Es ist diese leise Rückkehr zu einer Zeit, in der ZATs länger nachklangen als Ergebnisse. Trainer, die man nie sah und doch kennt. Nach 12 Jahren Abstinenz ist COPA wieder da, unverändert in der Erinnerung. Man spielt weiter und verdrängt die verlorene Zei
Florianópolis – Der Absturz nimmt dramatische Formen an! In Abwesenheit von Cheftrainer Daadi ist der Avaí FC sang- und klanglos auf den 7. Tabellenplatz abgerutscht. Bei den Clubbossen im Ressort Florianópolis setzt so langsam der Verstand aus – das Resultat ist pure Verzweiflung und ein absolut beispielloser Schritt: Der Vorstand hat kurzerhand die lokale brasilianische Mafia angeheuert, um den verschollenen Übungsleiter aufzuspüren und ihn mit sanfter Gewalt zurück an die Seitenlinie zu verfrachten!
Die Spurensuche im dichten Dschungel und den verwinkelten Gassen Brasiliens glich einem Kriminalfilm. Fündig wurden die schwerbewaffneten Geldgeber schließlich an einem denkbar skurrilen Ort: Tief im dunklen Hinterland, im schummrigen Hinterzimmer einer heruntergekommenen Caipirinha-Bar nahe dem Amazonas, saß Daadi
auf einem wackligen Plastikstuhl – völlig rammdösig, tiefenentspannt und starrte geisterhaft auf einen abgelaufenen Spielplan der letzten Saison.
Die Mafia fackelte nicht lange. Um den Coach wieder in betriebsfähigen Zustand zu versetzen, folgte ein kompromissloses „Ganzkörper-Spezialprogramm“.
Als Daadi schließlich leicht verdutzt, aber blitzblank geputzt und mit der Stoppuhr um den Hals auf dem heiligen Rasen des Avaí FC abgesetzt wurde, hallte nur eine unmissverständliche Ansage der Mafiabosse durch das Stadion: „Kein Urlaub mehr, Senhor! Ab jetzt wird Rang 7 wieder eingetauscht – gegen Siege!“
Die Spieler trauten ihren Augen kaum, als der verschollene Chef plötzlich frisiert und mit frischem Kaffeearoma die nächsten Passübungen brüllte. Florianópolis darf wieder hoffen!
Während die Liga von einem gewaltigen Beben erschüttert wird, rollt der Ball bei Avaí FC erstaunlich unbeeindruckt weiter. Die Razzia vom vergangenen Freitag hinterlässt verheerende Spuren bei der Konkurrenz: Kurz vor dem ZAT-Anpfiff wurden gleich mehrere Trainer vor die Tür gesetzt. Der Vorwurf wiegt schwer und ist seit dieser Woche keine reine Vermutung mehr, sondern beinhartes Faktum: Systematische Spielmanipulation über Jahre hinweg – sogar schon vor der zwölfjährigen Copa-Unterbrechung.
Ein Skandal, der im Umfeld nur Kopfschütteln hinterlässt. Warum meinen manche, betrügen zu müssen, um erfolgreich zu sein? Am Ende ist selbst dieser vermeintliche Erfolg nur vorgetäuscht und
ein künstliches Kartenhaus.
Beim Tabellensechsten Avaí FC liegen die Probleme dagegen an anderer Front: Von Trainer Daadi fehlt seit dem Polizeieinsatz am Freitag jede Spur. Unter den Betrügern ist er wohl kaum zu finden, doch seine ganz eigenen Macken halten ihn derzeit vom Club fern. Dem Erfolg tut das überraschenderweise keinen Abbruch – im Gegenteil.
Der Sportdirektor von Avaí FC nahm die mysteriöse Abwesenheit seines Cheftrainers jedenfalls mit einer gehörigen Portion Pragmatismus zur Kenntnis: Solange die Mannschaft ohne ihn weiterhin so erfolgreich punktet, könne Daadi ruhig noch ein bisschen länger wegbleiben. Den Jungs auf dem Platz scheint die sturmfreie Bude jedenfalls extrem gutzutun.
Florianópolis – Spektakuläre Szenen am Trainingsgelände von Avaí FC! Am Morgen fuhren mehrere Streifenwagen und Ermittler im Ressort vor, um eine großangelegte Hausdurchsuchung durchzuführen. Büros wurden durchkämmt, Unterlagen gesichtet und Aktenordner beschlagnahmt. Das Skurrile daran: Während die Beamten das Vereinsgelände auf den Kopf stellten, fehlte ausgerechnet von Cheftrainer Daadi jede Spur.
