Die Kolumne ist verwaist, Fernando Z. verlässt nach langen und guten Jahren die Liga und die Lutscheritis (= der Wunsch, pike Rüschenkleidchen zu tragen)hat Peru heimgesucht – es sind wahrlich eine ganze Menge Gründe, durch die pepe33’s Ankündigung, Peru zu verlassen, logisch erscheint. Tatsächlich ist es jedoch die pure Angst, die ihn treibt. Mit falschen Anschuldigungen lässt die oberste Staatspolizei aus dem fernen Lima sämtliche Pfefferminzimporteure des Landes hinter Gittern verschwinden, um Aufgussgetränken aus der heimischen
Koka-Pflanze wieder einen höheren Marktanteil zu sichern. Und während es derzeit noch „nur“ die Importeure trifft, könnten schon bald auch die Trinker des „kapitalistischen Ausbeutergetränks“ auf der schwarzen Liste stehen. Unterdessen leckt Domingo Zhait Raez desillusioniert seine Wunden – hatte er doch tatsächlich geglaubt, die Saison erfolgreich beenden zu können. Stattdessen folgt er nun Alianza Lima ins graue Mittelmaß, wo am Ende des Jahres eine ganz besondere Trophäe warten könnte: Die sagenumwobene GOLDENE ANANAS!
„Abstiegsangst? So etwas kenne ich gar nicht! Wir wollen mit aller Macht Platz zwei!“ Trainerlegende Florian Markert war nach dem furiosen Wochenende mit zwei klaren Siegen endlich wieder obenauf. Die traumatischen Erfahrungen des Vorjahres, als man trotz Tabellenführung und gigantischen konditionellen Reserven in der Rückrunde durchgereicht wurde und fast abgestiegen wäre, scheinen endlich verarbeitet. Der Bick
schweift wieder gen Himmel. Nun gut, CNI dürfte man nicht mehr abfangen können. Aber Platz zwei ist noch nicht verloren – und genau da will der viermalige Meister hin. Notwendige Voraussetzung: Fünf Siege aus den nächsten sechs Spielen. Realistisch oder nicht? Nun ja, Markert ist seit langem für seinen Größenwahn bekannt. Und wenn Alianza am Ende Vierter ist, kann (und sollte) man eigentlich zufrieden sein…
Der Abstiegsplatz liegt zwar weiterhin nahe - viel zu nahe -, dennoch ist in Lima wieder Ruhe eingekehrt. Endlich hat die Konkurrenz mal wieder perfekt für Alianza gespielt. Und jetzt darf man womöglich auch noch dem columbiophilen Herrn Power dabei helfen, die Primera Division endlich verlassen zu dürfen - vermutlich tut man ihm damit tatsächlich einen Gefallen. Sportlich wäre es ein Verlust, schließlich hat M. Power aus einer bestenfalls mittelmäßigen Mannschaft zumindest vorübergehend echte Champions geformt - um dann bedauerlicherweise wieder der Weg zurück zum alten Format einzuschlagen. Allen Verdiensten zum Trotz: Für einen echten Peruaner ist es natürlich
schwer, solche antiperuanischen Anwandlungen nachzuvollziehen, wie sie M. Power beinahe wöchentlich in der Presse auswalzt. Schließlich lebt man doch als Peruaner mit großem Stolz im besten Land der Welt. Einem echten Multikultiland übrigens, neben Matetee und Kokablättern scheint sich mittlerweile auch der Pfefferminztee etabliert zu haben - zumindest im engeren Umfeld der Avenida Anorthosis Famagusta. Und neben die auf den Hochlagen der Anden schon lange üblichen Lama-Rodeos ist das Skispringen als beliebtester Bergvölkersport getreten. Bernat Sola ist übrigens KEIN Trainer eines Copa-Teams, vielleicht erklärt das seinen Mangel an Popularität in der spanischen Wiki-Community.
