Da ist wohl förmlich eine Last von ihm abgefallen. Nachdem Herbster am Tag der Rache so richtig kassiert und 12 Gegentore geschluckt hatte (entspricht je 6 Tequila mit Zitrone), spielt Monterrey frei auf. Es scheint fast so als hätte sein größter Rivale, Pepeke Guevara ihn wieder zum Leben erweckt: 4 Siege in Folge - die Formkurve zeigt steil nach oben. Hätten Don Limòn, der erst kürzlich einen Faux Pas seines eigenen Namens öffentlich machte, und Pepeke Herbster nicht in die Suppe gespuckt, wäre Monterrey gar Spitzenreiter. Und das, wo er sich doch immer so viel Mühe mit dem ò gegeben und versucht hatte, den Weltklassetrainer Mechiko's korrekt auszusprechen..
Doch so sieht es zumindest danach aus, als könne man die Saison in der oberen Tabellenhälfte beenden und sich für die kommende Spielzeit eine zumindest akzeptable Ausgangsposition verschaffen, aus der man dann einen neuen Anlauf wagt. Mit dem Titel hat Herbster's Team nichts mehr zu tun. Den machen Sancho und Pancho aus Guadalajara wohl unter sich aus. Die beiden haben sich immer schön aus allem rausgehalten und versteckt, nur um dann im entscheidenden Moment
zuzuschlagen. Noch immer im Rennen ist auch die weltbeste Zitrone Mechiko's, die allerdings zu geizig war, um unser Land in der Copa Libertadores ins Finale zu ballern und vielleicht SPRITZT ja auch noch Dr. Roquo mit ins Titelrennen rein, auf den Herbster übrigens zum Ende der Hinrunde in Südafrika gesetzt hat - und auf die Limone in Spanien - also verkackt es nicht!
Pepeke & Popoke und Herbster's kleiner Kugelbauch, also sein Vierbeiner fubini, haben mit der Meisterschaft so wenig zu tun, wie der Atlante FC mit dem Klassenerhalt. Tiger Guevera kämpft derzeit noch darum, dass nicht auch noch der 4. von 5 trainerlosen Vereinen die Saison vor ihm beendet und ihm in den Käfig pisst. Ob ihm das für die nächste Spielzeit wohl eine Lehre sein wird, 7,2 TK just for fun für einen einzigen Punkt auszugeben?
(Anm. d. Red.: Der einzige, der 12,0 TK verschwenden und trotzdem noch Meister werden kann, ist Florian NMRkert in Sambia).
Mit solch einer Ausgangslage sieht Herbster jedenfalls keinen Grund, nächste Saison bei Guevara eine 6 zu setzen. Diese Saison war er als Titelverteidiger Favorit, nächste Saison ist er nur "schwak wie eine Flasche leer".
Die bisherige Saison in Mechiko kann nur mit einem Wort bezeichnet werden: WILD!
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Pepeke Guevara ist nach seiner Versöhnung mit Herbster nach dem Titel in der letzten Saison direkt auf der Jagd nach dem nächsten: Schlechtester Meister Mechiko's. Viel fehlt nicht mehr und er wird statt Erster nun Letzter. Immerhin könnte er dann die Tabelle einfach rumdrehen und sich in der Küche aufhängen, um Popoke und sich selbst die Welt zu machen, widde widde wie sie ihnen gefällt.
Herbster's Hund, der kleine fubini mit dem Kugelbauch, dümpelt - wie gewohnt und erwartet - mit Guevara im Tabellenkeller herum und sein Herrchen ist trotz der glücklichen Siege aus der letzten Woche im Niemandsland der Tabelle versumpft, aus dem es kein Entkommen mehr gibt.
Davor lauert Dr. Roquo mit einem Heimspiel weniger als alle seiner Patienten. Jetzt, wo er sich das Trauerspiel der mechikanischen Liga von allen Seiten angeguckt hat, wäre er durchaus ein Kandidat, die Liga von ihrem Trauma zu therapieren. Doch reicht dafür seine Lizenz 25,2 aus?
Die besten Aussichten, zusammen mit den dicksten Eiern von 27,8cm Durchmesser, hat definitiv die weltbeste Zitrone mit ihrem weltklasse Trainer Don Limòn. Nur er
scheint in der Lage, die Liga der Leiden zu erlösen und Mechiko von der Vormachtsstellung zweier trainerloser Teams, die das schöne Land düpieren. Es darf wirklich nicht sein, dass Peru in Mechiko Meister wird! Also, Du allmächtige Zitrone, die die Fahne unseres wundervollen Landes sogar noch in der Copa Libertadores hochhält:
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FASSE DIR EIN HERZ UND HOLE DIR DEN TITEL!
Denn Sancho und Pancho aus Guadalajara, die die gesamte Saison schon nur über einander reden und in ihrer völlig eigenen Liga spielen, werden wohl kaum in der Lage dazu sein, die Estudiantes Tecos noch zu stoppen, oder etwa doch?!
Monterrey wird damit jedenfalls nichts mehr zu tun haben. Nach der überschwänglichen Saisonabschlussfeier beim Tag der Rache waren sämtliche Stürmer aufgrund einer Alkoholvergiftung nicht in der Lage, den vergangenen Spieltag zu absolvieren. Mittlerweile sind sie jedoch wieder ausgenüchtert und Herbster's Team hat zumindest wieder das Potential, viele Tore zu schießen. Die braucht man wohl, wenn man gegen den taubstummen Popsman bestehen und sich von ihm nicht in den Tabellenkeller ziehen lassen will. Schließlich will man die ohnehin schon verlorene Saison irgendwie versöhnlich abschließen.
