Ein Bild der Verwüstung bot sich Maverick am Donnerstagmorgen auf dem Trainingsgelände. Was zunächst wie stumpfer Vandalismus aussah, schein etwas ganz anderes zu sein. Sofort griff der Coach zu seinem Mobiltelefon, doch noch bevor er eine Nummer wählen konnte, waren sie schon da, Agent Mulder und Agent Scully.
Gemeinsam nahm man das offensichtliche in Augenschein. Im Mittelkreis musste ein heftiges Feuer gewütet haben, keine Ahnung wie so ein heftiges Feuer auf so einer kleinen Fläche gebrannt hat. Agent Scully bückte sich - was sie getan hat, weiß Maverick nicht mehr, da seine Fantasie in diesem Moment mit ihm durchgegangen ist.
An beiden Sechzehnern wurde Früchte auf spitzen Stöcken aufgespießt. Melonen, Avocados, Zitronen und Limetten ergaben ein skurriles Bild. Auf eine Zitrone war ein lachender Smiley gemalt. Vermutlich mit der Asche aus dem Mittelkreis, warf Mulder ein. Doch niemand hörte ihm mehr zu, das in den Rasen gebrannte große A am Elfmeterpunkt hatte alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
"Das kann doch nur dieser El Campeche gewesen sein, der zelebriert immer noch seinen Derbysieg, aber jetzt ist er zu weit gegangen!" Mavericks Halsschlagader war auf ein beachtliches Maß angeschwollen. Doch Scully erläuterte sofort das es
sich bei dem A um das Symbol für Anarchie handeln würde und somit nichts aber auch gar nichts mit Atlas Guadalajara zu tun habe könne.
Plötzlich ein lauter Knall, das Tor hinter dem gegenüberliegenden Strafraum war in sich zusammengebrochen. Selten hätte ein Tor dem Spiel so gutgetan. Schnellen Schrittes schaute man sich den neuerlichen Schaden an, abertausend kleinste Löcher, wie von Nadeln herbeigeführt, zierten die Rest von Pfosten und Latte. Dazu Hundehaare, fein säuberlich ins Netz eingearbeitet. Eine mühevolle Kleinarbeit die unmöglich in einer Nacht ausgeführt worden sein kann.
"Mit nächtlicher Kleinarbeit kennen Sie sich doch aus, Agent Mulder", warf Scully herausfordernd ihrem Kollegen zu. Doch dieser hatte seine Aufmerksamkeit auf die Trainerbank gerichtet, dort thronte, sich die Pfoten leckend eine rabenschwarze Katze. Als die Gruppe zu ihr herüberblickte, schaute sie auf, hielt kurz den Blick stand und verschwand kurzerhand in den Katakomben.
"Die habe ich hier noch nie gesehen, so Maverick, aber eines ist sicher ich habe noch nie so früh am Tag einen Tequilla gebraucht!" Dem schloss sich Agent Mulder an, beide trotteten Richtung Kabine. Nur Agent Scully blieb in Gedanken versunken auf dem Rasen zurück.
Von unserem Korrespondenten, der Taschentücher im Dutzend kauft
¡Qué cabrones! Zwanzig Gegentore nach nur sechs Spieltagen – eine Zahl, die selbst hartgesottene Statistiker erblassen lässt. Ist das noch Fußball, oder hat sich hier kollektive Angst breitgemacht, garniert mit einer ordentlichen Portion Hass aus Monterrey? Die Tigres-Abwehr jedenfalls wirkt derzeit so löchrig wie Pepekes Alibi bei der letzten Fluchbattle-Anhörung.
Trainer Pepeke Guevara selbst pendelt inzwischen im Minutentakt zwischen Wut und Trauer. Seine Frau ist weg, seine Verteidigung ist weg, einzig treuer Begleiter bleibt die Tequila-Flasche auf dem Beifahrersitz. Bei der Pressekonferenz, das Hemd halb offen, die Augen glasig, brach es aus ihm heraus: "Ese Herbster, puta madre! Er ist ssschuld, dass mi mujer ist weg! Er nimm immer alles. Hund von arme fubini als SSSpion, dann meine Ehe kaputte, und jetzt auch noch zwanzig Tore kassiere. Qué más quieres, cabrón?!" Ein Assistent versuchte, ihm sanft das Tequilaglas zu entwenden.
