lehrstunden zu erteilen, scheiterten sie diesmal an der ausufernden Anatomie des Alianza-Torhüters, dem sie nach dem Abpfiff „mindestens fünf Arme und drei Beine bescheinigten“. Insbesondere letzteres schmeichelte dem Keeper offenbar, lachend gab er zu Protokoll, dass sein mittleres Bein zudem „mit Abstand das größte von allen dreien“ sei. Während das Semester und die anschließende Prüfungsphase für die angehenden Ärzte beendet
sind, geht der Unterricht in erfolgreichem Spiel in die nächste Runde. Mit OSP und Huancayo werden ein Aufsteiger und ein Abstiegskandidat vor der Markert’schen Jury vorstellig. Die Bewertungskriterien sind knallhart: Wer verliert, verliert. Wahnsinn, so eine Kompromisslosigkeit. Der GröTaZ ist eben echt ein harter Hund. Und wenn am Ende doch einer der beiden Kontrahenten (oder gar beide?) einen Punkt mitnehmen darf, sehen wir uns auch in einer weiteren These bestätigt: Großzügig ist er auch noch, der GröTaZ – wenn auch nur dann, wenn die Leistung stimmt.
Während die Aufsteiger glänzen und die beiden vermeintlichen Absteiger des letzten Jahres alles daran setzen, es diesmal „besser“ zu machen, findet Ole Gunnar Fidjestöl auch endlich mal heraus, das Titel verteidigen im Peru des 21,1-ten Jahrhunderts nicht drin ist. Wahnsinnserkenntnis, soviel Bewunderung muss sein. Jetzt geht’s für Alianza jedenfalls gegen mpax, die Wundertüte aus dem Sezierraum, auch bekannt als der Flummi vom Hörsaal 27, was nichts anderes bedeutet, als dass dieser Gegner nicht berechenbar ist. Mal besorgt er den entscheidenden Punktverlust der Konkurrenz und hält Alianza damit in der Liga, mal versaut er uns gnadenlos den
Saisonstart und lässt alle Zielsetzungen in sich zusammenstürzen wie ein Kartenhaus. Doch eines ist bei aller Unberechenbarkeit so sicher wie das Amen in der Kirche: Zeitungsartikel sind nicht seine Stärke. Der letzte Pressebericht des vermeintlichen Milliardenzockers (eine Pressemitteilung rückte ihn einst in die Nähe eines gewissen Jérôme Kerviel, Anm. d. Red.) datiert aus dem April 2013, und insgesamt stehen aus den letzten sechs Monaten gerade einmal zwei Berichte zu Buche. Das ist nicht Peru-like, das muss besser werden – auf geht’s, mpax! Bei Alianza trinkt man bis dahin noch ein paar Kännchen Pfefferminztee - der scheint Glück zu bringen...
In der Hölle von La Victoria herrschten gefühlte 80 Grad Celsius, als Sporting Cristal im Clásico die verdiente Abreibung bekam und das Team von Herbie wie ein Rudel geprügelter Hunde zurück ins eigene Stadtviertel trotten musste. Doch nun steht die erste Auswärtsreise der Saison an, und der Gegner ist kein geringerer als der zweimal-in-Folge-CL-Gewinner Coronel Bolognesi. Gegen Pepe und seine Pfefferminzjunkies sah Alianza in den letzten
Jahren auswärts nicht immer gut aus, seit dem 2:1 in der letzten Meistersaison gab es dort weder Punkt noch Tor zu holen. Eigentlich wollten wir an dieser Stelle den GröTaZ zu seiner Siegstrategie befragen, doch es scheint wieder mal die Sonne, da brauchen wir unser Glück gar nicht erst zu strapazieren – der GröTaZ liegt bestimmt wieder irgendwo im Liegestuhl, mit Blick aufs Meer und bester Laune. Da stört so ein kleiner, nerviger Journalist nur…
Die Sonne scheint nur einen winzigen Augenblick nicht über Lima, eine einzige Wolke schiebt sich davor und versenkt den Grill mit den Lamasteaks und den Meerschweinchen am Spieß in tiefstem Schatten – ein Moment nur, und schon greift der GröTaZ zum Diktiergerät und diktiert seinem Redakteur den nächsten Artikel. Denn jeden Moment könnte die Sonne wieder hervorkommen und dann wäre die Arbeitszeit auch schon wieder beendet. Sporting Cristal wolle
man nicht nur schlagen, man müsse sogar. Schließlich sei der Clásico nicht irgendein Fußballspiel. „Dazu wollen wir folgende Strategie einsetzen: Zuerst schießen wir ein Tor, und dann warten wir, was der Gegner macht, und wenn der dann…“ Nun, es kam, wie es kommen musste, eine Wolke macht eben noch keinen Sonnenschutz. Die Sonne scheint wieder und der GröTaZ hat besseres zu tun. Nun dann, hoffen wir das beste und üben uns in Geduld.