Aktuell stehen die Münchner Löwen recht gut da. Platz 4 und absolut in Schlagweite zu den internationalen Startplätzen. Und vor der Nase eine Woche der Wahrheit. Erst ist das Dosenkonstrukt zu Gast und kann sich schon mal anschauen, wie Stimmung geht, dann muss Sechzig in die trainerlose Vorstadt und den Abschluss der Woche bildet dann das Spiel gegen die Schwaben aus Stuttgart, die aktuell ihnrem Anspruch massiv hinterherlaufen. Das klingt alles recht machbar, die Wahrheit liegt natürlich trotzdem auf dem Platz.
Ist das Kriegsbeil zwischen Weichflöte und Ramelow schon wieder vergraben oder kommt noch was? Der Vfl Bochum scheint sich in sein Schicksal gefügt zu haben und lässt Rasenballsport Grund, sich über einen geschenkten Punkt zu freuen. Der TSV feiert hingegen immer noch seine nun scheinbar finale Unabhängigkeit. Die Fans kaufen in 60 Minuten 8000 Trikots und trotzdem gehen ganz viele leer aus. Und in der Zwischenzeit sitzen alle einträchtig in den Kneipen rund ums altehrwürdige Sechzgerstadion und intonieren „Don‘t bring back the Hasan to me“ zur Melodie von „My bonnie is over the ocean“!
Was passiert da gerade in Deutschland und wie soll das weitergehen? Bei dieser Frage ist jetzt ausnahmsweise mal kein politischer Hintergedanke dabei, es geht rein um den Fussball und speziell um die erste Bundesliga. Sportlich ist es auch nach sechs Spieltagen enorm eng. Aber die Attraktivität dieser Liga scheint zuletzt sehr gelitten zu haben. Aktuell ist Unterhaching auf Trainersuche und das sehr erfolglos. Daß die Vorstädter per se niemand gerne trainieren will, ist ja nun gar nicht
mal so überraschend, aber daß ein Verein in der höchsten deutschen Spielklasse keinen Mann an der Seitenlinie findet, ist halt doch bemerkenswert. Und gibt vielleicht einen kleinen Vorgeschmack, was passieren könnte, wenn auch das Konstrukt aus Markranstädt seinen Übungsleiter verliert (oder seinen Geldgeberkonzern). Dann siehts in der Bundesliga bald aus wie in so mancher Innenstadt, in der zwar die Häuser noch stehen, aber die Läden und das Leben langsam verschwinden.
Daß der moderne Fussball mittlerweile vom Kapital großer Sponsoren oder auch Investoren abhängig ist, stellt, denke ich, niemand in Frage. Mein Dilemma mit Rasenballsport ist, daß hier für mich die Reihenfolge nicht passt. Das ist eben kein Fussballverein, der nach oben gekommen ist und jetzt für weitere Erfolge Geldgeber sucht, sondern hier hat sich ein Konzern einen Dorfverein gesucht, übernommen, und versucht jetzt mit viel Geld, damit die Marke noch weiter in die Köpfe der Fans zu brennen.
Und ja, da kann man jetzt Wolfsburg und Leverkusen mit ins Boot nehmen, aber der Vergleich mit dem Sponsorentum anderer Vereine verbietet sich, mein lieber Herr Ramelow!
Carsten Ramelow hat die Rasenballsport-Bundesliga-Lizenz also nur erworben, um damit Weichflöte unter Druck zu setzen, den Vfl Bochum an ihn abzugeben?
Und verlangt jetzt nach Argumenten gegen das Dosenkonstrukt?
Als Aussenstehender kann ich dazu eigentlich nur sagen:
"Die Argumente wird es, zumindest von unserer Seite, auf dem Platz geben. So viele, wie halt möglich sind! Und wer immer noch versucht, diesen Pseudo-Verein zu verteidigen, der hat den Fussball nie geliebt! Wer ihn liebt, blickt aktuell nach Giesing, wo ein Verein Wiederauferstehung feiert!"
