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HURRA JUVENTUS (No. III) – Ein neuer Wind?
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TORINO In der unnötig luxuriösen Mannschaftskabine von Juventus, wenige Stunden nach der desaströsen Auswärtsniederlage gegen Atalanta. Trotz frühlingshafter Temperaturen scheint ein unglaubliches Unwetter zu toben. Ein Hurrikan aus italienischen Fluchwörtern hallt durch die heiligen Hallen – so heftig, dass selbst ein ruppiger LKW-Fahrer aus dem Veneto erröten würde.
Paolo Rossi: «Was seid ihr nur für unglaubliche Lappen? Kein Ehrgefühl, kein Stolz! Und dann dieser Koopmeiners…» Er schaut ihn direkt an. «So eine leere Flasche habe ich noch nie im Kader gehabt – und bei uns hat sogar mal Felipe Melo gespielt. Auf jeder Position habe ich den eingesetzt: Flügel, offensives Mittelfeld, Innenverteidigung… Überall ein Desaster. Selbst als Fahrer unseres Mannschaftsbusses könnte man ihn nicht gebrauchen – den Bus hätte er am ersten Tag geschrottet.»
Rossi wendet sich zu Giorgio Chiellini: «Wie viel hat der uns gekostet?»
Chiellini schaut beschämt zu Boden. «60 Millionen.»
Rossi: «60? Mit dem Geld hätte ich meiner Bianca etwas Schönes kaufen können. Und Giorgio – was ist eigentlich mit dir los? Du läufst nur noch mit Krawatte herum, wie ein Steuerberater auf Teambuilding-Seminar und redest irgendwelches Corporate-Management-Zeug. Was ist aus dem beinharten Verteidiger geworden? Wo ist der Typ hin, der Stürmer gefressen hat?» Chiellini antwortet nicht und schaut verlegen zu Boden.
Rossi: «Aber ab jetzt weht ein anderer Wind!»
Die Tür geht auf. Ein Mann betritt den Raum – breit, wortkarg, vermutlich beruflich nicht im pädagogischen Bereich tätig. Er legt Koopmeiners die Hand auf die Schulter: «Komm, Teun. Wir machen einen kleinen Ausflug.» Die beiden gehen. Niemand fragt wohin. Niemand will es wissen.
Rossi zu Chiellini: «Und du sorgst dafür, dass Del Piero |
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hierherkommt und unseren Spielern erklärt, was es heisst, ein Juventino zu sein.»
Chiellini nickt. Endlich eine Aufgabe ohne Buzzwords.
Ein paar Tage später, vor dem Heimspiel gegen Siena. Alessandro Del Piero redet den Spielern ins Gewissen – der genaue Wortlaut ist nicht bekannt. Das Resultat: ein Schritt in die richtige Richtung. Ein abgeklärtes 1:0 gegen den Meister, fast schon in alter, disziplinierter Juventus-Manier.
Pressekonferenz nach dem Spiel: Rossi mit schwarzer Sonnenbrille, hinter ihm zwei korpulente Typen im Anzug mit strengem Blick. Chiellini steht an seiner Seite, die Krawatte um den Kopf gebunden – wie ein italienischer Rambo.
Rossi: «Das war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Aber der Weg ist noch lang. Doch jetzt weht hier ein neuer Wind!»
Reporter: «Können Sie uns ein Update zu Koopmeiners geben? Ist er verletzt oder warum hat er nicht gespielt?»
Rossi: «Teun… ähm… der macht gerade einen Bildungsausflug. Lernt schwimmen…»
Stille im Presseraum.
Reporter: «Andere Frage: Was halten Sie von den ganzen Geschichten um die Nova Company und AC Siena?»
Rossi: «Üble Geschichte. Ich weiss nicht, was mit meinem geschätzten Kollegen Ramelow passiert ist und wie er in die Fänge dieser offensichtlich korrupten Leute geraten konnte. Vielleicht hat er die Copa-Pause in einem Kaffeehaus in Amsterdam verbracht. Wir wissen, dass der Vorsitzende der Nova Company ein gewisser Charles Ponzi ist. Das sind üble Gestalten, die da im Dunstkreis von Ramelow und Siena ihr Unwesen treiben… Leute, die Ananas auf Pizza tun und für Carbonara Sahne benutzen!»
Ein Aufschrei geht durch den Presseraum.
Einer der Bodyguards beugt sich zu Rossi und flüstert ihm ins Ohr: «Don Pablito, wir müssen uns um diese Sache kümmern…»
Rossi: «Entschuldigen Sie mich, meine geschätzten Journalisten – das Business ruft.» |
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25.04.2026 14:05 -
Paolo Rossi -
Juventus FC
(0.3 TK)
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