„Au ab, pendejo.“ hallte es aus ihm heraus und spuckte dem Assistenten noch hinterher.
Und nun soll er der Scheinheiligkeit des ohne hin schon unglaubwürdigen Herbster glauben schenken? In dieser Minute? Es tue ihm Leid?! „No hombre! Ich glaube dir keine Wort. Meine Popoke komme nich mehr wieder. Ich gewinne keine Ssspiele mehr. Chinga tu madre, carbón!
Tabellenplatz 16, Frau weg, die halbe Liga gegen ihn verschworen – Pepeke fühlt sich, wie ein Mann, gegen den das ganze Universum eine Fluchschüssel angerührt hat. Und ausgerechnet jetzt, in dieser ohnehin schon desaströsen Situation, wartet der nächste Gegner: auswärts bei den UNAM Pumas. Das Studenten-Derby! Und Trainer Roquo, so gebildet er auch sein mag, ist beileibe nicht der zarteste Zeitgenosse auf der Trainerbank. Provoziert und aufgeladen wartet er auf die Antwort auf dem Platz. So hört man!
Während Pepeke den Weg zum Mercato antritt!
Verkäufer: Si señor! Pepeke: Limon y Tequila por favor!
Während er an einem ruhigen Sonntag etwas ausgeschlafen hatte und noch faul im Bett lag, war sein Liebster zu ihm ins Bett gehüpft. Herbster kraulte fubini's Kugelbauch und schaute gedankenverloren aus dem Fenster. Irgendwas lag in der Luft, als sein treuer Freund ihn immer wieder anstarrte. Herbster reagierte nicht und so wusste sich fubini nicht anders zu helfen, als ihn zu beißen. Erst leicht, dann immer fester klemmte er seine leicht verfaulten, abgestumpften Hundezähne in Herbster's rechte Hand, mit der er die Voodoo Puppe von Pepeke Guevara gestochen hatte.
"Auuu! Was soll das?! Warum guckst Du mich so an?" entfuhr es Herbster. fubini fokussierte ihn weiter und zog dabei seine nicht vorhandenen Hunde-Augenbrauen herunter um etwas böser zu wirken. Irgendwas wollte er ihm mitteilen. Er biss erneut zu, wenn man es denn beißen und nicht eher nagen nennen kann.
"Eyyy! Jetzt ist es aber gut!" mahnte Herbster, als er danach an der Stelle roch, die fubini "markiert" hatte. Da fuhr es in ihn: Der Geruch von Zitrone war immer noch da und Herbster sichtlich irritiert. Er musste an das Heimspiel gegen Pachuca denken. Die verschenkten Punkte haften ihm immer noch an. Jetzt hatte er verstanden, was sein kugelbäuchiger Vierbeiner ihm mitteilen wollte.
Das Spiel stand unmittelbar im Zusammenhang mit dem Fluch über Pepeke Guevera und wer etwas von Voodoo kennt, der weiß, dass damit auch immer Karma verbunden ist. Seit diesem Spieltag war irgendwas anders. Der Sieg über die urinierenden Tiger war zwar ein Fest, aber unterbewusst hatten sich Gewissensbisse in Herbster's Hirn gebrannt, die sich nun physisch in Form von fubini's Nagen manifestiert hatten.
Nach dem letzten Spieltag standen sie in der Tabelle nun alle beisammen: Don
Limòn, Monterrey, fubini wie gewohnt am Tabellenende und Pepeke Guevara ganz unten. Wer dabei wohl noch an Zufall denkt..
Herbster fühlte sich immer unwohler ob der Umstände. Seinen kleinen Vierbeiner in Pepeke's Küche geschickt, die Voodoo Puppe angefertigt zu haben und alles, was damit zusammenhing und natürlich die Sache mit der Zitrone. Pepeke hatte sein Fett weg bekommen für den Fluch aus der letzten Saison und Herbster wird das Karma wohl auch noch einholen, zumal er für die Trennung von Pepeke und seiner Frau verantwortlich ist.
