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DIN ISO H3A0 bestanden – nur Herbie hat das Ergebnis falsch herum gelesen
Man muss Herbie eines lassen: Wenn er sich etwas vornimmt, wird es gründlich vorbereitet. Nachdem der Basler Trainer den Schaffhauser Platz zuletzt als 120 Meter langen und 20 Meter breiten Deich mit frei laufenden Schafen beschrieben hatte, wollte er diesmal nichts dem Zufall überlassen. Der Mähbie blieb angesichts der beweglichen Hindernisse besser außen vor, stattdessen sollte eine nach deutscher DIN ISO H3A0 zertifizierte Vereinbarung endlich für klare Verhältnisse sorgen.

Und tatsächlich: Es funktionierte.

90 Minuten später stand ein blitzsauberes 3:0 auf der Anzeigetafel. Keine geometrische Abweichung, kein 3:2, kein 4:3, keine Destabilisierung der Matrix. Selbst bora milutinovic hätte das Ergebnis vermutlich mit Badelatschen und Rettungsring sofort abgenommen.

Es gab lediglich ein kleines Problem.
Die drei Tore standen bei Schaffhausen.

Damit dürfte endgültig geklärt sein, dass der Schaffhauser Deich sehr wohl normgerecht bespielbar ist. Die Schafe hielten offenbar ausreichend Sicherheitsabstand, sämtliche Linien blieben während der Partie an ihrem vorgesehenen Platz und auch die Tore standen nach Abpfiff noch dort, wo sie vor dem Spiel aufgebaut worden waren. Herbies Befürchtung, der Mähbie könne unter diesen Bedingungen verwirrt werden, war also vollkommen unbegründet.

Verwirrt wirkte an diesem Abend höchstens Basel.

Besonders bitter für Herbie: Noch vor wenigen Tagen hatte er selbst erklärt, ein 0:3 in Schaffhausen würde wunderbar in die Schweizer Matrix passen. danfire zeigte sich ausgesprochen kooperativ und lieferte exakt dieses Resultat – lediglich aus Sicht des FC Basel gelesen.

Mehr Entgegenkommen kann man von einem Gastgeber kaum verlangen.

Auch bora dürfte zunächst zufrieden gewesen sein. Schließlich hatte er wochenlang gepredigt, niemals von der 3:0-Theorie abzuweichen. Schaffhausen nahm diese Mahnung offenbar ernst und produzierte an diesem ZAT sogar zwei vollständig normgerechte 3:0-Ergebnisse.

Nach dem Sieg gegen Basel folgte in Luzern nämlich gleich das nächste.
Diesmal allerdings ebenfalls aus Sicht des Heimvereins.

Vielleicht liegt genau darin die bislang übersehene Schwäche von boras Theorie: Sie definiert zwar sehr präzise das gewünschte Ergebnis, lässt aber vollkommen offen, wer die drei Tore schießen soll.

Für eine Theorie, auf der inzwischen offenbar die Statik der gesamten Schweizer Super League beruht, ist das eine erstaunlich große Regelungslücke.

Schaffhausen ließ sich davon jedenfalls nicht irritieren. Nach dem 0:3 in Luzern ging es zurück auf den heimischen Deich, wo die Young Boys aus Bern vorbeischauten. Und dort war dann plötzlich Schluss mit der Norm.

3:0 für Schaffhausen. Schon wieder.

Damit endete der ZAT mit sechs Punkten aus drei Spielen, sechs eigenen Toren, drei Gegentreffern und einem weiterhin

erstaunlich stabilen achten Tabellenplatz. Noch wichtiger für die Wissenschaft: Von den drei Schaffhauser Partien endeten sämtliche exakt 3:0.

Wenn irgendwo in der Schweiz an diesem Wochenende die Matrix stabilisiert wurde, dann offensichtlich in Schaffhausen.

Das Problem sitzt inzwischen eher in St. Gallen.

Denn ausgerechnet ihr Erfinder scheint das Vertrauen in die eigene Theorie verloren zu haben. Erst ein 5:0, anschließend ein 5:1 – bora wirft derzeit Ergebnisse in die Liga, bei denen Herbie vermutlich schon mit Taschenrechner, Wasserwaage und Statikplan neben dem Mähbie steht.

Besonders das 5:1 dürfte Fragen aufwerfen. Vier Tore Differenz. Sechs Tore insgesamt. Kein 3:0 weit und breit.

Vielleicht war das Quecksilberbad am Freitagabend diesmal einfach etwas zu warm.

Herbies Vorschlag, ein 6:0 könne als zweimal 3:0 durchgehen und damit die Matrix wieder stabilisieren, wird in Schaffhausen jedenfalls mit Interesse verfolgt. Mathematisch klingt das durchaus überzeugend. Nach dieser Logik wäre allerdings auch Nouris jüngstes 5:0 gegen Schaffhausen nur ein unvollständiges 6:0 gewesen.

Ein Tor hat gefehlt.

Nouri wird das vermutlich anders sehen. Nach zwei 5:0-Siegen gegen Schaffhausen innerhalb kürzester Zeit darf er das auch. Elf Gegentore in zwei Spielen gegen die Grasshopper sind schließlich ein Argument, bei dem selbst danfire nicht anfangen muss, über Geometrie zu diskutieren.

Wobei Nouri inzwischen selbst ganz andere Probleme hat.

Zwei Drittel seiner Terrasse liegen, das berühmte 1,47-Meter-Reststück wird weiterhin bewacht wie die Schweizer Goldreserve und angeblich soll am Wochenende tatsächlich alles fertig werden. Besonders bemerkenswert war allerdings die Feststellung seines Nachbarn, dass Herbie mit 48,6 TK, danfire mit 48,3 und Nouri mit 47,4 offenbar kollektiv versuchen, ihr restliches Material an die nächste Generation zu vererben.

Nouris Reaktion darauf war eindeutig: erst einmal die Säge einschalten.

Vielleicht ist das tatsächlich die vernünftigste Lösung.

danfire jedenfalls sieht keinen Grund, sämtliche Dielen bereits im September zu verbauen. Wer einen langen Winter vor sich hat, sollte schließlich noch etwas Material im Schuppen haben. Und solange Schaffhausen trotz 48,3 TK weiterhin auf Platz acht steht und nebenbei Basel und Bern jeweils drei Tore einschenkt, besteht zumindest kein Anlass, hektisch die komplette Terrasse zuzuschrauben.

Herbie dagegen sollte vor dem nächsten Aufeinandertreffen vielleicht noch einmal seine DIN-Unterlagen kontrollieren.

Die Vereinbarung für Schaffhausen war nämlich nahezu perfekt.
Der Platz war normgerecht.
Die Schafe hielten sich an die Vorschriften.
Die Matrix bekam ihr 3:0.
Nur eine kleine Ergänzung sollte in Version H3A1 aufgenommen werden:

„Vor Spielbeginn ist verbindlich festzulegen, für welche Mannschaft die Drei vorgesehen ist.“
29.09.2026 23:15 - danfire - FC Schaffhausen (0.3 TK)
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