Nein, der Coach hatte seiner Mannschaft diesmal keineswegs freigegeben – die Profis schwitzten brav auf dem Platz. Daadi hatte das Konzept des freien Tages schlichtweg exklusiv auf sich selbst angewendet und glänzte durch Abwesenheit. Wo sich der Übungsleiter während des Polizeieinsatzes herumtrieb, blieb bis zum Nachmittag völlig im Dunkeln.
Ebenso nebulös gelagert
ist der Grund für den behördlichen Besuch: Was – oder wer – bei der Razzia genau gesucht wurde, wollte die Polizeipressestelle mit Verweis auf laufende Ermittlungen weder bestätigen noch dementieren. Spekulationen reichen in der Küstenstadt derzeit von ominösen Steuerprüfungen bis hin zum Verschwinden der taktischen Matchpläne.
Der Ausflug der Ordnungshüter platzt mitten in eine richtungsweisende Phase der Saison: Für Avaí stehen das schwere Auswärtsspiel bei Esporte Clube Vitória sowie das anschließende Heimspiel gegen Clube do Remo auf dem Programm. Ob Trainer Daadi bis zum Anpfiff wieder auftaucht und auf der Bank Platz nimmt? Im Verein geht man optimistisch davon aus – schließlich gilt selbst für verschollene Trainer im Abstiegskampf die Anwesenheitspflicht!
Florianópolis – Bei Avaí FC keineswegs alles beim Alten – und das ist auch gut so! Nach turbulenten Wochen scheint Trainer Daadi seine Truppe endlich stabilisiert zu haben. Dennoch reisen gegnerische Gäste nach wie vor mit einer gewissen Arroganz an und glauben allen Ernstes, zwei Auswärtstore im Estádio Aderbal Ramos da Silva würden locker für einen Dreier reichen.
Ein
fataler Trugschluss! Die Gäste erzielen ihre zwei Treffer, wähnen sich im Siegerhimmel – und fangen sich prompt die Quittung ab. Umso schöner schmecken dann die spektakulären 4:2-Feuerwerke auf den Rängen. Und ein hart erkämpftes 3:2, bei dem dem Gegner kurz vor Schluss der Zahn gezogen wird, ist für Daadis Nervenkostüm fast noch wohltuender. Die Festung Florianópolis steht wieder!
Florianópolis – Katastrophe bei Avaí FC! Kaum hat Trainer Daadi seine Versager-Truppe suspendiert und stante pede in den einwöchigen Zwangsurlaub geschickt, fangen die Kerle plötzlich an zu gewinnen! Die verwegene Taktik der Spieler scheint aufzugehen: Wer siegt, muss schließlich nicht zum Training.
Doch die Rechnung haben sie ohne den erbarmungslosen Daadi gemacht. Statt der erhofften
Dauerferien gibt es nun die Quittung für die sechs Punkte: Ab sofort ist tägliche Doppelschicht im Training angesagt!
Im Kader herrscht totale Verwirrung. Einige Profis erwägen bereits, im nächsten Spiel vorsorglich fünf Eigentore zu schießen, um endlich wieder den verdienten Sonderurlaub auf der Sonnenliege anzutreten. Verstehen tut diese Logik in Brasilien keiner mehr – aber Hauptsache, die Punkte stimmen!
Florianópolis – Es gibt Siege, die lösen Knoten. Und es gibt den Avaí FC unter Cheftrainer Daadi. Trotz eines absolut souveränen 3:0-Heimspielerfolgs gegen den Schwergewichtler São Paulo FC brennt in der Küstenstadt lichterloh der Baum: Die rote Laterne der brasilianischen Serie A leuchtet weiterhin in sattem, unbarmherzigem Rot. Verein, Vorstand und Cheftrainer stehen unter enormem Druck und die Abstiegsgespenster haben es sich auf der Tribüne längst gemütlich gemacht.
Anstatt nun stundenlang Videomaterial zu analysieren oder Medizinbälle über den Trainingsplatz zu prügeln, überrascht Coach Daadi die gesamte Liga mit einer völlig neuartigen Taktik: Er schickt die komplette Mannschaft spontan für eine Woche
nach Hause.
„Die Jungs sollen Zeit zum Nachdenken haben“, erklärte ein gewohnt stoischer Daadi auf der Pressekonferenz. „Sie sollen ganz in Ruhe selbst darüber nachdenken, wie wir den Karren aus dem Dreck ziehen.“
Während der Vorstand schweißgebadet auf die Tabelle starrt und die Fans nicht sicher sind, ob sie jubeln oder die Hände über dem Kopf zusammenschlagen sollen, fläzen die Profis nun sieben Tage lang am Strand von Florianópolis oder reflektieren bei Capirinha und Kokosnusswasser ihre Fehler. Ob die kollektive Selbstreflexion im Hängematten-Modus die nötigen Punkte im Abstiegskampf bringt, bleibt abzuwarten. Eines steht jedenfalls fest: So entspannt ist noch nie eine Mannschaft auf den Klassenerhalt hingearbeitet.