Was soll da noch kommen? Die Luft ist raus nach dem Highlight der Saison und wenn man ehrlich ist, ist die Saison jetzt auch vorbei. Erst recht, nachdem sich die Belle Etage der mechikanischen Primera División am Tag der Rache nochmal ordentlich den Helm verbogen hatte.
Alle waren sie zur großen After-Show-Party gekommen: Dr. Roquo, Don Limòn und natürlich auch Popoke und Pepeke, die nach ihrer Wiedervereinigung endlich wieder Hand in Hand in der Öffentlichkeit auftraten. Herbster trug fubini in der Brusttasche seines Pullovers und auch der sah zufrieden aus. Lediglich Maverick und El Campeche blieben der Veranstaltung fern. Berichten zufolge kochten die beiden ihr eigenes Süppchen, statt sich am reichhaltigen Buffet des Veranstalters zu laben.
Nachdem der offizielle Teil inkl. der Reden vorbei war, ging es endlich zu den Feierlichkeiten über und alle waren sich einig: Heute lassen wir es so richtig krachen! Die Saison ist im Grunde gelaufen: Don Limòn hatte bereits im Forum angekündigt, aufgrund des zu schweren Spielplans keine Ambitionen mehr auf den Titel zu hegen und wenn man mal ehrlich ist, dann hat das trainerlose Team von Estudiantes Tecos die Meisterschaft sowieso am meisten verdient. Kein Heimpunktverlust und bereits 9 Auswärtspunkte - sowas gibt es eben nur in Mechiko!
Hinter den Kulissen wurde es zu vorgerückter Stunde richtig wild:
Herbster lud Popoke auf ein paar lustige Bilder in den Photo-Booth ein und packte ihr dabei an ihre dicken Möpse. Just in dem Moment stolperte auch Pepeke, arg angeschossen von mehreren Tequila, in die Box und konnte sich vor lauter Lachen nicht mehr auf den Beinen halten. Die Folge: Ein flotter
Dreier, bei dem die verrücktesten Bilder entstanden. Pepeke hatte sein Gesicht vor Popoke's Pflaume und sang "Ich hab' ein knallrotes Gummiboot" während der kleine fubini aus Herbster's Pullover ein Schild mit der Aufschrift "Aber bitte mit Sahne" hochhielt. Zu allem überfluss kam auch noch Don Limòn dazu und gröhlte "ICH BIN EINE WELTKLASSE ZITRONE, LASS MICH DA MAL REINSPRITZEN!".
Doch als Pepeke liebes- und erfolgstrunken von seiner Rache zu einem Dreier-Zungenkuss mit Herbster und Popoke ansetzen wollte, war eine Grenze überschritten und Dr. Roquo sah sich gezwungen einzugreifen:
"Ich habe das Geschehen auf dem großen Monitor im Publikum beobachtet. Ich finde es herzerwärmend, dass sie alle Spaß haben, aber ich denke, soweit sind sie alle psychisch noch nicht. So ein Tag wie heute kann viel Liebe verbreiten und uns alle zusammenbringen, doch alte Wunden brauchen Zeit um zu heilen. Auch wenn der Alkohol sie alle zu Höchstleistungen anspornt, sollten sie sich damit vielleicht noch etwas Zeit lassen."
Durch die natürliche Authorität vom Starpsychologen ließen sich die losgelösten, einstigen Rivalen besänftigen, doch ihrer Glücksgefühlen nicht berauben. Gemeinsam schlenderten sie zu viert Arm in Arm, torkelnd in Richtung Hotel, um diesen gelungenen und denkwürdigen Tag zu beenden.
In wieweit sich diese ausschweifende Feier auf die Trainingswoche und die anschließenden Spiele auswirken würde, war zur Stunde noch unklar. Das einzige was den Beteiligten jedoch auch im komplett alkoholisierten Zustand bewusst war, war dass die Saison mit dem heutigen Tag gelaufen war.
Nachdem Pepeke Guevera jemand ein mit KI gefaketes Bild von seiner (Ex-)Frau und Herbster untergejubelt hatte und Herbster sich deswegen gar einem Glaubwürdigkeitstest bei Mechiko's Starpsychologen Roquo unterziehen musste, schwanden seine Hoffnungen auf eine Schlichtung der Differenzen mit Pepeke vor dem direkten Duell weiter, nachdem dieser die gemeinsame Männersitzung abgesagt hatte.
Herbster ist weiterhin von schweren Schuldgefühlen geplagt. Eigentlich hätte er um ein Medikament bei Dr. Roquo bitten müssen, doch die Schwere seiner Melancholie verschwieg er dem Seelenklempner. Wenigstens dessen Urin hatte gewirkt, als er seinem kugelbäuchigen fubini eine Pipette davon ins Maul tröpfelte, bevor sie am Freitag spazieren gingen. Sein bester Freund war wie betäubt und vergaß sogar zu bellen, als sie zum versprochenen Spaziergang aufbrachen.
Noch immer ist der Übeltäter, der einen Keil zwischen Herbster und Guevara treiben will, unbekannt. Und da es fubini nicht gewesen sein kann, bleibt fast nur noch der arrogante Don Limòn übrig, der sich zuletzt als Wohltäter inszenierte, um einer ganzen Liga Limonade zu spendieren, wo doch jeder weiß, dass in Mechiko alle auf Limetten abfahren. Ist das wieder mal einer seiner Spielchen, mit denen er die anderen Coaches vergiften will oder steckt einfach gar nicht so viel Kalkül dahinter, wie es bei dem KI-generierten Foto von Herbster und Popoke vermutet wird?
Monterrey's Coach bleibt verzweifelt und je näher der 09.10. rückt, desto öfter rennt er am Tag zur Toilette. Nicht nur Guevera's, sondern auch noch Montezuma's Rache sucht ihn heim. Das Adrenalin fließt, es vergeht keine Minute, in der sein Unterbewusstsein nicht an das Spiel gegen die Tigres denkt. Wenn er sich seinem Schicksal jetzt tatenlos ergibt, wird's nicht mehr besser. Darum entschließt er sich kurzfristig, nochmal einen letzten Brief an Pepeke Guevera zu verfassen, der ihn hoffentlich noch zum Einlenken bringt.
