Wie jeden Montagmorgen sitzt Anders Quälixson, der alte Grummelbart, auf seiner Terrasse an der Gracht von Zwolle. Wie jeden Montagmorgen beginnt er den Tag mit einem Porn Star Martini und dieses Mal genießt er ihn besonders.
Zwei knappe Heimsiege, unter anderem gegen den amtierenden Meister aus Arnheim und ein unglückliches 1 – 1 gegen Ajax, die sich doch entschlossen haben, wieder Tore zu schießen. Eigentlich war man in Zwolle der festen
Überzeugung, die Mannschaft aus Amsterdam im Puff von De Walletjes anzutreffen. Aber Schwamm drüber, trotz allem grüßt man von der Tabellenspitze, wenn auch nur einen Punkt vor Willem II Tilburg.
Kommenden Spieltag stehen wieder drei Spiele an. Wieder zwei Heimspiele und sogar dreimal gegen reale Trainer. Da möchte Anders auf jeden Fall weiter in Feierlaune bleiben und Bert muss für ordentlich Nachschub an Zutaten für den perfekten Porn Star Martini sorgen.
Nachdem sich Langzeit-Ajax-Trainer Patrasso in der nahen Vergangenheit den ein oder anderen Fehltritt geleistet hat - unter anderem wurde er in der Nacht vor dem Spieltag in De Walletjes nicht nur gesehen sondern auch von der Yellow Press dort abgelichtet - wurde er eigentlich vorerst freigestellt.
Nachdem die ersten beiden Spieltage ohne Patrasso doch nicht ganz nach Wunsch für Ajax gelaufen waren, holte ihn Präsident van de Cock doch wieder zurück auf die Trainerbank.
Patrasso gelobte Besserung (zumindest gehe er nicht mehr vor dem Spieltag ins Puff) und van de Cock schickte liebe Grüße und eine Klagsdrohung an die Presse.
Die Rückkehr zeigte schon Wirkung, Ajax wanderte vom Tabellenkeller vorerst mal Richtung Mittelfeld.
Zwei Heimsiege und ein unnötiges 0 – 1 gegen das trainerlose Feyenoord sind die Ausbeute von Zwolle im letzten ZAT. Damit liegt man immer noch auf Platz 3 nach der hälfte der Hinrunde.
Nun stehen wieder zwei Heimspiele auf dem Programm. Unter anderem gegen den amtierenden Meister aus Arnheim, der nur einen Punkt hinter Quälixsons Zwolle liegt.
Ansonsten scheint die Eredivisie einen stillen Tod zu sterben. Drei Vereine ohne Trainer. Keiner der „noch“ vorhandenen Trainer schreibt in der niederländischen Zeitung. Es herrscht Stille im Blätterwald und Resignation in der Liga.
Nach unzähligen Taktikbesprechungen, Videoanalysen und Trainingssessions rief Anders seine Mannschaft zusammen.
Die Stimmung war gut. Die Sonne war raus. Irgendwo zwitscherte wieder dieser Vogel.
„Jungs", rief Anders, die Mannschaft um sich geschart. „Morgen spielen wir gegen den Ersten der Tabelle. Gegen einen Trainer, dessen Name länger ist als unsere Taktikbesprechung."
Gelächter.
„pierluigicolina", murmelte er, den Namen rollend wie ein
schwieriges Wort auf einer Speisekarte, die er nicht bestellen wollte. „Pier-lui-gi-co-li-na."
„Wir sind Dritter. Wir haben Ajax geschlagen. Wir haben Groningen geschlagen. Wir haben gegen Utrecht…" — kurze Pause — „…wertvolle Erkenntnisse gewonnen."
Mehr Gelächter.
„Und gegen Willem II Tilburg?" Er hob den Finger. „Einfach kicken."
Bert, am Rand stehend, schloss kurz die Augen.
Aber er lächelte dabei.
Die Terrasse des Anders Quälixson. Spätnachmittag. Ein leichter Wind. Irgendwo zwitschert ein Vogel, der offensichtlich keine Ahnung hat, wie nah er dem Abgrund war.
Anders lehnt sich zurück, das kühle Glas in der Hand, der goldene Schaum des Porn Star Martini fängt das Sonnenlicht ein wie ein kleines, alkoholisches Wunder.