Klar, Sambia wegzuputzen hat nicht funktioniert, aber durch den unermesslich wichtigen Sieg in der Liga hat der GröTaZ zumindest zu 50% Recht behalten. Absteigen wird man wohl nicht, dafür hat die Mannschaft noch zu viel Potenzial. Es sei denn, man nimmt sich ein Beispiel an M. Power, der sich wiederum am Markert-Team der letzten Saison (bzw. der Rückrunde) ein Beispiel genommen hat. Unterdessen hat der norwegische Skisprung-Ex-Star
weiterhin die Nase vorn. Keiner weiß so recht, warum - aber in punkto Schadenfreude ist Fidjestöl schon jetzt ein ganz Großer, und in seiner Heimat fast so berühmt wie pepe33’s Leidenschaft für Pfefferminztee in Peru. Der einzige, der überhaupt nicht berühmt ist, ist Miccele. Der erinnert pressetechnisch doch verdächtig an einen gewissen Herrn Eberle. Ob das für Dr. Watson ausreichendes Beweismaterial ist...?
Was für eine Schande. Peru steht bei der WM vor dem Aus, und dann auch noch das: Alianza Lima, die Krone Perus, das ohne Zweifel beste und berühmteste Fussballteam der Welt, belegt einen schäbigen, geradezu katastrophalen elften Tabellenplatz - akute Abstiegsgefahr. Florian Markert ist eine lebende Legende, an ihm dürfte kaum zu rütteln sein. Doch das Präsidium gerät mittlerweile in arge Bedrängnis, erste Morddrohungen sollen für den Fall eines Abstiegs beim Vorstand eingegangen
sein.
„Alles nur Panikmache“ - so die lässige Antwort des GröTaZ, der in seiner namibischen Five-Star-Logde in mit keinem Gedanken bei solchen Horrorszenarien zu verweilen scheint. „Wir gewinnen ab jetzt einfach etwas öfter, dann sind wir am Saisonende wieder in der oberen Tabellenhälfte. Sicher, der Meisterzug ist abgefahren, aber alles andere lässt sich noch korrigieren. Heute wird erstmal Sambia weggeputzt, und dann sieht die Welt ganz schnell wieder anders aus.“
Heute sind es auf den Tag genau elf Jahre – elf Jahre, in denen Copa ein treuer Wegbegleiter war. Am 04.02.2000 war der GröTaZ erstmals für Alianza im Einsatz – am Ende stand die Vizemeisterschaft. Lang, lang ist’s her. Was hat der gute Herr Markert sich alles ausgemalt für diesen Ehrentag, der zudem auch noch genau auf einen Freitag fiel – es hätte ein wahrer Festtag werden können. Bis dieser Norweger kam! Ole Gunnar Fidjestöl, BIER- und
GLÜHWEIN-Preisträger und Erfinder unendlicher Weiten, hat alles versaut. Das ist schade, anders kann man es kaum sagen. Markert war es letztlich aber egal, eine große Party zum Elfjährigen durfte trotzdem nicht fehlen. Und sogar Fidjestöl war unter den geladenen Gästen. In Peru ist man eben nicht nachtragend, solange es fair zugeht. Und in dieser Hinsicht kann man dem Spielverderber Fidjestöl nun wirklich keinen Vorwurf machen. Daher noch einmal: Glückwunsch zum GLÜHWEIN!
Herr Markert, zunächst einmal Glückwunsch zum Gruppensieg. Wie fühlen Sie sich in diesem Moment, kurz nach der Krönung Ihres Teams zum amerikanischen Qualifikationsmeister?
Das ist toll! Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft is etwas ganz besonderes. Und sich dann auch noch als Gruppensieger zu qualifizieren, ist für uns etwas Wunderbares.
Brasilien machte zunächst wie erwartet ein gutes Spiel und hatte zahlreiche Chancen. Was war Ihrer Meinung nach der Wendepunkt in der Begegnung?
Zu Beginn des Spiels versuchten wir, unserer Linie treu zu bleiben, doch das hat sich als schwieriger herausgestellt als gedacht. Wir konnten irgendwann keine Geduld mehr zeigen. Das Toreschießen war einfach zu leicht geworden.
Alles schien auf ein Entscheidungsspiel gegen Kolumbien hinzudeuten. Hatten Sie sich darauf vorbereitet?
Nein. (lacht) Mir war klar, dass wir Brasilien vom Platz fegen würden. Zum Glück haben wir den Zuschauern aber zumindest zu Beginn die Illusion von Spannung bieten können.