"Ich hoffe, sie kommt wieder zu ihm zurück. Ich wollte ihn nicht so sehr verletzen. Jetzt fühle ich mich richtig schlecht."
Der komplette Sonntag war dahin und Herbster wurde eines sonnenklar: Man kann nicht Fluch mit Gegenfluch bekämpfen und dann hoffen, dass alles gut wird. Meister wird man so erst recht nicht. Das zu glauben, war ein Trugschluss. Er muss also anderweitig herausfinden, warum ihn seine Unfähigkeit auf dem amerikanischen Kontinent Titel zu gewinnen schon seitdem er dort Trainer ist, verfolgt. Der Schlüssel, diesen Bann zu durchbrechen, kann nicht im faulen Zauber liegen. Er muss in der Natur zu finden sein!
Und nachdem er, ständig von Gewissensbissen geplagt, mehrfach mit seinem mittlerweile inkontinenten Hund Gassi gegangen war und über seine Verfehlungen nachgedacht hatte, wollte er sein Karma zumindest ein kleines bisschen regulieren, bevor er einschlief - wohl wissend, dass Gott alles sieht und ihn für seine Spielchen noch zur Rechenschaft ziehen wird:
"Pepeke, es tut mir leid! Ich wollte Dich nicht verletzen. Ich schicke Dir und auch Popoke einen dicken Kuss!" sagte er, küsste fubini auf seinen Kugelbauch, ließ wie üblich nachts das Licht an und fiel ins Land der Träume..
Nachdem Pepeke Guevara sich ein gesamtes Wochenende mit Anna die Seele aus dem Leib beschäfftigt hat, musste er einsehen, dass dies nicht alles sein kann, was ein Leben als Startrainer zu bieten hatte. Da musste mehr sein. Mehr Erfolg, mehr Nervenkitzel, mehr Zittern am Rand, halt all die Gefühle, die nach einem Delirium Tremens im Körper eines Mannes vor sich gingen.
So fand sich die geistig lauwarme Anna urplötzlich alleine in einem viel zu kleinen und viel zu unaufgeräumten Schlafzimmer und kam nicht um die Frage herum, weshalb sie das alles gemacht hatte. Natürlich ging es um die beliebteste Liga in Mexiko, um diverse Trainer und Traineranwärter und
Traineranwärtergehilfen, und wenn man sich das Durcheinander in der Liga anschaute, dann musste ein Plan dahinterstecken, den so viel Chaos kann kein Zufall sein.
Der erfolgloseste Erfolgstrainer der Welt, der sich mit dem Hinterbein am Ohr kratzende fubini, überlegte derweil, wie er es vermeiden konnte, dass sein Team immer vom Tabellenende auf das Geschehen schauen musste. Vielleicht war an dem Voodoo-Kram ja doch etwas dran? Ein Geschmack von Zitrone lag in der Luft, der herbsten Zitrone, die er je geschmeckt hatte.
Von irgendwo kam ein Ball geflogen und die Aufmerksamkeit des Übungsleiters war verschwunden bzw. auf einen anderen Ball gelenkt, den er holte und wegwarf und holte und wegwarf. Da kann man ja auch nicht auf drei Punkte kommen...
Mexiko, dieses Land der grossen Träume und noch grösserer Cojones, hat ein neues Nationalgericht: Trainerchaos. Einer verwechselt Taktik mit Vorlesung, ein anderer übt sich als Reporter, ein dritter praktiziert abstossende Praktiken und Don Limòn bügelt seinen Anzug glatt.
Die Vernünftigen? Unklar. Sie sind wenige geworden in einer Liga, die ihre Blicke gern über den Horizont richtet. Und so taumelt die Liga durch ihre eigene Gegenwart: statt auf der Bank, lieber im Hörsaal. Statt an der Seitenlinie, lieber in längst vergangenen Romanzen schwelgend. Statt in der Kabine, am brauen einer
unappetitlichen, ja geradezu abstossenden Brühe. "In Mexiko scheint sich unter den Trainern eine merkwürdige Krankheit auszubreiten: die völlige Verwechslung von Fussball und Nebensache!", laviert die attraktive Zitrone, darüber erstaunt, dass die selbsternannten Startrainer, mittlerweile hinter dem umherstolpernden Pachuca CF liegen.
