Es gibt diesen stillen Sog zurück in eine Zeit, in der ein ZAT länger nachhallte als jede Zahl. Namen von Mitspielern, die man nie sah und doch kennt. Zwölf Jahre Stille und plötzlich sind sie wieder da, unverändert wie in der Erinnerung.
Es ist immer wieder dieselbe Geschichte, wenn die Nachbarn zum Duell mit dem Effzeh bitten: Sie nennen es mit stolzer Brust ein „Derby“ – und bekommen von FC-Coach Boussati regelmäßig eine ordentliche Packung geschnürt. Diesmal erwischte es die Rivalen aus Düsseldorf mit voller Wucht. Mit einer 5:0-Abreibung wurden sie aus Müngersdorf zurück nach Hause geschickt.
In Kölle brannte von der ersten Minute an die Luft. Fünfmal brachte Boussatis
Elf den Ball im gegnerischen Gehäuse unter, und fünfmal stimmten die ausgelassenen Effzeh-Anhänger aus voller Kehle ihren Klassiker „Denn wenn et Trömmelche jeit“ an.
Ein spielerischer Offensivrausch, eine tadellose taktische Ausrichtung und ein rundum gelungener Renommiersieg für den 1. FC Köln. Für die Kölner Fans war es eine weitere unvergessliche Festfestspiel-Nacht, während in Düsseldorf die Aufarbeitung einer bitteren Lektion ansteht.
In Leipzig musste der Effzeh zuletzt eine ausgesprochen unangenehme Erfahrung machen: Energiebrausenvergiftung.
Bei Richtig Blöd (RB) Leibzig bekam die Truppe von Boussati offenbar etwas zu viel von der Leipziger Spezialbrause ab. Das Ergebnis: 0:5 – und damit eine Abreibung, bei der selbst der Taschenrechner kurz den Dienst verweigerte.
Fünfmal klingelte es im Kölner Kasten. Von Flügeln war beim Effzeh dagegen wenig zu sehen. Eher machte sich nach dem Abpfiff das Gefühl breit, dass man besser auf Wasser gesetzt
hätte.
Immerhin folgte im nächsten Heimspiel die Wiedergutmachung. Gegen einen NMR-Vertreter aus Nürnberg zeigte Köln wieder deutlich mehr Lebenszeichen und erschien sogar selbst auf dem Platz. Die Gäste hingegen nicht.
Mit einem souveränen 3:0 wurde der Nürnberger NMR-Vertreter wieder nach Hause geschickt. Damit war die Leipziger Brausevergiftung zumindest halbwegs auskuriert.
Boussati dürfte daraus seine Lehre gezogen haben: In Leipzig künftig nur noch Kölsch. Das hat zwar auch Nebenwirkungen, aber wenigstens keine fünf Tore.
Am letzten ZAT hat der 1. FC Köln im RheinEnergieSTADION ordentlich aufgeräumt und den Fohlen aus Mönchengladbach gleich fünf Tore ins Nest gelegt. Ein Ergebnis ganz nach dem Geschmack von Boussati.
Solche Spiele liebt der FC-Coach. Kein stundenlanges Taktieren, kein philosophisches Grübeln über den Gegner, keine komplizierten Rechenmodelle. Einfach raus auf den Platz, Tore schießen und anschließend die noch stehenden Fohlen zählen.
„Das hat viele Kraftreserven gekostet – aber den Bauern gönne ich jedes Mal
jedes einzelne Tor“, soll Boussati nach der Partie zufrieden festgestellt haben.
Das Rheinderby ist schließlich traditionell kein gewöhnliches Spiel. Für den FC war der Kantersieg deshalb nicht nur sportlich wertvoll, sondern auch Balsam für die Kölner Seele.
Doch viel Zeit zum Feiern bleibt nicht. Die Reise des Effzeh zum Erhalt der Klasse geht bereits heute weiter. Die Erstliga-Luft ist rau, die Gegner sind unangenehm und jeder Punkt wird gebraucht. Aber nach fünf Toren gegen die Fohlen gilt zunächst: Boussati hat gute Torlaune.
Der 1. FC Köln kann mit seinem ersten ZAT im Oberhaus durchaus zufrieden sein. Beim Gastspiel in Bochum musste der Aufsteiger zwar eine knappe Niederlage hinnehmen, doch viel fehlte nicht. Mit ein wenig mehr Erstligaerfahrung wäre vielleicht sogar etwas drin gewesen.
Dafür wurde das Heimspiel ganz nach Kölner Art angegangen: gemütlich, kontrolliert und am Ende erfolgreich. Drei Punkte zum Auftakt – damit lässt es sich leben.
Unter der Woche gab es außerdem ein besonderes Testspiel gegen den Partnerverein SC West aus Ossendorf, dem Wohnort von Boussati. Und wer ließ sich das
natürlich nicht entgehen? Nouri, FC-Fan und Trainer in der Schweiz, schaute persönlich vorbei.