In der 72. Minute lief ein enttäuschter brasilianischer Spieler wütend gestikulierend auf die peruanische Trainerbank zu, aber es gelang Ihnen, ihn mit einem gezielten Roundhouse-Kick zu stoppen. War das der Schlüsselmoment der Partie?
In wichtigen Spielen kann ein einziger Volltreffer den Unterschied ausmachen. Es war jedoch auch wichtig, keinen solchen Treffer abseits des Platzes zu kassieren, und ich bin sehr glücklich, dass uns das heute gelungen ist.
Gegen die Mexikaner hatten Sie mit ihrer Fokussierung auf das Heimspiel großen Anteil an der guten Ausgangsposition vor dem Brasilien-Spiel, und am finalen Doppelspieltag zeigten Sie erneut eine exzellente Trainerleistung. Was ist Ihr Geheimnis?
Es ist meine Aufgabe, gegnerische Strategien abzuwehren und mein Team davor zu beschützen, ins offene Messer zu laufen. Das mache ich in jedem Spiel. Ich gebe also alles, was ich kann, und versuche, mich ständig zu verbessern. Ich bin nicht vollständig mit meiner Leistung zufrieden, denn meines Erachtens muss ich mich weiter verbessern. Es hätten schließlich auch sechs Siege werden können. Und in der Liga stehen wir auch noch nicht ganz oben. Jetzt ist ja erstmal die Auslosung angesetzt, deshalb werde ich morgen zunächst zu meinem Klub zurückkehren, um wieder ins Training einzusteigen.
Perus Nationalteam hat das Qualifikationsturnier exzellent gemeistert und ist zum "Qualifier of the Year" gewählt worden. Kein anderer Qualifikant hat mehr Punkte sowie eine bessere Tordifferenz erreichen können. Sogar die Südafrikaner, die eine weitaus leichtere Gruppe hatten, mussten sich diesbezüglich hinter Ihnen einreihen. Welche Bedeutung hat diese Auszeichnung für Sie persönlich?
Ich freue mich, "Qualifier of the Year" zu sein, doch ich war nicht alleine an der Seitenlinie, und selbst gespielt habe ich auch nicht. Meine Trainerkollegen und
die ganze Mannschaft haben ebenfalls sehr gute Leistungen gezeigt. Deshalb möchte ich die damit verbundene Anerkennung auch hier und heute ausdrücklich mit ihnen teilen, denn sie gehört auch ihnen.
Vor fünf Jahren waren Sie bei der WM zwar dabei, mussten aber überraschend als Gruppenletzter schon nach der Vorrunde die Segel streichen. Heute gehen Sie wieder als Mitfavorit an den Start - bei Ihrer siebten WM-Teilnahme, wenn man Qualifikationsrunden einmal mitzählt. Wie gelingt es Ihnen, über einen so langen Zeitraum auf so hohem Niveau zu arbeiten?
Ja, ich war beim allen bisherigen Weltmeisterschaften dabei und habe die Glanzlichter des peruanischen Fussballs, aber auf seine schwärzesten Stunden miterlebt. Es ist ein Privileg, zur Nationalmannschaft zu gehören. Ich bin nicht der Einzige, der für den Fussball unseres Landes Geschichte schreiben möchte. Alle drei Trainer und auch alle Spieler in unserem Kader denken so. Wir sind sehr glücklich darüber, dies geschafft und zum wiederholten Mal einen Weltmeisterschaftteilnahme für Japan errungen zu haben.
Welche Lehren ziehen Sie aus dieser Qualifikationsrunde und aus der Leistung Ihres Teams?
Persönlich denke ich, dass unser Trainergespann noch mehr Erfahrung im Zusammenspiel sammeln und sich als Team weiter entwickeln muss. Aus diesem Grund ist dieser Sieg so wertvoll für mich und meine Trainerkollegen. Wir dürfen jetzt nicht aufhören und müssen diesen Weg weitergehen.
In den vergangenen Jahrzehnten hat Peru immer wieder große Nationaltrainer hervorgebracht. Es gab Nightwalker, Christian17 und Hardkore, zuletzt auch Dominik Nowak und Marcool, und natürlich an erster Stelle Sie selbst. Wie erklären Sie sich die gute Qualität der peruanischen Trainer?
Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Vielleicht liegt es an der Stärke der heimischen Liga, die inzwischen wieder zur weltweiten Elite gehört. Dadurch lernt man viel. In Europa steht taktisch und technisch hochklassiger Fußball derzeit nicht sehr hoch im Kurs, dort bevorzugt man seit Jahrzehnten die alte Kick-and-Rush-Spielweise. Deshalb versuche ich, mein Bestes zu geben, um zu beweisen, dass wir den alten Kontinent auch in den nächsten Jahrzehnten beständig hinter uns lassen können.
Nun ist Peru für Weltmeisterschaft in Namibia qualifiziert. Ist es Ihr Ziel, dort auch den Titel zu holen?
Der Fussball insbesondere in Neuseeland und China, aber auch im übrigen Südamerika entwickelt sich sehr schnell. Als Mannschaft müssen wir uns im Laufe dieses Wettbewerbs immer weiter entwickeln, um unseren Vorsprung zu bewahren. Auf diese Weise müssen wir auch nach dem Turnier weiter voranschreiten. Bei der Weltmeisterschaft treffen wir auf die Elite der anderen Kontinente, das ist toll. Aber nur wenn wir am Ende ganz oben stehen, wird auch der Rest der Welt endlich begreifen, wo der beste Fußball auf diesem Planeten gespielt wird.
Es ist zum Kopf-in-den-Sand-stecken. Alianza hängt im Tabellenkeller fest, und Perus Nationalteam ist bei der WM in Namibia nach nur einem Spiel vom Geheimfavoriten zum krassen Außenseiter geschrumpft. Gegen den Tabellennachbarn unter Trainer pepe33, der in gewisser Hinsicht Mitschuld an dem miesen WM-Start trägt (jaja, die Auslosung war Schuld - da hilft auch der eigens eingeflogene Mentaltrainer nix), muss nun unbedingt ein Sieg her. Ansonsten bleibt für den Rest der Saison wohl wieder nur der panische Kampf gegen den totalen Absturz. Markert ist erneut an mehreren Fronten zu 100% gefordert – und hatte daher keine Zeit für ein Interview. Mal sehen, ob sich das bald wieder ändert…
Ach wie niedlich: M.Power fühlt sich allein und vergessen. Nicht einmal die Reporter belästigen ihn mehr. Kann man noch tiefer fallen? Klar, Adlem hat es ja beeindruckend vorgemacht und den Rekordmeister im Nirvana versenkt. Aber M. Power sollte es sich im Nirgendwo nicht allzu bequem machen. Alianza mag sich auf andere Spiele fokussieren und Markert von der WM abgelenkt sein, doch selbst mit halb angezogener Handbremse ist Alianza immer noch ein gewaltiger Panzer mit gigantischem Hubraum, den man bei voller Fahrt nur schwer bremsen kann. Ob der arme M. Power weiß, wie es geht? Wenn ja, könnte das seine Chance sein, endlich wieder auf sich aufmerksam zu machen. Wenn nicht - tja, dann wohl eher nicht...
Während ganz Peru der WM entgegenfiebert, kommt es in der Liga zum Gipfeltreffer der Nationaltrainer. Der Meister der vorletzten Saison (Alianza) empfängt den Meister der vorvorletzten Saison (Sport Coopsol). Nachdem die Primera División bisher in 18 Spielen ohne einen einzigen Auswärtspunkt geblieben ist, dürften Markert’s Mannen als leicht favorisiert gelten. Doch noch immer erinnert man sich schmerzlich an das entscheidende Spiel der letzten Saison, jenen Moment, der die Meisterträume jäh zum Zerplatzen brachte und in den Köpfen der Spieler ein Trauma erzeugte, das nicht nur zum totalen spielerischen Absturz führte, sondern beinahe sogar in der Segunda División geendet hätte. Oft genug war es in den vorangegangenen Jahren anders gelaufen und Alianza hatte Coopsol die ambitionierten Träume mit gnadenlosen Sechserpacks zerschossen. Nun also die Rache des Fernando Z., mit dem der