Das Verrückte daran ist doch vielmehr dass alle die Kontrolle behalten wollen. Wortführer, Meinungsmacher. Dabei ähnelt die mexikanische Liga derzeit vielmehr dem Ende der Sterne. Ridley Scott war offenbar als Praktikant hier. Düstere Aussichten für die kommenden Spieltage...
In Guadalajara weiß man inzwischen: Bei Atlas Guadalajara liegen Freudentaumel und Ernüchterung manchmal nur eine Woche auseinander. Vor heimischer Kulisse durfte El Campeche zunächst wieder die Mariachis bestellen. CF Querétaro wurde mit einem überzeugenden 3:0 nach Hause geschickt – drei Tore, drei Punkte und reichlich gute Laune rund um den Estadio Jalisco.
Doch kaum waren die Sombreros wieder geradegerückt, folgte die kalte Dusche. Bei Tlaxcala FC setzte es ein
deutliches 0:4. Die Reise ins fremde Stadion wurde damit eher zur mexikanischen Busfahrt des Grauens als zur nächsten Fiesta.
Trotzdem bleibt der Saisonstart von Atlas Guadalajara spannend. Die Mannschaft zeigt immer wieder, was in ihr steckt, muss ihre Auswärtsfahrten allerdings offenbar noch etwas besser organisieren. El Campeche wird daraus seine Lehren ziehen. Schließlich gilt in Mexiko: Eine Fiesta darf ruhig laut sein – aber irgendwann sollte man auch wieder sicher nach Hause kommen.
Da sitzt man also. Schwarzer Kaffee, Uni-Campus Mexiko-Stadt, dicker Schmöker aufgeschlagen, denn Pepeke meint aus dem fernen Nuevo León zu beurteilen, der gute Roquo, also meine Wenigkeit, müsse das Dasein, Siegen und Fluchen in Mexiko erst noch lernen! Recht hat der Mann! Wo lernt man besser als direkt aus dem prall gefüllten Kuriositätenkabinett der Primera División? Das Psychologie-Institut der UNAM mit ihrem neuen Musterstudenten bedankt sich entsprechend artig für dieses opulente Anschauungsmaterial der letzten Wochen zur Unterweisung ihres neuen Dirigenten. Nicht zuletzt blättert man die Zeitung durch und extrahiert dort pure akademische Erleuchtung:
* Fallstudie A: Herbster schleicht nachts über Friedhöfe, sammelt DNA mit Bio-Wattestäbchen und zersticht Voodoo-Puppen.
Erkenntnis: Friedhofserde auf dem Platz erfordert für Mexiko geweihte Alufolien-Schienbeinschoner statt Pressing.
++ Fallstudie B: Meistertrainer Pepeke ertrinkt in Tränen, während
Gattin Popoke das Weite mit den Nerven des Gatten im Gepäck sucht.
Erkenntnis: Akute Überreizung immer möglich in Mexiko. Trainiert wird also ab sofort nur noch im schallgedämmten Separee.
+++ Fallstudie C: Don Limón ertränkt den Frust in Don-Julio-Shots und fermentiertem Zitronenwahn.
Erkenntnis: Säure frisst potentiell die Taktik in Mexiko. Süße Bananen oder rohe Kartoffeln brauchts zur Nerven-Erdung immer fort.
Und die zusammenfassende Quintessenz für ZAT 4 (erstmal nach ZAT 3 durchatmen!):
Alufolie plus Separee minus Zitrone ergibt unsere finale Marschroute: Elf nervenfeste Aluhut-Agenten, die Chilisoßen-Dämpfe inhalieren und den Voodoo-Zirkus eiskalt zerlegen. Psychologisch unantastbar, taktisch pure Anarchie und wie jetzt bewiesen der direkte Weg nach oben.