Handschriftlich natürlich, fälschungssicher. Er muss überzeugend wirken - und riechen. Darum schreibt er ihn aus Popoke's Perspektive, damit er ihn nicht beiseite legt. Und richtig riechen muss er - nach etwas Vertrautem und Popoke. Er legt sich Stift und Papier zurecht, träufelt ein paar Tropfen Tequila auf die leeren Blätter, die vor ihm liegen, damit er Guevera mit dem Geruch anlockt. Und da er gerade nichts von Popoke zur Hand hat, jedoch weiß, wie und wonach die fette Tonne riecht, greift er zum Briefumschlag, hält ihn mit einer Hand an den Seiten fest, drückt sie zusammen, sodass die Mitte sich öffnet und furzt rein. Glücklicherweise hatte er gerade erst einen frischen Obstsalat gegessen, garniert mit einer Wassermelone. Die lag im Verdauungstrakt nun oben auf und verweste - er war sich sicher:
Das war er, der perfekte
vermisse isse Disse sehr. Hoffe ich, bisse Du mir niss böse, dass isse bin gegange. Brauchte isse bischen ßeit. Doch bin isse jetz an die Punkt, wo sage: Wir musse rede! Desterhalbe ßreibe isse diese Brief.
Habe isse gehört, dass Du haste bekomme eine Fake Bild von mir und die 'erbster. PEPI, DAS ISSE NISSE ECHTE! Bin isse in die Frauenhaus. Mir gehte gut, die Umstände entspreche.
Was isse Dir wollte sage: Die Wut, die Du hasse in Dire, die komme von die Teufel! Isse nisse die Pepi, die isse kenne! Und auch wenn wir 'abe nixe Kontakte actualmente, sehe isse meine Aufgabe, disse abßuhalte von mache Quatsche, wenn Du spiele gegen die 'erbster!
Pepi, hasse Du mal auffe die TK geguckte? Hasse Du schon gemakte genug Fehler in die Saison! Heute, wo isse gucke die Tabell, Du 'asse 31,1. Nur 22 Punkte, Pepi! Wollte isse Dir nur kurz rechne vor: Wenn Du hole raus die A6 für die 'erbster Du bisse ARM! Guckste Du hier: 31,1 - 7,2 = 23,9. VIEL MEHR ARM ALSSE JETZE! UND NUR EINE PUNKTE MEHRE MITTE DIE 6:6! 23 Punkte und gewonne nixe! So viele TK wie die Reitere von die Spitz, aber 8 Punkte wenigere. Dasse nixe die Anspruch von die Mann, die isse kenne!
Wenn Du Disse lasse provoßiere von die 'erbster, gibte nur eine Verlierer - DU! Habe isse gesehe, dass Du haste gesparte Deine Krafte gegen die Zitron, damit Du kannste spiele die 6 bei die 'erbster. Lasse misse sage Dir: Die richtige Spiele von die Zug wäre gewese genau die umgekehrte. Die 'erbster isse nisse die Bedrohung. Hatte noch nie gerisse etwas in Sud-Amerika. Die wahre Feind isse die Limòn! DER KLAUE DIR DEINE TITEL, PEPI!
Isse weiß, das isse liege correcto. Wille isse nur Deine Beste und Du weißte ganze genau. Überlege Dir sehre gut, wasse Du mach. Möchte isse Disse bald wiedersehen, wenn etwas ßeit isse vergange. Hoffe isse nix, dass Du dann bereue, was isse Dir 'abe gesagt.
Habe isse etwas zugenomme die letzte Woche. Hier in die Frauenhaus Essen nixe gut. Aber isse weiße doch, dass Du liebe meine Kurve. Hoffe isse, dass isse kann bald wieder sein Deine Tonne.
Herbster stand der Schweiß auf der Stirn. Er zitterte am ganzen Körper, als er fertig war. Dennoch wusste er, dass er jetzt alles versucht hatte, um die Wogen zu glätten. Jetzt lag es an Pepeke, ob er sich überzeugen ließ - und am lieben Gott.
Briefmarke drauf, zugeklebt und als Einschreiben mit Rückschein brachte er den Brief zur Post. Nur so konnte er sicher sein, dass Pepeke den Brief erhalten hatte.
Herbster kommt pünktlich zu seinem Termin mit Dr. Roquo in die Praxis. In seiner rechten Hand eine Hundeleine, mit der er seinen übergewichtigen fubini hinter sich her schleift.
"Guten Abend, ich habe Sie bereits erwartet. Treten Sie ein." lächelt ihm Roquo entgegen.
"Hallo Dr. Roquo, ich bin sehr nervös. Ich glaube, mein Hund spürt das. Er hat sich ständig gewehrt, seitdem ich aus dem Auto gestiegen bin. Leider hat er auf seinem Kugelbauch ein paar Schleifspuren, weil er sich auf dem Weg so hängen gelassen hat."
"Kein Problem, Herr Herbster. Kommen Sie rein. Für Ihren fubini habe ich im Therapiezimmer ein Körbchen und eine Wärmflasche bereitgestellt. Ich hole mir nur ein bisschen Eigenurin, dann bin ich sofort bei Ihnen. Kommen Sie an, entspannen Sie sich."
Herbster nimmt den widerwillig blickenden fubini auf den Arm, geht mit ihm in den genannten Raum und legt seinen Vierbeiner auf das Körbchen mit der Wärmflasche. Der kleine Kugelbauch scheint erfreut über dieses Plätzchen, seufzt kurz und schließt die Augen.
