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COPA NEWS

13 Zentimeter bis zur Spitze
Zürich. Donnerstagmorgen. Der Poolkatalog ist vom Terrassentisch verschwunden. An seiner Stelle liegen 28 dunkelgraue WPC-Dielen, zwölf Unterkonstruktionen, mehrere Kartons Small Foots und sieben verschiedene Sorten Schrauben.

Der Nachbar betrachtet den Stapel.
«Was wird das?»
«Eine Terrasse.»
«Du hast bereits eine Terrasse.»
«Eine gepflasterte. Ich möchte WPC.»
«Wer baut sie?»
«Ich selbst.»
Der e-Mähbie fährt rückwärts in die Hecke.
Der Nachbar nickt langsam.
«Das wird grossartig.»
Die Fläche ist 4,13 Meter lang. Die Dielen sind vier Meter lang. Es fehlen also dreizehn Zentimeter.

In der Tabelle fehlt Nouri ebenfalls nicht viel. Grasshopper steht nach dem sechsten ZAT auf Platz zwei. Ein Punkt hinter St. Gallen.

«Dreizehn Zentimeter bis zur fertigen Terrasse und ein Punkt bis zur Spitze», stellt der Nachbar fest. «Beides fast geschafft.»
«Du hast von Bauprojekten ungefähr so viel Ahnung wie bora von einem trockenen Fussballplatz.»

Zunächst legt Nouri die Unterkonstruktionen aus. Dann stellt er fest, dass eine WPC-Diele genau über einem Kopfstoss enden würde. Also verschiebt er die Unterkonstruktion. Nun passt das Raster nicht mehr. Er ergänzt eine zweite Unterkonstruktion. Darunter stehen sich zwei Small Foots im Weg.
Nouri verschiebt den ersten Fuss.
Jetzt hängt die andere Unterkonstruktion in der Luft.
Er verschiebt den zweiten.
Nun fehlt am Rand die Auflage für die Abschlussblende.

Der Nachbar beobachtet ihn seit zwanzig Minuten schweigend.
«Wie weit bist du?»
«Konzeptionell Tabellenführer.»

Sportlich war das Wochenende ähnlich übersichtlich. Zuerst schlug Grasshopper den Bademeister aus St. Gallen mit 6:0. Danach reichte ein einzelnes Tor gegen La Chaux-de-Fonds. In Basel verlor Nouri schliesslich 0:2.

Der Nachbar faltet die Zeitung zusammen.
«Du gibst bora sechs Tore. bora gibt Herbie sechs Tore. Herbie gibt dir nur zwei zurück.»
«Schlechte Resteverwertung.»

Herbie erklärte die eigene 0:6-Niederlage inzwischen mit geometrischen Ungereimtheiten auf Boras Platz. Sein Mähbie bekomme deshalb ein Software-Update und werde erneut zum Testen nach Zürich geschickt.
Pünktlich am Mittag hält ein Lieferwagen vor dem Haus. Neben dem neuen Testgerät liegen Kreide, Sonnencreme und Kokosöl.

Nouri verwendet die Kreide, um die Sieben-Millimeter-Fugen anzuzeichnen. Der Nachbar schmiert die Sonnencreme auf die Geranien. Das Kokosöl stellen beide unangetastet neben die Hecke.
«Wofür ist das?»
«Damit der Mähbie lernt, auf Boras Rasen nicht wieder zum Parkplatz abzubiegen.»

Dann startet der Nachbar den aktualisierten e-Mähbie. Das

Gerät scannt die Terrasse, piept dreimal und zeigt eine Warnung an:
Optische Ungereimtheit in der Geometrie des Terrains erkannt. Bereich wird umfahren.
Der Mähbie wendet und mäht den Gehweg.
«Das Update funktioniert», sagt Nouri. «Er erkennt inzwischen, wenn ein Projekt nicht mehr zu retten ist.»

Am Nachmittag beginnt die eigentliche Verlegung. Die erste Diele wird auf 1,99 Meter gekürzt. Übrig bleiben 2,01 Meter.
«Das passt doch fast genau für die nächste Reihe.»
«Fast ist auf einer Terrasse nur ein anderes Wort für Verschnitt.»
Nach zwei Stunden besitzt Nouri Reststücke in 1,62 Meter, 1,47 Meter und 83 Zentimeter. Wegwerfen darf niemand etwas.
Auf dem 1,47er steht inzwischen mit schwarzem Filzstift:
NICHT ANFASSEN – eventuell Spieltag 15.

Seine Frau öffnet die Terrassentür.
«Wie weit seid ihr?»
Nouri zeigt auf sechs Quadratmeter sorgfältig sortiertes Plastik, drei lose Dielen und eine Unterkonstruktion, die inzwischen von acht Small Foots umzingelt ist.
«Wir betreiben gerade Bestandsmanagement.»

Der nächste ZAT liegt zwischen den Abstandshaltern. Zuerst kommt der trainerlose FC Luzern nach Zürich. Schlusslicht, aber zuletzt mit vier Toren gegen den Tabellenführer. Danach geht es zu den Young Boys, die beim 3:4 gegen Aarau ebenfalls gezeigt haben, dass bei ihnen vorne wie hinten jederzeit etwas passieren kann. Zum Abschluss kommt Schaffhausen.
Ausgerechnet danfire behauptet inzwischen, seine Mannschaft habe die Geometrie des gegnerischen Tores verstanden.
Nouri betrachtet den doppelten Unterbau an einem Dielenstoss.
«Sehr gut. Dann kann er am Freitag erklären, wie zwei Unterkonstruktionen, zwei Dielenenden und vier Small Foots auf dreissig Zentimetern Platz finden sollen.»
Der Nachbar liest weiter.
«Aarau sagt, eine gute Defensive sei das Fundament des Erfolgs.»
«Endlich jemand in dieser Liga, der Unterkonstruktionen versteht.»
«Und Schaffhausen bringt vielleicht Öcher Printen mit.»
«Perfekt. Die können wir unter die wackelnden Füsse legen.»

Langsam wird es dunkel. Von der Terrasse ist weiterhin kaum etwas verlegt. Dafür kennt Nouri inzwischen jede Schraube persönlich. Die 4 × 30 mit Linsenkopf liegt links. Die A2-Torx für die Abschlussblenden rechts. Eine phosphatierte Schraube für den Innenbereich wurde vom Grundstück verwiesen.

Der Nachbar nimmt eine der ungeschnittenen Dielen.
«Was passiert am Freitag gegen Luzern, Young Boys und Schaffhausen?»
Nouri legt die Diele zurück auf den Stapel.
«Keine Experimente. Keine unnötigen Schnitte. Möglichst wenig Verschnitt.»
«Du redest noch über die Terrasse?»
Nouri hebt den Sieben-Millimeter-Abstandshalter auf.
«Das hängt davon ab, wer fragt.»
17.09.2026 23:26 - Nouri - Grasshopper Zürich (0.3 TK)
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