Es gibt diesen stillen Sog zurück in eine Zeit, in der ein ZAT länger nachhallte als jede Zahl. Namen von Mitspielern, die man nie sah und doch kennt. Zwölf Jahre Stille und plötzlich sind sie wieder da, unverändert wie in der Erinnerung.
Am Geißbockheim brennt die Hütte lichterloh, und die Spekulationen um Boussati steuern auf ihren absoluten Höhepunkt zu! Wer dachte, die rheinischen Wogen würden sich nach dem jüngsten Spieltag glätten, sieht sich getäuscht. Der 1. FC Köln bleibt die unberechenbarste Wundertüte der Liga – und manövriert sich immer tiefer in den Tabellenkeller.
Die Formkurve des Effzeh gleicht in diesen Tagen einer extremen Fieberkurve. Im heimischen RheinEnergieStadion zauberten die Geißböcke plötzlich wieder eine furiose Gala auf den Rasen: Mit einem brachialen 5:0-Kantersieg wurde der Gegner im eigenen Wohnzimmer nach allen Regeln der Kunst zerlegt.
Doch die Freude währte nur bis zum nächsten Auswärtsausflug. Sobald die Mannschaft die Stadtgrenze passierte, verfiel
Boussatis Truppe wieder in die gewohnte Schafskälte. Gegen einen trainerlosen Gegner kassierte der Effzeh eine blamable 0:3-Abreibung! Wer nicht einmal in der Lage ist, gegen ein Team ohne Übungsleiter an der Seitenlinie etwas Essbares mitzunehmen, muss sich zwangsläufig die Sinnfrage stellen lassen.
Die Quittung folgt auf dem Fuß: In der Tabelle rangiert der 1. FC Köln aktuell auf einem besorgniserregenden 12. Platz. Der Abstiegsfeuerwehr brennt der Kittel, denn das Polster auf den ersten Abstiegsplatz ist auf mickrige zwei Pünktchen geschrumpft!
Ob Boussati nach diesem erneuten Auswärts-Desaster noch eine Schonfrist bekommt oder der Vorstand endgültig die Reißleine zieht, um den Sturz in die Zweitklassigkeit zu verhindern, bleibt die heißeste Debatte in den Kölner Brauhäusern.
Köln – Am Geißbockheim hüllt man sich weiterhin in eiserne Verschwiegenheit, doch in den Kölner Brauhäusern brodelt die Gerüchteküche längst auf Höchststufe: Wurde Trainer Boussati heimlich entlassen? Ein Blick auf die bizarren Statistiken des 1. FC Köln offenbart jedenfalls das ganze Ausmaß der rheinischen Misere und liefert der Teppichetage mehr als genug Gründe für einen radikalen Schnitt.
Denn der Effzeh präsentiert sich derzeit als sportliches Phänomen der extremen Kontraste. Sobald die Geißböcke die Stadtgrenze verlassen, verwandeln sie sich auf fremdem Rasen in eine vollkommen wehrlose Truppe. Die Kölner sind in der Fremde zur absoluten leichten Beute für jeden Gegner verkommen. Regelmäßig lassen sie sich lammfromm abkochen und geben die Punkte fast schon freiwillig ab – zumeist nach einer bitteren 0:1-Niederlage. In der Liga hat man Boussatis Kader daher längst unangefochten den Spott-Titel des
„Schafkönigs“ verliehen.
Wer nun glaubt, die Heimsiege würden die Gemüter besänftigen, täuscht sich gewaltig. Zwar behält der Effzeh im eigenen Stadion die drei Punkte, doch von fuchsiger Cleverness fehlt jede Spur. Boussati erweist sich daheim als sportlicher Großverschwender: Weil der Trainer nicht schlau genug ist, ein Spiel kraftsparend mit einem abgezockten 1:0 über die Runden zu bringen, muss daheim jedes Mal die schwere Artillerie aufgefahren werden. Satte fünf Tore muss Köln im Schnitt aus dem mühsam angesparten Taktikkonto verpulvern, nur um den Heimsieg irgendwie einzutüten.
Diese Kombination aus harmloser Beute in der Fremde und maßloser Verschwendung daheim macht den Effzeh zum unangefochtenen Schlusslicht der Fux-Rangliste. Ob Boussati wegen dieser mathematischen Bankrotterklärung tatsächlich schon die Papiere bekommen hat oder ob er am Wochenende ein allerletztes Mal auf der Bank sitzen darf, bleibt die spannendste Frage in der Domstadt.