5 Minuten vergehen. Herbster ist immer noch nervös. Dr. Roquo lässt sich scheinbar heute Zeit. Dann fällt ihm auf, dass nur noch ein weiterer Stuhl neben seinem im Zimmer steht. In dem Moment kommt Dr. Roquo rein:
"Entschuldigen Sie. Ich wollte nur pissen, doch dann kam noch ein kleines Würstchen raus. Den Urin vom Mittelstrahl habe ich mir hier aufgefangen und trinke gelegentlich, wenn Sie gestatten."
Er hält ein kleines Glas hoch. 0,3l schätzt Herbster. Mindestens.
"OK, Herr Doktor. Sind wir heute alleine?!" will Herbster wissen.
"Ja, Herr Guevara hat abgesagt."
"Öhhh, okay. Wie kommt es?" will Herbster wissen, dessen Puls nun ein wenig langsamer wird.
"Das möchte ich heute mit Ihnen besprechen, Herr Herbster. Nun, es ist so, dass Pepeke mich heute Mittag angerufen hat. Er war mal wieder stark alkoholisiert und wurde sehr laut. Um nicht zu sagen beleidigend. Es gibt da etwas, was Sie mir erklären müssen."
"Hmmm, OK. Wie kann ich behilflich sein?" wittert Herbster freundlich die Gelegenheit, von seiner Seite zu unterstützen.
Roquo hält ein Foto hoch: "Das hier. Sind Sie das?"
Das Bild zeigt die fette Ex und noch-Ehefrau Popoke von Pepeke Guevara, seines Rivalenfreundes, wie sie eng umschlungen mit Herbster für ein Foto posiert.
"Ähhh. Der sieht aus wie ich, ja. Aber dieses Foto ist nicht echt! Diese Situation hat es nie gegeben! Ich würde diese Tonne niemals auch nur berühren wollen!" entgegnet Herbster.
"Nun, dieses Foto wurde Guevara zugeschickt. Zusammen mit diesem Brief hier."
Herbster liest den Brief.
"Der ist auch nicht von mir! Ich habe weder so ein Foto aufgenommen, noch diese fette Voodoo-Tante umarmt und sowas habe ich erst recht nicht geschrieben!" weißt Herbster entschieden zurück.
Dr. Roquo mustert ihn, überlegt kurz und hat dann eine Idee:
"Kommen Sie her."
Er schließt diverse Kabel des Lügendetektors an Herbster's Finger an, um die Impulse zu kontrollieren. Danach drückt er auf dem Gerät auf "on".
Können Sie das bitte nochmal wiederholen und mir dabei in die Augen gucken?
Herbster nickt.
"Diesen Brief habe ich nicht geschrieben und dieses Foto habe ich so niemals machen lassen."
Roquo kontrolliert die Aufzeichnungen des Lügendetektors.
"Sieht gut aus. Das Gerät glaubt Ihnen und dann tu ich es auch. Können Sie sich dann erklären, wie diese Dokumente zustande gekommen
sind?"
"Herr Doktor, ich habe keine Ahnung. In der heutigen Zeit kann man ja alles fälschen, wissen Sie. Geben Sie die richtigen Parameter in die KI ein und Sie bekommen, was Sie wollen. Nur die Antwort auf die Quizfrage 16 habe ich bisher nicht gefunden."
"Ja, die ist echt eine harte Nuss", entgegnet Dr. Roquo. "Gibt es denn jemanden, der Ihnen schaden wollen könnte?"
"Also wenn Sie mich so fragen, dann fiel mir eigentlich nur Don Limòn ein. Ob der sich allerdings mit KI so gut auskennt, weiß ich nicht. Der ist eher damit beschäftigt, sich selbst im Spiegel zu betrachten."
"Soso. Sie sind sich also nicht sicher? Könnte es evtl. jemand sein, den Sie so gar nicht auf dem Schirm haben, der Intrigen gegen Sie spinnen und Ihnen Schaden will?"
Herbster denkt länger nach.
"Also ehrlich, Herr Doktor. Ich habe niemanden so nah an mich ran gelassen. Dieser Maverick könnte evtl. aus dem Hinterhalt agieren. El Campeche kann mich vielleicht nicht leiden, weil ich Schweizer Wurzeln habe und er Österreichische. Sonst fiel mir ah hoc niemand ein, der bei uns in Mechiko richtig schreiben und lesen kann."
"Wie sieht es mit ihrem Hund aus?" will Roquo wissen.
Herbster lacht.
"DER?! Mein fubini kann nicht mal mehr richtig zubeißen mit seinen verfaulten, krummen Zähnen. Wie soll der eine KI bedienen?"
"Wir müssen alle Möglichkeiten in Betracht ziehen" ergänzt Roquo.
Stille im Raum. fubini hat kurz die Augen aufgemacht, nachdem er zuvor geschlafen hatte.
"Ich möchte ehrlich zu Ihnen sein, Herr Herbster. Wenn wir es realistisch betrachten, bekommen wir die Kuh nicht kurzfristig vom Eis und Ihre Freundschaft zu Herrn Guevara wiederherzustellen, benötigt meiner Einschätzung nach eher Monate als Wochen. Der Typ ist aktuell völlig durch."
Herbster seufzt enttäuscht.
"Also nicht bis zum 09.10.?" will er wissen.
"Nein, nicht bis zu Ihrem Aufeinandertreffen. Bringen Sie Geduld mit."
Herbster senkt seinen Kopf. Er war zwar sehr angespannt in Dr. Roquo's Praxis gekommen, doch er hatte sich erhofft, Fortschritte in seiner einstigen so gesunden Männerfreundschaft mit Pepeke zu machen. Die muss er nun, zumindest kurzfristig, begraben.
