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Operation Vampir gescheitert – Batman und Robin müssen zum Rapport
Die Schweizer Super League hat ein Problem. Während andernorts über Meisterschaften, Taktik und Tabellenplätze gesprochen wird, beschäftigt sich die Spitzengruppe inzwischen mit Vampiren, Werwölfen, Rasenrobotern und der Frage, ob ein 6:4 möglicherweise ein falsch herum gerechnetes 2:3 ist. Mittendrin steckt danfire, der sich als Robin eigentlich nur am Kampf gegen die dunklen Mächte beteiligen wollte und nun ausgerechnet bei Batman zum Rapport antreten muss.

Dabei klang die gemeinsame Operation zunächst durchaus vernünftig. Herbie hatte herausgefunden, dass bora milutinovic seine Kräfte angeblich aus normgerechten 3:0-Ergebnissen bezieht. Die Gegenmaßnahme war entsprechend einfach: keine 3:0 mehr, den Vampir aushungern und anschließend die Schweizer Meisterschaft wieder unter normalen Bedingungen austragen.

Danfire übernahm den praktischen Teil der Mission und reiste mit vier Toren im Gepäck nach St. Gallen. Eine durchaus großzügige Investition, schließlich kostete jeder Treffer 1,2 TK. Vier Tore auswärts gegen den amtierenden Meister – damit sollte sich doch etwas anfangen lassen.

Bora sah das offenbar anders.

Am Ende stand ein 6:4 auf der Anzeigetafel, Schaffhausen hatte seinen teuersten Auswärtsangriff der Saison hinter sich und der angeblich geschwächte Vampir wirkte plötzlich ausgesprochen lebendig. Während danfire die vier Tore und den damit verbundenen Kontoverlust betrachtete, versuchte bora bereits herauszufinden, wie aus dem 2:3 des Hinspiels ein 6:4 werden konnte.

Seine Berechnungen führten erwartungsgemäß zu keinem Ergebnis. Zwischen Taschenrechner, Zirkel und einem halben Fondue stellte der Bademeister fest, dass eine Verdopplung des Hinspielergebnisses eigentlich ein 4:6 ergeben müsste. Dass er trotzdem gewonnen hatte, konnte folglich nur an danfire liegen.

In Schaffhausen nahm man diese Erkenntnis mit Interesse zur Kenntnis. Wer vier Tore schießt und trotzdem verliert, möchte schließlich wenigstens erfahren, weshalb der Gegner anschließend eine mathematische Untersuchung einleitet.

Immerhin verlief der zweite Teil des ZAT deutlich erfreulicher. Gegen Grasshopper Zürich gelang ein knapper, aber äußerst wertvoller 1:0-Heimsieg. Nouri, der sich zuvor noch Gedanken darüber gemacht hatte, wie er seine Kräfte für den entscheidenden Saisonendspurt einteilen könnte, bekam damit eine überraschend praktische Antwort: Am besten spart man sich die Tore gleich vollständig.

Nach den beiden deutlichen Erfolgen der Grasshopper gegen Schaffhausen in der Hinrunde dürfte dieses 1:0 für danfire ohnehin eine besondere Genugtuung gewesen sein. Diesmal halfen Nouri weder seine fertige Terrasse noch die inzwischen wasserdichte Abdeckplane. Sein Sturm fand schlicht keinen Weg durch die Schaffhauser Defensive.

Der Nachbar brachte es später auf den Punkt: Auf Schaf reimt sich Tiefschlaf.

Nouri legte daraufhin seinen Stift weg. Ein ungewöhnlicher Vorgang für jemanden, der gerade angekündigt hatte, Herbie künftig in Versform antworten zu wollen.

Damit bleibt Schaffhausen auf Platz vier, weiterhin sechs Punkte hinter Tabellenführer Basel. Die Meisterschaft ist also keineswegs entschieden, auch wenn die jüngsten Ereignisse vermuten lassen, dass bis zum Saisonende möglicherweise mehr Energie für die Erklärung der Ergebnisse als für deren Zustandekommen benötigt wird.

Besonders Herbie scheint inzwischen vollständig in seiner neuen Rolle als Batman aufgegangen zu sein. Nachdem Nouri die ursprünglich vorgesehene Rollenverteilung kurzerhand umgedreht hatte, akzeptierte der Basler Trainer seine Beförderung zum dunklen Ritter mit sichtlicher Begeisterung. Robin darf derweil weiter auf dem Schaffhauser Deich nach dem Rechten

sehen.