Für Nouri war es dabei eine kleine Reise in die Vergangenheit: Der SC West ist schließlich sein Jugendverein. Man munkelt, dass er während des Spiels weniger auf die Taktik des FC und mehr auf die alte Heimat geschaut hat.
Und irgendwann soll er sich gedacht haben: „Wenn dieser Verein eines Tages in Copa verfügbar ist, weiß ich schon, welchen Verein ich übernehme.“
Vater Boussati dürfte das gerne gehört haben.
Familienbetrieb bald in Köln? Warum eigentlich nicht!
Die 44. Copa-Saison steht vor der Tür und der 1. FC Köln ist wieder erstklassig!
Einfach wird es ganz sicher nicht. In der Bundesliga warten jede Menge alte Copatadoren, die wissen, wie man einem Gegner das Leben schwer macht. Boussati wird sich also auf eine Saison einstellen müssen, in der jeder Punkt hart erarbeitet werden will.
Doch eines steht fest: Die Zweitklassigkeit vermisst beim FC niemand. Nicht ein bisschen. Vor allem die Pseudo-Interviews aus Höhenberg-Vingst dürften in Müngersdorf niemandem
fehlen. Dort darf man sich jetzt gerne wieder mit den eigenen Problemen beschäftigen – der FC hat schließlich wichtigere Aufgaben.
Das Saisonziel ist deshalb klar: Klassenerhalt.
Wenn Boussati und seine Mannschaft dieses Ziel erreichen, gibt es in der kommenden Saison hoffentlich keinen Grund, wieder auf die andere Rheinseite fahren zu müssen, auch nach Leberschmusen zum dortigen FC Köln-Nord nicht.
Denn auf eine Sache kann der FC wirklich verzichten: Noch eine Saison mit Interviews aus dem Speedy-Keller.
Der 1. FC Köln geht als Tabellendritter in den letzten ZAT der Saison und steht damit aktuell auf einem direkten Aufstiegsplatz. Eine gute Ausgangslage – zumindest auf den ersten Blick.
Denn hinter den Kulissen weiß jeder: Es wird ein hartes Stück Arbeit, diesen Rang zu verteidigen. Boussati und sein Team haben den Aufstieg längst nicht mehr allein in der Hand und sind auch auf passende Ergebnisse der Konkurrenz angewiesen.
Doch wie es sich für den Fußball gehört, machen
bereits die wildesten Gerüchte die Runde. Aus gut unterrichteten Flurkreisen wird gemunkelt, die 1. Bundesliga könnte kurzerhand aufgestockt werden und plötzlich würden mehr Mannschaften den Sprung nach oben schaffen.
Ob an diesen Geschichten etwas dran ist? Vermutlich nicht.
Aber solange der letzte Spieltag noch nicht angepfiffen ist, darf man ja wohl noch hoffen. Und wie heißt es so schön?
Die Hoffnung stirbt zuletzt – Gerüchte meistens erst nach dem Schlusspfiff.
Zwei Siege am letzten ZAT – und trotzdem bleibt der 1. FC Köln auf Rang 5 weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Der Rückstand auf Tabellenführer Nürnberg beträgt inzwischen fünf Punkte, und der Traum vom Aufstieg liegt nicht mehr in den eigenen Händen.
Rückblickend schmerzen vor allem zwei Heimspiele besonders. Zwei hässliche Niederlagen gegen zwei nicht minder hässlich auftretende Teams – Duelle, die am Ende niemandem wirklich geholfen haben. Außer einem.
Während sich die Kontrahenten mit aller Macht am FC
abarbeiteten, zog der lachende Dritte ungestört davon und setzte sich an der Tabellenspitze ab.
Am Geißbockheim wird man sich diese Spiele noch lange vor Augen halten. Nicht aus Frust über verlorene Punkte, sondern weil sie eindrucksvoll zeigen, dass man manchmal so sehr damit beschäftigt ist, dem Nachbarn zu schaden, dass am Ende ein anderer die Beute einsammelt.
Noch sind fünf Spiele zu gehen. Doch eines ist klar: Der FC muss jetzt nicht nur gewinnen – er braucht auch ein wenig Hilfe von genau den Mannschaften, die ihm zuvor das Leben so schwer gemacht haben.
Beim 1. FC Köln ist die Stimmung nach der nächsten Heimniederlage gedrückt. Die großen Aufstiegsträume, die vor Wochen noch greifbar schienen, sind inzwischen deutlich verblasst. Der Weg nach oben ist nicht mehr aus eigener Kraft zu schaffen – und das sorgt für schlechte Laune bei Boussati.