„Bert."
Bert, der Co-Trainer, sitzt ihm gegenüber und nickt vorsichtig. Er hat gelernt: Wenn Anders ruhig ist, kann das alles bedeuten.
„Wir haben Ajax
geschlagen."
„Ja, Anders."
„Mit 1-0."
„Ja, Anders."
„Und dann Groningen. 4-3. Auswärts."
„Dramatisch, aber ja."
Anders nimmt einen langen Schluck. Schliesst die Augen. Atmet durch die Nase.
„Bert, ich bin ein Genie."
Bert öffnet den Mund. Schliesst ihn wieder. Dann:
„Du hast die ganze Woche gesagt, wir sollen einfach… kicken."
„Genau." Anders tippt sich an die Schläfe. „Taktische Tiefe, die du noch nicht verstehst."
Was für ein Start. Zwei Spiele, 0-7 Tore, völlig verstörte Fans, ein ewig vor sich hin grummelnder Anders Quälixson und ein neuer Porn Star Martini Verbrauchs-Rekord an einem Wochenende.
So hatte sich das der Trainer von PEC nicht vorgestellt. „Ich dachte vor einem Vizemeister hat man Respekt und schießt uns hier nicht aus dem Stadion.“
An der Spitze der holländischen Liga steht jetzt ein
trainerloser Verein. Dabei ist Alkmaar doch so eine schöne Stadt. Sollte sich hier nicht ein neuer Trainer finden?
Anders nimmt seinen Co-Trainer Bert zur Seite. „Bert, jetzt geht es gegen diesen Putzverein Ajax. Gegen die müssen wir gewinnen. Falls nicht, stock schon mal die Porn Star Vorräte auf.“ Nachdem es auch in der Championsleague Qualifikation nicht besonders lief, ist trinken vielleicht die beste Alternative.
Platz 4 - ein überzeugender Heimsieg und keine Niederlage auswärts, stattdessen ein Punkt aus Rotterdam. Hup Groningen Hup! Trainer Future ist zufrieden:“Vor unseren tollen Fans spielen wir oft gut - aber auswärts nicht zu verlieren. Ein tolles Gefühl! Und das ganz ohne Fasanenbrause. Ich bin begeistert! Zur Belohnung fällt das Training heute aus - es geht mit dem Team ins Drie Gezusters!“.
Was soll es werden diese Saison? „Toller Fußball für die Fans, Spaß und kein Kontakt zur Abstiegszone.“ Succes!
Platz 4 ist es abschließend für den FC Groningen unter Neu-Trainer Future geworden - durchaus überraschend. Der Trainer hatte nach seiner erfolgreichen Station in England bei den Milton Keynes Dons lange pausiert. Was sagt der Trainer - wie sind die Erwatungen an die kommende Spielzeit? Future:“Moin! Zunächst einmal sind wir mit dem Verlauf der vergangenen Saison sehr zufrieden. Für die nächste Spielzeit muss man sehen: Wir sind nur ein kleiner Verein und wollen unseren Fans guten Fußball bieten. In diesem Sinne: Munter bleiben!“
Der ewige Zweite, Anders Quälison, ist diesmal zufrieden. Der fünfte Vizemeistertitel in Anders Copa Historie, fühlt sich für ihn trotzdem gut an.
Pfeife rauchend und seinen zweiten Porn Star Martini in der Hand, sitzt er auf der Terrasse seines Hauses an der Gracht von Zwolle und schaut den vorbeischwimmenden Enten zu. Sein Co-Trainer Bert hat ebenfalls gute Arbeit geleistet und den Zutaten Vorrat für seine Drinks großzügig
aufgestockt.
Für alle, die Anders Leidenschaft teilen wollen, hier das Rezept für seinen berühmten Pornstar Martini: Wodka (4 cl), Passoa (4 cl), Vanillesirup (1 cl), Champagner oder Prosecco (4 cl) (bei Anders immer nur billiger Prosecco von Aldi für 1,99 Euro), Limettensaft (halbe Limette), Passionsfrucht (2 Stück), Eiswürfel.
In diesem Sinne, Prost! Auf eine spannende Saison, voller Skandale, Intrigen, Freundschaften und Feiern.