"OK, Dr. Roquo. Wie Sie gesehen haben, bin ich unschuldig. Ich bin enttäuscht, dass jemand einen Keil zwischen uns treiben will. Am ehesten könnte ich mir vorstellen, dass es diese arrogante Zitrone ist. Er könnte den größten Nutzen aus dem Ganzen ziehen: Selbst mit wenig Aufwand gegen Pepeke gewinnen und uns dann gegeneinander aufhetzen. Das macht aus meiner Sicht am meisten Sinn."
Roquo blinzelt nur und verkneift sich ein Nicken.
"Versuchen Sie, jetzt erst mal abzuschalten. Machen Sie sich einen entspannten Abend. Vergessen Sie ihren kleinen Kugelbauch nicht und geben Sie ihm mal einen Erdbeerkuchen. Er sieht so aus, als hätte er schon 1 Jahr keinen mehr bekommen."
Herbster klemmt sich seinen kleinen Vierbeiner unter den Arm und gibt dem Psychologen die Hand.
"Laufen ist für fubini heute nicht mehr. Ich muss ihn schonen. Für Freitag habe ich ihm einen Ausflug auf den Spielplatz versprochen. Wir sind verabredet" lächelt Herbster.
"Das hört sich doch nach einer perfekten Ablenkung an." entgegnet Roquo.
Zum Abschied hält er sein Glas hoch:
"Möchten Sie noch einen Schluck, bevor Sie gehen? Wirkt beruhigend."
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"Ähm, nein. Aber wenn Sie so fragen: Können Sie mir ein paar Tropfen abfüllen? Dann würde ich sie fubini am Freitag geben, bevor es los geht."
ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich Dir diese Zeilen schreiben soll. Doch nachdem Dr. Roquo am Freitag bei mir war und wir unter vier Augen gesprochen haben, hat er mir dazu geraten und Mut zugesprochen.
Ich weiß, dass Du mir noch immer krumm nimmst, dass ich das Grab Deines Vaters ausgehoben und Dich verflucht habe. Ich hätte niemals gedacht, dass Monkey Island II nachzuspielen, wirklich funktioniert! Vielleicht war das naiv von mir. Du sollst wissen, dass auch ich daran noch immer schwer zu knabbern habe. Du bist nicht alleine, auch wenn Popoke gerade nicht bei Dir ist.
fubini kann nicht mit mir reden, aber ich glaube, auch ihn hat das alles auch sehr mitgenommen. Er hält sich seit dem Vorfall die ganze Zeit nur noch im Keller auf und versucht auf der Spielzeug-Zitrone herumzukauen, die dort auf dem hintersten Platz verrottet. Ich hatte ihr in der letzten Saison mit Edding dieses arrogante, selbstgefällige Gesicht aufgemalt, das mich an Don Limòn erinnert. Nach meinem Unentschieden gegen ihn, war ich so wütend, dass ich das Ding in den Keller gefeuert habe.
Auch um meinen kleinen Vierbeiner mache ich mir große Sorgen. Schon 2x hat er diese Saison versucht zuzubeißen - seine verfaulten und abgestumpften Zähne haben es nicht zugelassen. Ich habe schon versucht, seine Ernährung umzustellen, doch ich glaube, der Kugelbauch ist aktuell das einzige, was ihm nach 1 Jahr Erdbeerkuchen noch heilig ist. Der Arzt meinte kürzlich, dass er vermutlich seit der selben Zeit schon einen Blinddarmdurchbruch hat. Es ist ein Wunder, dass er noch lebt.
Vielleicht muss ich ihm zu seinem Glück zwingen und ihm endlich mal etwas Gesundes geben.
Ich wünschte, ich könnte Dir auch etwas Gutes tun, Pepeke, mein Bro! Als Meister hast Du nur das Beste verdient, aber stattdessen greifst Du in dieser Saison nur in die Scheiße. Vielleicht schenke ich Dir am 18. Spieltag die 3 Punkte und reinige damit mein Karma. Dann kann ich sicher wieder besser schlafen als zuletzt. Dass meine Schlafstörungen an dem Licht liegen, was ich aus Angst immer anlasse, glaube ich eher nicht.
Was ich noch fragen wollte: Hast Du Dich eigentlich sexuell mal ausgelebt? Dich mit Anna Limonetta de la Tequila getroffen? Ich glaube, das könnte Dir gut tun, damit Du den Trennungsschmerz unterdrücken kannst. Der Alkohol tut Dir doch auch nicht gut, man! Ich will nicht, dass Du daran kaputt gehst! Guck Dir doch mal die Tabelle an: Nichts ist verloren, Digga! Und wenn wir den Maverick eingefangen bekommen, kannst Du vielleicht sogar Deinen Titel noch verteidigen, so wild, wie das hier zugeht. Wir könnten zusammen, Seite an Seite, wie Batman und Robin, für das Gute in Mexiko kämpfen, so wie wir es gerade international tun!
Ich möchte Dich nicht unter Druck setzen. Lass Dir Zeit, wenn Du diesen Brief gelesen hast. Alles kommt von Herzen. Ich hoffe, dass wir uns bald mal in Ruhe bei Dr. Roquo in der Praxis aussprechen können. Er wollte Dich sowieso noch kontaktieren, um auch mit Dir mal vorab ein Einzelgespräch zu führen.
Bis dahin übe ich mich weiter in Reue und habe weiterhin ein schlechtes Gewissen.
Ursprünglich war eine reine Männerrunde mit Pepeke Guevara in Roquo's Praxis geplant, doch der Psychologe lud beide zunächst zu einem virtuellen Meeting ein, um die Spannungen vorab zu reduzieren.
"Herr Herbster, wie geht es Ihnen? Was macht Ihr Hund?"
"Unverändert, Herr Doktor. Die Schuldgefühle halten an. Mein fubini dümpelt wie immer im Untergeschoss herum. Sein Bauch zieht ihn runter, nur sein Pate ist noch schwerer als er."