GröTaZ ansonsten ein recht entspanntes Verhältnis pflegt. „Da ist kein Groll, zumindest nicht von meiner Seite. Ich möchte die Gelegenheit daher auch nutzen, Fernando alles Gute zum 31. Geburtstag zu wünschen. Wir werden nach den Siegen in der WM-Qualifikation sicherlich noch eine Runde zusammen feiern“, versucht Markert dann auch die erhitzten Gemüter zu beruhigen. „Ich weiß aber auch: Die Fans sehen das möglicherweise ein bißchen anders. Ich kann nur hoffen, dass die gemeinsamen Erfolge mit der Selección ein wenig Gift rausnehmen, ansonsten könnte das am Freitag durchaus Tote geben!“ Die Coopsol-Anhänger sind also gewarnt, die Limaer Polizei ist ohnehin auf das Schlimmste vorbereitet. Und wenn doch alles friedlich verläuft? O-Ton Markert: „Dann gehe ich davon aus, dass wir klar gewonnen haben. Das wäre wahrhaft ein perfekter Tag, so darf es gerne kommen.“
Zwei Spieltage sind gespielt, und die Liga ist sozialistisch wie nie. Alle haben die gleiche Punktzahl auf dem Konto, keiner schert aus. Eigentlich kein schlechtes Zeichen, denn Alianza gehört zu den Teams mit den größten Reserven, aber auch gefährlich, denn von Platz 1 bis 12 ist alles drin. Wirklich alles? Nun ja, Trainer wie PillePalle haben eigentlich ein Abo darauf, hinter Alianza zu landen. Aber das Ziel heißt
ohnehin Meisterschaft. Welt-Meisterschaft! Dieser Titel fehlt dem GröTaZ nämlich noch in seiner sagenhaften Sammlung. Gemeinsam mit Fernando Zezezaroszezesaros und Butters soll der Titel mit einem Jahr Verspätung endlich – erstmals – nach Peru gehen. Dafür brauchen wir die Unterstützung der gesamten Liga. Also schreibt fleißig Artikel, dann verschont euch der Supersturm von Alianza vielleicht. Vielleicht…
Diesmal führt der Weg von ARRIBA ALIANZA in die Segunda División. Was ist geschehen? Ist Alianza Lima endlich abgestiegen? Oder ist die Vereinzeitung von Alianza Atlético aufgekauft worden? Weit gefehlt. In der ersten Liga ist so kurz nach Saisonstart einfach noch nichts passiert, was berochtswürdig wäre. In der Zweitklassigkeit trifft man hingegen auf einen alten Bekannten. Nein, nicht der gute alte Señor Alvarez Dalton, der hat den Aufstieg nach nur einem Spiel bereits wieder vergeigt, jedenfalls sofern ihm nicht wieder mal ein Wunder gelingt. Der Star des heutigen Berichts ist jedoch ein ganz anderer: Juary. Zu schlecht für die erste Liga, zu gut für die zweite - sein Team Universitario ist quasi der VfL Bochum Perus! Drei Aufstiegen stehen vier Abstiege gegenüber.
Gleich zweimal gelang dabei der direkte Wiederaufstieg. Nur einmal musste La U nachsitzen, als das Team unter - na klar! - Juary „nur“ Dritter wurde und erst ein Jahr später als souveräner Zweitligameister wieder nach oben durfte. Natürlich nur, um gleich wieder abzusteigen. Letztes Jahr noch von Alianza Lima besiegt, muss sich das Team nun wieder mit Alianza Atlético messen. Nach diversen Eskapaden wurde Juary zwar entlassen, bevor der Abstieg amtlich wurde, doch mittlerweile hat sich das Präsidium offenbar eines besseren besonnen: Einen Trainer, für den die zweite Liga nur Durchgangsstation ist, kann man sich doch als wiederaufstiegswilliger Absteiger nur wünschen. Dann klappt’s nächstes Jahr auch wieder mit den Duellen gegen das richtige Team mit Namen Alianza. Go for it, Juary!
Eine verkorkste Saison ist vorbei, nun stehen Alianza wieder zwei gute Jahre bevor. So zumindest lässt es die jüngere Geschichte der Tabellenplätze erwarten. Und so sehen es auch die Kollegen: Fünf von neun Befragten sehen ins Alianza den Topanwärter auf die Meisterschaft. Rechnet man Markert selbst hinzu, kommt man auf stattliche 60%. Fast so gut wie die Oddsetquote von vor einem halben Jahr - und da wurde Alianza bekanntlich Siebter. Was das nun abschließend für die Chancen in Saison 31 bedeutet, bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist erstmal nur, das Auftaktspiel zu gewinnen. Gelingt das, ist alles weitere nur noch eine Frage weiterer Siege.