Köln – Riesenwirbel um den 1. FC Köln! In der Kölner Presselandschaft pfeifen es die Spatzen bereits von den Dächern, und die Schlagzeile macht wie ein Lauffeuer die Runde: „1. FC Köln entlässt Trainer Boussati!“
Doch wer am Geißbockheim nach einer offiziellen Bestätigung sucht, blickt in ratlose Gesichter. Was genau hinter den Kulissen vorgeht, weiß derzeit niemand so recht. Klar ist nur: Der Vorstand ist mit der aktuellen Entwicklung extrem unzufrieden und die Nerven in der Teppichetage liegen blank.
Die Gerüchteküche brodelt gewaltig, und die Gerüchte über eine bereits vollzogene Trennung halten sich hartnäckig.
Insider berichten jedoch von einer letzten, hochdramatischen Wendung: Sollte die Beurlaubung noch nicht offiziell unterschrieben sein, bekommt Boussati an diesem Wochenende wohl eine allerletzte Chance, das Ruder irgendwie umzureißen. Die Devise für das anstehende Spiel ist klar: Ein Sieg muss her, sonst ist die Ära Boussati in Köln endgültig Geschichte – egal, was die Zeitungen heute schon drucken!
Köln – Aufsteiger 1. FC Köln hat sich klammheimlich auf den 8. Tabellenplatz vorgearbeitet – eine Bilanz, die sich für einen Liganeuling wahrlich sehen lassen kann! Doch ein Blick auf die Statistik sorgt für Schmunzeln in Müngersdorf: Die Geißböcke pflegen die wohl extremste Heim-Auswärts-Spaltung der Liga.
Während Müngersdorf zur uneinnehmbaren Festung geworden ist und die Kölner die Heimtabelle souverän
anführen, herrscht auf fremdem Rasen die absolute Nullnummer: 0 Punkte, 0 Tore. Auswärts ist Boussatis Truppe spendabler als der Kölner Karneval.
Der Coach sieht das Ganze gewohnt pragmatisch. Wenn es nach Boussati geht, kann das Prozedere bis zum letzten ZAT exakt so weiterlaufen: Zu Hause die Punkte einfahren, auswärts entspannt Sightseeing betreiben. Solange die Heimstärke für einen gesicherten Mittelfeldplatz reicht, bleibt der Trainer tiefentspannt.
Dass Müngersdorf in dieser Spielzeit einer uneinnehmbaren Festung gleicht, während in der Fremde regelmäßig die Punkte liegengelassen werden, sorgt im Umfeld bereits für schmunzelnde Rechenspiele. Ein Fan brachte die kuriose Situation treffend auf den Punkt: „Der Effzeh gewinnt weiterhin ungefährdet seine Heimspiele, auswärts gibt man sich keine Mühe und lässt immer die Punkte beim Gastgeber. Das Saisonziel ist ja der Klassenerhalt, ob das reicht, 17 Heimspiele zu gewinnen!?“
Die Antwort lautet: Und wie es reicht! Mit 51 Punkten hätte Müngersdorf die Lizenz zum Feiern – auch ganz ohne Auswärtspunkte.
Köln – Beim 1. FC Köln brennt der Baum. Nach dem strammen Rutsch auf Tabellenplatz 13 trennen die Geißböcke mickrige zwei Zähler vom ersten Abstiegsplatz. Während die Fans auf den Rängen mit viel Galgenhumor ihre Klassiker anstimmen – „Wir steigen auf, wir steigen ab...“ – rollen in der Teppichetage die Augen. Der Vorstand findet den Gesang aktuell nämlich gar nicht komisch.
Auf Trainer Boussati kommen ungemütliche Zeiten zu. Der Druck im Kölner Kessel steigt gewaltig, und der Humor-Bonus der Etage ist endgültig aufgebraucht. Jetzt helfen keine Ausreden und kein Schunkeln mehr: Boussati muss schleunigst Siege liefern, sonst wird der Abstiegssumpf im Rheinland bitterer Ernst!
Es ist immer wieder dieselbe Geschichte, wenn die Nachbarn zum Duell mit dem Effzeh bitten: Sie nennen es mit stolzer Brust ein „Derby“ – und bekommen von FC-Coach Boussati regelmäßig eine ordentliche Packung geschnürt. Diesmal erwischte es die Rivalen aus Düsseldorf mit voller Wucht. Mit einer 5:0-Abreibung wurden sie aus Müngersdorf zurück nach Hause geschickt.
In Kölle brannte von der ersten Minute an die Luft. Fünfmal brachte Boussatis
Elf den Ball im gegnerischen Gehäuse unter, und fünfmal stimmten die ausgelassenen Effzeh-Anhänger aus voller Kehle ihren Klassiker „Denn wenn et Trömmelche jeit“ an.