Nach einem enttäuschenden Saisonfinale und einem Komplettumbruch beginnt beim TSV 1860 München eine neue investorenfreie Zeitrechnung. Und während man in München die Zeichen der Zeit erkannt hat und den Fussball den Fans zurückgibt, wird bekannt, daß RB Leipzig die Lizenz des FC Augsburg erworben hat und damit in der neuen Saison Bundesliga spielen darf. Ein Konstrukt,
das keinerlei Historie vorzuweisen hat und sich vor allem auch nicht sportlich qualifiziert hat. Auch wenn es für Tor-Ben keinen großen Unterschied macht, ob man jetzt gegen die ungeliebten Datschiburger oder das Ostkonstrukt antreten muss, sollte doch das Lizenzsystem nochmal überdacht werden. Mit einer neuen Lizenz sollte man doch wenigstens in der Zweiten Liga anfangen müssen!
Borussia Mönchengladbach erobert den 1. Platz aufgrund eines 0-0 Auswärts-Unentschieden. Der Rest an den ersten beiden Spieltagen waren Heimsiege. Bei den Löwen fragt man sich, wann der erste erfolgreiche Ausbruchsversuch startet, und wie er aussieht. In Cottbus fängt sich Rasenballsport den ersten 6er ein, und die nächste Saisonfrage ist, wie oft Leipzig sich den Unbeliebtheits-Sechser abholen wird in dieser Saison. Da bleiben die üblichen Saisonstart-Fragen fast nebensächlich. Wer wird Meister, wer steigt ab? Gar nicht so wichtig!
Beim TSV München von 1860 e.V. spricht aktuell jeder über die kommende Saison. Wer wird Trainer sein? Welche Spieler kommen/gehen/bleiben? Wer wir Trikotsponsor? Wer wird Ausrüster? Wie läuft es mit den Dauerkarten? Bisher gibt es keine konkreten Informationen, im Hintergrund wird wohl an allen Themen gearbeitet. Und bei all diesen Themen wirkt es fast so, als würde das Saisonfinale in der Bedeutungslosigkeit versinken. Dabei stehen die Löwen nach einer überragenden Rückrunde aktuell auf dem zweiten Platz. Aber geht noch was nach vorne? Oder wird man am Ende doch noch durchgereicht?
"Woher soll ich das denn wissen" grummelte Tor-Ben, warf sich einen Fan-Schal um und verschwand im engen Kabinengang unter der Haupttribüne.
Langsam kristalliert sich heraus, wie es mit den Löwen in der neuen Saison weitergehen könnte. Aktuell gibt es eine Faninitiative, mit der durch Spenden die Fans des TSV nächstes Jahr Trikotsponsor werden sollen. Sollte das finktionieren, wird der TSV nächste Woche mit Spruch 'FOOTBALL FOR THE PEOPLE' auf der Brust auflaufen. Das dürfte dann nicht nur einmalig sein, sondern sollte definitiv eine neue Bestmarke an Trikotverkäufen sichern! Was das alles mit dem sportlichen Abschneiden zu tun hat?
"Gar nichts!" sagte Tor-Ben, warf sich einen Fan-Schal um und verschwand im engen Kabinengang unter der Haupttribüne.
Während die ausgegliederte KGaA Insolvenz anmeldete, die Merchandising GmbH für ein Trikot wirbt, das irgendein Rüsseltier statt eines Löwen als Wappen hat, und das wohl nie in einem Spiel getragen werden wird, läuft es sportlich ganz hervorragend bei den Münchner Löwen. Dortmund scheint durch, aber dahinter gibt es einen heissen Kampf um die internationalen Startplätze und Sechzig konnte sich tatsächlich nochmal um einen Platz nach vorne schieben. Was das für den Endspurt bedeutet? "Weiss ich auch nicht!" meinte Tor-Ben, warf sich einen Fan-Schal um und verschwand im engen Kabinengang unter der Haupttribüne.