Dass Herbie selbst zuletzt mit 0:5 in Bern unterging, scheint seiner neuen Autorität keinen Abbruch getan zu haben. Im Gegenteil: Batman hat bereits angekündigt, mit Robin nach dem nächsten Spiel über dessen gescheiterten Einsatz gegen den St. Gallener Vampir sprechen zu wollen.

Eine bemerkenswerte Konstellation. Während Robin immerhin vier Tore gegen das vermeintliche Ungeheuer erzielte, musste Batman in Bern fünf Gegentreffer hinnehmen, ohne selbst einen einzigen Treffer beizusteuern. Vielleicht sollte man vor der Nachbesprechung deshalb klären, wer hier eigentlich wem die Einsatzberichte erklären muss.

Am kommenden ZAT treffen beide nun unmittelbar aufeinander. Basel gegen Schaffhausen. Batman empfängt Robin.

Herbie kann diesmal nicht auf seinen Mähbie zurückgreifen, der sich weiterhin in Überarbeitung befindet. Angesichts der jüngsten Softwareprobleme dürfte das sogar ein Vorteil sein. Schließlich hatte das Gerät bereits Schwierigkeiten mit Nouris Rollrasen, und inzwischen kursieren Gerüchte, dass es bei Vollmond als Liegewiesen-Werwolf durch die Schweiz streift.

In Schaffhausen wird diese Entwicklung gelassen verfolgt. Die Schafe haben sich längst an ungewöhnliche Besucher gewöhnt. Solange der Mähbie nicht anfängt, selbst Fußball zu spielen oder die Eckfahnen zu fressen, besteht kein Anlass zur Beunruhigung.

Vor dem Duell in Basel gibt es allerdings noch eine andere Angelegenheit zu klären. Nouri hat in seiner wiederbelebten Schweizer Kolumne die zweite eidgenössische Volksabstimmung ausgerufen. Diesmal geht es um die befristete Aufhebung der Neutralität während der Champions League, damit die Schweiz ihren letzten verbliebenen Vertreter Basel unterstützen kann.

Eine durchaus interessante Frage. Schließlich könnte man argumentieren, dass jeder internationale Erfolg Herbies auch dessen Selbstbewusstsein im nationalen Titelkampf stärkt. Andererseits sollte man die Sache nicht unnötig komplizieren. Wer international die Schweiz vertritt, darf dort ruhig gewinnen. In der heimischen Liga sieht die Angelegenheit selbstverständlich anders aus.

Deshalb fällt die Schaffhauser Entscheidung eindeutig aus:

Eidgenössische Abstimmung vom ZAT 11

Bundesbeschluss über die befristete Aufhebung der Neutralität

Geltungsbereich: Champions League, befristet bis zum Finale am 13. November.

- [X] JA
- [ ] NEIN

Schaffhausen unterstützt den FC Basel auf internationaler Bühne. Schließlich gehört sich das unter Schweizer Vereinen so, selbst wenn deren Trainer gelegentlich mit Rasenrobotern experimentieren und sich für Batman halten.

Diese Solidarität endet allerdings pünktlich mit dem Anpfiff des nächsten Ligaspiels.

Denn dort wird sich zeigen, ob Batman tatsächlich die richtigen Antworten auf die dunklen Mächte der Super League gefunden hat oder ob Robin seinem vermeintlichen Vorgesetzten erst einmal erklären muss, wie man ohne technische Hilfsmittel auf Torejagd geht.

Herbie hat für das bevorstehende Duell bereits ein Gedicht verfasst. Fünf Strophen sollten es sein, um bora nicht mit drei Strophen zusätzliche Energie zu liefern. Nouri wollte ebenfalls reimen, gab nach dem Hinweis auf seinen torlosen Sturm gegen Schaffhausen allerdings auf.

Danfire hält sich deshalb lieber an eine deutlich einfachere Form der Lyrik:

Der Vampir lacht, der Mähbie ruht,
der Baumeister verlor den Mut.
Batman wartet, Robin kommt,
mal sehen, wem das Spiel dann frommt.

Und weil Herbie zuletzt ausdrücklich davor warnte, den Vampir mit Dreierkombinationen zu füttern, bleibt es vorsichtshalber bei vier Zeilen.

Man muss bora schließlich nicht auch noch beim Lesen satt machen.
22.10.2026 20:41 - danfire - FC Schaffhausen (0.3 TK)
 


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