Vorschau auf Vorlesung 2:
„Das Schweigen der Hunde – Warum fubini nicht mehr bellt und was Maverick im Bikini-Contest verloren hat.“ Kaffee leer. Vorlesung beendet!
Nach dem enttäuschenden letzten Wochenende hatte man sich beim Tlaxcala FC einiges vorgenommen. Grosse Worte wollte man im Vorfeld allerdings vermeiden – davon gewinnt man bekanntlich keine Fussballspiele.
Diesmal folgte die Antwort auf dem Platz. Zunächst gelang bei Santos Laguna ein überzeugender 3:1-Auswärtssieg, anschließend wurde Atlas Guadalajara vor heimischem Publikum mit 4:0 besiegt.
Sechs Punkte und
sieben erzielte Tore später sieht die Welt in Tlaxcala schon wieder deutlich freundlicher aus. In der Tabelle konnte sich die Mannschaft auf den siebten Platz verbessern und hat den Kontakt zur Spitzengruppe wiederhergestellt.
Trainer Juan Ladrón zeigte sich entsprechend zufrieden, mahnte aber zur Ruhe: „Letzte Woche waren wir nicht plötzlich eine schlechte Mannschaft – und diese Woche sind wir nicht plötzlich unschlagbar.“
Diese Woche war er mit Scheuklappen unterwegs, Maverick ist total dem Fitnesswahn erlegen. Jede freie Minute war er diese Woche auf dem Laufband. Ob es daran liegt das er immer noch hinter Scully her ist? Anzunehmen, aber selbst die wöchentliche Spieltags-Pressekonferenz übernahm Co-Trainer Markus Alvarez.
Jetzt rächt sich das ausschweifende Leben zu Beginn des Mexiko-Engagements. Es hat sich eine beachtliche Wampe gebildet, nicht nur das gute und reichhaltige mexikanische Essen, nein auch der Alkohol tat sein Übriges. "Erst nährt er und dann zehrt er"- wusste schon Oma-Maverick über das hochprozentige Teufelszeug zu sagen. Maverick will wieder in die Form des Sommers 2004 kommen, jenen Sommer, den er mit Sabrina verbrachte. Langes schwarzes Haar bis über den Po und dieser wurde in der engen Jeans sehr gut betont.
Ja und auch Sabrina sah ganz nett aus…
Tagträume auf dem Laufband sollte man unterlassen, zumal man sich furchtbar hinlegen kann, wenn die Gedanken zu erotischen Jugendabenteuern abschweifen. So hat Maverick nicht nur was für die Figur getan, sondern auch den ein oder anderen blauen Fleck mehr. Vielleicht sollte er es auch nicht übertreiben, den auch 2004 hatte er bereits einen Bauch. Dieser hat Sabrina aber nie abgeschreckt. Die besten Geräte stehen meist unterm Dach hat sie kokett gesagt. Was mag wohl aus ihr geworden sein? Nichts hat Bestand und so gilt die Konzentration wieder ganz Agent Scully. In Zitronensaft getränkte Voodoo-Puppen, von hundeähnlichen Kreaturen vollgesabbert, darum musste sich diese Woche Agent Mulder kümmern. Wobei der Verdacht naheliegt das er inzwischen keine X-Akten sondern XXX-Akten anlegt.
Eine Trendwende lässt beim Club América auf sich warten. Claudinos Mannschaft baut seine beiden Serien weiter aus: Auswärts folgt beim Pachuca CF mit 0:2 die dritte Saisonniederlage ohne eigenen Torerfolg. Und zuhause feiert sie den dritten Sieg ohne Gegentreffer mit 4:0 gegen den CD Guadalajara. Das bedeutet zwischenzeitlich Rang 6 als beste von insgesamt 8 Mannschaften mit ausgeglichenem Punktekonto. Apropos ausgeglichen: so präsentiert sich die gesamte Primers Division mit einer Differenz von nur x6 Punkten zwischen dem Tabellenersten und -letzten.
Nach einem ansprechendem Auftakt in der obersten Liga kommt nun die Ernüchterung.
