In Guadalajara gab es vier Gegentore und reichlich Anlass für schlechte Laune. Gegen Monterrey tat Tlaxcala danach etwas überraschend unmexikanisches: kein Drama.
Ein Tor reichte. 1:0. Fertig.
Keine grosse Wiedergutmachungsshow, kein wildes Antwortspiel, kein „Jetzt erst recht“ für die Galerie. Tlaxcala behandelte die 0:4-Klatsche einfach wie einen schlechten Restaurantbesuch: bezahlen, gehen, nicht wieder darüber reden.
Das Resultat ist deutlich angenehmer als jede Pressekonferenz: drei Punkte, zu null, Wochenende gerettet.
Manchmal ist Fussball eben erstaunlich unkompliziert.
Beim Schlusslicht Tigres blieb die Offensivküche komplett kalt: 0:1. Eine Runde später wurde offenbar nachgekocht – Pachuca bekam beim 5:0 gleich fünf Gänge serviert.
Wer nach dem Tigres-Spiel schon den Feuerlöscher holen wollte, durfte ihn gegen Pachuca wieder einpacken. Plötzlich lief alles: vorne fünf Treffer, hinten nichts – und aus Frust wurde binnen einer Woche ein kleines Fußballfest.
Mit zwölf Punkten bleibt Tlaxcala mitten im Gedränge um die Spitze. Viel Luft nach oben, gewiss. Aber nach diesem 5:0 gilt vorerst: Die Küche ist wieder offen.
Nach dem enttäuschenden letzten Wochenende hatte man sich beim Tlaxcala FC einiges vorgenommen. Grosse Worte wollte man im Vorfeld allerdings vermeiden – davon gewinnt man bekanntlich keine Fussballspiele.
Diesmal folgte die Antwort auf dem Platz. Zunächst gelang bei Santos Laguna ein überzeugender 3:1-Auswärtssieg, anschließend wurde Atlas Guadalajara vor heimischem Publikum mit 4:0 besiegt.
Sechs Punkte und
sieben erzielte Tore später sieht die Welt in Tlaxcala schon wieder deutlich freundlicher aus. In der Tabelle konnte sich die Mannschaft auf den siebten Platz verbessern und hat den Kontakt zur Spitzengruppe wiederhergestellt.
Trainer Juan Ladrón zeigte sich entsprechend zufrieden, mahnte aber zur Ruhe: „Letzte Woche waren wir nicht plötzlich eine schlechte Mannschaft – und diese Woche sind wir nicht plötzlich unschlagbar.“
Der Tlaxcala FC lernt gerade, wie sich die höchste mexikanische Liga anfühlt. Eine Gebrauchsanweisung wurde beim Aufstieg offenbar nicht mitgeliefert.
Bei den Cobras gab es zum Auftakt ein 0:3 und damit die erste Lektion gratis dazu. Im ersten Heimspiel gegen Atlante sah die Sache schon freundlicher aus: 1:0, drei Punkte und erstmals Grund zur Annahme, dass Tlaxcala vielleicht doch nicht nur zum Besichtigen der
Stadien angereist ist.
Trainer Juan Ladrón blieb anschließend auffallend ruhig. Auf die Frage, was man aus den ersten beiden Spielen gelernt habe, soll er kurz überlegt und geantwortet haben: „Dass die Tabelle nach zwei Spielen noch gar keine Aussagekraft hat."
Für grosse Schlagzeilen ist es also noch zu früh. Für ein erstes zufriedenes Grinsen in Tlaxcala aber offenbar nicht.
Nach einem ansprechendem Auftakt in der obersten Liga kommt nun die Ernüchterung.
Durch dei beiden knappen Niederlagen im 3. und 4. Spieltag, wurde der Tlaxcala FC in der Tabelle durchgereicht und liegt nun an drittletzter Stelle. Die Niederlagen sind umso bitterer, weil die entscheidenden Tore in beiden Spielen in der Nachspielzeit erzielt wurden.
Im Team bleibt man aber weiterhin optimistisch. Mit den vorderen Plätzen wurde ohnehin nicht gerechnet. Es ist nun wichtig aus den Fehlern zu lernen, damit man nicht wie eben sehr naiv in Konter kurz vor Schluss hineinläuft.
Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte spielt der Tlaxcala FC in der obersten mexikanischen Liga. Keiner der lokalen Fussballexperten hatte diese Mannschaft auf dem Radar. Auch der Trainer ist noch ein unbeschriebenes Blatt: Juan Ladrón. Ein Trainer, dessen Name eher an einen Bösewicht aus Gaunerkomödien erinnert, möchte aber zeigen, dass er sehr wohl etwas bewegen kann. Die wenigen, aber treuen und leidenschaftlichen Fans erwarten vor allem eines: Ehrlichen Fussball. Leidenschaftlichen Fussball.
Man darf also gespannt sein, ob sich die Mannschaft den einen oder anderen Sieg ergaunern kann.