Ein spielerischer Offensivrausch, eine tadellose taktische Ausrichtung und ein rundum gelungener Renommiersieg für den 1. FC Köln. Für die Kölner Fans war es eine weitere unvergessliche Festfestspiel-Nacht, während in Düsseldorf die Aufarbeitung einer bitteren Lektion ansteht.
In Leipzig musste der Effzeh zuletzt eine ausgesprochen unangenehme Erfahrung machen: Energiebrausenvergiftung.
Bei Richtig Blöd (RB) Leibzig bekam die Truppe von Boussati offenbar etwas zu viel von der Leipziger Spezialbrause ab. Das Ergebnis: 0:5 – und damit eine Abreibung, bei der selbst der Taschenrechner kurz den Dienst verweigerte.
Fünfmal klingelte es im Kölner Kasten. Von Flügeln war beim Effzeh dagegen wenig zu sehen. Eher machte sich nach dem Abpfiff das Gefühl breit, dass man besser auf Wasser gesetzt
hätte.
Immerhin folgte im nächsten Heimspiel die Wiedergutmachung. Gegen einen NMR-Vertreter aus Nürnberg zeigte Köln wieder deutlich mehr Lebenszeichen und erschien sogar selbst auf dem Platz. Die Gäste hingegen nicht.
Mit einem souveränen 3:0 wurde der Nürnberger NMR-Vertreter wieder nach Hause geschickt. Damit war die Leipziger Brausevergiftung zumindest halbwegs auskuriert.
Boussati dürfte daraus seine Lehre gezogen haben: In Leipzig künftig nur noch Kölsch. Das hat zwar auch Nebenwirkungen, aber wenigstens keine fünf Tore.
Am letzten ZAT hat der 1. FC Köln im RheinEnergieSTADION ordentlich aufgeräumt und den Fohlen aus Mönchengladbach gleich fünf Tore ins Nest gelegt. Ein Ergebnis ganz nach dem Geschmack von Boussati.
Solche Spiele liebt der FC-Coach. Kein stundenlanges Taktieren, kein philosophisches Grübeln über den Gegner, keine komplizierten Rechenmodelle. Einfach raus auf den Platz, Tore schießen und anschließend die noch stehenden Fohlen zählen.
„Das hat viele Kraftreserven gekostet – aber den Bauern gönne ich jedes Mal
jedes einzelne Tor“, soll Boussati nach der Partie zufrieden festgestellt haben.
Das Rheinderby ist schließlich traditionell kein gewöhnliches Spiel. Für den FC war der Kantersieg deshalb nicht nur sportlich wertvoll, sondern auch Balsam für die Kölner Seele.
Doch viel Zeit zum Feiern bleibt nicht. Die Reise des Effzeh zum Erhalt der Klasse geht bereits heute weiter. Die Erstliga-Luft ist rau, die Gegner sind unangenehm und jeder Punkt wird gebraucht. Aber nach fünf Toren gegen die Fohlen gilt zunächst: Boussati hat gute Torlaune.
Der 1. FC Köln kann mit seinem ersten ZAT im Oberhaus durchaus zufrieden sein. Beim Gastspiel in Bochum musste der Aufsteiger zwar eine knappe Niederlage hinnehmen, doch viel fehlte nicht. Mit ein wenig mehr Erstligaerfahrung wäre vielleicht sogar etwas drin gewesen.
Dafür wurde das Heimspiel ganz nach Kölner Art angegangen: gemütlich, kontrolliert und am Ende erfolgreich. Drei Punkte zum Auftakt – damit lässt es sich leben.
Unter der Woche gab es außerdem ein besonderes Testspiel gegen den Partnerverein SC West aus Ossendorf, dem Wohnort von Boussati. Und wer ließ sich das
natürlich nicht entgehen? Nouri, FC-Fan und Trainer in der Schweiz, schaute persönlich vorbei.
Für Nouri war es dabei eine kleine Reise in die Vergangenheit: Der SC West ist schließlich sein Jugendverein. Man munkelt, dass er während des Spiels weniger auf die Taktik des FC und mehr auf die alte Heimat geschaut hat.
Und irgendwann soll er sich gedacht haben: „Wenn dieser Verein eines Tages in Copa verfügbar ist, weiß ich schon, welchen Verein ich übernehme.“
Vater Boussati dürfte das gerne gehört haben.
Familienbetrieb bald in Köln? Warum eigentlich nicht!