Das Klemmbrett lag auf dem Tisch. Diesmal ohne Post-it.
Bert betrachtete es mit einem unguten Gefühl. Ein leeres Klemmbrett bei Anders war wie ein leerer Himmel vor einem Gewitter — technisch möglich, aber statistisch verdächtig.
Anders saß am Fenster. Kein Lineal. Kein Taschenrechner. Kein DIN-A3-Blatt.
Nur ein Pornstar Martini und ein Blick, der irgendwo zwischen tiefer Erleuchtung und akutem Schlafmangel lag.
„Wir haben’s geschafft", sagte er.
„Ja", sagte Bert vorsichtig.
„Platz drei. Gesichert. International. Fertig."
„Ja."
„Die letzten drei Spiele sind irrelevant."
„Technisch gesehen—"
„Bert." Anders drehte sich um.
„Weißt du, was das bedeutet?"
Bert wartete.
„Wir könnten theoretisch einfach… spielen."
Stille.
„Spielen", wiederholte Bert.
„Einfach so. Einfach elf Männer, ein Ball, ein Tor." Anders hob das Glas. „Anarchie."
Bert setzte sich langsam hin. „Das klingt fast normal."
„Ich weiß." Anders schüttelte den Kopf. „Es fühlt sich komisch an."
Auf dem Klemmbrett, am nächsten Morgen, ein letztes Post-it.
„Torkontingent: stabil. Moral: hoch. Martini-Vorräte: kritisch.
Priorität für diese Woche: Nachschub.
— A."
Darunter, in Berts Handschrift:
„Bereits bestellt. Ruh dich aus.
— B."
Neue Hoffnung mit eine Deutschem Erfolgstrainer der lange zeit von der Bildfläche verschwunden war. Jetzt gibt es einen neuen Versuch und wir wollen mal sehen wie es lauft. Nach dem jede menge verändert wurde in der Mannschaft will man in der Ersten Season nach der Veränderung nicht gleich nach den Sternen greifen sondern ein guten Platz belegen .Alles andere wäre in unsere Situation schwachsinnig. Die Jugend muss sinnvoll aufgebaut werden und die Älteren müssen den Jungen das beibringen was sie wissen müssen. Die Erfolge von damals sprechen für sich den mit dem SV Heerenveen haben wir einen 2 maligen Meister verpflichtet. Dann sehen wir mal wie es lauft
Wer hätte das gedacht, die Meisterschaft ist bis zum letzten Spieltag offen.. Platz 1 -3 und 57 -59 Punkte.. Wird es Arnheim, Ajax Amsterdam oder doch PEC Zwolle?
Egal wie diese Saison endet, es wird einen verdienten Meister geben! Alles in allem war es doch eine super Saison..
Business as usual hieß es für den FC Groningen beim letzten ZAT. Zwei - fast schone obligatorische - Auswärtsniederlagen folgte ein Heimsieg. Im Ergebnis macht das Platz 6 im gesicherten Mittelfeld.
Unserer fliegender Reporter, Ruud 11Ührtje, konnte den Trainer kurz befragen.
Ruud: „Hoe wilt u de zwakke prestaties in uitwedstrijden aanpakken?
Future: „Ich habe da eine Idee!“
Ruud:
„Laat ons alsjeblieft meegenieten.“
Future: „Wir werden uns taktisch anders aufstellen, zudem habe ich von der Insel Borkum eine Palette Fasanenbrause mitgebracht. Die werden wir uns vor dem Spiel in Zwolle reinorgeln, so dass die Spieler hoffentlich denken, sie seien im Drie Gezusters in Groningen und nicht in Zwolle.“
Ruud: „ Een interessante – zij het ongebruikelijke – tactiek. Veel succes!“
Das Klemmbrett lag auf dem Tisch. Bert hatte es hingelegt, bevor er ins Bett gegangen war, mit einem Post-it drauf: “TORKONTINGENT: KRITISCH. Schlaf gut.”
Anders schlief nicht.
Anders saß mit einem frischen Pornstar Martini, einem Lineal und einem Taschenrechner vor einem DIN-A3-Blatt, auf dem in der Mitte ein großer Kreis stand. Darunter hatte er geschrieben: „Der Ball."
