Nouri hat reagiert. Und ehrlich gesagt: Genau das macht inzwischen richtig Spaß.
Denn was da gerade zwischen der österreichischen und der Schweizer Landeszeitung entsteht, ist eigentlich genau das, was eine Copa-Zeitung ausmacht. Einer wirft einen Seitenhieb, der andere legt nach, irgendwo wird eine Volksabstimmung gestartet und am Ende diskutieren wir ernsthaft darüber, ob die Schweiz eigentlich neutral ist. Herrlich.
Nouri hat nun jedenfalls klargestellt, dass die Kolumne gar nicht Nouri gehört. Sie schreibt sich offenbar selbst. Die Schweiz schreibt. Die Schweiz stimmt ab. Die Schweiz zählt Würfel. Und wenn irgendwo ein kleiner Seitenhieb Richtung Österreich fliegt, war es vermutlich einfach die Schweizer Neutralität, die kurz die Kontrolle verloren hat.
Auch der Vorwurf, Ried würde die Schweiz beschäftigen, wurde elegant zurückgewiesen. Ried kam schließlich nur einmal vor. In der Schweiz nennt man das „Erwähnung“. In Österreich nennt man es vermutlich den Moment, in dem jemand unbedingt erklären möchte, warum er sich eigentlich gar nicht für Österreich interessiert.
Besonders gefällt uns jedoch Nouris eigene Definition: Kein Österreich-Problem, sondern ein Österreich-Thema. Das klingt beruhigend. Fast so beruhigend wie „Ich bin völlig neutral“, nachdem man gerade einen ganzen Artikel über
den Nachbarn geschrieben hat.
Und genau deshalb darf das ruhig so weitergehen. Ganz ehrlich: Ich finde die neue Schweizer Kolumne großartig. Nicht weil sie Österreich schont – ganz im Gegenteil. Sondern weil plötzlich wieder Leben in die Zeitungslandschaft kommt. Kleine Spitzen, Gegenangriffe, Abstimmungen und jetzt sogar eine Diskussion über die korrekte Auslegung der Schweizer Neutralität. So darf eine Liga ruhig miteinander umgehen.
Bei der Abstimmung wollen wir natürlich nicht vorgreifen. Zwei Nein, null Ja – die Schweiz darf weiter abstimmen, zählen und sich völlig neutral darüber freuen, dass Österreich offenbar auch an der Schweizer Urne genügend Gesprächsstoff liefert.
Was den Würfel betrifft, hat Nouri natürlich recht: Sechs Seiten. Nicht beschriftet, nur gezählt. Wir wollen schließlich nicht den Eindruck erwecken, die Schweiz würde bei einem Zufallsereignis Einfluss nehmen.
Das wäre ja völlig unneutral.
Der SV Ried wird jedenfalls weiterhin aufmerksam beobachten, wie wenig Österreich-Thema in der Schweiz noch übrig bleibt. Bei der derzeitigen Frequenz dürfte es dafür allerdings noch eine Weile reichen.
Und falls die Schweiz irgendwann tatsächlich wieder über die Schweiz schreiben möchte: Wir versprechen, nicht dazwischenzureden.
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