Rangers verlieren zweimal – Trainer fordert Abschaffung der Ergebnisanzeige
GLASGOW. Es war ein schwieriger Vormittag für Rangers-Trainer Grimsey.
Zunächst hatte er der versammelten Presse erklärt, seine Mannschaft sei seit zwei Spielen ungeschlagen.
Dann zeigte ihm jemand die Ergebnisse.
Aberdeen 3:2 Rangers.
Rangers 2:3 Dundee United.
Grimsey betrachtete den Zettel.
Drehte ihn um.
Betrachtete ihn erneut.
„Wer hat denn festgelegt, dass die größere Zahl gewinnt?“
„Wir waren zweimal fast Zweiter“
Fünf Gegentore in zwei Spielen und null Punkte – trotzdem weigert sich Grimsey, von einer Krise zu sprechen.
„Gegen Aberdeen waren wir nur ein Tor vom Unentschieden entfernt. Gegen Dundee auch.“
Kurze Pause.
„Zusammen sind das nur zwei Tore. Das ist praktisch nichts.“
Ein Journalist wollte wissen, ob zwei Niederlagen hintereinander nicht zumindest Anlass zur Sorge seien.
„Nein.“
Warum nicht?
„Drei wären schlimmer.“
Niemand im Raum konnte dieser Argumentation unmittelbar widersprechen.
Platz sieben: alles Teil des Plans
Auch der Blick auf die Tabelle scheint Grimsey nicht zu beunruhigen.
Die Rangers stehen nach 20 Spielen mit 27 Punkten auf Platz sieben. Tabellenführer Motherwell hat 38.
Elf Punkte Rückstand.
„Perfekt“, erklärte Grimsey.
Warum?
„Von Platz sieben erwartet niemand etwas.“
Und welchen Vorteil habe
das?
Grimsey beugte sich zum Mikrofon.
„Überraschungsmoment.“
Defensive bekommt Sondertraining
Nach fünf Gegentoren in zwei Spielen kündigte Grimsey Konsequenzen an.
Die gesamte Abwehr müsse am Montag bereits um acht Uhr auf dem Trainingsplatz erscheinen.
Der Torwart um sieben.
„Er steht näher am Problem.“
Außerdem habe man im Trainerteam die Gegentore ausführlich analysiert.
Das Ergebnis?
„Der Gegner kommt zu oft an den Ball.“
Wie man das verhindern wolle, sei Gegenstand weiterer Untersuchungen.
Meisterschaft weiterhin möglich
Auf die Frage, ob die Rangers mit elf Punkten Rückstand überhaupt noch vom Titel sprechen dürften, reagierte Grimsey irritiert.
„Natürlich.“
Motherwell müsse schließlich nur vier Spiele verlieren.
„Und die Rangers müssten diese vier Spiele gewinnen“, ergänzte ein Reporter.
Grimsey hielt inne.
„Verdammt.“
Krisensitzung im Ibrox
Nach der Pressekonferenz kündigte Grimsey eine außerordentliche Besprechung mit der Vereinsführung an.
Er öffnete entschlossen die Tür des Presseraums.
Besenschrank.
Grimsey schloss sie wieder.
Öffnete die nächste Tür.
Toilette.
Schloss auch diese.
Beim dritten Versuch blieb er stehen und sah die Journalisten an.
„Ihr könnt ruhig lachen. Aber taktisch habe ich jetzt zwei Räume ausgeschlossen.“
GLASGOW.
Die Glasgow Rangers haben einen neuen Trainer. Und während Fans und Presse noch fieberhaft versuchten herauszufinden, wer dieser Grimsey eigentlich ist, leitete der neue Mann bereits seine erste Trainingseinheit.
Die Vorstellung dauerte ungewöhnlich kurz.
„Ich bin Grimsey. Wir wollen gewinnen. Fragen?“
Es gab viele Fragen.
Erste Einheit sorgt für Verwirrung
Bereits nach zehn Minuten ließ Grimsey sämtliche Hütchen vom Trainingsplatz entfernen.
„Fußball wird schließlich ohne Hütchen gespielt“, soll er erklärt haben.
Anschließend mussten die Profis 45 Minuten lang ausschließlich Einwürfe trainieren.
Auf die Frage eines Journalisten, warum ausgerechnet Einwürfe, antwortete Grimsey: „Niemand rechnet damit.“
Damit war die Pressekonferenz beendet.
Neue Taktik: 2–3–2–3… vermutlich
Auch Grimseys taktische Vorstellungen sorgen in Glasgow für Gesprächsstoff.
Auf einer Tafel präsentierte er eine Formation,
die
zunächst wie ein klassisches 4–3–3 aussah.
Nach mehreren Änderungen waren allerdings zwölf Spieler eingezeichnet.
Ein Assistent machte ihn darauf aufmerksam.
Grimsey betrachtete die Tafel lange.
Dann strich er den Torwart.
„Jetzt stimmt's.“
Die Fans sind begeistert
Vor Ibrox wurden bereits erste Grimsey-Gesänge gehört. Besonders beliebt:
„WE DON'T KNOW WHO HE IS –
BUT GRIMSEY'S WINNING THE LEAGUE!“
Der Fanshop reagierte ebenfalls schnell. Ab morgen soll ein neuer Schal erhältlich sein:
IN GRIMSEY WE TRUST
Die Vereinsführung wollte unterdessen nicht verraten, wie lange Grimseys Vertrag läuft.
Ein Sprecher erklärte lediglich:
„Wir haben ihm einen Kugelschreiber gegeben und er hat irgendwo unterschrieben.“
Grimsey selbst denkt ohnehin schon weiter.
Sein Ziel für die Saison?
„Mehr Tore als der Gegner.“