Durch dei beiden knappen Niederlagen im 3. und 4. Spieltag, wurde der Tlaxcala FC in der Tabelle durchgereicht und liegt nun an drittletzter Stelle. Die Niederlagen sind umso bitterer, weil die entscheidenden Tore in beiden Spielen in der Nachspielzeit erzielt wurden.
Im Team bleibt man aber weiterhin optimistisch. Mit den vorderen Plätzen wurde ohnehin nicht gerechnet. Es ist nun wichtig aus den Fehlern zu lernen, damit man nicht wie eben sehr naiv in Konter kurz vor Schluss hineinläuft.
Während die treudoofe Anna ihre Zeit bei dem Versuch verschwendete, die Ursache für alle schwurbeligen Verwirrungen in Mexiko zu finden, lag tatsächlich die Lösung für Flüche und Verwünschungen, für Voodoo und mexican streetfood direkt vor ihrer Nase: Die Schuldigen schrieben einfach ihre Schuld in die nächstbeste Wochenpresse und ergötzten sich noch an ihren widernatürlichen Praktiken.
Der erfolgloseste Erfolgstrainer der Welt, der gegen Voodoo immune fubini wusste hingegen immer noch nicht, warum er in einer kleinen, aber dafür stinkigen Wohnung herumlief (die ihm deutlich größer erschien) und permanent das Bedürfnis hatte, sich die Genitalien mitsamt Testikeln zu lecken - und das trotz des Ekels, der ihn dabei teilweise überkam. Wobei er zugeben musste, dass ein leichtes Zitronenaroma durchaus dazu passte. Vielleicht noch ein 2018er Margaux im Blechnapf und das Leben wäre perfekt.
Nachdem die schüchterne, aber gut anzuschauende Anna von der Flucht der Schamanin Popoke
Guevarez gehört hatte, war ihre nächste Fahrt mit Günther, dem Treckerfahrer über die wilden und unbequemen Schotterpisten nach San Nicolás de los Garza, einem kleinen, aber dreckigen und völlig überschätzten Vorort von Monterrey, in dem der Club de Fútbol Tigres de la Universidad
Autónoma de Nuevo León sein Stadion zwischen leere Bierkisten und einen Berg abgeranztes Kokain gebaut hatte.
Die Pressekonferenz des Clubs geriet ein wenig außer Kontrolle, als der weniger gut anzuschauende Übungsleiter in Tränen ausbrach und irgendetwas über Voodoo, Guacamole und Ayahuasca stammelte. Anna stellte sich kurz nach dem Ende hinter das Vereinsheim und in der Tat trat der verhärmte und tottraurige Pepeke Guevara kurze Zeit später aus der Tür. Den Rock ein wenig höher zeigte die junge Dame dem emotional Gestressten die schönsten Ausschnitte, die sie zu bieten hatte und kaum eine Stunde später musste diese Artikel an genau dieser Stelle zensiert werden.
Von unserem Korrespondenten mit Sonnenbrand, Zitronenaroma und null Geduld für Ausreden
Naturgesetz Nummer eins im Fußball: Wer Meister wird, wird gejagt. Naturgesetz Nummer zwei, speziell für Nuevo León: Wer Nachbar von Herbster ist, wird nicht gejagt, sondern regelrecht angegeifert. Der gutmütige, fast schon zu friedfertige Pepeke Guevara darf das gerade wieder hautnah erleben.
Fangen wir mit dem Elefanten im Stadion an: 5:6 gegen Monterrey. Sechs Gegentore. Und jetzt, liebe Leser, die bittere Wahrheit hinter dem Debakel: Insider munkeln, Herbsters Fluch sei diesmal einfach stärker gewesen als der von Popoke Guevarez, der treuen Schamanin im Hause Guevara. Tupperdose mit Chilisoße schlägt eben Ayahuasca– so grausam ist der Voodoo-Markt manchmal. Die Früchte seiner dunklen Künste hat Herbster jedenfalls geerntet, und zwar reichlich.