"Wer ist sein Pate?"
"Ich weiß nicht, wer es ist. Nur, dass es aus Atlante kommt. Damals habe ich für einen guten Preis eine Patenschaft im Netz angeboten. Ich war jung und brauchte das Geld."
"Nun gut", fuhr Dr. Roquo fort "Herr Guevara, wie geht es Ihnen heute?"
Pepeke hatte seine Webcam aus und als er sein Mikrofon auf unmute stellte, war nur Schluchzen zu vernehmen. Keine Reaktion, kein Satz, kein Ton. Nur ein schwarzes Bild.
"OK, lassen wir das. Herr Herbster, ich habe mir überlegt, dass ich Herrn Guevara und Sie aktuell nicht gemeinsam in einem Raum therapieren kann. Er ist psychisch zu instabil. Sie wissen ja, dass ich am Freitag in Monterrey bin. Ich würde Ihnen gerne einen Hausbesuch abstatten."
Herbster beginnt sichtlich überrascht zu zittern. Ein Hausbesuch?!
"Ähm, wenn ich ehrlich bin: Ich habe Angst, dass Sie mir ein Ei ins Nest... ähm ich meine, dass Sie mich auseinandernehmen."
"Aber Herr Herbster, ich bitte Sie! Ich will doch nur Ihr Bestes!"
"Wirklich?"
"Aber natürlich! Ich komme doch nicht zu Ihnen, um bei Ihnen etwas zu
holen!"
"Sondern um mir etwas zu geben?" fragte Herbster.
"Selbstverständlich!" entgegnete Roquo.
Herbster sprach zu sich selbst: "Er will mir doch wohl nicht 3 Punkte schenken? Das kann ich nicht glauben. Warum sollte er das nach all' den Vorlesungen und der Kritik über mich tun?"
"Also gut, ich vertraue ihnen, Herr Doktor" entgegnete Herbster, wohl wissend, dass er innerlich komplett anders fühlte.
"Schön, dann also bis Freitag! Möchten Sie noch etwas sagen, bevor wir uns verabschieden, Herr Guevara?"
Zunächst wieder Stille, doch dann platze es aus Pepeke heraus: "DIESE MUTA PADRE HATTE ZERSTÖRT MEINE LEBE! TITEL WEG, FRAU WEG, ALLESE KAPUTT. NUR MEINE TEQUILA ISSE NOCH DA! ISSE WILL, DASSE SIE IHM AM FREITAG DIE OHRE LANG ZIEHE, HERR DOKTOR!"
Herbster war komplett versteinert und wurde kreidebleich im Gesicht, seine Angst vor Roquo wuchs.
"Beruhigen Sie sich, Herr Guevera. Wir alle haben unsere Päckchen zu tragen und ich werde auch Herrn Herbster seine Grenzen aufzeigen, die er bei Ihnen überschritten hat."
Diese Sätze trugen nicht im Geringsten dazu bei, dass sich Herbster besser fühlte. Im Gegenteil: Seine Schuldgefühle wurden dadurch nur mehr getriggert.
"Also die Herren, wir sehen uns. Bis Freitag, Herr Herbster!"
Ohne ein Wort des Abschieds und völlig paralysiert drückte Herbster auf den roten Knopf, verließ das virtuelle Meeting und sprach erneut mit sich selbst:
"Ich weiß noch nicht mal, ob ich ihn überhaupt reinlassen soll. Ich muss mich irgendwie vor diesem Freak schützen. Der macht mir meine komplette Saison kaputt..."
Noch immer hat Herbster mit den psychischen Folgen seiner Voodoo Attacke auf Pepeke Guevara zu tun. Neben dem schlechten Gewissen, ihm sportlich geschadet zu haben, plagen ihn weiterhin Schuldgefühle, für das Eheaus im Hause Guevara/Guevarez verantwortlich zu sein. As diesem Grund nahm er kürzlich den ersten Termin in der Psychotherapie-Gruppensitzung wahr.
"Was ist das denn für ein Feini?" fragte der Psychologe.
"Das ist mein fubini. Er bekommt von mir seit einem Jahr nur Erdbeerkuchen und Milch. Seitdem haben sich seine Zähne jedoch arg verschlechtert. Stumpf sind sie geworden, leicht verfault und er hat einen Kugelbauch bekommen." erzählte Herbster leicht depressiv aber mit einem Lächeln.
"Vielleicht sollten Sie darüber nachdenken, seine Ernährung umzustellen. Von dem, was Sie erzählen, scheinen die negativen Folgen offensichtlich." entgegnet der Psychologe.
Im Stuhlkreis sitzen auch noch andere Teilnehmer:
- Ein Mann der aussieht wie eine Zitrone
- ein älterer Herr namens claudinos
- eine Frau Anfang 30 mit aufgespritzten Lippen und Silikonbrüsten
"Also: Mein Name ist Roquo. Warum sind Sie heute hier?" begann der Psychologe die Vorstellungsrunde.
claudinos: "Ich habe letzten Freitag 4:5 verloren und jetzt bin ich depressiv."
Zitrone: "Mein Name ist Don Limòn. Ich bin der beste Trainer der Welt, aber irgendwie stellt sich der Erfolg nicht ein."
Herbster: "Ich habe jemanden verflucht und habe jetzt ein schlechtes Gewissen."
Roquo hakt ein: "Herr claudinos und Herr Limòn, das tut mir leid. Wir sind hier aber nicht beim Sportpsychologen. Bitte machen Sie ihre Probleme mit sich selber aus oder suchen Sie einen Kollegen auf. Schönen Tag noch."