Auf die üblichen Kommentare aus Köln Höhenberg und die bekannten Interviews rund um Speedy und Co. hat der FC-Coach derzeit wenig Lust. Auch die Aussagen der berühmten Putzfrau vom Geißbockheim sollen ihn mittlerweile eher nerven als unterhalten.
„Ich habe keine Zeit mehr für dieses Theater“, soll Boussati gesagt haben. „Jetzt geht es darum, die
Saison ordentlich zu Ende zu bringen.“
Doch ganz ohne Kampfgeist ist der FC nicht. Wenn der Aufstieg schon schwieriger geworden ist, bleibt immerhin noch ein anderes Ziel: Denjenigen das Leben schwer machen, die sich mit viel Einsatz gegen Köln gestellt haben.
„Die Möchtegern-Taktiker, die gegen uns ihr letztes Hemd ausgezogen haben, nur um uns den Weg zu verbauen – die vergessen wir nicht“, soll ein sichtlich genervter FC-Trainer gesagt haben.
Denn im Fußball gibt es ein Gedächtnis. Und vielleicht begegnet man sich in der Copa-Welt schneller wieder, als man denkt.
Am Geißbockheim ist die Stimmung gereizt – aber der Kampfgeist ist noch nicht verschwunden.
Es ist soweit: Der FC trifft am kommenden ZAT auf Speedy Gonzales, den selbsternannten Interview-Influencer aus Köln, bevor anschließend die Reise nach Nürnberg zum absoluten Aufstiegsfavoriten und Dauer-Tabellenführer geht.
Ein Wochenende also, das bei Boussati und seinem Team für einige Sorgenfalten sorgt.
Nach der bitteren 1:5-Heimklatsche gegen Kaiserslautern herrscht am Geißbockheim angeblich Ausnahmezustand. Die Spieler schauen vorsichtig auf die Anzeigetafel, der Trainer überprüft dreimal die Aufstellung – und selbst die Putzfrau hat sich krankgemeldet. „Ich brauche erstmal Ruhe“, soll sie gesagt haben. „So viele
Geschichten kann nicht mal mein Wischmopp aufnehmen.“
Auch Boussati wirkt ungewohnt zurückhaltend. Gerüchten zufolge überlegt man sogar, das großzügige Angebot aus der Liga anzunehmen und im Heimspiel einfach einen Punkt sicher einzupacken.
Doch Insider aus dem Umfeld des FC wissen: Vorsicht ist eine Sache, Angst eine andere. Denn wer zu lange zögert, steht am Ende vielleicht nicht vor einer Niederlage – sondern vor einem leeren Teller.
Und eines ist sicher: Wenn Speedy wieder zum Mikrofon greift, sollte der FC besser nicht nur zuhören, sondern auch auf dem Platz antworten.
Die Kölner Fußballwelt hatte am Wochenende wieder Gesprächsstoff. Viktoria Köln gewann das Auswärtsspiel bei Fortuna Köln im Südstadion mit 2:1 – und sorgte damit für einige erstaunte Gesichter.
Schließlich hatte Speedy Gonzales vorher im berühmten Theken-Interview noch über ein mögliches Unentschieden gesprochen. Nun aber drei Punkte für die Viktoria. Die große Frage im Umfeld des FC: War das nur Taktik oder wollte man alle auf eine falsche Fährte locken?
Während die Journalisten am Geißbockheim auf Boussati warteten, tauchte der FC-Trainer allerdings nicht auf. Später kam heraus: Er hatte sich als Schornsteinfeger verkleidet und sich direkt an der wartenden Presse vorbeigeschlichen.
Die Putzfrau des Geißbockheims, die alles beobachtet hatte, zeigte Verständnis: „Ich habe mich schon gewundert, warum der Schornsteinfeger plötzlich so gut über Rest-TK und Tabellenplätze Bescheid wusste. Aber ich dachte,
vielleicht haben die heute moderne Kaminanlagen.“
Auf die Frage nach den Aussagen von Speedy und einem angeblich vereinbarten Unentschieden im kommenden Duell winkte sie nur ab.
„Quatsch. Bei uns wird nichts geteilt. Höchstens der Kuchen in der Kabine – und da entscheidet der Kapitän.“
Für die Höhenberger hatte sie anschließend noch eine klare Botschaft:
„Die sollten sich warm anziehen, bevor sie den Rhein überqueren. Im Müngersdorfer Stadion gibt es Saures. Wenn wir sie nicht mit Punkten von den Aufstiegsrängen holen können, dann eben mit einer Tordifferenz, an die sie noch lange denken.“
Danach nahm sie wieder ihren Wischmopp und erklärte den Journalisten: „So, jetzt raus hier. Der Boden ist sauberer als manche Derby-Aussage.“
Ob Boussati wirklich als Schornsteinfeger unterwegs war oder nur eine neue Geheimtaktik ausprobiert hat, bleibt offen. Klar ist nur: Beim FC wird nicht gefegt – dort wird vorbereitet.