Die gute Nachricht: Alianza Lima ist gerettet, der Abstieg ist dank der Konditionsschwäche von Universidad San Marcos kein Thema mehr. Die schlechte Nachricht: Wenn der Klassenerhalt schon ein Grund zum Jubeln ist, verheißt das nichts Gutes für den Zustand der Mannschaft und den Seelenzustand der Fans. Zum Ende der Hinrunde war man noch der sichere Titelverteidiger, und jetzt wird man die Saison voraussichtlich auf Rang acht oder neun beenden - ein weiterer Vereinsminusrekord!
Was verspricht in dieser Situation Trost? Nun ja, vielleicht die Tatsache, dass Alianza bis Weihnachten kein Heimspiel mehr verlieren wird. Denn immerhin das scheint sicher!
Seit sage und schreibe acht Spielen ist Alianza Lima nunmehr ohne Sieg - Vereinsminusrekord! Die 5:6-Heimpleite gegen den mutmaßlichen Sensationsmeister Sport Boys zeigte wieder einmal eindrucksvoll alle Schwächen einer Mannschaft auf, die wunderschönen Offensivfußball zeigen kann, dabei aber regelmäßig das Verteidigen vergisst. Doch ungeachtet aller Erklärungen: Das, was Alianza Lima seit Beginn der Rückrunde abliefert, ist eines amtierenden peruanischen Meisters völlig unwürdig. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass immerhin zwei von drei Oddset-Tippern auf eine erfolgreiche Titelverteidigung gesetzt hatten. Der Halbfinaleinzug in der Copa
Libertadores kann zwar noch immer ein klein wenig über die katastrophalen Ligaleistungen hinwegtrösten. Doch sollte nicht ganz schnell eine Kehrtwende gelingen, wird auch das nicht mehr reichen. Denn dann spielt der letzte Dino der Primera División plötzlich nur noch zweitklassig. Die konditionellen Reserven sind sinnlos verschleudert worden und selbst bis vor kurzem bereits abgeschriebene Teams wie UNM San Marcos sind - nicht zuletzt dank eines 5:4 bei Alianza - wieder mitten drin im Rennen um den Klassenerhalt. Eigene Dummheit, könnte man sagen. Trotzdem, so einfach darf man es sich nicht machen. Dafür geht es um zuviel Tradition, man möchte fast sagen, um zuviel peruanisches Herz!
Der Super-GAU ist da. Mit nur einem Punkt aus den letzten sechs Spielen trudelt der Titelverteidiger und einstige Topfavorit Alianza Lima scheinbar unaufhaltsam der Segunda División entgegen. GröTaZ Florian Markert wirkt auf der Trainerbank zunehmend ratlos. Was ist bloß in so kurzer Zeit mit jener Mannschaft geschehen, die die Hinrunde so souverän dominiert hat und zwischenzeitlich mit den größten konditionellen Reserven der gesamten Liga ünf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten erspielt hatte? Nun gilt es für die Spieler, endlich wieder Charakter zu zeigen und sich am eigenen Schopf aus der bereits bis zum Kinn reichenden Lamascheiße zu ziehen. Denn nur dann bleibt Alianza
überlebensfähig. Der Etat, mit dem die Mannschaft die Krone in der Königsklasse, der Copa Libertadores attackiert hatte (und immerhin das Halbfinale erreichte), ist in der Zweitklassigkeit nicht bezahlbar – auch wenn ca. 70% des gesamten Jahresetats für das Gehalt des alles überragenden Mannes auf der Trainerbank draufgehen. Auf den könnte man jedoch auch in Liga 2 kaum verzichten, zu wichtig ist Markert für den gesamten Verein, für Fans, Spieler, Mannschaftsbetreuer und Präsidium. Eine echte Ikone, die jedoch völlig unvermittelt Rost angesetzt hat. Den gilt es zu entfernen, damit wir wieder mit breiter Brust ARRIBA ALIANZA ins weite Runde des Estadio Alejandro Villanueva schmettern können!