Er notiert in seiner Akte:
- claudinos ist eine Heulsuse
- Don Limòn ist ein Großmaul
"Herr Herbster, was ist genau passiert?" will Roquo wissen, bevor er sich der Frau mit den aufgespritzten Lippen und den Silikontitten widmet.
"Ich habe eine
Voodoo-Puppe von jemandem anfertigen lassen. Danach kam Unheil über ihn und seine Frau hat ihn verlassen. Ich habe immer noch Schuldgefühle." entgegnet Herbster.
Plötzlich äußert sich die Dame: "Mein Name ist Anna Karma Limonetta de la Tequila. Habe ich eine Mann kennengelernt, auf die treffe zu wasse Du sage!"
Roquo entgegnet: "Danke für den Einwurf, Madame Limonetta. Worum geht es bei Ihnen?"
"Diese Mann. Hatte er mich gefunde bei Tinder und habe wir gehabte wilde Sex auf Fruhstucks-Tische in die Küch. Habe iche mich verliebt in die Mann aber er lasse mich immer wieder falle und behandele mich wie eine Stuck Dreck. Und immer wenn er mich hatte gefickt, fange er an su heule."
Herbster hat ein ungutes Gefühl in der Magengrube. Zu sehr hört sich diese Story bekannt an. Er hat eine Vermutung. Nicht nur wird ihm ein kleines bisschen übel, auch seine Schuldgefühle verstärken sich.
"Haben Sie zufällig ein Bild von ihm?" will Roquo wissen.
Anna Karma Limonetta zögert.
"Nennte er sich ViagraTigre bei die Tinder." sagt sie und hält dem Psychologen zögerlich das Profilbild ins Gesicht.
Weil Herbster direkt neben Roquo sitzt, sieht er das Bild und hat nun Gewissheit: Es ist Pepeke Guevara! Wieder Stiche in der Magengrube und ein Würgereiz machen sich breit. Der Psychologe spürt, was bei Herbster los ist und unterbricht die Sitzung:
"Wissen Sie, Madame Anna Karma Limonetta de la Tequila. Mit Ihnen ist nichts falsch. Sie sind eine wunderschöne, attraktive Frau, die es verdient, geliebt zu werden."
Limonetta fühlt sich von Roquo's Worten geschmeichelt und beruhigt sich, während der Psychologe fortfährt:
"Ich denke, es wäre am besten, wenn Sie Herrn ViagraTigre sagen, dass er bitte in unsere nächste Gruppensitzung kommen soll. Wir führen das hier als Männergruppe weiter. Sie notieren mir bitte ihre Nummer auf dem Patientenbogen. Wir führen Ihr Anliegen als Einzeltherapie weiter. Ich habe übrigens einen großen Schreibtisch in meinem Büro."
Während er an einem ruhigen Sonntag etwas ausgeschlafen hatte und noch faul im Bett lag, war sein Liebster zu ihm ins Bett gehüpft. Herbster kraulte fubini's Kugelbauch und schaute gedankenverloren aus dem Fenster. Irgendwas lag in der Luft, als sein treuer Freund ihn immer wieder anstarrte. Herbster reagierte nicht und so wusste sich fubini nicht anders zu helfen, als ihn zu beißen. Erst leicht, dann immer fester klemmte er seine leicht verfaulten, abgestumpften Hundezähne in Herbster's rechte Hand, mit der er die Voodoo Puppe von Pepeke Guevara gestochen hatte.
"Auuu! Was soll das?! Warum guckst Du mich so an?" entfuhr es Herbster. fubini fokussierte ihn weiter und zog dabei seine nicht vorhandenen Hunde-Augenbrauen herunter um etwas böser zu wirken. Irgendwas wollte er ihm mitteilen. Er biss erneut zu, wenn man es denn beißen und nicht eher nagen nennen kann.
"Eyyy! Jetzt ist es aber gut!" mahnte Herbster, als er danach an der Stelle roch, die fubini "markiert" hatte. Da fuhr es in ihn: Der Geruch von Zitrone war immer noch da und Herbster sichtlich irritiert. Er musste an das Heimspiel gegen Pachuca denken. Die verschenkten Punkte haften ihm immer noch an. Jetzt hatte er verstanden, was sein kugelbäuchiger Vierbeiner ihm mitteilen wollte.
Das Spiel stand unmittelbar im Zusammenhang mit dem Fluch über Pepeke Guevera und wer etwas von Voodoo kennt, der weiß, dass damit auch immer Karma verbunden ist. Seit diesem Spieltag war irgendwas anders. Der Sieg über die urinierenden Tiger war zwar ein Fest, aber unterbewusst hatten sich Gewissensbisse in Herbster's Hirn gebrannt, die sich nun physisch in Form von fubini's Nagen manifestiert hatten.
Nach dem letzten Spieltag standen sie in der Tabelle nun alle beisammen: Don
Limòn, Monterrey, fubini wie gewohnt am Tabellenende und Pepeke Guevara ganz unten. Wer dabei wohl noch an Zufall denkt..
Herbster fühlte sich immer unwohler ob der Umstände. Seinen kleinen Vierbeiner in Pepeke's Küche geschickt, die Voodoo Puppe angefertigt zu haben und alles, was damit zusammenhing und natürlich die Sache mit der Zitrone. Pepeke hatte sein Fett weg bekommen für den Fluch aus der letzten Saison und Herbster wird das Karma wohl auch noch einholen, zumal er für die Trennung von Pepeke und seiner Frau verantwortlich ist.
"Ich hoffe, sie kommt wieder zu ihm zurück. Ich wollte ihn nicht so sehr verletzen. Jetzt fühle ich mich richtig schlecht."