Darum herum: Pfeile. Viele Pfeile. Alle zeigten vom Ball weg.
Um 23:15 Uhr rief er Bert an.
“Bert.”
“Anders, es ist fast Mitternacht.”
“Ich hab’s.” Eine Pause.
“Was hast du?”
“Die Taktik für die zwei Heimspiele.”
“Und?”
“Wir spielen mit dem Ball, aber ohne ihn zu benutzen.” Stille.
“Anders—”
“Hör zu. Wir haben den Ball. Wir halten den Ball. Wir lieben den Ball. Aber wir schießen ihn unter keinen Umständen aufs Tor. Der Gegner wird wahnsinnig. Irgendwann machen die aus Verzweiflung ein Eigentor. Zweimal. In beiden Spielen.”
“Das ist kein Fußball.”
“Das ist Psychologie, Bert.”
Am nächsten Morgen fand Bert ein zweites Post-it auf dem Klemmbrett.
„Tore durch Eigentor: 2 (geplant). Tore durch uns: 0 (ideal). Torkontingent gespart: 100%. — A."
Darunter, kleiner:
„Bitte Martini-Vorräte auffüllen. Die Vorbereitung war intensiv."
Bert kam mit einem Klemmbrett zurück ans Hausboot. Anders öffnete die Tür, Pornstar Martini in der Hand, Sonnenbrille auf – obwohl es bewölkt war.
“Platz 2”, sagte Bert stolz.
“Ich weiß.” Anders nippte. “Ich hab’s auf dem Telefon gesehen.”
“Ich habe drei Spiele gewonnen.”
“Ich weiß.”
“Als Coach.”
“Bert.” Anders hob die Hand. “Ich war dabei. Ich saß hier. Ich habe mitgefiebert.”
“Du hast geschlafen.”
“Ich habe meditiert.”
Bert legte das Klemmbrett auf den Tisch. Darauf stand in großen roten Buchstaben: TORKONTINGENT: KRITISCH.
“Wir haben noch neun Spiele”, sagte Bert. “Und noch ungefähr… 19 Tore übrig.”
Anders starrte auf das Blatt. Dann auf seinen Martini. Dann wieder auf das Blatt.
“19.”
“19.”
“Für neun
Spiele.”
“Ja.”
Eine lange Pause.
“Bert”, sagte Anders schließlich, “wir müssen defensiver spielen.”
“Das sagst du mir jetzt.”
“Wir spielen ab sofort 11-0-0-0.”
“Das ist kein System, das ist eine Menschenmauer.”
“Bert.” Anders stand auf, legte ihm die Hand auf die Schulter. “Du hast drei Spiele gewonnen. Das war schön. Jetzt ist die Erwachsenenzeit wieder da.”
Bert seufzte. “Und was machst du?”
Anders setzte sich wieder hin, griff zum Glas.
“Ich entwickle den Plan.”
“Und der wäre?”
“0:0. Neunmal. Wir gewinnen die Tabelle durch Disziplin, Moral und…” er dachte kurz nach, “…Langeweile. Der Gegner schläft ein. Wir auch. Aber wir schlafen strategisch ein.”
Bert öffnete den Mund. Schloss ihn wieder.
“Ich brauche auch einen Martini”, sagte er schließlich.
Anders lächelte. “Jetzt bist du ein Trainer.”
4:10:Tore - so lautet die Bilanz der letzten drei Spiele des FC Groningen. Zwei derbe 0:5 Auswärtsschlappen musste man dabei erdulden. Ajax Amsterdam und auch AZ Alkmaar waren in toller Form und mit viel Spielfreude versehen einfach nicht zu stoppen. Ein starker 4:0 Heimsieg konnte die Fans zumindest ein wenig besänftigen. Nun stehen wieder zwei Auswärtsspiele an und nur ein Heimspiel im Euroborg. Dennoch ist man in Groningen entspannt. „Wir stehen auf Platz 5 und haben noch alke Möglichkeiten, sind abervauch so nicht unzufrieden.“
Jeder Spieler hat die Möglichkeit Berichte für die Zeitung zu verfassen. Für jeden Bericht gibt es bis zu 0,3 Punkte auf das TK deiner Mannschaft.
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