Pepeke selbst, sichtlich gezeichnet, fand vor der Presse nur bittere Worte: "Órale! Ich sag's dir, dieser puta madre `erbster, der `at mas Ayahuasca im Blut als Kaffee am Morgen. Meine Popoke, die arme, hat alles reingeworfen, ¡hasta el alma!, aber gegen so viel maldad kann man nix machen. Bueno! Eso es como Tacos gegen `Bratwurst – manchmal gewinnt leider die Bratwurst."
Was uns zum eigentlichen Punkt bringt: Dieses Derby ist längst keine gewöhnliche Rivalität mehr. Celtic gegen Rangers? Ein laues Lüftchen. River gegen Boca? Ein Kindergeburtstag mit Konfetti. Gegen das, was sich zwischen Pepeke und Herbster abspielt – Flüche, Schamaninnen, entführte Hundehaare, Ayahuasca in der Fluchschüssel – wirken die größten Klassiker der Fußballwelt wie ein müder Fliegenschiss.
Und während Herbster fleißig an seiner Reputation herumretuschiert, sollte er sich fragen, warum sein Name auffällig oft fällt, wenn es um die Trennung von Pepeke und dessen Frau geht. Denn ja, es ist amtlich: Frau Guevara hat die Koffer gepackt und ist
gegangen – mutmaßlich mit im Gepäck: die letzten Nerven ihres Mannes.
Der sonst so gefasste Pepeke wurde bei der Pressekonferenz zum Häufchen Elend. Mit tränenverschmiertem Gesicht und zittriger Stimme schluchzte er ins Mikrofon: "Ay, mi amor! Waru` jetze, justo jetze, wo ich dih sso brauhe gegen diesse diablo `erbster?! ¡Mi corazón está gebrochen! Gebrochen, wie meine Abwehr beim 5:6!" Ein Assistent musste ihm eiligst ein Taschentuch reichen, ein zweiter hielt vorsorglich schon das dritte bereit. Die versammelte Presse blickte betreten zu Boden, ein Kamerateam soll sogar leise mitgeweint haben.
Ob es der Fluch war, der die Ehe zerrüttet hat, oder einfach zu viele durchwachte Nächte mit Fluchschüssel und Ayahuasca-Dämpfen?
Herbster selbst soll voller Zuversicht dem Spieltag entgegengefiebert haben, trotz angeblicher Gewissensbisse – schließlich sei er im Kern ja eine ehrliche Haut. Wer's glaubt, wird selig.
Ganz anders Don Limón: kein Hokuspokus, einfach ein sauberer 1:0-Sieg. Die Zitrone wurde statt in der Guacamole verwendet, diesmal ganz frisch mit ein paar Shots Don Julio verzerrt– verdient, hermano, absolut verdient.
Trainer Roquo von den UNAM Pumas verfolgt das ganze Spektakel derweil eher aus der Ferne – mit einem Käffchen und einem Buch, vermutlich. Während man sich in Nuevo León mit Ayahuasca, Fluchschüsseln und Scheidungsanwälten bombardiert, herrscht in Mexiko-Stadt gepflegte akademische Stille. Kein Wunder: Die Studenten im Norden lernen offenbar fleißiger – zumindest, wenn es ums Fluchen und Zitronenpressen geht. Eine Rivalität wie Tigres gegen Monterrey muss man sich eben verdienen, lieber Roquo, geschenkt gibt's die nicht.
Für die Studenten der Autónoma steht die Welt Kopf: Der letzte Tabellenplatz, eigentlich für Trainer Fubini reserviert, ist nun besetzt. Und apropos Fubini: Stille. Kein Bellen. Neue Taktik oder ernsthafter Grund zur Sorge?
Wild, wilder, Primera División. Private Fehden, saisonübergreifende Abrechnungen, Alkohol-, Sex- und Voodoo-Eskapaden. Mittendrin ein naiver Frischling einsames Männchen, das brav über Fussballresultate berichtet. Einfach verstörend. Sehr verstörend. Zu verstörend für Dugarry...