Der komplette Sonntag war dahin und Herbster wurde eines sonnenklar: Man kann nicht Fluch mit Gegenfluch bekämpfen und dann hoffen, dass alles gut wird. Meister wird man so erst recht nicht. Das zu glauben, war ein Trugschluss. Er muss also anderweitig herausfinden, warum ihn seine Unfähigkeit auf dem amerikanischen Kontinent Titel zu gewinnen schon seitdem er dort Trainer ist, verfolgt. Der Schlüssel, diesen Bann zu durchbrechen, kann nicht im faulen Zauber liegen. Er muss in der Natur zu finden sein!
Und nachdem er, ständig von Gewissensbissen geplagt, mehrfach mit seinem mittlerweile inkontinenten Hund Gassi gegangen war und über seine Verfehlungen nachgedacht hatte, wollte er sein Karma zumindest ein kleines bisschen regulieren, bevor er einschlief - wohl wissend, dass Gott alles sieht und ihn für seine Spielchen noch zur Rechenschaft ziehen wird:
"Pepeke, es tut mir leid! Ich wollte Dich nicht verletzen. Ich schicke Dir und auch Popoke einen dicken Kuss!" sagte er, küsste fubini auf seinen Kugelbauch, ließ wie üblich nachts das Licht an und fiel ins Land der Träume..
.. nachdem er sich an Guevara La Grande's Grab vergangen hatte, hatte er alle Zutaten:
- Etwas von der Kleidung
- Etwas vom Körper
- Etwas vom Kopf
- Etwas von den Toten
Am Día de los Muertos ging Herbster damit zu Pepiekse, der Voodoo Priesterin seines Vertrauens. Davon gibt es in Monterrey an jeder Ecke welche, mehr als in anderen Ländern Supermärkte.
"Kann ich spüren, dass diese Pepeke isse über'eblich", sagte Pepiekse, nachdem sie die Voodoo Puppe von Guevara für Herbster angefertigt hatte.
"Und Sie sind sicher, dass sie funktioniert?" fragte Herbster
"Aber naturalmente. Er tute Dich unterschätze. Hier, nimmse Du diese Nadel und tuste Du ihn so oft piekse, wie Du willst mache Tore. Wird er immer eine weniger schieße."
Zu Hause angekommen konnte Herbster es kaum erwarten, die Puppe zu benutzen. Mit einem selbstsicheren, rachelüstigen Grinsen streichelte er über den Kugelbauch seines geliebten fubini, der immer noch ein Stück der Zitrone im Maul hatte, auf die er beim Besuch bei Pepeke gebissen hatte. In einem unaufmerksamen Moment fiel ein Tropfen der Zitrone auf die Voodoo Puppe von Pepeke, die Herbster fubini zum Spielen da gelassen hatte, während er sich sein Abendessen zubereitete.
Gestärkt durch die Mahlzeit war nun der Moment gekommen: Herbster nahm sich die Puppe und die Nadel, die er von Pepiekse bekommen hatte und stach ihr je 1x in jeden Fuß und jeden Arm. Vier mal, war das genug? Nein! Ein Stich in den Kopf musste sein für Pepeke's Hetzerei aus der vergangenen Saison. Und weil er ihm noch den "Todesstoß" verpassen wollte, stach er der Puppe zum 6. Streich diesmal mitten ins Herz - doch er wusste nicht, dass sich genau dort der Tropfen der Zitrone befand.
Zufrieden und voller Hoffnung auf die Wirkung seiner schwarzen Magie sehnte er dem Spieltag entgegen, auch wenn ihn die komplette Woche Zweifel an seinem Vorgehen plagten, denn eigentlich ist er eine von Grund auf ehrliche Haut. Immer wieder
überlegte er, ob es richtig war, zum einen Pepeke 6x zu stechen und zum anderen seinem Heimspiel gegen die ausgequetschte Zitrone so wenig Aufmerksamkeit zu widmen.
- Nach einer wahren Begebenheit -
Am Freitagabend, kurz vor Anpfiff bekam er sogar so viel Schiss, dass er darüber nachdachte, die Taktik nochmal zu überarbeiten. Der Stift drückte und so musste Herbster zur Toilette: "Vielleicht wäre es doch besser, zu Hause auf 3 Tore zu gehen um eine Überraschungsniederlage gegen die ausgequetschte Limone zu verhindern" dachte er. Doch ehe er sich versah und abputzen konnte, war es nach 19 Uhr und er machtlos: Nervenkitzel pur in der Konferenz! Zunächst Erleichterung über das 6:5 bei den Tigres, aber dann, kurz vor Schluss, der letzte Nadelstich (in Herbster's Herz) von Don Limòn. Alles nur wegen fubini! Aber immerhin war seine Rache an Pepeke geglückt - was das allerdings für zwischenmenschliche Folgen hatte, wusste er da noch nicht...
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1 Tag später im Norden von Monterrey
Es war Samstag morgen im Hause Guevara/Guevarez und die Szenerie ein Spiegelbild der letzten Rückrunde: Pepeke sitzt schon wieder heulend am Frühstückstisch, als Popoke durch die Saloontür der Küche kommt:
"Isse wohl nichte Deine Ernst! Die gleiche Scheiße wie in die letzte Saison, alse Du Führer warste von die Tabelle und Angste hattest vor die 'erbster! Kann ich Deine schlappe Schwanz nicht mehr ertrage! Habe ich mir immer gewünschte eine starke Mann, aber bisse Du nur stark wenn Du tippste Deine Hetze in die Computer! Mir reichte, Pepeke! Niche die 'erbster, DU bisse die Ficker!"
Popoke war außer sich, riss die Obstschale vom Tisch, kippte sich 2 Pinnchen Tequila hinter die Binde, nahm dann die Flasche, zerschmetterte sie direkt vor Pepeke auf dem Küchenboden und verließ wortlos und mit hochrotem Kopf die Küche.
Und die Moral von der Geschicht: Sparen hilft beim Punkten nicht, auch wenn man in Zitronen sticht.