Avaí FC hat gegen den amtierenden Meister zugeschlagen – allerdings nicht mit Pauken und Trompeten, sondern eher mit der brasilianischen Variante von „ein Tor reicht“.
1:0 gegen den Titelverteidiger. Mehr musste es offenbar nicht sein. Gegen einen amtierenden Meister darf man schließlich auch einmal minimalistisch auftreten. Drei Punkte sind drei Punkte – und die werden bekanntlich nicht danach bewertet, wie viele Tore man
dabei verschossen hat.
Trotzdem muss Trainer Daadi seiner Mannschaft noch einmal ins Gewissen reden: In der Offensive darf es künftig ruhig etwas mehr sein. Mit einem einzigen Treffer pro Spiel wird man auf Dauer nicht konkurrenzfähig bleiben.
Heute hat der Minimalismus funktioniert. Aber Daadi weiß: Wer ständig nur 1:0 gewinnen will, braucht irgendwann Nerven wie Drahtseile. Und davon hat Avaí vermutlich weniger als der Meister.
Bei Avaí FC steht ein ganz besonderes Heimspiel auf dem Programm: Der amtierende Meister Flamengo gibt sich die Ehre.
Wie die Partie ausgeht? Keine Ahnung. In Brasilien ist schließlich alles möglich – und Daadi wird sich hüten, vor dem Anpfiff irgendwelche Versprechungen zu machen. Aber eines steht bereits fest:
Avaí hat Bock auf Flamengo-Party!
Und zwar unabhängig vom Ergebnis. Deshalb wurde vorsorglich schon einmal die große After-Show-Meister-Party vorbereitet.
Warum erst warten, bis der Meister seine eigene Feier organisiert?
Sollte Flamengo gewinnen, kann der Titelverteidiger direkt weiterfeiern.
Sollte Avaí gewinnen, wird eben in Florianópolis gefeiert.
Und sollte es ein Unentschieden geben, feiern einfach beide.
Daadi hat damit offenbar die perfekte brasilianische Spielvorbereitung gefunden:
Ergebnis egal – Hauptsache, die Musik läuft.
Jetzt muss nur noch jemand CR Flamengo erklären, dass die Party bereits gebucht ist.
Die neue Saison steht vor der Tür und Avaí FC geht in seine zweite Saison nach dem Aufstieg. Bekanntlich ist genau diese Saison besonders tückisch: Der erste Jubel ist vorbei, die Gegner kennen den Aufsteiger inzwischen – und plötzlich muss man beweisen, dass der Erfolg kein einmaliger Ausrutscher war.
Und als wäre das nicht genug, wurde die Liga auch noch auf 18 Mannschaften erweitert. Mehr Gegner, mehr Spiele, mehr Möglichkeiten, sich das Wochenende zu ruinieren.
Doch Trainer Daadi sieht das alles erstaunlich gelassen.
Während andere
Trainer bereits Tabellenrechner, Taschenrechner und vermutlich auch einen Wünschelrutengänger ausgepackt haben, genießt Daadi noch seinen Sommerurlaub an der Küste.
„Verrückt machen kann man sich noch früh genug.“ ist seine Devise.
Und damit liegt er vielleicht gar nicht so falsch. Schließlich beginnt die Saison erst – und bis zum ersten Abstiegskampf fließt noch reichlich brasilianisches Küstenwasser den Strand entlang, also bleibt der Trainer erst einmal im Urlaubsmodus, die Mannschaft jedoch nicht - Morgen wird sie liefern müssen.
Für Daadi gab es im letzten ZAT nichts zu holen. Beide Spiele gingen verloren. Besonders schmerzhaft war die 3:4-Heimniederlage gegen AA Anapolina.
Beim FC Avaí herrscht deshalb nun das Motto: Mehr Oh oh, weniger AA. Denn Tore gab es durchaus reichlich – nur leider eins mehr auf der falschen Seite.
Avaí traf dreimal, Anapolina sogar viermal. Ein echtes Torfestival also, bei dem FCA am Ende trotzdem mit leeren Händen dastand.
Daadi muss sich im nächsten ZAT deutlich steigern, sonst droht aus dem kleinen Ausrutscher schnell eine ausgewachsene Krise zu werden.