Und so trauert man im Norden DFs - da ein Penthouse mit Grill und Whirlpool in Pachuca de Soto schlicht nicht zu haben war - erstmal über den plötzlichen Herzinfarkt von Trainerass Dugarry. Eigentlich ein Copatador, der mit allen Wassern gewaschen schien. Legendenstatus. Taktikfuchs. Vorbild. Doch der mexikanische Fiebertraum auf Speed, war einfach zu viel. Umgeknickt, regungslos am Boden, tot. Und plötzlich läuft es für Cruz Azul besser denn je...
Während Taktikfanatiker und Fussballexperten darob rätseln, ist das für Don
Limòn alles andere als überraschend. "Wer um des Fussballs willen in Mexiko ist, zielt am Kern der Sache vorbei. Es könnte sich hier auch um Jockeys oder abgehalfterte Boxer handeln, ständig lechzend nach dem nächsten Punch, bzw. Kinnhaken.", referiert Don Limòn äusserst langatmig, bevor er sich erneut in Rage redet.
"Es kann doch nicht sein, dass sich hier Gerüchte von Spielabsprachen breit machen. Die Liga lebt schliesslich vom Exzess.", so Don Limòn, während er wild auf seinem Stuhl tippelt.
Um die sportlichen Erfolge nicht vollends zu vernachlässigen, sei an dieser Stelle noch maverick für den Einzug in die Copa Libertadores Gruppenphase gratuliert. Nicht umsonst liegt Mexiko weit abgeschlagen am Ende der CONMEBOL-Wertung, wenn Eitelkeiten und Säbelrasseln mehr Aficionados elektrisieren als sportliche Erfolge...
In Guadalajara liegen zwischen Fiesta und Kater manchmal nur 90 Minuten. Nach dem historischen Derby-Coup zum Saisonauftakt legte Atlas Guadalajara vor heimischer Kulisse gleich nach und bezwang Club América mit 1:0. Die roten und schwarzen Farben wurden erneut durch die Straßen getragen, während El Campeche einen weiteren Grund hatte, die Mariachis spielen zu lassen.
Doch dann ging es hinaus aus der Heimat – und dort wartete León AC mit deutlich weniger Feierlaune. 0:3 hieß es am Ende aus Sicht von Atlas. Die Party in
Guadalajara war damit fürs Erste beendet, der Tequila vielleicht noch nicht ganz aus dem Kopf.
Trotzdem: Der Saisonstart hat bereits gezeigt, dass Atlas Guadalajara mit den Großen des Landes mithalten kann. Ein Derby-Sieg, ein Erfolg gegen América und nun ein Dämpfer in León – El Campeche bekommt früh zu spüren, dass der mexikanische Fußball keine gemütliche Fiesta ist. In Guadalajara wird deshalb nicht gejammert. Die Gitarren werden gestimmt, die Sombreros gerichtet und die nächste Schlacht vorbereitet.
Die zweite Saison ist ja bekanntlich immer die schwerere für einen Neuling, und diese Weisheit bestätigt sich auch für Claudinos in seiner zweiten Spielzeit in Mexico. Nach einer krachenden 0:5-Schlappe zum Auftakt beim Puebla FC konnte Claudinos‘ Mannschaft zwar gegen Santos Laguna mit 3:0 gewinnen, doch auch in ihrem zweiten Auswärtsspiel gelang ihr kein Treffer, und so verlor man auch beim Aufsteiger Atlas Guadalajara unerwartet und knapp mit 0:1. Ein Ausrufezeichen setzte der Club dann im zweiten Heimspiel, in dem der Meister UANL Tigres klar mit 4:0 besiegt wurde – vielleicht ja ein gutes Omen für eine Trendwende.
Jeder Spieler hat die Möglichkeit Berichte für die Zeitung zu verfassen. Für jeden Bericht gibt es bis zu 0,3 Punkte auf das TK deiner Mannschaft.
Bonusstaffel:
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ab 250 Zeichen + 0,2 Punkte
ab 500 Zeichen + 0,3 Punkte
Werden pro Runde mehrere Berichte verfasst, wird nur der Erste vergütet.
Für jede Liga ist ein Kolumnist möglich, der regelmäßig Berichte zur Lage der Liga verfasst. Wenn Du Interesse daran hast, schicke eine kurze Mail ans CopaTeam.
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